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Die EU-Verschuldungsgrenzen - Ausgestaltung, Sinn und praktische Anwendung

Title: Die EU-Verschuldungsgrenzen - Ausgestaltung, Sinn und praktische Anwendung

Term Paper , 2006 , 32 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Alexandra Hofmann (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Dem im Zeitverlauf zu beobachtenden Anstieg von Staatsdefizit und -verschuldung im EU-Raum muss Einhalt geboten werden, wenn die politische und monetäre Union der Euroländer erfolgreich sein soll. Es ist unerlässlich, die weiterhin dezentralen Finanzpolitiken der Mitgliedsstaaten auf die gemeinsamen Ziele Preisstabilität und Wirtschaftswachstum auszurichten. Die hierauf abzielenden fiskalen Regelungen müssen jedoch bestimmte Anforderungen erfüllen. Sie müssen sowohl flexibel genug sein, um die politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten jedes einzelnen Mitgliedsstaates zu berücksichtigen, als auch eindeutig genug, um ihre Durchsetzung und gegebenenfalls die Sanktionierung von Verstößen zu gewährleisten.
Im Vertrag von Maastricht wurde ein entsprechendes Regelwerk mit Stabilitätskriterien und einem Defizitverfahren zur Ahndung von Verstößen dagegen festgehalten, das später im Stabilitäts- und Wachstumspakt noch einmal überarbeitet wurde. Doch bereits bei seiner Verabschiedung sah sich der Pakt immenser Kritik ausgesetzt. Das Ausbleiben von Sanktionen unter anderem gegen Deutschland und Frankreich nach mehrmaliger Überschreitung der Defizitgrenze ließ Stimmen laut werden, die eine genauere Ausgestaltung der Regelungen sowie eine strengere Durchsetzung derselben fordern. Andere Stimmen dagegen fordern eine größere Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen und Probleme eines jeden Mitgliedsstaates bis hin zu individuellen Defizit- und Verschuldungsgrenzen, um eine „fairere“ Behandlung zu gewährleisten. Die Diskussion führte schließlich zu einer Reformierung des SWP. Die neuen Regelungen sollen mehr Flexibilität gewährleisten, was wiederum diejenigen Kritiker auf den Plan ruft, die darin eine enorme Aufweichung der Regelungen sehen. Besonders in der jüngsten Vergan-genheit wurde die Diskussion über den Stabilitäts- und Wachstumspakt (SWP) wieder laut, nachdem die Bundesregierung die Einhaltung der Defizitgrenze bekannt gab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Sinn der EU-Verschuldungsgrenzen

3 Der Vertrag von Maastricht

3.1 Das Defizitverfahren im Vertrag von Maastricht

3.2 Kritik am Vertrag von Maastricht

4 Der Stabilitäts- und Wachstumspakt

4.1 Der präventive Arm des SWP

4.2 Der korrektive Arm des SWP

4.3 Kritik am SWP

5 Reformen des SWP

5.1 Änderungen des präventiven Arms

5.2 Änderungen des korrektiven Arms

5.3 Probleme durch die Reformen des SWP

6 Die Anwendung des SWP

6.2 Die Einleitung von Defizitverfahren

6.3 Das Defizitverfahren gegen Deutschland

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ausgestaltung, den Sinn und die praktische Anwendung der EU-Verschuldungsgrenzen, um zu bewerten, inwiefern die fiskalischen Regeln des Vertrages von Maastricht und des Stabilitäts- und Wachstumspaktes (SWP) zur Disziplinierung der Mitgliedsstaaten und zur Sicherung der Stabilität in der Währungsunion beitragen.

  • Grundlagen der EU-Verschuldungsgrenzen und deren Sinnhaftigkeit
  • Die Regelungen des Vertrages von Maastricht
  • Aufbau und Funktionsweise des Stabilitäts- und Wachstumspaktes (SWP)
  • Kritische Analyse der Reformen des SWP
  • Anwendung des SWP am Beispiel Deutschlands

Auszug aus dem Buch

3.2 Kritik am Vertrag von Maastricht

Der Vertrag von Maastricht sieht zwar wie oben beschrieben einen Sanktionsmechanismus bei übermäßigem Defizit vor, doch wurde seine Wirksamkeit immer wieder bezweifelt. Weder werden alle Defizite wirklich erfasst, noch werden die Bewertungskriterien strikt angewandt oder Nichteinhaltung der Richtwerte zwangsläufig geahndet.

Die Formulierungen des Artikel 104c sind in vielerlei Hinsicht sehr ungenau. So werden die Faktoren, die ein Defizit nach Artikel 104c Abs. 3 erlauben nicht konkretisiert, ebenso wenig die Bedeutung der Formulierung „hinreichend rückläufig“ bezüglich einer akzeptablen Staatsverschuldung. Die zur Ergreifung von Maßnahmen zu setzenden Fristen werden nicht benannt und welche Sanktionsmaßnahmen wann zu ergreifen sind, wird durch „und/oder“-Formulierungen offen gelassen. Daraus resultiert, dass eine Überschreitung des Defizit- oder Schuldenkriteriums nicht verbindlich zu einem Defizitverfahren führt. Vielmehr besteht ein erheblicher Ermessensspielraum für die Kommission und den Rat bei der Feststellung eines übermäßigen Defizits. Die Entscheidungen können also durchaus politisch motiviert sein. Das Problem der Ungenauigkeit relativiert auch die Effektivität des Sanktionsmechanismus. Und wurde ein Defizit dann als übermäßig bewertet, so dauert der in Artikel 104c Abs. 7-11 beschriebene Ablauf zu lange, da immer erst gewisse Fristen verstreichen müssen, bevor der nächste Schritt unternommen wird. Wahrscheinlich ist eine Zeitspanne von etwa vier Jahren, bis ein Staat mit einer Geldstrafe sanktioniert wird, der während des Verfahrens keine Maßnahmen zur Korrektur des Defizits ergreift.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung motiviert die Relevanz fiskalischer Disziplin in der EU und skizziert die Fragestellung sowie den Aufbau der Arbeit.

2 Sinn der EU-Verschuldungsgrenzen: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Gründe für Verschuldungsgrenzen, insbesondere den Anstieg der Staatsverschuldung und die notwendige Disziplinierung in der EWU.

3 Der Vertrag von Maastricht: Es wird das ursprüngliche Regelwerk für fiskalische Konvergenz sowie das dort definierte Defizitverfahren detailliert analysiert.

4 Der Stabilitäts- und Wachstumspakt: Dieses Kapitel beschreibt die Einführung, die Mechanismen (präventiver und korrektiver Arm) sowie die Kritik am Stabilitäts- und Wachstumspakt.

5 Reformen des SWP: Die umfassenden Änderungen am SWP im Jahr 2005 und die dadurch entstehenden Probleme hinsichtlich der Flexibilisierung und Aufweichung der Regeln werden diskutiert.

6 Die Anwendung des SWP: Eine empirische Betrachtung der Verschuldungs- und Defizitquoten sowie eine Fallstudie zum Defizitverfahren gegen Deutschland.

7 Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die Verschuldungsgrenzen zwar geeignet sind, jedoch die politische Ausgestaltung und mangelnde Durchsetzungskraft den Pakt schwächen.

Schlüsselwörter

EU-Verschuldungsgrenzen, Vertrag von Maastricht, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Haushaltsdisziplin, Defizitverfahren, Staatsverschuldung, Europäische Währungsunion, EWU, Fiskalpolitik, Sanktionen, Haushaltskonsolidierung, Stabilität, Wachstum, Europäische Kommission, Defizitquote.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die fiskalpolitischen Regelungen der EU zur Begrenzung von Staatsdefiziten und Verschuldung, speziell im Hinblick auf den Vertrag von Maastricht und den Stabilitäts- und Wachstumspakt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die theoretische Begründung von Verschuldungsregeln, deren vertragliche Ausgestaltung, die Reformen des Stabilitäts- und Wachstumspaktes sowie deren praktische Anwendung und Durchsetzung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu bewerten, ob die EU-Verschuldungsgrenzen in ihrer Ausgestaltung und Anwendung effektiv dazu beitragen, die Haushaltsdisziplin der Mitgliedsstaaten zu gewährleisten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Literaturanalyse sowie eine empirische Betrachtung anhand von Daten zu Verschuldungs- und Defizitquoten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung der Regeln von Maastricht bis zum reformierten Stabilitäts- und Wachstumspakt, kritisiert deren mangelnde Durchsetzbarkeit und analysiert die Anwendung am Fallbeispiel Deutschland.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Stabilitäts- und Wachstumspakt, Defizitverfahren, Staatsverschuldung, Fiskaldisziplin und Europäische Währungsunion.

Warum wird der Vertrag von Maastricht kritisch betrachtet?

Kritisiert werden vor allem die ungenauen Formulierungen, die ein verbindliches Defizitverfahren erschweren, sowie der große politische Ermessensspielraum bei der Sanktionierung von Verstößen.

Welche Rolle spielt Deutschland im Kontext des Stabilitäts- und Wachstumspaktes?

Deutschland dient als Fallbeispiel, an dem die Mängel der Umsetzung deutlich werden, da trotz Überschreitung der Defizitgrenzen keine Sanktionen erfolgten und dem Land großzügige Fristen zur Korrektur eingeräumt wurden.

Wie haben sich die Reformen des SWP im Jahr 2005 ausgewirkt?

Die Reformen führten zwar zu einer Berücksichtigung individueller Gegebenheiten, wurden aber gleichzeitig als Aufweichung der Regeln kritisiert, da sie Ausnahmetatbestände erweiterten und Fristen verlängerten.

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Details

Title
Die EU-Verschuldungsgrenzen - Ausgestaltung, Sinn und praktische Anwendung
College
University of Kassel  (Fachbereich Wirtschaftswissenschaften)
Course
Öffentliche Verschuldung
Grade
1,3
Author
Alexandra Hofmann (Author)
Publication Year
2006
Pages
32
Catalog Number
V80520
ISBN (eBook)
9783638785181
ISBN (Book)
9783638796125
Language
German
Tags
EU-Verschuldungsgrenzen Ausgestaltung Sinn Anwendung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexandra Hofmann (Author), 2006, Die EU-Verschuldungsgrenzen - Ausgestaltung, Sinn und praktische Anwendung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80520
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