In der Arbeit werden Fragen und Schwierigkeiten behandelt, die gleichermaßen literarische und theologische Relevanz aufweisen. Schnittpunkte zwischen Literatur und Theologie sind: der Kairos der Begegnung, der Rede nicht subjektlos und ortlos werden lässt, der Imperativ, den Anderen sprachlich nicht zum Objekt zu degradieren, das Bewusstsein, dass Theologie Zeugnis gibt von dem, wofür keine Sprache ausreicht, die Selbstaufhebung der Sprache durch Sprache, die Grenzen der Versprachlichung und eine sensible Sprache „nach Auschwitz“.
Inhaltsverzeichnis
- 0. Einleitung
- 1. Herausforderung – Die Verortung der Rede von Gott
- 2. Herausforderung – Das Nicht-Wissen als Grund und Ergebnis der Rede von Gott
- 3. Herausforderung – Das Dialogische der Rede von Gott
- 4. Herausforderung – Über die Dialektik von Reden und Schweigen
- 5. Herausforderung – Die Grenzen der Versprachlichung bei der Rede von Gott
- 6. Theologie und Gedichte nach Auschwitz
- 7. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert die Herausforderung, die Rede von Gott im Schweigen zu denken, indem sie Paul Celans Gedicht "Sprich auch du" als Ausgangspunkt nimmt. Dabei werden die Grenzen der Sprache und die Bedeutung des Schweigens in der Theologie, insbesondere im Kontext des Holocaust, beleuchtet.
- Die Verortung der Rede von Gott und die Spannung zwischen kataphatischer und apophatischer Theologie
- Das Schweigen als Ausdruck des Unerklärlichen und Unaussprechlichen
- Die Bedeutung von Sprache und Schweigen in der Auseinandersetzung mit dem Leiden und der Erinnerung an den Holocaust
- Die Herausforderung, eine Sprache des Leids und der Trauer zu finden, die dem Unermesslichen gerecht wird
- Die Suche nach einer neuen Sprache, die über die Grenzen des Sagbaren hinausreicht
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Grundfrage der Arbeit: Wie kann man von Gott sprechen und schweigen, wenn das Geheimnis Gottes unaussprechlich ist? Die Autorin stellt die kataphatische und apophatische Gottesrede als zwei grundlegende Möglichkeiten vor, von Gott zu sprechen.
Kapitel 1 beleuchtet die Herausforderung, die Rede von Gott in der heutigen Zeit zu verorten. Ausgehend von Celans Gedicht "Sprich auch du" wird argumentiert, dass das Schweigen in der Begegnung mit dem Ungeheuerlichen eine wichtige Rolle spielt. Das Schweigen wird als Ausdruck des Leids und der Trauer verstanden, das Worte nicht mehr fassen können.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit zentralen Themen wie Gottesrede, Schweigen, Sprache, Theologie, Literatur, Holocaust, Paul Celan, Erinnerungskultur, Kataphatische Theologie, Apophatische Theologie, Mystik, und Sprache des Leids.
Häufig gestellte Fragen
Wie hängen Literatur und Theologie bei Paul Celan zusammen?
Die Arbeit untersucht Schnittpunkte wie den Kairos der Begegnung und die ethische Forderung, den Anderen nicht zum Objekt zu degradieren.
Was bedeutet apophatische Theologie?
Es ist eine „Theologie des Schweigens“, die davon ausgeht, dass Gott so unermesslich ist, dass keine Sprache ausreicht, um ihn zu beschreiben.
Warum ist das Sprechen „nach Auschwitz“ ein zentrales Thema?
Celans Lyrik sucht nach einer sensiblen Sprache, die dem unermesslichen Leid des Holocaust gerecht wird, ohne es durch Worte zu verharmlosen.
Welche Rolle spielt das Schweigen in Celans Gedichten?
Schweigen wird als notwendige Grenze der Versprachlichung und als Ausdruck des Unerklärlichen und Unaussprechlichen verstanden.
Worum geht es in dem Gedicht "Sprich auch du"?
Dieses Gedicht dient als Ausgangspunkt für die Analyse der Dialektik von Reden und Schweigen in der Auseinandersetzung mit dem Geheimnis Gottes.
- Quote paper
- Renate Enderlin (Author), 2005, Sprechen und Schweigen Paul Celans, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80594