Der Internationale Währungsfond - Im Kontext zur Asienkrise


Seminararbeit, 2006

21 Seiten, Note: 1,00


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
a. Themenstellung
b. Forschungsmethode
c. Aufbau der Arbeit

2. Internationaler Währungsfond
a. Allgemeines
b. Entstehungsgeschichte des IWF
c. Organisation des IWF
d. Finanzierungsquellen
e. Finanzielle Unterstützung
f. Dienstleistungen des IWF
g. 90er Jahre

3. die Asienkrise
a. Situation vor der Krise in Süd-Ost-Asien
b. Die Anfänge der Wirtschaftskrise
1. Thailand
2. Indonesien
3. Südkorea
c. Das Übergreifen der Krise auf
1. Japan und Hongkong
2. China
3. Singapur und Malaysia

4. Die Rolle des IWF in der Asienkrise
a. Allgemein
b. Thailand
c. Indonesien
d. Südkorea

5. Resumée – Eine Bewertung der Maßnahmen des IWF während der asiatischen Finanzkrise

6. Bibliographie

1. Einleitung

a. Themenstellung

„The IMF is an organisation of 184 countries, working foster global monetary cooperation, secure financial stability, facilitate international trade, promote high employment and sustainable economic growth and reduce poverty.“[1]

Der Internationale Währungsfond (IWF, bzw. IMF: International monetary fund) wurde zu Hilfe gerufen, um drei der von der Krise am schwersten betroffenen Länder (Indonesien, Korea und Thailand) finanziellen Beistand zu leisten. Die Strategie für die Bekämpfung der Krise enthielt drei Hauptkomponenten:

- Finanzierung
- Makroökonomische Maßnahmen
- Strukturreformen.

Die Asienkrise ist das wichtigste weltpolitische Ereignis des Jahres 1997. Sie ist nicht nur Ausdruck von wirtschaftlichen Schwierigkeiten kleiner, relativ unbedeutender südost- und ostasiatischer Volkswirtschaften, sondern eine Krise unseres globalisierten Wirtschaftssystems.

Demnach ist die Asienkrise wesentlich durch Systemfehler und fehlende Stabilisierungsmechanismen in der entfesselten Weltwirtschaft möglich geworden.

Für die Entstehung der Asienkrise waren somit nicht nur einige wenige Gründe verantwortlich, sondern eher eine ganze Reihe von Gründen, auf die im Laufe der Arbeit eingegangen wird.

„Die Untersuchung der Asienkrise ist deshalb nicht nur für diejenigen von Interesse, die sich mit Ostasien und dem pazifischen Raum beschäftigen. Sie verschafft uns Erkenntnisse über die Wirkungsweisen des Kapitalismus in Zeiten der Globalisierung“[2]

Somit steht jene sehr wichtige Frage im Mittelpunkt:

Hat der IWF das richtige Maßnahmenpaket für die Problemlage in Südostasien verordnet?

Diese Frage soll durch diese Arbeit leiten und wird am Ende in einem Resumée zusammenfassend erörtert.

b. Forschungsmethode

Für diese Arbeit wurde vor allem einschlägige Literatur in Form von Bücher, Zeitschriften und Zeitungen herangezogen, wobei großteils auf die Bestände der Universitätsbibliothek beziehungsweise der Fachbereichsbibliothek und der Stadtbibliothek Salzbug zurückgegriffen wurde.

c. Aufbau der Arbeit

Beim Aufbau der Arbeit wurden die Vorgaben von Dr. Fritsch, nachzulesen in www.sbg.ac.at/elearn/ sowie die Vorgaben des Skriptums „PS Einführung in das Studium der Politikwissenschaften“ herausgegeben von Univ.-Prof. Dr. Kok, beachtet.

Die Arbeit selbst ist unterteilt in 5 Teilbereiche:

1. Einleitung
2. IWF
3. Asienkrise
4. Resumée (Beantwortung der Forschungsfrage)
5. Bibliographie

Damit die Arbeit übersichtlich und leicht lesbar bleibt, wurde die Arbeit in sogenannter „lean structure“ verfasst.

2. Internationaler Währungsfond

a. Allgemeines

Der Internationale Währungsfond ist eine Sonderbehörde der Vereinten Nationen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat bankrotten Ländern Kredite zu gewähren und kurzfristig die Garantie der Schulden zahlungsunfähiger Länder zu gewährleisten. Durch Steuergelder aus den Mitgliedsstaaten wird der IWF finanziert, wobei heute fast alle Staaten beim IWF sind.

Ziel und Zweck des IWF ist es den Weltmarkt vor den Kollaps zu retten.

b. Entstehungsgeschichte des IWF

Der IWF entstand aufgrund der großen Depression, die für die Weltwirtschaft in den 30er Jahren nicht sehr von Vorteil war. „Die Folgen der Depression waren für alle Formen des Wirtschaftslebens verheerend. Tausende von Banken machten Konkurs, und die bestürzten Sparer blieben ohne einen Pfennig zurück; die Agrarpreise fielen unter die Erzeugerkosten, der Wert von Grund und Boden sank rapide, verlassene Farmen verwilderten, Betriebe hatten die Produktionen eingestellt, Flotten warteten in Häfen auf Ladungen, die nie eintrafen, und Abermillionen von Arbeiter wanderten durch die Straßen auf der Such nach Arbeitsstellen, die es nicht gab.“[3]

Aufgrund jener oben schon erwähnten großen Depression fand 1944 in Bretton Woods, einem Ort in dem amerikanischen Bundesstaat New Hampshire, eine Finanz- und Währungskonferenz statt. Im Rahmen dieser wurde der Internationale Währungsfond und die Weltbank gegründet. Die Initiatoren, bzw. die „Gründungsväter“ waren Harry Dexter White aus den USA und John Maynard Keynes aus Großbritannien. Von ihnen stammte der Vorschlag für eine auf ständige Zusammenarbeit ausgerichtet Organisation.

Im Mai 1946 nahm der Fond erstmals seine Tätigkeit in Washington, D.C. auf. Damals zählte er 39 Mitglieder.

c. Organisation des IWF

Der Gouverneursrat ist die höchste Institution in der Organisation des IWF. Er besteht aus je einem Gouverneur aus jedem Mitgliedsstaat sowie derselbigen Anzahl an Stellvertretern. Meist sind die Mitglieder des Gouverneursrat Finanzminister und Zentralbankchefs. Er trifft sich einmal jährlich, anlässlich der Jahrestagung.

Interimausschuss berät den Gouverneursrat.

Der Gemeinsamer Entwicklungsausschuss vom IWF und Weltbank berät den Gouverneursrat bezüglich der Bedürfnisse der ärmeren Länder.

Der IWF hat derzeit ca. 2600 Mitarbeiter, an deren Spitze ein Geschäftsführender Direktor steht, der gleichzeitig Vorsitzender des ihn ernennenden Exekutivdirektoriums ist.

Exekutivdirektorium besteht aus den von den Gouverneuren beauftragten Mitarbeitern. Diese bearbeiten jene Bereiche der Agenda des IWF, die dessen täglichen Geschäfte betreffen. Sitz des Direktorium ist in Washington. Es besteht aus 24 Exekutivdirektoren, welche mindestens dreimal wöchentlich in formaler Sitzung zusammentreffen. Eine weitere Aufgaben des Exekutivdirektorium ist es die Umsetzung der von den Mitgliedsregierungen durch den Gouverneursrat festgesetzten Wirtschafts- und Währungspolitik zu überwachen. Die Beschlüsse des Direktoriums entstehen aufgrund Einstimmigkeit.

d. Finanzierungsquellen

Der IWF finanziert sich hauptsächlich über die Mitgliedsbeiträge bzw. Quoten. Doch im Falle einer großen weltwirtschaftlichen Krise, würden diese nicht ausreichen, da sich jeder Mitgliedstaat den mehrfachen Betrag seiner eingezahlten Quote ausleihen kann. Daher verfügt der IWF seit 1962 über eine Kreditlinie, die sogenannte Allgemeinen Kreditvereinbarungen (AKV). Diese Kreditlinie wurde mit vielen Regierungen und Zentralbanken der ganzen Welt abgeschlossen und beläuft sich derzeit auf ca. 24 Mrd. US - $. Die AKV wird alle fünf Jahre überarbeitet und verpflichtet den IWF im Falle der Inanspruchnahme Zinsen zu zahlen und das Darlehen in spätestens fünf Jahren zurückzuzahlen.

e. Finanzielle Unterstützung

Der IWF vergibt Kredite nur an Mitgliedsländern mit Zahlungsbilanzschwierigkeiten[4]. Diesen Ländern borgt der IWF eine Zeit lang Geld, damit sie ihre wirtschaftliche Fehlleistungen korrigieren und dadurch ihre Währungen stabilisieren und ihren Handel stärken können.

Der IWF gewährt einem Mitgliedstaat mit Zahlungsbilanzschwierigkeiten eine Soforthilfe in Höhe von 25 % der von ihm eingezahlten Quote. Es besteht aber auch die Möglichkeit einer langfristigen Hilfe. Hierbei wird über mehrere Jahre hinweg eine Finanzhilfe bis zu der dreifachen Summe von der des Mitgliedstaates eingezahlten Quote gewährt.

„Leiht der Fond einem Mitgliedsstaat mehr als die 25 % der Quote, so lässt er sich von zwei Grundsätzen leiten:

1. Die dem Fond zur Verfügung stehende Quotensumme muss allen Mitglieder zugute kommen.
2. Bevor der Fond Geld aus der Reserve freigibt, muss das Mitgliedsland darlegen, wie es sein Zahlungsproblem zu lösen gedenkt, so dass es den Betrag innerhalb des normalen Rückzahlungszeitraumes von drei bis fünf Jahren and den Fond zurückzahlen kann.“[5]

Diese umfangreichen Darlehen werden nur unter mehreren Bedingungen gewährt. Der die Finanzhilfe in Anspruch nehmende Mitgliedstaat muss das geliehene Geld effektiv einsetzen und eine Vielzahl von Reformen, welche der Mitgliedsstaat selbst fest legt, durchführen um so seine wirtschaftliche Lage zu verbessern. Der IWF wacht lediglich über diese Reformen, und überprüft ob sie ausreichen die Zahlungsschwierigkeiten des Mitgliedsstaates zu überwinden, bzw. ob sie anderen Mitgliedsstaaten keinen vermeidbaren Schaden zufügen.

[...]


[1] Definition des IWF auf der Homepage des international monetary fund, abgerufen von der Internet-Homepage des IMF: http://www.imf.org (7.10.2005)

[2] Dieter, Heribert (1998). Die Asienkrise. Ursachen, Konsequenzen und die Rolle des Internationalen Währungsfonds. Metropolis Verlag für Ökonomie, Gesellschaft und Politik GmbH, Marburg. S. 15

[3] David D. Driscoll (1998). „Was ist der Internationale Währungsfond?“; Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit IWF; Washington D.C; S. 4

[4] Zahlungsbilanz ist die Aufzeichnung aller ökonomischer Transaktionen zwischen dem Inland und dem Ausland. Die Zahlungsbilanz besteht aus mehreren Teilbilanzen: Der Leistungsbilanz (wichtigste Teilbilanz), der Kapitalverkehrsbilanz, Statistische Differenz und Korrekturposten sowie Veränderungen der offiziellen Währungsreserven.

[5] David D. Driscoll (1998). „Was ist der Internationale Währungsfond?“; Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit IWF; Washington D.C; S. 20

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Der Internationale Währungsfond - Im Kontext zur Asienkrise
Hochschule
Universität Salzburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Internationale Politik
Note
1,00
Autor
Jahr
2006
Seiten
21
Katalognummer
V80651
ISBN (eBook)
9783638879101
ISBN (Buch)
9783638881487
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Internationale, Währungsfond, Kontext, Asienkrise, Politik
Arbeit zitieren
Nicole Blaschitz (Autor), 2006, Der Internationale Währungsfond - Im Kontext zur Asienkrise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80651

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