„The IMF is an organisation of 184 countries, working foster global monetary cooperation, secure financial stability, facilitate international trade, promote high employment and sustainable economic growth and reduce poverty.“
Der Internationale Währungsfond (IWF, bzw. IMF: International monetary fund) wurde zu Hilfe gerufen, um drei der von der Krise am schwersten betroffenen Länder (Indonesien, Korea und Thailand) finanziellen Beistand zu leisten. Die Strategie für die Bekämpfung der Krise enthielt drei Hauptkomponenten:
· Finanzierung
· Makroökonomische Maßnahmen
· Strukturreformen.
Die Asienkrise ist das wichtigste weltpolitische Ereignis des Jahres 1997. Sie ist nicht nur Ausdruck von wirtschaftlichen Schwierigkeiten kleiner, relativ unbedeutender südost- und ostasiatischer Volkswirtschaften, sondern eine Krise unseres globalisierten Wirtschaftssystems.
Demnach ist die Asienkrise wesentlich durch Systemfehler und fehlende Stabilisierungsmechanismen in der entfesselten Weltwirtschaft möglich geworden.
Für die Entstehung der Asienkrise waren somit nicht nur einige wenige Gründe verantwortlich, sondern eher eine ganze Reihe von Gründen, auf die im Laufe der Arbeit eingegangen wird.
„Die Untersuchung der Asienkrise ist deshalb nicht nur für diejenigen von Interesse, die sich mit Ostasien und dem pazifischen Raum beschäftigen. Sie verschafft uns Erkenntnisse über die Wirkungsweisen des Kapitalismus in Zeiten der Globalisierung“
Somit steht jene sehr wichtige Frage im Mittelpunkt:
Hat der IWF das richtige Maßnahmenpaket für die Problemlage in Südostasien verordnet?
Diese Frage soll durch diese Arbeit leiten und wird am Ende in einem Resumée zusammenfassend erörtert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.a. Themenstellung
1.b. Forschungsmethode
1.c. Aufbau der Arbeit
2. Internationaler Währungsfond
2.a. Allgemeines
2.b. Entstehungsgeschichte des IWF
2.c. Organisation des IWF
2.d. Finanzierungsquellen
2.e. Finanzielle Unterstützung
2.f. Dienstleistungen des IWF
2.g. 90er Jahre
3. die Asienkrise
3.a. Situation vor der Krise in Süd-Ost-Asien
3.b. Die Anfänge der Wirtschaftskrise
3.b.1. Thailand
3.b.2. Indonesien
3.b.3. Südkorea
3.c. Das Übergreifen der Krise auf
3.c.1. Japan und Hongkong
3.c.2. China
3.c.3. Singapur und Malaysia
4. Die Rolle des IWF in der Asienkrise
4.a. Allgemein
4.b. Thailand
4.c. Indonesien
4.d. Südkorea
5. Resumée – Eine Bewertung der Maßnahmen des IWF während der asiatischen Finanzkrise
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF) während der Asienkrise 1997. Ziel ist es, die Angemessenheit der vom IWF verordneten Maßnahmenpakete für die spezifische Problemlage in Thailand, Indonesien und Südkorea kritisch zu hinterfragen und die Auswirkungen dieser Interventionen zu bewerten.
- Grundlagen und Aufgaben des Internationalen Währungsfonds
- Wirtschaftliche Ausgangslage und Systemursachen der Asienkrise
- Vergleich der IWF-Interventionsstrategien in den betroffenen Ländern
- Analyse ordnungspolitischer Schwächen der Tigerstaaten
- Kritische Bewertung der Wirksamkeit und Angemessenheit IWF-geführter Reformen
Auszug aus dem Buch
b. Die Anfänge der Wirtschaftskrise
„Die asiatischen Krisenländer sind zur Durchführung ihrer Investitionen nicht auf ausländische Kapitalzufuhr angewiesen. Sie gehören zu den Ländern mit den weltweit höchsten Sparquoten. Wenn ihnen ausländische Kredite dennoch aufgedrängt werden, führt dies einerseits zur Überfinanzierung der zunehmenden Leistungsbilanzdefizite durch private Kapitalgeber und andererseits zu Überinvestitionen sowohl im Finanz- als auch im Industriesektor mit anschließenden Zusammenbrüchen.“
Durch die Zunahme der Bankkredite an den Privatsektor, sowie internationale Bankkredite und Anleihen der fünf Tigerstaaten und die Abschiebung der liquiden Mittel von Europa nach Asien war der Weg für eine Krise geebnet.
Doch nicht nur die oben angesprochenen Tatsachen der finanziellen Überbelastung der asiatischen Tigerstaaten waren Schuld für die Krise, sie ist eher das Ergebnis mehrerer ungünstiger Konstellationen und hat erhebliche ordnungspolitische Faktoren aufgedeckt: „mangelnde Rechtsstaatlichkeit, Korruption und Vetternwirtschaft, staatliche Eingriffe in die Märkte, Abschottung der Politik von der Gesellschaft, aber auch wachsende Umweltzerstörung und Wohlstandsgefälle. Zu den strukturellen Schwächen gehören auch schwach ausgeprägte „Corporate governance“ -Strukturen (z.B.: weitgehend fehlendes Rechnungs- und Prüfwesen), mangelnde Transparenz hinsichtlich der Finanzlage der Unternehmen und in deren Beziehungen zu staatlichen Stellen, mangelnde Ordnungs- und Aufsichtsstrukturen im Finanzsektor, eine Tendenz zur Überschuldung und der viel zu hohe Fremdmittelanteil im Unternehmenssektor sowie die Tatsache, dass auch Finanzinstitute mit einem hohen Anteil an Problemkrediten ihre Geschäftstätigkeit fortsetzen konnten.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Aufgabenbereich des IWF und formuliert die zentrale Forschungsfrage, ob der IWF das korrekte Maßnahmenpaket für die asiatische Finanzkrise gewählt hat.
2. Internationaler Währungsfond: Dieses Kapitel beschreibt die Entstehung, Organisation, Finanzierung und die allgemeinen Aufgaben des IWF als internationale Institution.
3. die Asienkrise: Hier werden die wirtschaftliche Ausgangslage in Südostasien sowie die strukturellen Ursachen und der Verlauf der Krise in den betroffenen Ländern detailliert dargestellt.
4. Die Rolle des IWF in der Asienkrise: Das Kapitel analysiert die konkreten Interventionsmaßnahmen und Reformprogramme, die der IWF in Thailand, Indonesien und Südkorea umsetzte.
5. Resumée – Eine Bewertung der Maßnahmen des IWF während der asiatischen Finanzkrise: Der Autor schließt mit einer kritischen Bewertung der IWF-Maßnahmen ab und kommt zu dem Ergebnis, dass der IWF die Ausgangslage der Länder falsch diagnostizierte.
Schlüsselwörter
Internationaler Währungsfond, IWF, Asienkrise, Finanzkrise, Tigerstaaten, Wirtschaftsreformen, Strukturreformen, Kapitalflüsse, Leistungsbilanz, Finanzsektor, Globalisierung, Thailand, Indonesien, Südkorea, Systemfehler.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Proseminararbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle des Internationalen Währungsfonds während der asiatischen Finanzkrise Ende der 1990er Jahre und bewertet dessen Interventionsmaßnahmen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Aufgaben des IWF, die Entstehung der Asienkrise sowie die spezifischen Reformmaßnahmen in den betroffenen Schwellenländern.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Untersuchung?
Die Forschungsfrage lautet: Hat der IWF das richtige Maßnahmenpaket für die spezifische wirtschaftliche Problemlage in Südostasien verordnet?
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, für die schwerpunktmäßig Bestände der Universitäts- und Stadtbibliothek Salzburg herangezogen wurden.
Was wird im Hauptteil des Dokuments thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des IWF, die Analyse der Krisenursachen in Asien sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der IWF-Hilfspakete für Thailand, Indonesien und Südkorea.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind IWF, Asienkrise, Strukturreformen, Kapitalmarkt, Finanzielle Unterstützung und Systemfehler.
Zu welchem Schluss kommt der Autor hinsichtlich der IWF-Interventionen?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der IWF die Ausgangslage falsch diagnostizierte, da er Standardrezepte für Rezessionsländer auf aufstrebende Märkte anwandte, was die Situation teilweise verschlimmerte.
Inwiefern unterschied sich die Situation Südkoreas von der Thailands und Indonesiens?
Der Autor stellt fest, dass Südkorea über eine robustere industrielle Basis verfügte und weniger gravierende strukturelle Probleme aufwies als Thailand oder Indonesien, was sich auch in der Art der Hilfsbedingungen widerspiegelte.
- Quote paper
- Nicole Blaschitz (Author), 2006, Der Internationale Währungsfond - Im Kontext zur Asienkrise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80651