Auf dem Grund der nie vollständig zu beantwortenden Frage, wie viel eine Leistungseinheit koste, wartet das Gemeinkostenproblem, dass auch für weitere Verlegenheiten bei den Unternehmen verantwortlich ist. Seine partielle Lösung liegt im Interesse jedes Betriebs. Dieser Wille ist besonders in den letzten Jahren und Jahrzehnten stärker geworden und äußert sich sowohl in den neueren Kostenrechnungssystemen als auch in der immer umfangreicher werdenden Fachliteratur.
Ziel dieser Arbeit ist es, den Begriff und die Entwicklung der Gemeinkosten zu erläutern und die bisher angewandten Lösungsmodelle zur Zuweisung derselben Kosten zu erläutern und auf ihre Eignung hin zu untersuchen. Die in der Untersuchung beschriebenen Systeme der Kostenrechnung sind solche, die der Vollkostenrechnung angehören, weil sie der Unterscheidung zwischen Gemeinkosten und Einzelkosten im besonderen Maße Rechnung tragen. Gegenstand der Untersuchung ist die traditionelle und moderne Vollkostenrechnung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition von Gemeinkosten
3 Entwicklung und Berücksichtigung der Gemeinkosten
4 Lösungsansätze – Die Kostenrechnungssysteme
4.1 Die traditionelle Vollkostenrechnung
4.1.1 Mehrfache, einstufige und mehrstufige Divisionskalkulation
4.1.2 Äquivalenzziffernkalkulation
4.1.3 Zuschlagskalkulation
4.1.4 Verrechnungssatzkalkulation (Bezugsgrößenkalkulation)
4.2 Prozesskostenrechnung (Activity Based Costing)
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Problem der Zurechenbarkeit von Gemeinkosten in der Kosten- und Leistungsrechnung. Ziel ist es, den Begriff und die historische Entwicklung der Gemeinkosten zu beleuchten sowie verschiedene Lösungsmodelle zur Kostenzuweisung auf ihre Eignung hin zu analysieren.
- Herausforderungen bei der Verrechnung von Gemeinkosten
- Vergleich traditioneller Vollkostenrechnungsverfahren
- Analyse der Prozesskostenrechnung (Activity Based Costing)
- Abwägung zwischen Genauigkeit der Kostenanalyse und Wirtschaftlichkeit
- Bedeutung des Verursachungsprinzips in der Kostenrechnung
Auszug aus dem Buch
4.1 Die traditionelle Vollkostenrechnung
Die traditionelle Vollkostenrechnung wie auch die modernen Kostenrechnungssysteme lassen sich fast alle in die drei aufeinander aufbauenden Phasen Kostenartenrechnung, Kostenstellenrechnung und Kostenträgerrechnung gliedern.
Eine Unterteilung in Einzel- und Gemeinkosten erledigt die Kostenartenrechnung, da diese den Zweck verfolgt, die verschiedenen Kostenarten zu benennen und festzuhalten. Die anschließende Kostenstellenrechnung bezieht die im vorigen Schritt erkannten Gemeinkosten und rechnet sie den Orten ihrer Entstehung (Kostenstellen) zu. Je nach Ausprägung des Unternehmens, lassen sich die Kostenstellen „nach räumlichen oder nach funktionalen Prinzipien, nach dem Prinzip der Verantwortungsbereiche sowie nach abrechnungstechnischen Prinzipien“ bilden. Während der letzten Phase der Vollkostenrechnung werden je nach Kostenstelle Verrechnungs- und Zuschlagssätze ermittelt. Diese ermöglichen die Verrechnung der Gemeinkosten auf die einzelnen Einheiten der Kostenträger. Neben der Erfassung der (Gemein-)Kosten pro Erzeugniseinheit in der Kostenträgerstückrechnung, wird bei der Kostenträgerzeitrechnung die in Bezug auf einen Kostenträger angefallenen Einzel- und Gemeinkosten mit den hervorgebrachten Leistungen zur Ermittlung des Betriebsergebnisses gegenübergestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Gemeinkostenverteilung in Unternehmen mit komplexen Produktpaletten ein und definiert das Ziel der Untersuchung.
2 Definition von Gemeinkosten: Dieses Kapitel differenziert zwischen Einzel- und Gemeinkosten sowie zwischen echten und unechten Gemeinkosten innerhalb des betrieblichen Rechnungswesens.
3 Entwicklung und Berücksichtigung der Gemeinkosten: Hier wird aufgezeigt, wie die zunehmende Bedeutung von Gemeinkosten die Notwendigkeit präziserer Kostenrechnungsmethoden im Laufe der Zeit verstärkt hat.
4 Lösungsansätze – Die Kostenrechnungssysteme: Dieser Hauptteil analysiert verschiedene Verfahren wie die Divisions- und Zuschlagskalkulation sowie die Prozesskostenrechnung hinsichtlich ihrer Eignung zur Gemeinkostenverteilung.
5 Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die Limitationen der untersuchten Kalkulationsverfahren zusammen und plädiert für eine Abwägung zwischen Präzision und Wirtschaftlichkeit.
Schlüsselwörter
Gemeinkosten, Einzelkosten, Kostenrechnung, Vollkostenrechnung, Divisionskalkulation, Zuschlagskalkulation, Bezugsgrößenkalkulation, Prozesskostenrechnung, Activity Based Costing, Kostenmanagement, Verursachungsprinzip, Kostentreiber, Kostenträgerrechnung, Kostenstellenrechnung, Wirtschaftlichkeitsprinzip
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik der Zurechenbarkeit von Gemeinkosten und analysiert, wie diese in der Kosten- und Leistungsrechnung auf Produkte oder Dienstleistungen umgelegt werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Kostenarten, die Darstellung klassischer Kalkulationsverfahren sowie die moderne Prozesskostenrechnung als Ansatz zur verbesserten Kostentransparenz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, bestehende Modelle zur Zuweisung von Gemeinkosten zu erläutern und kritisch auf ihre Eignung in der Unternehmenspraxis zu untersuchen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, die verschiedene Kostenrechnungssysteme vergleicht und ihre theoretischen Grundlagen sowie praktischen Vor- und Nachteile gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der traditionellen Vollkostenrechnung inklusive ihrer Unterverfahren (Divisions- und Zuschlagskalkulation) sowie eine Darstellung der Prozesskostenrechnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gemeinkosten, Verursachungsprinzip, Kostenrechnungssysteme, Prozesskostenrechnung und Kostentransparenz.
Warum ist die Verteilung von Gemeinkosten laut Autor ein Problem?
Da eine objektive, verursachungsgerechte Verrechnung von Gemeinkosten auf einzelne Produkte oft unmöglich ist, führen viele Ansätze zu rechnerischen Fiktionen oder willkürlichen Schlüsselungen.
Was unterscheidet die Prozesskostenrechnung von traditionellen Verfahren?
Im Gegensatz zu pauschalen Zuschlägen der Vollkostenrechnung nutzt die Prozesskostenrechnung tätigkeitsbezogene Kostentreiber, um die indirekten Leistungsbereiche präziser abzubilden.
Welche Grenze setzt das Wirtschaftlichkeitsprinzip der Kostenanalyse?
Der Autor betont, dass eine immer genauere Kostenanalyse mit steigender Komplexität und höheren Kosten verbunden ist, weshalb deren Nutzen stets gegenüber dem Aufwand abgewogen werden muss.
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- Miklós Sirokay (Author), 2007, Das Problem der Zurechenbarkeit der Gemeinkosten. Überblick und Lösungsmodelle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80658