Ausgewählte Probleme der deutschen Innenpolitik: Die Deutsche Arbeitsfront 1933 - 1939


Hausarbeit, 2005
23 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Deutsche Arbeitsfront (DAF)

3. Aufbau und Struktur der DAF

4. Ziele Robert Leys und der DAF

5. Überblick der Ereignisse in und um die DAF von 1933-39

6. Schluss

7. Literatur- und Quellenverzeichnis
Sekundärliteratur
Internetquellen
Sonstige Quellen

8. Anhang

1. Einleitung

In meinem Referat beschäftige ich mich mit der Deutschen Arbeitsfront (DAF) von seiner Gründung 1933 bis ins Jahr 1939. Hierbei wird die DAF vorgestellt, was ist die Deutsche Arbeitsfront, wer führt die Arbeitsfront, welche Ziele hatte sie, was hat sich verändert zu den Gewerkschaften vorher, insbesondere für die Arbeiter? Die einzelnen Gewerkschaften, ihre Mitglieder und Organisationen werden dabei nicht ausführlich behandelt.

Ich habe mich für dieses Thema entschieden, da ich es sehr interessant finde, insbesondere hat mich dabei interessiert, wie eine Organisation so viele Mitglieder für sich gewinnen konnte und das bei einer Arbeitslosenzahl von über 4 Millionen. Außerdem habe ich mich schon zu meiner Schulzeit für Wahlpflichtkurse und Projekte über den Nationalsozialismus interessiert, dabei wurde das Thema die Deutsche Arbeitsfront aber immer nur nebensächlich behandelt.

Die Ausgangslage zu Beginn des Referates ist die, dass die Gewerkschaften gerade am 2. Mai 1933 von der SA und SS besetzt und all ihrer Macht entzogen wurden. An ihrer Stelle tritt die Deutsche Arbeitsfront mit der Leitung Robert Leys. Die bis dahin bestehenden Gewerkschaften gehen mit in die Arbeitsfront ein oder bestehen noch einige Zeit, aber ohne jeglichen Macht bzw. Einfluss auf die Arbeiter oder die Politik.

2. Die Deutsche Arbeitsfront (DAF)

Die Deutsche Arbeitsfront tagte zum ersten Mal mit ungefähr 500 Vertretern am 10. Mai 1933 in Berlin, nachdem die Gewerkschaften besetzt und außer Kraft gesetzt wurden. Die DAF hat ihren Ursprung aus der NSDAP. Schirmherr der DAF war von Beginn an Adolf Hitler, der mit den Gremien und Ministerien der Arbeit nicht zufrieden war, deshalb sah er die DAF als Möglichkeit, seine Macht und Autorität indirekt auszuspielen und zu vergrößern.

Anwesende der ersten Versammlung waren Anhänger der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation (NSBO), Anhänger Robert Leys und viele Gäste, unter anderem auch Adolf Hitler. Bei dieser Versammlung vollzog Ley auch formell die Auflösung und Eingliederung der Gewerkschaften in die Deutsche Arbeitsfront. Die Arbeitsfront war keine Gewerkschaft, aber sie sollte die Aufgaben der ehemaligen Gewerkschaften übernehmen und die herrschenden Unstimmigkeiten zwischen Unternehmern und den Arbeitern in Sachen Arbeit, Arbeitszeit, Tarife, Urlaub und Feiertagen schlichten und wenn möglich verbessern.

Später wurde der DAF die Entscheidungsmacht über Tarife, Arbeitszeiten und der ganzen Arbeitspolitik entzogen, weil ihre Arbeitsweise sehr konfus und unstrukturiert und die Vorgehensweise der DAF in vielen Punkten nicht den Vorstellungen des Arbeitsministeriums entsprach. Aus diesen Gründen gab es immer wieder Konflikte mit den Ministerien insbesondere mit dem Arbeitsministerium, dass Franz Seldte, Mitglied in der Stahlhelm Partei, unterstellt war. Deshalb beschäftigte sich die DAF nach ca. einem halben Jahr damit, die Freizeit der Menschen zu planen und zu gestalten, indem die DAF die Unterorganisation `Kraft durch Freude` ins Leben ruf. Von nun an kümmerte sich die DAF um die sozialen Probleme der Bevölkerung, mit dem Ziel, so viele Mitglieder wie möglich zu gewinnen und somit ihre Machtstellung und die der NSDAP und somit Adolf Hitlers zu vergrößern. Außerdem musste der gewaltige Verwaltungsapparat auch finanziert und weiter ausgebaut werden und jedes weitere Mitglied brachte Einnahmen.

„ Und so fangen wir schon beim Kinde von drei Jahren an: sobald es anfängt zu denken, bekommt es schon ein Fähnchen zu tragen. Alsdann folgt die Schule, die Hitlerjugend, die SA, der Wehrdienst. Wir lassen den Menschen nicht los, und wenn das alles vorbei ist, kommt die Arbeitsfront und nimmt die Menschen immer wieder auf und lässt sie nicht los bis zum Grabe, mögen sie sich auch dagegen wehren! “[1]

3. Aufbau und Struktur der DAF

Der Aufbau der DAF war zu Beginn nicht so einfach zu beschreiben, da sich die DAF zu Beginn ihres Entstehens immer wieder umstrukturierte. Leiter und Führer der DAF blieb dabei aber immer Robert Ley, der innerhalb der DAF das alleinige sagen und durch Hitler einen starken Unterstützer hatte. Robert Ley versuchte eine stramme Struktur in die DAF zu bringen, nach dem Vorbild der NSDAP.

Nachdem besetzen der Gewerkschaften wurde ein Organisationsplan von Robert Ley verfasst. Mit diesem Plan sollte die DAF zuerst geführt werden. Dabei verfasste Ley keinen neuen Organisationsplan, sondern übernahm erst einmal die alten Pläne der Gewerkschaften. Die Gewerkschaftlichen Verbände wurden für die DAF gleichgeschaltet und nach dem Berufsprinzip in 14 neue Arbeiterverbände zusammengefasst. Der Leiter dieser Verbände war Staatsrat W. Schuhmann (Leiter der „Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation“ (NSBO)). Des Weiteren wurden die neun Angestelltenverbände im Gesamtverband des Deutschen Angestellten zusammengeschlossen. Der Leiter der Angestellten war Staatsrat A. Förster (Gauleiter von Danzig).

Über diesem Verbandsaufbau entstand das Zentralbüro der DAF. Das Zentralbüro bestand aus elf Fachämtern. Über dem ganzen Organisationsapparat stand Robert Ley, der zwar an die Partei (NSDAP) gebunden war, aber doch die alleinige Macht und Entscheidungsgewalt innerhalb der DAF hatte. Lokal wurden die einzelnen Verbände in 13 Bezirke und dann weiter in Ortsgruppen unterteilt.

Die Führungspositionen wurden mit Kommissaren der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation (NSBO) besetzt. Diese Kommissare wurden wiederum von bewährten Parteigenossen und NSBO – Führern, die als Bezirksleiter fungierten, bewacht. Um dem ganzen Organisationsaufbau ein demokratisches Bild nach außen zu geben, wurden ein kleiner und ein großer Arbeitskonvent eingerichtet. Die Mitglieder wurden von Robert Ley berufen. Der „Kleine Konvent“ sollte die eigentliche Leitung der DAF darstellen, Mitglieder waren aber ausschließlich von Ley berufene NSDAP Angehörige und Ley hatte das alleinige sagen. Der „Große Konvent“ wurde nur bei sozialpolitischen und arbeitsrechtlichen Fragen mit dazu gerufen. Er bestand aus den Gauleitern, Bezirksleitern, Arbeiter- und Angestelltenverbände. Dies geschah aber sehr selten. Nach dem Umbau der DAF zu einer Massenorganistaion verschwanden diese beiden Konvente vollkommen.

Die endgültige Organisationsform der DAF entstand am 27. November 1933. Die DAF wurde komplett umorganisiert. Robert Ley als Führer der DAF und Seldte als Arbeitsminister bestätigt, Schmitt wurde Reichswirtschaftsminister. Dies waren Vorkehrungen für den bevorstehenden Krieg, um die Bevölkerung besser kontrollieren und erziehen zu können. Die Organisation sollte nun straff organisiert werden und am gleichen Tage, wurde die Freizeitorganisation „Kraft durch Freude“ gegründet. Im Verlauf wurden die Verbände im Januar 1934 völlig aufgelöst und gingen in die Organisation über. Der Aufbau der DAF sah nun genauso aus, wie die Struktur der als Vorbild dienenden NSDAP. Ley als Leiter, darunter die Bezirks-, Gau-, Kreis- und Ortsgruppenwalter.

4. Ziele Robert Leys und der DAF

„ Arbeiter, diese Institutionen sind uns Nationalsozialisten heilig und unantastbar. Ich selbst bin ein armer Bauernsohn und kenne die Not… Arbeiter, ich schwöre dir, wir werden nicht nur alles erhalten, was sich vorfindet, wir werden den Schutz und die Rechte des Arbeiters weiter aufbauen, damit er in den neuen nationalsozialistischen Staat als vollwertiges Glied des Volkes eingehe.“[2]

Das erste Ziel war, die Gewerkschaften in gleichem Maße und eher noch besser zu ersetzen. Für Ley war es dabei aber wichtig, die Kontrolle über die Arbeiter und Unternehmer zu gewinnen. Ein weiterer Punkt war, dass sich Ley ein eigenes unabhängiges Imperium aufbauen wollte, dass sich selbst finanzierte. Die Finanzierung sollte durch die Beiträge der Millionen Mitglieder in der DAF ermöglicht werden. Außerdem sollte das Kapital wieder Immobilien und Organisationen der DAF angelegt werden um diese zu verbessern bzw. auszubauen.

Ebenfalls versuchte Ley in Fragen der Lohn- und Arbeitspolitik die Entscheidungen ohne die politischen Gremien zu beantworten und führte Maßnahmen durch, ohne z.B. die Abstimmung mit dem Reichsarbeitsministerium zu führen. Adolf Hitler mischte sich nicht besonders ein, für ihn war es wichtig, dass die Wirtschaft und die Arbeitsplätze nicht darunter litten und somit auch nicht die über Jahre beginnende Aufrüstung. Außerdem konnte Hitler einige Minister, unter anderem Arbeitsminister Seldte, nicht leiden und sah diese Konflikte für sich eher als positiv. Die Differenzen zwischen Seldte und Hitler hängen mit der Parteizugehörigkeit Seldtes zusammen. Hitler war die Stahlhelm Partei ein Dorn im Auge.

Bei den ganzen Auseinandersetzungen verlor Ley aber nie seinem Traum von einem sich selbst finanzierenden Imperium aus den Augen. Das sollte zur Folge haben, dass alle Menschen in Deutschland in die DAF, oder in eine der Unterorganisationen eintreten sollten. Wenn es sein musste, sollten die Menschen auch mit Gewalt oder Druckmitteln dazu bewegt werden. Durch das spätere einführen der Organisation „Kraft durch Freude“, griff Ley in das Privatleben der Bürger ein und ließ die Menschen gar nicht mehr los. Des Weiteren war Ley daran interessiert, dass sich die Unternehmen und Betriebe in Deutschland einen Reichsweiten Wettkampf leisten sollten. Damit wollte Ley aufzeigen, wie Leistungsstark die Deutschen Unternehmen und wie Leistungsfähig die Angestellten sind. Adolf Hitler unterstützte dieses Vorhaben und ehrte die Gewinner immer selbst, um sich zu präsentieren und als Schirmherr aufzutreten.

[...]


[1] Ley vor DAF-Funktionären im Herbst 1933, zitiert nach Smelser 1989, Seite 105

[2] Zitat Robert Leys Quelle: „Arbeitertum“, 15.5.1933 S.5; abgedruckt in Ursachen und Folgen 9, S. 634

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Ausgewählte Probleme der deutschen Innenpolitik: Die Deutsche Arbeitsfront 1933 - 1939
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Seminar
Autor
Jahr
2005
Seiten
23
Katalognummer
V80685
ISBN (eBook)
9783638874922
ISBN (Buch)
9783638874977
Dateigröße
702 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Hausarbeit zum erreichen eines Leistungsscheines im Grundstudium im Zweitfach Politik - Geschcihtswissenschaften. Vorab mündliches Referat zum gleichen Thema.
Schlagworte
Ausgewählte, Probleme, Innenpolitik, Deutsche, Arbeitsfront, Seminar
Arbeit zitieren
Sascha Berger (Autor), 2005, Ausgewählte Probleme der deutschen Innenpolitik: Die Deutsche Arbeitsfront 1933 - 1939, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80685

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