In den 1870ern werden Dvořáks frühe Werke durch ihre schöpferische Kraft und reiche Fantasie von der Öffentlichkeit bewundert, jedoch formale Mängel beanstandet. Dvořák beginnt sich in dieser Zeit von den Einflüssen der neudeutschen Schule loszulösen und findet so immer mehr zu seinem eigenen Stil. Inwiefern man dies schon im op.5 sehen kann, möchte ich nach der Analyse des op.5 erörtern. Das op.81 dagegen entstand in einer Zeit, in der Dvořák begann, frühere Werke zu überarbeiten. Im Grunde wollte Dvořák nur das op.5 überarbeiten, es ergab sich aber, dass daraus ein völlig neues Stück wurde, das auf den ersten Blick mit dem op.5 nicht mehr viel gemeinsam hat. Ob es trotzdem noch vergleichbare Elemente gibt, möchte ich nach der Analyse des op.81 klären. In dieser Hausarbeit konzentriere ich mich auf die Analyse der beiden Kopfsätze von op.5 und op.81. Einen Vergleich zwischen beiden werde ich am Ende jedoch nur in allgemeiner Form vornehmen, denn eine direkte und ausführliche Gegenüberstellung der beiden ersten Sätze würde den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen. Der Einfachheit wegen habe ich viele Begriffe abgekürzt. Die Erklärungen zu den Abkürzungen stehen im Anhang. Die Bezeichnung einzelner Noten habe ich in ‚’ –Klammern gesetzt. Sie besagen nichts über die Lage der einzelnen Töne im Tonsystem.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Das Klavierquintett op.5 A-Dur
1.1 Entstehung und Umfeld
1.2. Analyse des Kopfsatzes: Allegro, ma non troppo
1.2.1. Einteilung des Sonatenhauptsatzes
1.2.2. Exposition
1.2.3. Durchführung
1.2.4. Reprise und Coda
1.2.5. Ergebnisse
2. Das Klavierquintett op. 81 A-Dur
2.1. Entstehung und Umfeld
2.2. Analyse des Kopfsatzes: Allegro, ma non tanto
2.2.1. Einteilung des Sonatenhauptsatzes
2.2.2. Exposition
2.2.3. Durchführung
2.2.4. Reprise und Coda
2.2.5. Ergebnisse und Vergleich
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert und vergleicht die Kopfsätze der Klavierquintette op. 5 und op. 81 von Antonín Dvořák, um die kompositorische Entwicklung des Musikers von seinem Frühwerk hin zu seinem reiferen Stil zu beleuchten und formale sowie harmonische Gemeinsamkeiten oder Unterschiede herauszuarbeiten.
- Analyse der Kopfsätze von op. 5 und op. 81
- Untersuchung der formalen Strukturen (Sonatenhauptsatzform)
- Vergleich der harmonischen Konzepte und Tonalität
- Kontextualisierung der Werke im Schaffen Dvořáks
Auszug aus dem Buch
1.2.2. Exposition
Das 1.Thema in A-Dur lässt sich in einen 4-taktigen Vordersatz und einen 4-taktigen Nachsatz einteilen. Es wird vom Klavier (K.) vorgestellt, wobei die rechte und linke Hand die ersten vier Takte parallel spielen, die letzten vier mit kleinen Abweichungen. Die Streicher pausieren. Das Thema beginnt in mezzoforte auf den 2. Schlag mit zwei Vierteln, eine punktierte Achtel und Sechzehntel sekundweise abwärts (‚a-gis-fis-e’) (im folgenden ‚Abwärtsmotiv’ genannt). Dann folgt ein Sextsprung auf ein akzentuiertes ‚cis’ als Ganze Note, welches dann walzerartig von zwei unbetonten Viertel-Akkorden im Halbstaccato unterstützt wird. Dieses ‚Walzermotiv’ - wie ich es nenne- endet mit einer Viertelpause. Die nächsten beiden Takte wiederholen die ersten beiden Takte. Nach einem dritten Wiederholungsanlauf in T.5 folgt nun nicht mehr das Walzermotiv (dennoch bleibt der Sextsprung auf von ‚e’ auf ‚cis’). Vielmehr ist es ein Weiterführen des Abwärtsmotivs im crescendo: eine Viertel ‚cis’ und der punktierte Rhythmus ‚h-a’. Folgend erscheint das Walzermotiv modifiziert.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Thema der Hausarbeit und den Vergleich der beiden Klavierquintette vor dem Hintergrund von Dvořáks stilistischer Entwicklung.
1. Das Klavierquintett op.5 A-Dur: Analyse der Entstehung und detaillierte Untersuchung der formalen Struktur sowie der motivischen Arbeit im Kopfsatz von op. 5.
2. Das Klavierquintett op. 81 A-Dur: Beleuchtung der Entstehungsgeschichte und tiefgehende formale sowie harmonische Analyse des Kopfsatzes von op. 81 inklusive eines Vergleichs zum früheren Werk.
Schlüsselwörter
Antonín Dvořák, Klavierquintett, op. 5, op. 81, Kopfsatz, Sonatenhauptsatzform, Musikanalyse, Harmonik, Modulation, Themenverarbeitung, Kammermusik, 19. Jahrhundert, formale Struktur, Motivik, Neudeutsche Schule
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich der ersten Sätze der beiden Klavierquintette op. 5 und op. 81 von Antonín Dvořák.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die formale Analyse der Sonatenhauptsatzform, die harmonische Gestaltung und die Entwicklung der motivischen Arbeit in beiden Werken.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Es soll geklärt werden, inwiefern sich Dvořáks kompositorischer Stil in den beiden Werken unterscheidet und ob vergleichbare Elemente trotz des zeitlichen Abstands vorhanden sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine analytische musikwissenschaftliche Herangehensweise, bei der die Partituren der Kopfsätze taktgenau analysiert und formal sowie harmonisch gegliedert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Kopfsätze beider Quintette, wobei jeweils Entstehung, Exposition, Durchführung, Reprise und Coda untersucht werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Dvořák, Klavierquintett, op. 5, op. 81, Sonatenhauptsatzform, Harmonik und motivische Arbeit.
Wie unterscheidet sich die formale Struktur von op. 5 zu op. 81 laut der Analyse?
Während op. 5 noch formale Mängel und eine Unsicherheit in den Proportionen aufweist, zeigt op. 81 eine größere Originalität und eine bewusstere, experimentelle formale Konstruktion.
Welche Rolle spielt die Harmonik im Vergleich der beiden Quintette?
Die harmonische Vielfalt und Komplexität, insbesondere durch Enharmonik und Chromatik, ist im späteren Werk op. 81 um ein Vielfaches ausgeprägter als im frühen op. 5.
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- Marion Zimmermann (Author), 2003, Die Kopfsätze der Klavierquintette Opus 5 und Opus 81 von Antonin Dvorák, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80760