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Die Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts

Titre: Die Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts

Dossier / Travail de Séminaire , 2005 , 28 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Christoph Baldes (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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Unter Sprachgesellschaften versteht man ganz allgemein Zusammenschlüsse, die sich mit Sprache beschäftigen; der Terminus wurde 1697 von Leibniz geprägt. Die verschiedenen Aktivitäten, oftmals unter dem Begriff „Sprachpflege“ zusammengefasst, können unterschiedliche Formen annehmen. Vereinigungen und Institutionen, die sich selber als „Sprachgesellschaften“ gesehen haben, hat es in den letzten Jahrhunderten immer wieder gegeben; gehäuft traten sie im Barock des 17. Jahrhunderts, zur Zeit der Romantik Ende des 18. Jahrhunderts und schließlich mit dem Nationalismus Anfang des 20. Jahrhunderts auf. Allerdings ist es in der Forschung heute allgemein üblich, mit dem Begriff der „Sprachgesellschaften“ die Vereinigungen des Barocks zu bezeichnen. Die vorliegende Arbeit möchte einen Überblick über die Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts geben. Dabei wird der Schwerpunkt auf allgemeine Merkmale und Kennzeichen der Bewegung gelegt; Aspekte, die speziell für einzelne Sozietäten gelten und nicht repräsentativ sind, werden weitestgehend außer Acht gelassen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1 Was sind „Sprachgesellschaften“?

1.2 Ziel und Vorgehensweise der Hausarbeit

2. Die Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts

2.1 Die Bedeutung der deutschen Sprache im 17. Jahrhundert

2.2 Das Auftreten der Sprachgesellschaften

2.3 Vorbilder der Sprachgesellschaften

2.4 Ziele der Sprachgesellschaften

2.5 Begründungsstrukturen der Sprachgesellschaften

2.6 Das Vorgehen der Sprachgesellschaften

2.7 Wirkung und Beurteilung der Sprachgesellschaften

3. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Hausarbeit gibt einen Überblick über die Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts, analysiert deren Entstehung und beleuchtet die zentralen Motive sowie Methoden dieser sprachpflegerischen Bewegung innerhalb des barocken Kulturlebens.

  • Status der deutschen Sprache im 17. Jahrhundert
  • Entstehung und organisatorische Struktur der Sprachgesellschaften
  • Suche nach Vorbildern und kulturellen Einflüssen
  • Zielsetzungen: Sprachreinigung und Förderung der Tugend
  • Methoden der Spracharbeit: Übersetzung, Grammatik und Orthografie

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Bedeutung der deutschen Sprache im 17. Jahrhundert

„Was die Teutsche Schreibkunst belanget, machens die Gelehrten alle tag anders und anders. Dazu hat ein jedes Land sein eigen art und Spraach.“3 Dieses Zitat verdeutlicht die Situation der deutschen Sprache im 17. Jahrhundert. Diese ist umso erstaunlicher, da bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts Martin Luther Bestrebungen zu einer standardisierten neuhochdeutschen „Einheitssprache“ unternommen hat; erkennbar sind diese dabei nicht nur an seiner Bibelübersetzung in die deutsche Sprache, bei der er von lateinischen Strukturen Abstand nimmt und dem Prinzip „Sinn für Sinn“ folgt, sondern auch in mehreren seiner Schriften, vor allem in den sog. „Tischreden“.

Auf Grund Luthers Verdienste um die deutsche Sprache erscheint es geradezu als Ironie des Schicksals, dass durch die von ihm in Gang gesetzte Reformation eben jener von Henricus Caninius in seiner „Orthographia Germanica“ geschilderte Sprachzustand eintritt. Denn durch die Reformation gerät Deutschland in einen Zustand der Erstarrung und der Isolation: Zwar findet die Reformation auch in den anderen Ländern Europas statt, dort kommt es allerdings zu schnellen Ergebnissen: Während auf der einen Seite die Reformation in der Schweiz, den Niederlanden und England einen Sieg davonträgt, setzt sich auf der anderen Seite in Frankreich, Italien, Spanien, Polen und Ungarn die Gegenreformation durch. Es herrschen somit nach verhältnismäßig kurzer Zeit wieder klare Machtverhältnisse. In Deutschland hingegen kommt es zu einer Pattsituation zwischen Reformation und Gegenreformation, die zu einer bürgerkriegsähnlichen Lage führt, die bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts dauert und schließlich im 30jährigen Krieg mündet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Definition des Begriffs Sprachgesellschaften und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise sowie der Zielsetzung dieser Hausarbeit.

2. Die Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts: Umfassende Analyse der historischen Ausgangslage, der Entstehungsgeschichte, der Ziele, Vorbilder und der konkreten sprachpflegerischen Arbeit der Sozietäten.

3. Schlussbetrachtung: Reflexion über die Ergebnisse der Arbeit sowie Ausblick auf die Forschungslage und die historische Entwicklung der Sprachgesellschaften.

Schlüsselwörter

Sprachgesellschaften, 17. Jahrhundert, Barock, Sprachpflege, Kulturpatriotismus, Sprachreinigung, Tugend, Fremdwörter, Sprachnormierung, Fruchtbringende Gesellschaft, Deutschgesinnte Genossenschaft, Übersetzungstätigkeit, Sprachbewusstsein, Gelehrtenkultur, Alamodewesen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit den barocken Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts als Akteure eines kulturpatriotischen Bildungsprogramms zur Förderung der deutschen Sprache und Tugend.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der gesellschaftlichen Rolle dieser Sozietäten, ihrer Abgrenzung gegenüber fremden Kultureinflüssen sowie ihren Bemühungen zur Normierung und Reinigung der deutschen Sprache.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, einen strukturierten Überblick über die Kennzeichen der Sprachgesellschaften zu geben und zu analysieren, wie diese Institutionen institutionell und inhaltlich arbeiteten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung zeitgenössischer Dokumente sowie Sekundärliteratur zu den Sprachgesellschaften, wobei allgemeine Merkmale der Sozietäten im Vordergrund stehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Sprachsituation des 17. Jahrhunderts, die Entstehung der Sozietäten, deren Vorbilder, Ziele sowie die verschiedenen praktischen Ansätze wie Übersetzung, Grammatikarbeit und Satire.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sprachpflege, Kulturpatriotismus, Sprachreinigung, 17. Jahrhundert sowie der Fokus auf die Fruchtbringende Gesellschaft.

Welche Bedeutung kommt dem „Alamodewesen“ in der Argumentation zu?

Das „Alamodewesen“ wird als negative Gegenbewegung identifiziert, welche die Orientierung an französischen Sitten beschreibt und somit erst die Gegenreaktion der Sprachgesellschaften legitimierte.

Warum wird die Übersetzungstätigkeit als so wesentlich hervorgehoben?

Sie gilt als das Hauptbetätigungsfeld der Sprachgesellschaften, da sie nicht nur der Übung in der Muttersprache diente, sondern auch als Mittel zur Vermittlung von Tugend und zur Erweiterung des deutschen Ausdrucksvermögens angesehen wurde.

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Résumé des informations

Titre
Die Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts
Université
University of Trier  (Germanistische Linguistik)
Cours
Martin Luther und die deutsche Sprache
Note
1,0
Auteur
Christoph Baldes (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
28
N° de catalogue
V80790
ISBN (ebook)
9783638871723
ISBN (Livre)
9783638871730
Langue
allemand
mots-clé
Sprachgesellschaften Jahrhunderts Martin Luther Sprache
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christoph Baldes (Auteur), 2005, Die Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80790
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Extrait de  28  pages
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