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Ottonische Frauenklöster vor dem Hintergrund machtpolitischer und ökonomischer Interessen - Das Beispiel Hilwartshausen

Title: Ottonische Frauenklöster vor dem Hintergrund machtpolitischer und ökonomischer Interessen   -  Das Beispiel Hilwartshausen

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 34 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Martin Tröster (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Ausbau und Festigung ottonischer Herrschaft erfolgte in enger Zusammenwirkung mit Kirche und Adel und führte zu einem reichsweiten Netz an personellen Beziehungen. In Sachsen, dem liudolfingischen Stammland, waren die sächsischen Frauenklöster entsprechend ihrer reichsweit einzigartigen Ausprägung für den Ausbau der ottonischen Zentralgewalt von großer Bedeutung. Die Gründungsgeschichte Hilwartshausens steht in einem engen Zusammenhang mit dieser Entwicklung und eignet sich darüber hinaus aus weiteren Gründen, diesen Aspekt der ottonischen Reichspolitik beispielhaft zu beleuchten. Zum einen ist diese mit insgesamt zehn, noch heute im Original erhaltenen ottonischen Urkunden erfreulich gut dokumentiert.
Zum anderen - und dies dürfte in unmittelbarem Zusammenhang mit der Anzahl der Urkunden stehen - handelt es sich hierbei um eine Lokalität von hoher geostrategischer Bedeutung in Bezug auf Handel und Verkehr. Ziel der Arbeit ist es, Grundzüge ottonischer Herrschaftspolitik in Wechselwirkung mit Adel und Kirche am Beispiel der oberen Weser und der Gründungsgeschichte Hilwartshausens darzustellen und ferner zu überprüfen, inwiefern in den Beurkundungen seitens der ottonischen Aussteller eine Systematik zu erkennen ist, ein bezüglich des „ottonisch-salischen Reichskirchensystems“ viel diskutierter Zusammenhang. Hierfür sollen in einem ersten Abschnitt zunächst problemorientiert die Grundzüge ottonischer Reichspolitik mit besonderer Berücksichtigung der Rolle geistlicher Institutionen für die Reichsverwaltung vorgestellt werden. Die Darstellung von Funktion und Bedeutung der sächsischen Frauenklöster bildet eine zweite Vorraussetzung für die geographische und institutionelle Spezifizierung der Thematik im Folgekapitel. Diese behandelt die Gründungsgeschichte Hilwartshausens vor dem Hintergrund der politischen Vorgänge an der oberen Weser. Im Zentrum der Analyse stehen hierbei insbesondere Motive ottonischer Politik, die sich grob in wirtschafts- und machtpolitische Motive aufteilen lassen. Ersteres bezieht sich vor allem auf die Sicherung der verkehrstechnisch besonders bedeutenden Weser-Werra-Region, letzteres auf erste Versuche der Zentralgewalt, den eigenen Einfluss in einem noch weitgehend von adligem Allodialgut geprägten Gebiet zu erhöhen und diesen wiederum wirtschaftlich zu verwerten.

Excerpt


Gliederung

Einleitung

1. Ottonische Herrschaft und Frauenklöster in Sachsen

1.1. Ottonische Herrschaftspraxis und das „Reichskirchensystem“ in Sachsen

1.2. Bedeutung und Funktion der sächsischen Frauenstifte

2. Die Ottonen und Hilwartshausen – Politische und wirtschaftliche Aspekte

2.1. Die Gründungsgeschichte Hilwartshausens

2.2. Die Motive der Ottonen für Gründung und Privilegierung Hilwartshausens

2.2.1. Infrastrukturelle und wirtschaftliche Bedeutung Hilwartshausens

2.2.2. Politische Dimension der Stiftsgründung - Königtum und Adel an der oberen Weser

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die ottonische Herrschaftspolitik durch eine Analyse der Gründungsgeschichte des Stifts Hilwartshausen. Das primäre Ziel ist es, die Wechselwirkungen zwischen der ottonischen Zentralgewalt, dem Adel und der Kirche an der oberen Weser darzustellen und zu prüfen, ob in den urkundlichen Überlieferungen eine systematische Reichskirchenpolitik erkennbar ist.

  • Grundzüge der ottonischen Herrschaftspraxis in Sachsen.
  • Bedeutung und Funktion sächsischer Frauenklöster im 10. Jahrhundert.
  • Die Gründungsgeschichte und Privilegierung von Hilwartshausen als Fallbeispiel.
  • Wirtschaftliche und machtpolitische Motive ottonischer Politik in Grenzregionen.
  • Die Bedeutung infrastruktureller Lage und Verkehrsrouten für die Reichspolitik.

Auszug aus dem Buch

Die Gründungsgeschichte Hilwartshausens

Die im Folgenden dargestellte Gründungsgeschichte des früh zum Reichsstift erhobenen Stifts Hilwartshausen soll die Schwierigkeiten und politischen Dimensionen eines solchen Vorgangs im ottonischen Sachsen schildern. Einführend ist zu bemerken, dass es sich bei einer solchen Gründung oft um einen jahrelangen Prozess handelte. Der Gründung konnten vereinzelte Güterschenkungen und Privilegien hinzugefügt werden, die nicht nur von Königsseite, sondern auch - dies war in Hilwartshausen vorwiegend und vermutlich nicht zufällig der Fall - aus dem regionalen Hochadel, dessen Frauen durch diese Güter versorgt wurden, stammten.

Das Frauenstift in Hilwartshausen wurde 960 von Otto I. in Frankfurt gegründet. Er schenkt dem Stift Hilwartshausen Höfe in Jühne, Dahnsfeld und Frederikeshausen, die ihm zuvor von der matrona Aeddila übertragen wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Ottonische Herrschaft und Frauenklöster in Sachsen: Dieses Kapitel erörtert die Grundlagen der Herrschaftsausübung unter den Ottonen, insbesondere durch die enge Einbindung kirchlicher Institutionen, sowie die spezifische Rolle der Frauenklöster innerhalb der sächsischen Gesellschaft.

1.1. Ottonische Herrschaftspraxis und das „Reichskirchensystem“ in Sachsen: Hier wird die sakrale Legitimation und die funktionale Einbindung des Klerus in die Reichsverwaltung durch Schenkungen und Investituren als Mittel der Loyalitätssicherung und Verwaltungsstütze analysiert.

1.2. Bedeutung und Funktion der sächsischen Frauenstifte: Der Autor untersucht die sozio-demographischen Gründe für die Dichte an Frauenklöstern, darunter die Versorgung von Adelswitwen, Bildungsaspekte und die Gedächtnispflege für verstorbene Familienangehörige.

2. Die Ottonen und Hilwartshausen – Politische und wirtschaftliche Aspekte: Anhand des Fallbeispiels Hilwartshausen werden die allgemeinen Erkenntnisse zu Privilegierung und Reichsschutz konkretisiert und mit den realen politischen Machtkonstellationen verknüpft.

2.1. Die Gründungsgeschichte Hilwartshausens: Dieses Kapitel beleuchtet den Gründungsvorgang des Stifts im Jahr 960 sowie die Rolle von Privatschenkungen adliger Familien und den Schutz durch das Königtum gegen innerfamiliäre Erbstreitigkeiten.

2.2. Die Motive der Ottonen für Gründung und Privilegierung Hilwartshausens: Der Fokus liegt hier auf den strategischen Interessen der ottonischen Zentralgewalt, eine Einflussnahme in einem bisher adlig geprägten Raum zu etablieren.

2.2.1. Infrastrukturelle und wirtschaftliche Bedeutung Hilwartshausens: Das Kapitel erläutert die geostrategische Wichtigkeit der Weser-Region für Handel und Verkehr und wie die Gründung des Stifts zur Kontrolle dieser Knotenpunkte beitrug.

2.2.2. Politische Dimension der Stiftsgründung - Königtum und Adel an der oberen Weser: Der Autor analysiert hier das Spannungsfeld zwischen den Interessen der Stifterfamilie, dem Reichsschutz und dem Bestreben der Könige, Einfluss auf den Allodialbesitz zu nehmen.

Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die Gründung und Privilegierung Hilwartshausens zwar keine rein systematische Reichspolitik widerspiegelt, jedoch die gezielte Nutzung sich bietender Gelegenheiten zur Etablierung königlichen Einflusses in wirtschaftlich und strategisch wichtigen Regionen verdeutlicht.

Schlüsselwörter

Ottonen, Hilwartshausen, Sachsen, Reichskirchensystem, Frauenklöster, Reichsschutz, Herrschaftspolitik, Adel, Allodialbesitz, Gründungsgeschichte, Weser, Infrastruktur, Privilegierung, Stift, Urkunden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit der ottonischen Herrschaftspolitik im 10. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der sächsischen Frauenklöster und am spezifischen Beispiel des Stifts Hilwartshausen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle der Kirche als Stütze der ottonischen Zentralgewalt, die politische und wirtschaftliche Motivation hinter Klostergründungen sowie die Bedeutung geographischer Lage und Infrastruktur in der damaligen Reichspolitik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die ottonischen Herrscher durch die Gründung und Privilegierung von Klöstern ihren Einfluss in adlig geprägten Regionen festigten und ob dabei ein systematisches politisches Vorgehen erkennbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Quellenanalyse ottonischer Königsurkunden und der Auswertung historischer Fachliteratur, um die Gründungsgeschichte und die politischen Motive kontextuell zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die ottonische Herrschaftspraxis in Sachsen, die Funktion der Frauenstifte, die Gründungsgeschichte von Hilwartshausen sowie die macht- und wirtschaftspolitischen Strategien an der oberen Weser.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Ottonen, Hilwartshausen, Reichskirchensystem, Frauenklöster, Reichsschutz, Machtpolitik, geostrategische Bedeutung und privater Allodialbesitz.

Warum war der Reichsschutz für das Stift Hilwartshausen von so großer Bedeutung?

Der Reichsschutz war notwendig, um das Stift und dessen wirtschaftliche Grundlage vor den Ansprüchen zudringlicher Verwandter der Stifterfamilie zu schützen und das klösterliche Eigentum dauerhaft für das Stift zu sichern.

Welche Rolle spielte die geographische Lage für das Stift Hilwartshausen?

Die Lage an einer strategisch bedeutenden Furt der Weser und an einem wichtigen Handelsknotenpunkt machte das Stift für das Königtum hochinteressant, da es eine Kontrolle über Fernhandelsrouten und Verbindungswege ermöglichte.

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Details

Title
Ottonische Frauenklöster vor dem Hintergrund machtpolitischer und ökonomischer Interessen - Das Beispiel Hilwartshausen
College
University of Leipzig  (Historisches Seminar)
Course
Die Herrschaft Ottos des Großen im Spiegel der urkundlichen Überlieferung
Grade
1,3
Author
Martin Tröster (Author)
Publication Year
2006
Pages
34
Catalog Number
V80843
ISBN (eBook)
9783638879507
Language
German
Tags
Ottonische Frauenklöster Hintergrund Interessen Beispiel Hilwartshausen Herrschaft Ottos Großen Spiegel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Tröster (Author), 2006, Ottonische Frauenklöster vor dem Hintergrund machtpolitischer und ökonomischer Interessen - Das Beispiel Hilwartshausen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80843
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