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Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom und seine fragwürdige Behandlung durch Methylphenidat

Karriere einer Störung

Title: Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom und seine fragwürdige Behandlung durch Methylphenidat

Term Paper , 2005 , 30 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dipl.-Sozialpäd. (FH) Angela Gatscha (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Im Fokus dieser Studienarbeit stehen das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) sowie die problemreichen Folgen und Umstände dieser immer häufiger diagnostizierten Krankheit. Um die gegenwärtige Konfliktsituation zu verstehen, wird auch auf das Krankheitsbild näher eingegangen. Meist ist in der Literatur von Kindern als Patienten die Rede, aber auch Erwachsene sind immer häufiger betroffen. Scheinbar wurde jedoch dieser Tatsache bislang wenig Aufmerksamkeit in der Forschung geschenkt. Die spezielle Therapie für Erwachsene mit diagnostiziertem ADS wird in der folgenden Arbeit nicht weiter behandelt, da Erwachsene im Gegensatz zu Kindern selbst entscheiden können, ob sie zur Pille greifen oder nicht. Somit entsteht der Konflikt durch eine medikamentöse Behandlung erst einmal nur für Kinder, sie müssen eine Therapie annehmen, wie sie ihnen gegeben wird. Sie können das Ausmaß der Situation oft nicht verstehen und sind abhängig vom Vertrauen auf Erwachsene.
Schätzungen vom ADS - Bundesverband zufolge leiden 5-10% aller Kinder unter dieser Störung. Zahlenangaben von Betroffenen variieren und sind auch im Kontext der jeweiligen Position zu betrachten. Darum distanziere ich mich in dieser Arbeit vor exakten Zahlenangaben, da diese ebenso wie Begriffe und Abkürzungen für ein und das-selbe Syndrom von Autor zu Autor differieren und vom Erscheinungstermin des Druckwerkes abhängig sind. Einige Autoren in der Literatur sprechen nur vom Problem der Hyperaktivität, meinen damit aber generell das Aufmerksamkeitsdefizitssyndrom ADS bzw. kürzen deshalb mit ADHS ab (wobei der Buchstabe „H“ für Hyperaktivität steht). Um Verwirrungen zu vermeiden, soll in diesem Kontext ausschließlich die Abkürzung ADS verwendet werden, die dann auch das Symptom der Hyperaktivität beinhaltet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung

1. Hinführung zur Thematik

2.1. Beleuchtung des Krankheitsbildes

2.2. Typische Verhaltensweisen

2.3. Diagnostik

2.4. Behandlung

2.4.1. Alternativen zur medikamentösen Behandlung durch Methylphenidat

2.4.2. Medikamentöse Behandlung durch Methylphenidat

3. Mögliche Ursachen des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms

4. Pro und Kontra der medikamentösen Therapie mit Methylphenidat (Ritalin)

4.1. Die Karriere einer Störung

4.2. Gebrauch oder Missbrauch der umstrittenen Substanz Methylphenidat?

4.3. Nebenwirkungen der Therapie mit Methylphenidat

4.4. Suchtpotential

4.5. Aktuelle Diskussion

4.6. Zusammenhang des Ritalin-Konsums mit dem weltweiten Trend zum Gehirn-Doping

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) bei Kindern und analysiert kritisch die medikamentöse Behandlung mittels Methylphenidat. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, inwieweit der Einsatz von Stimulantien als ethisch vertretbare medizinische Maßnahme oder als Ausdruck eines gesellschaftlichen Fehlverhaltens (Leistungsdruck) zu bewerten ist.

  • Neurobiologische und pädagogische Hintergründe von ADS
  • Methoden und Dilemmata der ADS-Diagnostik
  • Multimodale Therapieansätze und das OptiMind-Konzept
  • Ethik und Risiken der Ritalin-Medikation bei Kindern
  • Zusammenhang zwischen ADHS-Behandlung und globalem Gehirn-Doping

Auszug aus dem Buch

2.4. Behandlung

Die Behandlung von ADS ist eine mehrdimensionale Therapie, die ebenfalls als Bausteinsystem verstanden werden kann.

Aus den Erfahrungen der Sozialen Arbeit weiß man, dass der lebensweltliche Kontext eines Klienten von essentieller Bedeutung ist, ein krankes Kind kann nicht isoliert als Einzelperson betreut werden. Deshalb sollte die Beratung als erster elementarer Baustein möglichst alle Bezugspersonen erreichen, damit diese laufend in den Behandlungsprozess optimal involviert werden können. Verunsicherung und Unwissenheit führen direkt in eine Problemspirale und so ist es nicht selten, dass eine Familie oft sprichwörtlich „reif für die Insel ist“ und der Leidensdruck für alle – aber vor allem für das Kind – wächst.

Das primäre Ziel der Behandlung sollte Stressreduktion durch Reizeindämmung lauten. Zur Erreichung desselben wird versucht, Veränderungen sowohl im Verhalten als auch im strukturellen und kommunikativen Bereich herbei zu führen. Dazu ist ein ganzheitliches Elterntraining und Familienintervention mit klaren Verhaltensanweisungen für Eltern und Kinder von Nöten. Um als sekundäres Ziel strukturelles und somit erfolgreiches Lernen zu ermöglich, sollte die kognitive Schülertherapie mit den Elementen der Selbstinstruktion und des Selbstmanagements genutzt werden. Hier geht es darum, dass Kinder lernen, sich selbst zu motivieren. Für den Experten Dr. du Bois (www.arte-tv.com/de) steht die Selbstinstruktion in allen Bereichen des Alltags im Mittelpunkt. Sie scheint für Kinder vor allem deswegen geeignet, weil sie ihnen gute Rückmeldungsmöglichkeiten bietet. Die meisten Kinder kommen fast wie von alleine auf Methoden, mit denen sie sich selbst zur Ordnung rufen müssen, wenn sie nur realisieren, dass sie z.B. gerade schlecht aufpassen. Sehr erfolgreich ist auch ein soziales Kompetenztraining. Die Anleitung desselben ist unter anderem eine weitere Aufgabe der Sozialen Arbeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hinführung zur Thematik: Einführung in das Spannungsfeld zwischen Diagnose, medikamentöser Behandlung und den ethischen Herausforderungen für Betroffene, Eltern und Ärzte.

2.1. Beleuchtung des Krankheitsbildes: Darstellung von ADS als neurobiologische Stoffwechselstörung und als Teil-Leistungsschwäche, die die Informationsverarbeitung beeinflusst.

2.2. Typische Verhaltensweisen: Beschreibung der Subtypen Zappelphilipp und Träumer sowie deren Auswirkungen auf den schulischen und sozialen Alltag.

2.3. Diagnostik: Erörterung der Schwierigkeiten bei der standardisierten Diagnose und der Gefahr von Fehldiagnosen durch Überforderung.

2.4. Behandlung: Vorstellung eines mehrdimensionalen Bausteinsystems, das therapeutische Ansätze wie Elterntraining und Selbstinstruktion priorisiert.

3. Mögliche Ursachen des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms: Diskussion über die multifaktoriellen Ursachen, von genetischen Anlagen bis hin zu Einflüssen der Zivilisationsgesellschaft.

4. Pro und Kontra der medikamentösen Therapie mit Methylphenidat (Ritalin): Kritische Auseinandersetzung mit der explosionsartigen Zunahme von Ritalin-Verschreibungen und den gesellschaftlichen Hintergründen.

5. Resümee: Reflexion über die Rolle von Stimulantien als letztes Mittel der Therapie bei gleichzeitiger Forderung nach mehr psychotherapeutischer Begleitung und Aufklärung.

Schlüsselwörter

ADS, ADHS, Methylphenidat, Ritalin, Stimulantien, Gehirn-Doping, Diagnostik, Fehlsteuerung, Neurobiologie, Psychopharmaka, Therapiemanagement, Kinderpsychiatrie, Lernschwäche, Elterntraining, Ethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Studienarbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Diagnose und Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms bei Kindern und der kritischen Reflexion über den Einsatz von Methylphenidat (Ritalin).

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung umfasst die medizinischen Grundlagen von ADS, die Problematik der Diagnose, multimodale Therapiekonzepte sowie die gesellschaftlichen Auswirkungen durch den Missbrauch leistungssteigernder Substanzen.

Welche Forschungsfrage steht im Fokus?

Die Autorin geht der Frage nach, ob der verbreitete Einsatz von Ritalin als notwendige Therapie oder als ethisch fragwürdige "Bravmacherpille" zur Anpassung von Kindern an eine Leistungsgesellschaft zu bewerten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung aktueller Fachdiskussionen sowie dem Abgleich von Expertenmeinungen zur Wirksamkeit und den Risiken von medikamentösen Interventionen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine genaue Beschreibung des Krankheitsbildes, die Darstellung von Diagnostik-Dilemmata, den Vergleich verschiedener Behandlungsalternativen und eine kritische Pro-und-Kontra-Debatte über Ritalin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind ADHS, Methylphenidat, Gehirn-Doping, Psychopharmaka, Therapiemanagement und die ethische Bewertung kindlicher Entwicklung.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen den ADS-Typen?

Sie unterscheidet zwischen den sogenannten "Zappelphilippen" (hyperaktiv) und den "Träumern" (lethargisch/geistig abwesend), wobei beide Typen im Alltag unter Kommunikationsstörungen und Missverständnissen leiden.

Warum warnt die Arbeit vor einer "Medizinalisierung der Pädagogik"?

Die Autorin argumentiert, dass pädagogische und psychologische Probleme zunehmend mit Pillen statt durch ganzheitliche Förderung gelöst werden, was sie als besorgniserregenden gesellschaftlichen Trend zur Leistungsoptimierung bezeichnet.

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Details

Title
Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom und seine fragwürdige Behandlung durch Methylphenidat
Subtitle
Karriere einer Störung
College
University of Applied Sciences Nuremberg
Grade
2,0
Author
Dipl.-Sozialpäd. (FH) Angela Gatscha (Author)
Publication Year
2005
Pages
30
Catalog Number
V80846
ISBN (eBook)
9783638879514
ISBN (Book)
9783640874675
Language
German
Tags
Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom Behandlung Methylphenidat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Sozialpäd. (FH) Angela Gatscha (Author), 2005, Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom und seine fragwürdige Behandlung durch Methylphenidat , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80846
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