Die Arbeit behandelt das Phänomen männlicher verhaltensauffälliger Hauptschüler und die Möglichkeiten zeitgemäßer sozialpädagogischer Intervention. Unter Berufung auf die Theorien Piagets, Keupps, Myscher und durch die empirischen Langzeitstudien von Ettrich und Ettirch wird die Thematik eingehend erörtert
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Verhaltensauffälligkeit
2.1 Begrifflichkeit
2.2 Symptomatik der Verhaltensauffälligkeit
2.3 Prävalenz der Verhaltensauffälligkeit
3 Soziale Normen
3.1 Verhaltensauffälligkeit und Normbruch
3.2 Die allgemeine Norm
3.3 Die persönliche Norm
3.4 Werte
3.5 Historischer Wandel von Werten und Normen
4 Wert- und Normentwicklung
4.1 Modelle moralischer Entwicklung
4.2 Die Beeinträchtigung moralischer Entwicklung
5 Wert- und Normentwicklung männlicher Hauptschüler
5.1 Das Normsystem Hauptschule
5.2 Die Leistungsnorm und die Solidaritätsnorm
5.3 Die mangelnde Erfüllung der Leistungsnorm
5.4 Die Verhaltensauffälligkeit als Bewältigungsstrategie
6 Wert- und Normentwicklung männlicher Verhaltensauffälliger
6.1 Wert- und Normentwicklung des Cluster 1
6.2 Wert- und Normentwicklung des Cluster 2
6.3 Identifikation mit der Verhaltensauffälligkeit
7 Möglichkeiten sozialpädagogischer Interventionen an Hauptschulen
7.1 Schulsozialarbeit
7.2 Identitätsarbeit
7.3 Geschlechtspezifische Identitätsarbeit innerhalb ”Tage der Orientierung“
7.4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Wert- und Normentwicklung männlicher, verhaltensauffälliger Hauptschüler und den Einfluss des schulischen Systems. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, inwieweit das System der Hauptschule zur Ausbildung von Verhaltensauffälligkeiten beiträgt und welche Möglichkeiten sozialpädagogische Identitätsarbeit bietet, um diesen Risikofaktoren entgegenzuwirken.
- Analyse von Ursachen und Symptomatik der Verhaltensauffälligkeit bei Hauptschülern.
- Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Leistungsnorm und Solidaritätsnorm.
- Erforschung von Belastungs- und Bewältigungsstrategien männlicher Jugendlicher.
- Darstellung der Rolle von Identitätsarbeit als präventiver Ansatz in der Schulsozialarbeit.
Auszug aus dem Buch
5.4 Die Verhaltensauffälligkeit als Bewältigungsstrategie
Ettrich und Ettrich beobachteten bei Schülern mit Verhaltensauffälligkeit evasive Verhaltensweisen in schulischen Leistungssituationen, bei denen die Schüler aus dem Unvermögen mit der Anforderung umzugehen und aus Angst vor Misserfolg ausweichend reagierten. Die Anerkennung, die der Schüler nicht über die Erfüllung der Verhaltens- und Leistungsnorm beziehen kann oder will, versucht er über andere Aspekte seines Verhaltens zu erlangen.
Emotionsregulierende, externalisierende Bewältigungsarten, wie durch Unterrichtsstörungen und Aggressivität, zeigen eine unmittelbare Ablenkung von den situativen Anforderungen und verschieben die Erwartungshaltung von dem Bereich der Leistungsnorm in den Bereich der Verhaltensnorm.
Werden die problemorientierten Copingstrategien von verhaltensauffälligen Schülern betrachtet, so kann man im eigentlichen Sinne nicht von Versuchen der Lösung des Problems sprechen. Jedoch werden unter problemorientiertem Handeln Anpassungsformen verstanden, welche die Diskrepanz der Person-Umwelt-Beziehung verändern. Diese Anpassungsformen können auf der Person- oder Umwelt-Ebene geschehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beleuchtung der mediale Wahrnehmung von Gewalt an Schulen und Begründung der Fragestellung zur Identitätsarbeit bei verhaltensauffälligen Hauptschülern.
2 Verhaltensauffälligkeit: Wissenschaftliche Einordnung des Begriffs, Darstellung der Symptomatik sowie statistische Prävalenzwerte bei Kindern und Jugendlichen.
3 Soziale Normen: Analyse der Bedeutung von Normen, Werten und deren historischem Wandel sowie der Internalisierung zur persönlichen Norm.
4 Wert- und Normentwicklung: Untersuchung der Entwicklung moralischer Urteilsfähigkeit und des Einflusses von Erziehungsstilen auf das Regelbewusstsein.
5 Wert- und Normentwicklung männlicher Hauptschüler: Erörterung der Auswirkungen des schulischen Leistungsdrucks und der sozialen Selektion auf die Identitätsbildung.
6 Wert- und Normentwicklung männlicher Verhaltensauffälliger: Differenzierte Betrachtung von zwei Clustern externalisierenden Verhaltens und deren Zusammenhang mit negativer Identität.
7 Möglichkeiten sozialpädagogischer Interventionen an Hauptschulen: Vorstellung von Schulsozialarbeit und Identitätsarbeit als pädagogische Handlungsfelder sowie ein Fazit zur aktuellen politischen Situation.
Schlüsselwörter
Verhaltensauffälligkeit, Hauptschule, Wertentwicklung, Normentwicklung, Sozialpädagogik, Identitätsarbeit, Leistungsnorm, Solidaritätsnorm, Schulsozialarbeit, Jugendalter, Copingstrategien, Soziale Kompetenzen, Identitätsbildung, Prävention, Externalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Wert- und Normentwicklung von männlichen, verhaltensauffälligen Hauptschülern und deren Bewältigungsstrategien in einem herausfordernden schulischen Umfeld.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Begriffe Verhaltensauffälligkeit, soziale Normen, moralische Entwicklung sowie die professionellen Möglichkeiten der Identitätsarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie sozialpädagogische Interventionen verhaltensauffällige Jugendliche in ihrer Identitätsbildung unterstützen und so präventiv gegen eine Chronifizierung von Verhaltensstörungen wirken können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender sozialwissenschaftlicher Studien und Theorien (u.a. Piaget, Kohlberg, Erickson) sowie der Einbeziehung qualitativer Interviews.
Welche Aspekte behandelt der Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich von der allgemeinen Definition der Verhaltensauffälligkeit bis hin zur spezifischen Analyse von Leistungs- und Solidaritätsnormen und deren Auswirkung auf das Schülerhandeln.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Verhaltensauffälligkeit, Identitätsarbeit, Leistungsnorm, Sozialpädagogik und Schulsozialarbeit sind die prägenden Begriffe.
Warum spielt die Unterscheidung in Cluster 1 und 2 bei der Entwicklung eine Rolle?
Die Cluster zeigen, dass sich unterschiedliche Formen der Auffälligkeit in Bezug auf die soziale Integration und die Selbstwertidentifikation manifestieren, was verschiedene Ansätze für die pädagogische Arbeit erfordert.
Was ist das Ziel der "Tage der Orientierung"?
Diese bieten einen geschützten Rahmen außerhalb des Schulalltags, um durch Gruppenarbeit und Diskurs eine Auseinandersetzung mit geschlechtsspezifischen Rollen und Werten anzustoßen.
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- Helmut Maier (Author), 2007, Wert- und Normentwicklung männlicher verhaltensauffälliger Hauptschüler und Möglichkeiten sozialpädagogischer Identitätsarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80928