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Schulbuchanalyse - Gendersensiblität in den Religionsbüchern der 3. und 4. Klasse HS und AHS

Title: Schulbuchanalyse - Gendersensiblität in den Religionsbüchern der 3. und 4. Klasse HS und AHS

Seminar Paper , 2007 , 18 Pages , Grade: 1,00

Autor:in: Renate Enderlin (Author)

Pedagogy - Miscellaneous Topics
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In dieser Seminararbeit werden Bilder und Texte der Religionsbüchern analysiert in Bezug auf die Art und Weise (wie) und den Inhalt (was) sie vermitteln. Sowohl Bilder als auch Texte haben eine sprachliche (meint hier: vermittelnde) Seite, als auch eine inhaltliche Seite . Bilder sprachlich untersuchen, meint hier, die Frage Wie wird etwas dargestellt? beantworten. Bilder inhaltlich untersuchen, meint hier, das Was wird dargestellt? erklären. Ähnlich werden auch die Texte analysiert: Einerseits sprachlich: Wie wird in den Texten Gendersensibilität ausgedrückt? Andererseits inhaltlich: Was wird in den Texten gendersensibel vermittelt?

Die Genderperspektive bei der Schulbuchanalyse weiß sich den Prinzipien des Gendermainstreaming verpflichtet und betont, dass Genderfairness und Chancengleichheit in der Schule und nicht erst in der Arbeitswelt ein Thema sein muss. Die Genderperspektive ist ein Qualitätsstandard und gendergerechter Sprachgebrauch und gendersensible Themen sind ein Qualitätsmerkmal von Schulbüchern. Einerseits wird diese Qualität durch das Unterrichtsprinzip „Erziehung zu Gleichstellung von Frauen und Männern“ eingefordert; andererseits erinnert §14 des SchUG daran, dass Unterrichtsmittel Hilfsmittel sind, die LehrerInnen bei der Umsetzung der Bildungsaufgaben unterstützen sollen. Insofern Schulbücher jenes Wissen präsentieren und vermitteln sollen, das als gesellschaftlich relevant bewertet wird , dient eine kritische Auseinandersetzung mit Sprache und Inhalt der Bücher auch der Analyse von gesellschaftlich Strukturen und Entwicklungen, von gesellschaftlichen Benachteiligungen und Missständen.
Die Ziele einer Schulbuchanalyse aus der Genderperspektive sind die Sensibiliserung für Genderfairness und das Aufzeigen von immer noch vorhandenen diskriminierenden Formen und Inhalten.

Excerpt


Inhalt

1. Voraus- und Zielsetzungen

1.1 SchUG §14 und Unterrichtsprinzip „Erziehung zur Gleichstellung…“

1.2 Sprache und Bewusstsein

1.3 Kriterien für Schulbuchanalysen mit Genderblick

2. HS und AHS Religionsbücher für die 3. und 4. Klasse

2.1 Bildanalyse

2.2 Textanalyse

3. Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in einer kritischen Analyse von Religionsbüchern für die 3. und 4. Klasse Hauptschule sowie allgemeinbildende höhere Schulen hinsichtlich ihrer Gender-Sensibilität. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie durch Bild- und Textauswahl Geschlechterverhältnisse und Rollenbilder vermittelt werden und inwieweit die untersuchten Lehrmaterialien die Vorgaben des Unterrichtsprinzips „Erziehung zur Gleichstellung von Männern und Frauen“ erfüllen.

  • Kritische Analyse von Bildmaterialien hinsichtlich quantitativer und qualitativer Geschlechterrepräsentation.
  • Untersuchung der verwendeten Sprache auf Gender-Sensibilität und geschlechtergerechte Formulierungen.
  • Reflexion über die Vermittlung von traditionellen Rollenbildern und deren Einfluss auf die Identitätsbildung.
  • Vergleich der Lehrmaterialien unterschiedlicher Epochen hinsichtlich ihrer Entwicklung zu mehr Genderfairness.
  • Evaluation des Einflusses von Schulbüchern auf die bewusste oder unbewusste Diskriminierung von Mädchen und Frauen.

Auszug aus dem Buch

2.1 Bildanalyse

In den HS Büchern werden Männer ungefähr zweimal so oft wie Frauen dargestellt (ca. 1:2, ca. 35 Frauen und 70 Männer) und auch in den AHS Büchern werden Frauen weniger häufig abgebildet als Männer (ca. 1:3, 20 Frauen und 60 Männer). Zum einen liegt das sicher daran, dass Jesus, die zwölf Apostel, die ersten Märtyrer, verstorbene Priester, Bischöfe, Kirchenväter und Kirchenlehrer Männer waren. Zum anderen liegt das auch daran, dass eine Frau fast immer mit Männern auf einem Bild zu sehen ist. Das heißt nicht, dass Frauen generell nur mit Männern gezeigt werden. In allen sechs Büchern werden Frauen und Mädchen auch allein, zu zweit, zu dritt oder in Gruppen dargestellt. Es macht aber deutlich, dass die quantitative Analyse eine qualitative herausfordert. Wenn Männerbilder in den Religionsbüchern mehr Raum einnehmen als Frauenbilder, weil Männer in der Kirche andere Dienste leisten als Frauen, dann stellt sich natürlich die Frage, ob dieses quantitative Mehr nicht auch ein qualitatives Mehr suggeriert. Der Dienst der Amtsträger in der Kirche wird anders, meist höher, bewertet als der Dienst der Laien. Da Frauen in der katholischen Kirche aufgrund ihres Geschlechts vom Priesteramt ausgeschlossen sind, wird ihr Dienst in der Kirche auch anders (hier zumindest quantitativ geringer) eingeschätzt.

Auffällig sind die Unterschiede zwischen dargestellten weiblichen und männlichen Verhaltensweisen vor allem in den HS Büchern: Frauen und Mädchen werden singend, tanzend, spielend, kreischend, weinend, pflegend oder betend dargestellt. Frauen werden öfter als Mütter dargestellt, als Männer als Väter gezeigt werden. Männer werden eher aktiv, beim Vortrag, beim Sport, bei Besprechungen und in Führungsrollen gezeigt. Frauen sind auf den Bildern eher passiv. Frauen werden gesegnet, Männer segnen. Frauen werden umarmt, Männer umarmen. Frauen werden geküsst, Männer küssen. Frauen arbeiten auf den Bildern im Reisfeld, beim Brunnen, in der Pflege, als Hausfrau, Näherin oder Büglerin. Männer arbeiten am Traktor, in der Werkstatt, vorm Mikrofon, als Gruppenleiter, Firmenchef, Kardinal, Papst oder Tischler.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Voraus- und Zielsetzungen: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Grundlagen und die pädagogische Notwendigkeit einer gendersensiblen Schulbuchgestaltung sowie die Kriterien für die methodische Vorgehensweise der Analyse.

2. HS und AHS Religionsbücher für die 3. und 4. Klasse: Dieser Hauptteil analysiert konkret die Bild- und Textauswahl der ausgewählten Religionsbücher auf geschlechtsspezifische Unterschiede, Rollenklischees und die sprachliche Umsetzung.

3. Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, dass zwar eine Entwicklung erkennbar ist, aber weiterhin ein Handlungsbedarf für LehrerInnen besteht, um die Materialien kritisch zu hinterfragen und aktiv zur Gender-Sensibilisierung beizutragen.

Schlüsselwörter

Gender-Sensibilität, Schulbuchanalyse, Religionsunterricht, Geschlechtergerechtigkeit, Rollenbilder, Bildanalyse, Textanalyse, Chancengleichheit, Gender Mainstreaming, Unterrichtsprinzip, Diskriminierung, Identitätsbildung, Sprachgebrauch, Erziehung zur Gleichstellung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit befasst sich mit der Untersuchung von Religionsbüchern für die 3. und 4. Klasse der Hauptschule und der AHS im Hinblick auf deren Gender-Sensibilität und die Umsetzung des Unterrichtsprinzips der Gleichstellung von Männern und Frauen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die kritische Analyse der Bildauswahl, die Untersuchung des sprachlichen Ausdrucks auf geschlechtergerechte Formulierungen sowie die Reflexion über vermittelte Rollenbilder in Kirche, Gesellschaft und Familie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, problematische Begriffe, Texte und Bilder zu identifizieren, den Grad der Gendersensibilität in den untersuchten Schulbüchern aufzuzeigen und Strategien für eine kritische Nutzung dieser Materialien im Unterricht zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert eine quantitative und qualitative Analyse von Bild- und Textmaterialien unter Anwendung von Gender-Kriterien, die auf fachdidaktischen Grundlagen und gesetzlichen Vorgaben basieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Bildanalyse, die zeigt, wie Geschlechterrollen in Illustrationen dargestellt werden, und eine Textanalyse, die prüft, inwiefern sprachliche Formulierungen Frauen und Männer gleichberechtigt abbilden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Gender-Sensibilität, Geschlechtergerechtigkeit, Rollenklischees, kritische Schulbuchanalyse und Bild-Text-Reflexion.

Wie unterscheidet sich die Darstellung in HS-Büchern von AHS-Büchern?

Die Arbeit stellt fest, dass AHS-Bücher aus den Jahren 2003/2004 sensibler und konsequenter mit der Genderperspektive umgehen als die älteren HS-Bücher, wenngleich in beiden Bereichen noch Verbesserungsbedarf besteht.

Welche Rolle spielt die Sprache bei der Vermittlung von Rollenbildern?

Die Sprache wird als Medium betrachtet, das Wirklichkeit schafft und Bewusstsein prägt; ein unkritischer Gebrauch von ausschließlich maskulinen Formen führt laut Autorin zur Unsichtbarkeit von Frauen und verfestigt Stereotypen.

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Details

Title
Schulbuchanalyse - Gendersensiblität in den Religionsbüchern der 3. und 4. Klasse HS und AHS
College
University of Vienna  (Pädagogik)
Course
Seminar Erziehen und Beraten
Grade
1,00
Author
Renate Enderlin (Author)
Publication Year
2007
Pages
18
Catalog Number
V80930
ISBN (eBook)
9783638883887
ISBN (Book)
9783638884693
Language
German
Tags
Schulbuchanalyse Gendersensiblität Religionsbüchern Klasse Seminar Erziehen Beraten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Renate Enderlin (Author), 2007, Schulbuchanalyse - Gendersensiblität in den Religionsbüchern der 3. und 4. Klasse HS und AHS, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80930
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