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Varietäten des Deutschen

Title: Varietäten des Deutschen

Term Paper , 2004 , 32 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Andreas Hirling (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Das unsere Sprache kein homogenes Gebilde darstellt, zeigt sich dann, wenn ein
Norddeutscher auf Verständigungsschwierigkeiten in Bayern stößt, wenn Senioren die
Ausdrucksweise von Jugendlichen als „verroht“ bezeichnen oder ein deutscher Staatsbürger verwundert die Aussprache eines Berichterstatters im Schweizer Fernsehen verfolgt. An diesen wenigen Beispielen wird schnell klar, dass man keineswegs von der Homogenität der deutschen Sprache ausgehen kann, sondern sich unter dem Sammelbegriff „des Deutschen“ viele sprachliche Varianten wiederfinden, mit denen wir im Alltag nicht selten konfrontiert werden. In der Linguistik gebraucht man hierfür Begriffe wie „sprachliche Variation“, „Sprachvariante“ oder „sprachliche Varietät“, wobei sich der letztere Begriff in den neueren Publikationen weitestgehend durchgesetzt hat.
Neben der wissenschaftlichen Eröterung und Abgrenzung der genannten Begriffe stellt sich zudem die Frage, ob, und wenn ja, welche Probleme bei dialektsprechenden Kindern in der Schule auftreten können. Zudem ist in der heutigen
Didaktik noch nicht klar, wie das Thema „Varietäten“ künftig in den Unterricht integriert werden kann, hierzu sollen die Tendenzen der heutigen Sprachdidaktik aufgezeigt- sowie einige methodische Vorschläge kurz dargelegt werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Varietät - Dialekt/ Mundart Standardvarietät: Versuch einer Abgrenzung

2.1 Der Begriff der Varietät

2.2 Der Begriff der Standardvarietät

2.3 Der Dialekt als regionale Varietät im deutschen Sprachraum

2.3.1 Dialekt: Eingrenzung des Terminus

2.3.2 Einteilung der deutschen Dialektgebiete und der Rückgang der niederdeutschen Dialekte

3. Zur besonderen Sprachsituation der Schweiz

3.1 Vorbemerkung

3.2 Der Begriff der medialen Diglossie

3.3 Das Verhältnis von Dialekt und Standvarietät

3.4 Zur Situation in den Schweizer Schulen

4. Dialekt und Schule in Deutschland - Didaktische Überlegungen

4.1 Sprachbarrierendebatte der 70er Jahre

4.2 Probleme von Dialektsprechern in der Schule

4.3 Zum Standpunkt des Dialekts in der neueren Sprachdidaktik

4.4 Tendenzen der Sprachdidaktik

5. Abschließende Bemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das komplexe Phänomen sprachlicher Varietäten im Deutschen, mit besonderem Fokus auf das Verhältnis von Dialekt und Standardsprache sowie deren Auswirkungen auf den schulischen Kontext.

  • Definition und Abgrenzung von Varietät, Dialekt und Standardvarietät.
  • Analyse der medialen Diglossie in der deutschsprachigen Schweiz.
  • Didaktische Perspektiven auf die Sprachbarrierendebatte und die Rolle des Dialekts im Unterricht.
  • Untersuchung von Ansätzen zur Förderung der Variationskompetenz bei Lernenden.

Auszug aus dem Buch

2.3 Der Dialekt als regionale Varietät im deutschen Sprachraum

„Die Untersuchung der Dialekte ist wohl die älteste Form der Erforschung von sprachlichen Varietäten.“ (Nabrings 1981: 40). Nabrings sieht den Grund für das große Forschungsinteresse v.a. darin begründet, dass die Verständigung zwischen zwei Menschen aus unterschiedlichen Dialektregionen unmöglich werden kann. Während bei anderen nicht-dialektalen Varietäten (z.B. den Fachsprachen) der Hörer zumindest in der Lage ist, die Sprache und die in ihr verwendeten Wörter zu verstehen (auch wenn er den Sinn der Äußerung nicht erfassen kann), so

„ist es für den Hörer eines fremden Dialekts wegen der großen lautlichen Abweichung oft nicht einmal möglich, das Gesagte zu identifizieren. [...] Die Verständigungsschwierigkeit kann soweit gehen, daß der Hörer nicht einmal erkennt, daß die fragliche Äußerung zu einem Dialekt seiner Sprache gehört.“ (Nabrings 1981: 40).

Daneben sieht Nabrings ein weiteres wichtiges Merkmal, dass die Besonderheit von dialektalen Merkmalen kennzeichnet. Sie spricht von den Dialekten als sog. „konkurrierende Varietäten“ und konstatiert, dass Dialekte hinsichtlich ihrer Funktion stets äquivalent sind.

„[...] Verschiedene Sprecher benutzen in derselben Situation (gegenüber bestimmten Partnern, wenn sie über ein bestimmtes Thema sprechen) verschiedene Varietäten, nämlich je ihren Dialekt. Für die anderen Varietäten scheint dies nicht der Fall zu sein. Die Fachsprache ist dem Laien zwar nicht voll verständlich, aber der Fachmann spricht zu dem Laien gewöhnlich auch nicht in der Fachsprache.“ (Nabrings 1981: 40 f.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die mangelnde Homogenität der deutschen Sprache und führt in die Thematik der sprachlichen Varietäten sowie die Zielsetzung der Arbeit ein.

2. Varietät - Dialekt/ Mundart Standardvarietät: Versuch einer Abgrenzung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Fachbegriffe und beleuchtet die Problematik der Kategorisierung und Abgrenzung der verschiedenen Sprachformen.

3. Zur besonderen Sprachsituation der Schweiz: Hier wird die spezifische Diglossie-Situation der Deutschschweiz analysiert, in der Dialekt und Standardsprache in unterschiedlichen Domänen koexistieren.

4. Dialekt und Schule in Deutschland - Didaktische Überlegungen: Dieser Teil reflektiert kritisch die didaktische Debatte über Dialektsprecher in der Schule, von historischen Sprachbarrierentheorien bis hin zu modernen Ansätzen der Variationskompetenz.

5. Abschließende Bemerkungen: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung einer funktionalen „inneren Mehrsprachigkeit“ im modernen Deutschunterricht.

Schlüsselwörter

Varietät, Standardvarietät, Dialekt, Diglossie, Sprachdidaktik, Variationskompetenz, Soziolekt, Sprachbarrierendebatte, Kontrastive Analyse, Mehrsprachigkeit, Deutschunterricht, Sprachwandel, Standarddeutsch, Sprachregister, Interaktionsgemeinschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Vielfalt der deutschen Sprache und der wissenschaftlichen sowie didaktischen Einordnung verschiedener Sprachvarietäten wie Dialekten und der Standardvarietät.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung sprachlicher Varietäten, die besondere Diglossie-Situation in der Schweiz und die didaktische Einbindung des Dialekts im deutschen Schulwesen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, ein Verständnis für das Varietätenspektrum des Deutschen zu schaffen und didaktische Ansätze zur Förderung der Variationskompetenz von Schülern zu erörtern.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung sprachwissenschaftlicher und didaktischer Publikationen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Begriffsbestimmungen, eine Fallstudie zur Schweizer Diglossie-Situation sowie eine ausführliche Diskussion zur Rolle des Dialekts im Schulunterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Varietätenlinguistik, Diglossie, Dialekt, Standardvarietät, didaktische Variationskompetenz und Sprachbarrieren.

Warum wird die Schweiz in der Arbeit gesondert betrachtet?

Die Schweiz weist eine besondere mediale Diglossie auf, bei der Dialekt und Hochdeutsch in einer Weise getrennt existieren, die sich grundlegend vom deutschen Sprachraum unterscheidet.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur "Dialektdidaktik"?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass starre dialektdidaktische Ansätze der Vergangenheit (kontrastive Grammatik) oft gescheitert sind und stattdessen die Förderung einer funktionalen Variationskompetenz im Vordergrund stehen sollte.

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Details

Title
Varietäten des Deutschen
College
University of Freiburg  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Course
Werkstatt Sprache
Grade
1,0
Author
Andreas Hirling (Author)
Publication Year
2004
Pages
32
Catalog Number
V80988
ISBN (eBook)
9783638869195
ISBN (Book)
9783638931199
Language
German
Tags
Varietäten Deutschen Werkstatt Sprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Hirling (Author), 2004, Varietäten des Deutschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80988
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