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Wirtschaftskriminalität und Wirtschaftsprüfung. Anforderungen an den Wirtschaftsprüfer zur Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten im Rahmen der Abschlussprüfung

Title: Wirtschaftskriminalität und Wirtschaftsprüfung. Anforderungen an den Wirtschaftsprüfer zur Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten im Rahmen der Abschlussprüfung

Seminar Paper , 2007 , 43 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Tanja Trott (Author)

Business economics - Revision, Auditing
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Summary Excerpt Details

Aufgrund teilweise spektakulärer Betrugsfälle, sind Verstöße in den letzten Jahren immer häufiger Gegenstand öffentlicher Diskussion geworden. In Deutschland waren Fälle wie Balsam/Procedo, Flowtex und Comroad letztlich nur einige Beispiele für eine neue Dimension der Betrugsfällen bei denen Bilanzen, teilweise unter Beteiligung des Managements, mit höchster krimineller Energie gefälscht wurden, zum Schaden von Gläubigern und Kleinaktionäre. Selbst wenn die genannten Beispiele Einzelfälle sind, die aufgrund des hohen Schadensausmaßes und der Vielzahl der Geschädigten, eine dementsprechend hohe Öffentlichkeitswirkung haben, ist festzustellen dass Verstöße im Unternehmen immer häufiger werden. Die Öffentlichkeit wirft den Wirtschaftsprüfern vor tatenlos zuzusehen zu haben und vor allem der Kapitalmarkt fragt sich was das Testat des Wirtschaftsprüfers noch Wert ist.
Zwischen den Erwartungen der Öffentlichkeit an die Prüfung und die tatsächlich erbrachten Leistungen der Abschlussprüfung entsteht eine immer größer werdende Lücke, diese immer größer werdende „Erwartungslücke“ hat die Branche aufgerüttelt. Die Legislative reagierte mit zahlreichen Regulierungsbestrebungen und Gesetzesänderungen, die einerseits dazu dienen sollten, die Verantwortlichkeit des Abschlussprüfers für die Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten zu definieren und andererseits das Vertrauen in die Qualität der Rechnungslegung und der Abschlussprüfung zu stärken. 2005 veröffentlichte das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) den Entwurf des Prüfungsstandards (IDW EPS) 210, Zur Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten im Rahmen der Abschlussprüfung der damit den Standard on Auditing (ISA) 240, Die Veantwortung des Abschlussprüfers zur Berücksichtigung von Verstößen (fraud) im Rahmen der Abschlussprüfung in nationales Recht überführt. Das Ziel des IDW EPS 210 ist es die Wirksamkeit der Prüfungshandlungen im Umgang mit Risikofaktoren für Verstöße zu verbessern und die Erwartungslücke zu minimieren. Ziel dieser Arbeit ist es, auf Grundlage der gesetzlichen und berufständischen Rahmenbedingungen die Verfahrensweisen und Möglichkeiten des Abschlussprüfers darzulegen, mit denen dieser in der Lage ist, Unregelmäßigkeiten im Rahmen der Jahresabschlussprüfung mit einer hohen Erfolgsquote aufzudecken.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Unregelmäßigkeiten in der Rechnungslegung

2.1 Unrichtigkeiten (ERROR)

2.2 Verstöße (FRAUD)

2.3 Sonstige Gesetzesverstöße

3 Verantwortlichkeit des Abschlussprüfers zur Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten

4 Kritische Grundhaltung des Abschlussprüfers

5 Prüfungshandlung zur Risikoerkennung und –beurteilung

5.1 Risikoanalyse als Ausgangspunkt der Prüfungsplanung

5.2 Erörterung im Prüfungsteam

5.3 Befragung der gesetzlichen Vertreter und anderer Führungskräfte

5.5 Einschätzung der Risikofaktoren mit Hilfe verschiedener Verfahren

5.5.1 Red Flags

5.5.2 Fraud Risk Assessment Tool

5.5.3 Analytische Prüfungshandlungen

5.5.3.1 Einfache Rechenmodelle

5.5.3.2 Trendanalyse

5.5.3.3 Kennzahlenanalyse

5.5.4 Arbeitshilfen des ISA 240 und IDW EPS 210 (n.F.)

6 Maßnahmen und Prüfungshandlungen zur Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten

6.1 Auswahlverfahren

6.2 Analyse der Datenbestände

6.3 Einzelfallprüfungen

6.3.1 Inventurbeobachtungen

6.3.2 Versendung von Saldenbestätigungen

6.3.3 Versendung von Bankbestätigungen

6.4 Arbeitshilfen des ISA 240 und IDW EPS 210 (n.F.)

7 Maßnahmen bei Vermutung oder Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten

7.1 Maßnahmen bei Unrichtigkeiten und Verstöße

7.1.1 Erweiterte Prüfungspflicht

7.1.2 Mitteilungspflichten

7.1.3 Dokumentationspflichten

7.1.4 Pflicht zur Berichterstattung im Prüfungsvermerk und Bestätigungsvermerk

7.2 Maßnahmen bei sonstige Gesetzesverstöße

7.3 Kündigung des Prüfungsauftrages

8 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Rolle des Wirtschaftsprüfers bei der Aufdeckung von Wirtschaftskriminalität. Ziel ist es, auf Basis gesetzlicher Rahmenbedingungen Verfahrensweisen aufzuzeigen, mit denen Abschlussprüfer Unregelmäßigkeiten im Jahresabschluss effektiver identifizieren können, um die sogenannte „Erwartungslücke“ zu verringern.

  • Methoden zur Risikoerkennung und -beurteilung (z.B. Red Flags, Fraud Risk Assessment Tool).
  • Analytische Prüfungshandlungen und Einzelfallprüfungen als Instrumente zur Aufdeckung.
  • Maßnahmen bei tatsächlich aufgedeckten oder vermuteten Unregelmäßigkeiten.
  • Die Verantwortlichkeit des Abschlussprüfers im Kontext von ISA 240 und IDW EPS 210.
  • Diskussion der Grenzen und Möglichkeiten der Abschlussprüfung bei Fraud.

Auszug aus dem Buch

5.5.1 Red Flags

Im Text des IDW PS 210 sind allgemeine Risikofaktoren enthalten, sog. Red-Flags die Hinweise auf die Existenz von Unregelmäßigkeiten geben sollen. Die im Prüfungsstandard enthaltenen Red-Flags sind zur, besseren Handhabung für den Prüfer zu einer Checkliste zusammen gefasst. Der Red-Flag Checkliste liegt die Annahme zu Grunde, dass Unregelmäßigkeiten von bestimmten Risikofaktoren begleitet sind. Die Risikofaktoren im Prüfungsstandard wurden von bekannt gewordenen Fällen, in denen Unregelmäßigkeiten aufgedeckt wurden abgeleitet.

Positiv an der Red Flag Checkliste ist, das durch die Anwendung dieser Checkliste der Prüfer gezwungen ist sich ausführlich mit der Problematik von möglichen Unregelmäßigkeiten auseinander zusetzen. Zu kritisieren ist jedoch, wie in der Literatur häufig bemerkt wird, dass die Vorhersagequalität dieser Faktoren, welche die Checkliste enthält, nicht ausreichend getestet wurde. Weiterhin ist zu bemängeln das der Prüfungsstandard keinen Hinweis gibt, wie die Teilurteile zu den einzelnen Risikofaktoren und zu einer Gesamtrisikoeinschätzung zusammenzufassen sind bzw. in Relation zueinander zu bewerten sind. Außerdem besteht das Risiko einer möglichen Checklisten-Mentalität, denn es besteht die Gefahr dass Prüfer mit Verwendung dieser Checkliste andere Risikofaktoren, die in der Checkliste nicht aufgeführt sind, übersehen werden. Solange jedoch der Abschlussprüfer sich dieser Mängel bei der Benutzung der Red-Flag Checkliste bewusst ist und weitere Möglichkeiten der Risikoeinschätzung – welche auf den nachfolgenden Seiten beschrieben sind – nutzt, ist der Einsatz dieser Checkliste als positiv zu beurteilen. Die Red Flag Checkliste, welche sich aus dem IDW PS 210 ergibt, ist im Anhang I abgebildet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Beleuchtung der zunehmenden Bedeutung von Wirtschaftskriminalität und der wachsenden Erwartungslücke zwischen Öffentlichkeit und Wirtschaftsprüfern.

2 Unregelmäßigkeiten in der Rechnungslegung: Differenzierung zwischen unbeabsichtigten Unrichtigkeiten (ERROR) und beabsichtigten Verstößen (FRAUD) sowie sonstigen Gesetzesverstößen.

3 Verantwortlichkeit des Abschlussprüfers zur Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten: Erläuterung der gesetzlichen Pflichten des Abschlussprüfers gemäß HGB und AktG.

4 Kritische Grundhaltung des Abschlussprüfers: Notwendigkeit eines ständigen Hinterfragens der erlangten Informationen während der Prüfung.

5 Prüfungshandlung zur Risikoerkennung und –beurteilung: Detaillierte Darstellung von Methoden wie Risikoanalyse, Befragungen, Red Flags und analytischen Verfahren.

6 Maßnahmen und Prüfungshandlungen zur Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten: Überblick über Auswahlverfahren, Datenanalysen und spezifische Einzelfallprüfungen.

7 Maßnahmen bei Vermutung oder Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten: Vorgehensweise bei Feststellungen, einschließlich Mitteilungs- und Berichterstattungspflichten.

8 Fazit: Resümee zur Wirksamkeit der Prüfungsmethoden und Forderung nach einem neuen Selbstverständnis des Wirtschaftsprüfers als Mahner.

Schlüsselwörter

Abschlussprüfung, Wirtschaftskriminalität, Fraud, Erwartungslücke, Wirtschaftsprüfer, Risikobeurteilung, Red Flags, IDW EPS 210, ISA 240, Unregelmäßigkeiten, Jahresabschluss, Datenanalyse, Prüfungshandlungen, Vermögensschädigung, Rechnungslegung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit?

Die Arbeit thematisiert die Anforderungen an den Wirtschaftsprüfer, um Unregelmäßigkeiten, Betrugsdelikte und Verstöße im Rahmen der gesetzlichen Abschlussprüfung aufzudecken.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die Risikofrüherkennung, die Bedeutung einer kritischen Grundhaltung des Prüfers sowie spezifische Prüfungsmethoden und Maßnahmen bei Verdachtsmomenten.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, mit welchen Verfahrensweisen und Möglichkeiten der Abschlussprüfer Unregelmäßigkeiten in der Jahresabschlussprüfung mit einer hohen Erfolgsquote aufdecken kann, um der Erwartungslücke zu begegnen.

Welche wissenschaftlichen Standards werden primär herangezogen?

Die Arbeit stützt sich maßgeblich auf den ISA 240 („The Auditor's Responsibility to Consider Fraud“) und den entsprechenden nationalen deutschen Standard IDW EPS 210 (n.F.).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Risikobeurteilung (Risikoanalyse, Red Flags, Fraud Risk Assessment Tool) und die praktische Umsetzung der Prüfungshandlungen (Auswahlverfahren, Einzelfallprüfungen).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Abschlussprüfung, Fraud, Risikobeurteilung, Erwartungslücke und IDW-Prüfungsstandards charakterisiert.

Was unterscheidet „Unrichtigkeiten“ von „Verstößen“?

Unrichtigkeiten (ERROR) sind unbeabsichtigte Fehler im Jahresabschluss, während Verstöße (FRAUD) beabsichtigte Handlungen einzelner oder mehrerer Personen zur Manipulation oder Schädigung darstellen.

Wie bewertet der Autor den Einsatz von „Red Flags“?

Der Autor sieht Red Flags als hilfreiche Arbeitshilfen zur Problembewusstseinsbildung, warnt jedoch vor einer unkritischen „Checklisten-Mentalität“ und weist auf die mangelnde Vorhersagequalität einzelner Faktoren hin.

Welche Rolle spielt das „FRAT44“?

Das Fraud Risk Assessment Tool (FRAT44) ist ein wissenschaftlich fundiertes Instrument, das mit einer hohen Erfolgsquote bei der Bestimmung von Fraud-Risiken helfen soll.

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Details

Title
Wirtschaftskriminalität und Wirtschaftsprüfung. Anforderungen an den Wirtschaftsprüfer zur Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten im Rahmen der Abschlussprüfung
College
Schmalkalden University of Applied Sciences  (Wirtschaftsrecht)
Course
Steuern und Betrieb
Grade
1,0
Author
Tanja Trott (Author)
Publication Year
2007
Pages
43
Catalog Number
V81023
ISBN (eBook)
9783638834032
ISBN (Book)
9783638834087
Language
German
Tags
Wirtschaftskriminalität Wirtschaftsprüfung Anforderungen Wirtschaftsprüfer Aufdeckung Unregelmäßigkeiten Rahmen Abschlussprüfung Steuern Betrieb
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tanja Trott (Author), 2007, Wirtschaftskriminalität und Wirtschaftsprüfung. Anforderungen an den Wirtschaftsprüfer zur Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten im Rahmen der Abschlussprüfung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81023
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