Die Entwicklung des Außenbeitrags: Zahlen, Daten und Auswertung


Hausarbeit, 2006

17 Seiten, Note: 2


Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
2.2 Außenwirtschaft
2.3 Die internationale Güterströme und Außenbeitrag
2.4 Devisenmärkte und Wechselkurse
2.4.1 Nominale Wechselkurse
2.4.2 Reale Wechselkurse
2.4.3 Auswirkungen von Wechselkursänderungen
2.4.4 Wechselkursysteme

3. Die Entwicklung des Außenbeitrags auf der Basis der VGR 2000 bis 2005. (Zahlen, Daten und Auswertung)

4. Ausblick

II. Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Als Motor der Konjunktur in Deutschland wird der Export genannt. Deutschland hat 2005 mit einem Ausfuhrrekord zum dritten Mal in Folge den Titel des Exportweltmeisters gewonnen. Der Wert der exportierten Waren "made in Germany" wuchs im vergangenen Jahr um 7,5 Prozent - das ist ein historischer Rekord seit Bestehen der Außenhandels-statistik 1949 und weltweit der Spitzenplatz.

Ohne den erfolgreichen Außenhandel wäre die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts seit dem Jahr 2000 deutlich schwächer gewesen. Mit Ausnahme des Jahres 2003 hat seither die Bedeutung des so genannten Außenbeitrags, der Differenz aus Exporten und Importen von Waren und Dienstleistungen, stetig zugenommen. Dazu hat zum einen beigetragen, dass in den letzten fünf Jahren die Exporte stark angestiegen sind, zum anderen hat die schwache Binnennachfrage- also staatlicher und privater Konsum sowie Investitionstätigkeit- die Importe eher gebremst.

Um die Entwicklung des Außenbeitrags auf der Basis der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zu analysieren, werden in dieser Arbeit zusammengefasste Daten und wichtige Faktoren des Außenhandels und deren Veränderungen im Zeitraum 2000 bis 2005 dargestellt und beschrieben.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung

Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung ist ein Teilgebiet der Makroökonomie innerhalb der Volkswirtschaftslehre und erfasst die gesamtwirtschaftlichen Einkommens- und Güterströme in einer Volkswirtschaft (Binnenwirtschaftsrechnung) oder mit dem Ausland (Außenwirtschaftsrechnung) in einer abgelaufenen Periode.

Die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen haben die Aufgabe ex post ein möglichst umfassendes, übersichtliches, hinreichend gegliedertes, quantitatives Gesamtbild des wirtschaftlichen Geschehens zu geben. Auf die Aufgaben der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen stützen sich Politik, Wirtschaft und Verwaltung bei ihren Arbeiten und Entscheidungen. Die Ergebnisse werden in der gesamten Europäischen Union (EU) in gleicher Weise, basierend auf dem Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen 1995, berechnet. Damit ist sicher gestellt, dass europaweit harmonisierte Ergebnisse für politische und wirtschaftliche Entscheidungen verwendet werden. Innerhalb der EU dienen die Angaben zum Bruttonationaleinkommen beispielsweise zur Berechnung der Eigenmittel, also der Mitgliedsbeiträge der einzelnen Staaten an die EU.[1]

Grundlage der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ist die Kreislauftheorie, bei der alle Unternehmen und alle Haushalte einer Volkswirtschaft in Sektoren zusammengefasst werden. Die zwischen den Sektoren bestehenden Verbindungen in Form von Güter-, Geld- und Leistungsströmen werden buchhaltungstechnisch festgehalten.[2]

Zentrale Größe der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ist das Bruttoinlandsprodukt, welches alle im Inland produzierten Güter und Dienstleistungen abzüglich der Vorleistungen bewertet. Es beruht daher auf dem „Inlandskonzept“. Das Bruttonationaleinkommen (früher Bruttosozialprodukt) dagegen beruht auf dem „Inländerkonzept“. Es betrachtet die wirtschaftliche Leistung aller Bürger einer Volkswirtschaft.[3]

2.2 Außenwirtschaft

Die Außenwirtschaftslehre (auch Internationale Wirtschaftsbeziehungen) ist ein Teilgebiet der Volkswirtschaftslehre. Sie befasst sich mit allen Fragen, die mit den Landesgrenzen überschreitenden wirtschaftlichen Aktivitäten von Personen, mit dem Verkehr von Wahren, Dienstleistungen und Kapital zusammenhängen.[4]

„Ihren statistischen Ausdruck finden diese Aktivitäten im Wesentlichen

- im Export und Import von Gütern und Diensten,
- im oft unter dem Dienstleistungsverkehr geführten Technologietransfer,
- in Übertragungen wie Beiträge an internationale Organisationen und
- im Kapitalexport und –import sowie damit zusammenhängenden
- Zins- und Gewinntransfers.“[5]

Die Außenwirtschaftstheorie gliedert sich in drei Stränge: die reale Theorie, die monetäre Theorie und die Theorie wirtschaftlicher Integration. Die reale Außenwirtschaft ist das Kernstück der Außenwirtschaftslehre. Sie befasst sich mit dem Außenhandelsmarkt und den dort relevanten Größen Export und Import. Im Mittelpunkt der realen Theorie stehen folgende Fragen:

- welche Güter werden ex- und importiert,
- welche Vorteile bringt der Außenhandel den beteiligten Ländern bzw. den beteiligten Wirtschaftssubjekten,
- welche sind die Bestimmungsgründe dafür, dass eine bestimmte gütermäßige und regionale Ex- und Importstruktur in den einzelnen Ländern vorhanden ist.[6]

Der Begriff „monetäre Theorie“ zeigt ein Netz, das über den internationalen Kapital- und Güterbewegungen liegt und aus Forderungen und Verpflichtungen besteht, die auf verschiedenste nationale Währungseinheiten lauten und über international agierende Banken abgewickelt werden. Sie untersucht also den Devisenmarkt und dort insbesondere den Wechselkurs.[7]

Als neuster Strang der Außenwirtschaftslehre haben sich in den letzten Jahrzehnten, insbesondere aber in den 1990er Jahren Theorien zu Fragen der wirtschaftlichen Integration herausgebildet. Sie verknüpfen reale und monetäre Außenwirtschaft und stellen heute den in der Öffentlichkeit am meisten beachteten Strang der Außenwirtschaft dar.[8]

Die Außenwirtschaftrechnung, als Teilgebiet der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, hat zwei wichtigste Bestandteile die Zahlungsbilanz und die Wechselkurserfassung. Der Wechselkurs ist volkswirtschaftlich sehr bedeutsam, da er die Wettbewerbsfähigkeit eines Währungsraumes maßgeblich beeinflusst. Im folgenden Kapitel wird es Die Zahlungsbilanz gibt Auskunft über Transaktionen zwischen Inländern und Ausländern. Aus der Zahlungsbilanz werden sämtliche Informationen über das Ausmaß der Verflechtung der eigenen Volkswirtschaft mit dem Ausland entnommen und lassen im Zeitlichen Vergleich Strukturveränderungen erkennen. Diese Informationen sind für die Wirtschaftstheorie (Darstellung der außenwirtschaftlichen Einflüsse auf das Inland) und Wirtschaftspolitik von einer großen Bedeutung. Von der Zahlungsbilanzsituation hängt der Einsatz der unterschiedlichen politischen Maßnahmen ab.[9]

Die Zahlungsbilanz wird monatlich von der Deutschen Bundesbank unter Verwendung der Außenhandelstatistik des Statistischen Bundesamtes veröffentlicht. Die Außenhandelstatistik ist eine vom Gesetzgeber angeordnete und vom Statistischen Bundesamt erstellte Erhebung. Alle Unternehmen in Deutschland sind verpflichtet, dem Statistischen Bundesamt ihre Außenhandelszahlen zu liefern.[10]

Ein Teil der Zahlungsbilanz ist die Leistungsbilanz. Sie umfasst die Handelsbilanz mit den exportierten und importierten Waren, die Dienstleistungsbilanz, die Bilanz der Erwerbs- und Vermögenseinkommen und die Bilanz der laufenden Übertragungen. In der Leistungsbilanz werden also internationale Güterströme ebenso verbucht wie Übertragungen zwischen In- und Ausland.[11] Der Saldo der Leistungsbilanz stellt eine wichtige ökonomische Größe da, die in den nächsten Kapiteln erläutert wird.

Im Folgenden wird näher an die Zusammenhänge der Exporte und Importe eingegangen.

2.3 Die internationale Güterströme und Außenbeitrag

Im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung stellt der Export die Menge der im Ausland produzierten und im Inland verkauften Güter (Waren und Dienstleistungen) dar. Als Importe werden im Ausland hergestellte und im Inland verkaufte Güter bezeichnet.

Zieht man von den Zahlungseingängen, die durch die Exporte einem Land zufließen, die Zahlungsausgänge, die ein Waren- oder Dienstleistungsimport aus dem Ausland verursacht ab, dann bekommt man den Außenbeitrag (auch Nettoexporte genannt) zum BIP (Bruttoinlandsprodukt) eines Landes. Wird zusätzlich der Saldo der Erwerbs- und Vermögenseinkommen berücksichtigt, ergibt sich der Außenbeitrag zum BNE (Bruttonationaleinkommen).

[...]


[1] Vgl. Clement, R., Terlau, W., Kiy, M.: Grundlagen der Angewandten Makroökonomie. 3. Auflage. München. Verlag Franz Vahlen, 2004. S. 17f.

[2] Vgl. ebd., S. 19ff.

[3] Vgl. Henrichsmeyer, W., Gans, O., Evers, I.: Einführung in die Volkswirtschaftlehre. 10. Auflage. Stuttgart. Verlag Eugen Ulmer, 1993. S. 329f.

[4] Vgl. Sell, A.: Einführung in die internationalen Wirtschaftsbeziehungen. 2.Auflage. München. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2003. S. 1.

[5] Ebd.

[6] Vgl. Sell A.: a.a.O., S. 155.

[7] Vgl. ebd., S. 31.

[8] Vgl. Wikipedia. Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftliche_Integration (Abgerufen 9.11.2006).

[9] Vgl. Rittenbruch, K.: Makroökonomie. 9. Auflage. München. Oldenbourg Verlag, 1995. S. 91ff.

[10] Vgl. Bundesbank. Internet: http://www.bundesbank.de/statistik/statistik_sdds_zahlungsbilanz.php Abgerufen (11.11.06)

[11] Vgl. Henrichsmeyer, W., Gans, O., Evers, I.: a.a.O. S. 90.

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Details

Titel
Die Entwicklung des Außenbeitrags: Zahlen, Daten und Auswertung
Hochschule
Hochschule Osnabrück
Veranstaltung
Makroökonomie
Note
2
Autor
Jahr
2006
Seiten
17
Katalognummer
V81178
ISBN (eBook)
9783638835831
ISBN (Buch)
9783638838542
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung, Außenbeitrags, Zahlen, Daten, Auswertung, Makroökonomie
Arbeit zitieren
Elena Karsten (Autor:in), 2006, Die Entwicklung des Außenbeitrags: Zahlen, Daten und Auswertung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81178

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