Als Motor der Konjunktur in Deutschland wird der Export genannt. Deutschland hat 2005 mit einem Ausfuhrrekord zum dritten Mal in Folge den Titel des Exportweltmeisters gewonnen. Der Wert der exportierten Waren "made in Germany" wuchs im vergangenen Jahr um 7,5 Prozent - das ist ein historischer Rekord seit Bestehen der Außenhandelsstatistik 1949 und weltweit der Spitzenplatz.
Ohne den erfolgreichen Außenhandel wäre die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts seit dem Jahr 2000 deutlich schwächer gewesen. Mit Ausnahme des Jahres 2003 hat seither die Bedeutung des so genannten Außenbeitrags, der Differenz aus Exporten und Importen von Waren und Dienstleistungen, stetig zugenommen. Dazu hat zum einen beigetragen, dass in den letzten fünf Jahren die Exporte stark angestiegen sind, zum anderen hat die schwache Binnennachfrage- also staatlicher und privater Konsum sowie Investitionstätigkeit- die Importe eher gebremst.
Um die Entwicklung des Außenbeitrags auf der Basis der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zu analysieren, werden in dieser Arbeit zusammengefasste Daten und wichtige Faktoren des Außenhandels und deren Veränderungen im Zeit-raum 2000 bis 2005 dargestellt und beschrieben.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN
2.1 Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
2.2 Außenwirtschaft
2.3 Die internationale Güterströme und Außenbeitrag
2.4 Devisenmärkte und Wechselkurse
2.4.1 Nominale Wechselkurse
2.4.2 Reale Wechselkurse
2.4.3 Auswirkungen von Wechselkursänderungen
2.4.4 Wechselkursysteme
3. DIE ENTWICKLUNG DES AUßENBEITRAGS AUF DER BASIS DER VGR 2000 BIS 2005. (ZAHLEN, DATEN UND AUSWERTUNG)
4. AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Entwicklung des deutschen Außenbeitrags im Zeitraum von 2000 bis 2005 auf Basis der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR), um die maßgeblichen Faktoren für das Exportwachstum und dessen Bedeutung für die Gesamtwirtschaft zu identifizieren.
- Grundlagen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung
- Struktur und Funktionsweise der Außenwirtschaft
- Einflussfaktoren von Wechselkursen auf den Außenhandel
- Datenbasierte Auswertung der Export- und Importentwicklung
- Zusammenhang zwischen Außenbeitrag und Wirtschaftswachstum
Auszug aus dem Buch
2.4.2 Reale Wechselkurse
Der reale Wechselkurs bezeichnet das Verhältnis, zu dem ein repräsentativer Güterkorb (Waren und Dienstleistungen) eines Landes gegen einen repräsentativen Güterkorb eines anderen Landes getauscht werden kann. Der reale Wechselkurs ist damit als ein Index definiert. Reale Wechselkurse gelten als Schlüsselgröße für die Wettbewerbsfähigkeit (wie viel ein Land exportiert und importiert) eines Landes und stehen daher oft im Mittelpunkt von Wettbewerbsanalysen.
Um realen Wechselkurs zu messen, werden Preisindizes verwendet. So z.B. der reale Wechselkurs zwischen der Eurozone und dem Ausland wird wie folgt berechnet:
Realer Wechselkurs = (e × P*) / P
Wobei
P ist sie Eurozone,
P* ist ein Preisindex für die Preise im Ausland und
e ist nominaler Wechselkurs zwischen dem Euro und den ausländischen Währungen in Preisnotierung.
Dieser reale Wechselkurs vergleicht den Preis eines inländischen Güterkorbs in Relation zu einem ausländischen Güterkorb.
An den Änderungsraten kann man zum Beispiel die Entwicklung der Kaufkraft eines Landes ablesen. Eine real aufwertende Währung zeichnet sich zwar durch eine höhere Kaufkraft gegenüber dem Ausland aus (man spricht auch von verbesserten Terms of Trade), verringert jedoch gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der inländischen Wirtschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Es wird die historische Bedeutung des deutschen Exports und der Anstieg des Außenbeitrags als Konjunkturmotor zwischen 2000 und 2005 eingeleitet.
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel erläutert die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, Außenwirtschaftsbeziehungen sowie die Mechanismen und Auswirkungen von Wechselkursen.
3. DIE ENTWICKLUNG DES AUßENBEITRAGS AUF DER BASIS DER VGR 2000 BIS 2005. (ZAHLEN, DATEN UND AUSWERTUNG): Hier erfolgt die statistische Auswertung der Export- und Importdaten sowie die Analyse der Handelsbilanzüberschüsse.
4. AUSBLICK: Das Fazit fasst die Faktoren des Erfolgs zusammen und gibt einen Ausblick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung im Folgejahr.
Schlüsselwörter
Außenbeitrag, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, VGR, Export, Import, Handelsbilanz, Wechselkurs, Wettbewerbsfähigkeit, Euro, Konjunktur, Zahlungsbilanz, Leistungsbilanz, Preisindex, Deutschland, Wirtschaftswachstum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die statistische Entwicklung des deutschen Außenbeitrags im Zeitraum von 2000 bis 2005 und setzt diese in den Kontext der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Außenwirtschaftstheorie, die Funktionsweise von Wechselkursen sowie die Analyse von Handels- und Leistungsbilanzdaten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich der Außenbeitrag im Zeitverlauf verändert hat und welche Faktoren, wie etwa Wechselkursschwankungen oder Binnennachfrage, diese Entwicklung beeinflusst haben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive Datenanalyse basierend auf offiziellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes und der Deutschen Bundesbank, ergänzt durch makroökonomische Theoriegrundlagen.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil präsentiert die konkreten Zahlenwerte zu Exporten und Importen in grafischer Form und analysiert, warum Deutschland trotz schwacher Binnennachfrage hohe Exportüberschüsse erzielen konnte.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Außenbeitrag, Exportweltmeister, reale und nominale Wechselkurse sowie die Zahlungsbilanz.
Warum wird der Außenbeitrag als "Motor der Konjunktur" bezeichnet?
Da der Export in den betrachteten Jahren maßgeblich zum Bruttoinlandsprodukt beigetragen hat, während die Binnennachfrage eher schwach blieb, fungierte der Außenhandel als treibende Kraft für das Wirtschaftswachstum.
Welchen Einfluss haben Wechselkursänderungen laut der Arbeit?
Wechselkursänderungen beeinflussen direkt die Wettbewerbsfähigkeit: Eine Aufwertung kann die Exporte tendenziell dämpfen, während eine Abwertung die Exportwirtschaft stimulieren kann.
Wie unterscheidet sich der reale vom nominalen Wechselkurs?
Während der nominale Wechselkurs das reine Austauschverhältnis zwischen Währungen angibt, berücksichtigt der reale Wechselkurs zusätzlich das Preisniveau der Güterkörbe und dient als Maßstab für die Wettbewerbsfähigkeit.
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- Elena Karsten (Author), 2006, Die Entwicklung des Außenbeitrags: Zahlen, Daten und Auswertung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81178