Ein altes Sprichwort besagt, dass man seinen Freunden nah sein soll, aber seinen Feinden noch näher. Dies spiegelt sich in vielen Bereichen der Realität wider: in unserem alltäglichen Leben oder auch auf Märkten. Ob es nun BMW gegen Mercedes Benz, Coca Cola gegen Pepsi, Vodafone gegen T-Mobile oder Fielmann gegen Apollo ist, Konkurrenz lässt sich (fast) überall finden.
Der Druck auf Unternehmen in ihren Märken bestehen zu können, wächst stetig weiter, vor allem bedingt durch die weltweite Öffnung der Märkte. Die Globalisierung bringt zwar eine Erweiterung der Märkte für das Unternehmen sowie eine Vergrößerung der Konsumen-ten/Abnehmer mit sich, doch die Öffnung der Märkte ist nicht nur mit Chancen sondern auch mit Risiken verbunden. Mehr Konkurrenten können auftauchen und den eigenen Markt, d.h. den Heimatmarkt, gefährden. Unter anderem kann es aber auch bewirken, dass Produktlebenszyklen kürzer werden und Innovationen immer wichtiger für das Überleben am Markt werden. Der gesamte Marktprozess beschleunigt sich und es werden Aktionen und Reaktionen von den Unternehmen gefordert, mit derer Hilfe man seine Position behaupten oder sogar verbessern kann.
Unter diesen mittlerweile erschwerten Bedingungen ist es umso wichtiger genau über seine Konkurrenten Bescheid zu wissen. Es geht vor allem darum sich seiner Konkurrenz bewusst zu werden, ihr Verhalten und ihre Strategien zu antizipieren und dem entsprechend zu reagie-ren, aber auch zu agieren. Wie das konkret aussieht und inwieweit sich Unternehmen an der Konkurrenz orientieren bzw. sich orientieren sollen, wird in dieser Hausarbeit besprochen. Dabei geht es zuerst darum die Begriffe der Konkurrenz, der Konkurrenzanalyse und anderen Elementen des Wettbewerbs zu definieren. Dabei sollen die Begriffe auch anhand von veschdiedenen Modellen aufgezeigt werden, die im Besonderen auf den Umgang und die Analyse der Konkurrenz eingehen. Im weiteren Verlauf werden konkrete Beispiele aufgezeigt weden um der Konkurrenzanalyse und ihren wichtigsten Elementen ein Gesicht zu geben. Letztendlich wird darauf eingegangen, inwieweit sich das Verhalten eines Unternehmens von der Konkurrenz beeinflussen lassen sollte.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Was ist Konkurrenz?
Eine nähere Betrachtung von Konkurrenz und Konkurrenzanalyse
Das Bewusstsein für Konkurrenz und wie man sie identifiziert
Der Unterschied zwischen Konkurrenten
3. Die Konkurrenzanalyse
Elemente der Konkurrenzanalyse
Welche Konkurrenten sollte man angreifen und welche eher versuchen zu vermeiden?
4. Der Einfluss der Konkurrenz auf die eigene Strategie
Welche Aktion erfordert welche Reaktion? Und was ist sinnvoll?
Mit welcher Strategie sollte man seinen Konkurrenten begegnen?
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Konkurrenz auf unternehmerische Strategien und analysiert, wie Unternehmen Wettbewerber identifizieren, bewerten und strategisch auf deren Handlungen reagieren können. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit das Verhalten eines Unternehmens durch die Konkurrenz beeinflusst werden sollte und welche Methoden dabei für eine effektive Konkurrenzanalyse zur Verfügung stehen.
- Grundlagen und Definitionen von Konkurrenz und Konkurrenzanalyse
- Identifikation und Kategorisierung von Wettbewerbern
- Elemente der Konkurrenzanalyse nach Porter (Ziele, Strategien, Annahmen, Fähigkeiten)
- Strategische Positionierung von Marktführern, Herausforderern, Verfolgern und Nischern
- Handlungsoptionen bei Aktionen und Reaktionen im Wettbewerb
Auszug aus dem Buch
Das Bewusstsein für Konkurrenz und wie man sie identifiziert
Die mitunter wichtigste Regel innerhalb der Konkurrenzanalyse ist, dass man seine Konkurrenten auch als solche erkennt, d.h. man muss sich seiner Konkurrenz bewusst sein. Obwohl sich das relativ simpel anhört, gibt es viele Dinge die man beachten muss um auch seine „richtige“ Konkurrenz zu identifizieren. Nach Kotler und Armstrong (1996) sowie Procter (2000) kann man im engsten Sinne seine Konkurrenz als diejenigen Firmen und Unternehmen betrachten, die ähnliche Produkte oder Dienstleistungen denselben Kunden zu ähnlichen Preisen anbieten. Bei der genauren Betrachtung erweist sich diese Methode als eher unzureichend.
Würde ein Weltunternehmen wie Daimler-Chrysler seine Konkurrenz auf diese Weise identifizieren wollen, müssten sie alle Unternehmen die Automobile herstellen als direkte Konkurrenten sehen. Jedoch stellt sich die Frage, ob nicht auch Unternehmen die so genannte Substitutprodukte, wie bspw. Fahrräder, Motorroller oder Motorräder herstellen ebenfalls zur direkten Konkurrenz oder zur indirekten zählen oder sogar außer Acht gelassen werden können. Des Weiteren gilt auch zu klären, ob man Automobilunternehmen gleich setzen kann oder ob es in gewisser Weise Abstufungen gibt, bspw. die Käufergruppen betreffend. Im Fall von Daimler-Chrysler kann man sicherlich BMW als direkten Konkurrenten sehen, da sie beide sehr ähnliche Produkte zu ungefähr gleichen Preisen auf den Markt bringen. Nimmt man jedoch Porsche, ein weiterer deutscher Automobilhersteller, so stellt dieser Konzern eine schwächere Konkurrenz zu Daimler-Chrysler dar, da er eher Produkte herstellt die sich in einem weit höheren Preissegment befinden und eine andere Käuferschicht bedienen.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und erläutert die zunehmende Bedeutung von Konkurrenzanalysen vor dem Hintergrund der globalisierten Märkte und verkürzten Produktlebenszyklen.
2. Was ist Konkurrenz?: Hier werden grundlegende Begriffe definiert und erläutert, wie Unternehmen ihre Konkurrenten bewusst wahrnehmen und durch verschiedene Modelle identifizieren können.
3. Die Konkurrenzanalyse: Dieses Kapitel stellt die diagnostizierenden Elemente nach Porter vor und erörtert, welche Kriterien für die Entscheidung maßgeblich sind, ob ein Konkurrent angegriffen oder gemieden werden sollte.
4. Der Einfluss der Konkurrenz auf die eigene Strategie: Hier wird diskutiert, wie Unternehmen basierend auf ihrer Marktposition (Marktführer, Herausforderer etc.) strategisch auf Aktionen von Wettbewerbern reagieren können.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Konkurrenzanalyse ein wesentlicher Bestandteil des strategischen Marketings ist, der dabei hilft, eigene Stärken und Schwächen zu erkennen und Innovationsdruck aufzubauen.
Schlüsselwörter
Konkurrenzanalyse, Unternehmensstrategie, Wettbewerber, Marktanteile, Porter, Globalisierung, Marktführer, Marktherausforderer, Strategische Gruppen, Innovationsdrang, Kundenbindung, Produktlebenszyklus, Substitutprodukte, Marktverfolger, Marktnischer
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die strategische Relevanz der Konkurrenzanalyse und untersucht, wie Unternehmen ihre Wettbewerber identifizieren und ihr Handeln basierend auf diesen Erkenntnissen strategisch ausrichten können.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen sind die Definition von Konkurrenz, die Identifizierung und Segmentierung von Wettbewerbern sowie die Entwicklung passender Strategien in Abhängigkeit von der eigenen Marktposition.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Unternehmen Wettbewerber analysieren können, um die eigene Marktposition zu behaupten oder zu verbessern und dabei fundierte Entscheidungen über Aktionen und Reaktionen zu treffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Standardwerken des strategischen Managements und Marketings sowie die Anwendung anerkannter Analyse-Modelle, wie etwa von Porter oder Chen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Identifikation der Konkurrenz, die methodische Analyse der Wettbewerber mittels diagnostischer Elemente und die Ableitung von Strategien für verschiedene Marktteilnehmer wie Marktführer oder Herausforderer.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Konkurrenzanalyse, Marktpositionierung, Wettbewerbsstrategien, strategische Gruppen und der prozessuale Umgang mit Aktionen und Reaktionen im Markt.
Warum ist laut der Autorin die Unterscheidung in "gute" und "schlechte" Konkurrenten wichtig?
Die Unterscheidung hilft Unternehmen zu priorisieren: "Gute" Konkurrenten halten sich an Branchenregeln, während "schlechte" Mitbewerber durch aggressives, regelwidriges Verhalten die gesamte Branche destabilisieren können, weshalb letztere oft gezielter bekämpft werden sollten.
Was zeigt das Beispiel der Firma Bausch & Lomb bezüglich der Bekämpfung von Wettbewerbern?
Das Beispiel illustriert, dass die aggressive Eliminierung kleiner Konkurrenten riskant ist, da dadurch Raum für einen noch mächtigeren Wettbewerber (im Fallbeispiel Johnson & Johnson) entstehen kann, der die geschwächten Unternehmen übernimmt.
- Quote paper
- C R (Author), 2007, Konkurrenzanalyse als Unternehmensstrategie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81215