Die Arbeit setzt sich mit dem Einfluss verschiedener Parameter auf die Ermittlung des Unternehmenswerts durch Discounted-Cash-Flow-Verfahren auseinander. Nach der Einleitung und einer Einführung in die DCF-Methodik erfolgt eine genauere Darstellung der für die Arbeit relevanten Parameter, nämlich die Brutto-DCF-Methode, der Weighted Average Cost of Capital (WACC) und des Capital Asset Pricing Modells (CAPM) in Kapitel 2.
Im dritten Abschnitt wird dann der Einfluss rechtlicher, unternehmens-, investoren- und marktspezifischer Faktoren auf diese Parameter beschrieben und diskutiert. So werden u. a. die Zinspolitik der EZB, Unternehmens- und persönliche Steuern, Strukturbrüche bei Unternehmen oder im Gesamtmarkt und die Vergütungspolitik näher betrachtet.
Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Veränderungen der Parameter. Hier werden zunächst z. B. die Zusammenhänge zwischen dem risikolosen Zins, der Marktrendite und deren Einfluss auf die Marktrisikoprämie analysiert. Abschließend wird betrachtet wie sich Veränderungen bei den Cashflows, entweder in der Höhe oder lediglich in der Volatilität, sinkende Unternehmenssteuern und ein sich verändernder risikoloser Zinssatz auf alle weiteren Parameter auswirken und wie sich der Unternehmenswert entwickeln wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einführung in die Unternehmensbewertung
2.1 Bewertung mit dem Discounted Cashflow-Verfahren
2.2 Weighted Average Cost of Capital
2.2.1 Eigenkapitalverzinsung
2.2.2 Fremdkapitalverzinsung
2.2.3 Steuersatz
2.2.4 Free-Cashflow
2.2.5 Kapitalbedarf und Verschuldungsgrad
2.3 Capital Asset Pricing Model
2.3.1 Berücksichtigung des unternehmensspezifischen Risikos
2.3.1.1 Systematisches Risiko
2.3.1.2 Unsystematisches Risiko
2.3.2 Risikoloser Zinssatz
2.3.3 Marktrendite und Marktrisikoprämie
2.3.4 Zusammenfassung
2.4 Der vorläufige Unternehmenswert
3. Einflussfaktoren auf die vorgestellten Parameter
3.1 Rechtliche Einflussfaktoren
3.1.1 Steuern
3.1.1.1 Unternehmenssteuern
3.1.1.2 Persönliche Steuern
3.1.2 Rechnungslegungsstandards und Offenlegungspflichten
3.1.3 Zinspolitik der Europäischen Zentralbank
3.2 Unternehmensspezifische Einflussfaktoren
3.2.1 Kommunikation mit der Öffentlichkeit
3.2.2 Variable Vergütung
3.2.2.1 Langfristige variable Bezahlung
3.2.2.1.1 Echte Aktienoptionen
3.2.2.1.2 Stock Appreciation Rights
3.2.2.2 Kurzfristige variable Vergütung
3.2.2.3 Ergebnis
3.2.3 Diversifikation der Unternehmen
3.2.3.1 Diversifikation in andere Branchen
3.2.3.2 Diversifikation in andere Märkte
3.2.3.3 Ergebnis
3.2.4 Hedging
3.2.5 Beleihung von Aktiva
3.2.6 Strukturbrüche bei Unternehmen
3.3 Investorenspezifische Einflussfaktoren
3.3.1 Researchberichte / Analystencoverage
3.3.2 Rating
3.3.3 Aktionärsstruktur
3.3.3.1 An Dividenden interessierte Aktionäre
3.3.3.2 An Kursgewinnen interessierte Aktionäre
3.3.3.3 Großanleger und Kleinanleger
3.3.3.4 Ergebnis
3.4 Marktspezifische Einflussfaktoren
3.4.1 Liquidität
3.4.1.1 Börsenliquidität der Aktien
3.4.1.2 Börsenliquidität der Anleihen
3.4.1.3 Zusammenfassung
3.4.2 Strukturbrüche im Gesamtmarkt
3.5 Interpretation der Ergebnisse
4. Veränderungen der Parameter
4.1.1 Zusammenhang zwischen dem risikolosen Zins und der Fremdkapitalrendite
4.1.2 Fremd- und Eigenkapitalkosten im Zusammenhang mit dem Verschuldungsgrad
4.1.3 Zusammenhang zwischen dem risikolosen Zinssatz und der Marktrendite und deren Einfluss auf die Marktrisikoprämie
4.1.4 Eigenkapitalrendite und Beta im Zusammenhang mit der Marktrendite
4.1.5 Fremd- und Eigenkapitalkosten im Zusammenhang mit dem Marktwert des Eigenkapitals und Fremdkapitals
4.2 Änderungen mehrerer Parameter
4.2.1 Einfluss des Cashflows auf den Unternehmenswert
4.2.1.1 Steigender Cashflow
4.2.1.2 Gleichbleibender Cashflow
4.2.2 Sinkende Unternehmenssteuern
4.2.3 Einfluss des risikolosen Zinssatzes auf den Unternehmenswert
4.3 Interpretation der Ergebnisse
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, einen tiefgreifenden Einblick in die komplexen Mechanismen der Unternehmensbewertung zu geben, die für Außenstehende oft wie eine „Black Box“ wirken. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie sich verschiedene nichtoperative Einflussfaktoren auf die Bewertungsparameter auswirken und wie diese in einem interaktiven Prozess den Unternehmenswert verändern können.
- Analyse der Funktionsweise der Discounted-Cashflow-Methode (DCF) und des WACC-Ansatzes
- Untersuchung rechtlicher Rahmenbedingungen und deren Einfluss auf Unternehmenswerte
- Bewertung unternehmensspezifischer Faktoren wie Kommunikationspolitik und Vergütungssysteme
- Einfluss von Diversifikationsstrategien und Strukturbrüchen auf das Risiko-Rendite-Profil
- Interaktionsmodellierung zwischen risikolosem Zins, Marktrendite und Eigenkapitalkosten
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Berücksichtigung des unternehmensspezifischen Risikos
Das Gesamtrisiko eines Unternehmens teilt sich in einen systematischen und einen unsystematischen, d. h. den diversifizierbaren Teil, auf. Als unsystematisches Risiko gilt ein Sachverhalt, wenn er bei seinem Eintritt nur Einfluss auf den Unternehmenswert eines Unternehmens hat, während systematische Risiken sich auf die Unternehmenswerte des gesamten bzw. eines Großteils des Marktes auswirken. Das laut dem CAPM für den Kapitalmarkt relevante Risiko spiegelt sich im Beta wieder und entspricht dem systematischen Risiko. Beispiele für systematische Risiken sind z. B. Veränderungen in der wirtschaftlichen Entwicklung oder den Steuern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Unternehmensbewertung ein und beschreibt das Ziel, die „Black Box“ der Bewertungsmethoden für Anleger transparenter zu gestalten.
2. Einführung in die Unternehmensbewertung: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen gängiger Bewertungsverfahren wie das DCF-Modell, das WACC-Konzept und das Capital Asset Pricing Model (CAPM).
3. Einflussfaktoren auf die vorgestellten Parameter: Hier werden rechtliche, unternehmensspezifische, investorenspezifische und marktspezifische Faktoren analysiert, die die Bewertungsparameter wie Beta oder Cashflows beeinflussen können.
4. Veränderungen der Parameter: Dieses Kapitel untersucht die komplexen Wechselwirkungen zwischen den Parametern und zeigt auf, wie sich Veränderungen einzelner oder mehrerer Variablen auf den Unternehmenswert auswirken.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Relevanz der korrekten Interpretation historischer Daten für die Zukunftsplanung zusammen und betont die Bedeutung von Informationsqualität für eine präzise Unternehmensbewertung.
Schlüsselwörter
Unternehmensbewertung, Discounted Cashflow, WACC, Capital Asset Pricing Model, Betafaktor, Marktrisikoprämie, Systematisches Risiko, Unsystematisches Risiko, Kapitalstruktur, Unternehmenssteuern, Informationsasymmetrie, Analystencoverage, Aktienoptionen, Diversifikation, Strukturbrüche
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge und Interaktionen der verschiedenen Parameter, die in der Unternehmensbewertung verwendet werden, um ein tieferes Verständnis für die oft intransparente Kursbildung zu entwickeln.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen Bewertungsmethoden wie DCF und CAPM sowie deren Beeinflussung durch rechtliche, unternehmensspezifische, investorenspezifische und marktspezifische Faktoren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den "Black Box"-Charakter der Unternehmensbewertung zu durchleuchten und aufzuzeigen, wie sich Parameter bei veränderten Rahmenbedingungen in einem iterativen Prozess verschieben.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt theoretische Modelle der Kapitalmarkttheorie, insbesondere das CAPM und WACC, und ergänzt diese durch eine qualitative Analyse von Einflussfaktoren und deren Auswirkungen auf die Modellvariablen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der Bewertungsparameter, die Analyse zahlreicher externer und interner Einflussfaktoren auf diese Parameter und die Untersuchung ihrer Wechselwirkungen in verschiedenen Szenarien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Unternehmensbewertung, Betafaktor, Kapitalkosten, Marktrisikoprämie und Informationsasymmetrie definieren.
Wie beeinflusst die Kommunikation eines Unternehmens das Beta?
Durch eine transparente Kommunikation und ein gutes Analystencoverage sinkt die Informationsasymmetrie zwischen dem Unternehmen und den Investoren, was das wahrgenommene Risiko senkt und somit zu einem niedrigeren Beta führen kann.
Warum ist die Unterscheidung zwischen systematischem und unsystematischem Risiko entscheidend?
Während systematische Risiken den Gesamtmarkt betreffen und über das Beta in die Eigenkapitalrendite einfließen, sind unsystematische Risiken theoretisch diversifizierbar; ihre Berücksichtigung bei der Bewertung ist jedoch essenziell, da Investoren in der Praxis oft nur begrenzt diversifizieren können.
Welchen Einfluss haben Strukturbrüche auf die Bewertung?
Strukturbrüche verändern die Rahmenbedingungen so stark, dass historisch ermittelte Betas oder andere Datenpunkte ihre Validität verlieren und eine subjektive Anpassung der Prognosemodelle erforderlich wird.
- Arbeit zitieren
- Karlheinz Eichelmann (Autor:in), 2006, Parameterinteraktionen in der Unternehmensbewertung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81269