Diese Hausarbeit erörtert einen literaturwissenschaftlichen und literaturdidaktischen Zugang zu dem Roman „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende.
Ins Zentrum dieser Arbeit rückt das Kind, bzw. der Schüler als Rezipient des Romans. Es wird gezeigt, warum sich dieses Buch als Unterrichtsgegenstand eignet und auf welch vielgestaltige Weise man mit ihm in einem handlungs- und produktionsorientierten Unterricht arbeiten kann.
Um dies beantworten zu können, beginnt die Hausarbeit damit „Die unendliche Geschichte“ der fantastische Kinder- und Jugendliteratur zuzuordnen, bzw. sie von der Gattung des Kunstmärchens abzugrenzen. Nachdem die Grundzüge von handlungs- und produktionsorientierten Unterricht vorgestellt wurden, wird näher auf die didaktischen und methodischen Möglichkeiten eingegangen.
Inhaltsübersicht
1 Sachanalyse
1.1 Zur Unterscheidung „Phantastisches“ und „Phantastik“
1.2 Merkmale der fantastischen Literatur
1.3 Einordnung „Die unendliche Geschichte“ in die fantastische Kinder- und Jugendliteratur
1.4 Struktur des Romans
1.5 Protagonisten
1.6 Phantásien
1.7 Die Wünsche
1.8 Die Unendlichkeit der unendlichen Geschichte
2 Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht
2.1 Theoretische Begründungen
2.2 Die Rolle der Lehrkraft im handlungs- und produktionsorientierten Unterricht
2.3 Die Bedeutung des Konzeptes der Handlungs- und Produktionsorientierung für den Literaturunterricht
3 Literatur
Zielsetzung und Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, wie sich der Roman „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende als Gegenstand für einen handlungs- und produktionsorientierten Unterricht eignet und welche didaktischen Möglichkeiten sich dabei für den Literaturunterricht ergeben.
- Literarische Einordnung des Romans „Die unendliche Geschichte“
- Strukturanalyse des Romans und seiner Erzählebenen
- Psychologische und literaturwissenschaftliche Betrachtung der Hauptcharaktere
- Theoretische Fundierung des handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts
- Didaktische Konzepte zur Implementierung handlungsorientierter Verfahren im Literaturunterricht
Auszug aus dem Buch
1.4 Struktur des Romans
„Die unendliche Geschichte“ von Ende beinhaltet ein "Buch im Buch. Der Roman hat zwei Erzählebenen, die reale Welt und die fiktive Welt Phantasien. Die zwei Erzählebenen werden durch zwei verschiedene Druckfarben im Buch optisch getrennt. Die Textausschnitte, die in der realen Welt spielen, sind rotbraun gedruckt, die in Phantasien grün.
Der erste Handlungsstrang beginnt in der realen Welt und erzählt von einem Jungen, genannt Bastian, der auf der Flucht vor zwei Klassenkameraden in einen Antiquitätenladen rennt. Dort sieht er ein Buch, welches ihn sofort in seinen Bann zieht. Wider seiner Natur nimmt er das Buch an sich und beginnt es – entsprechend seiner Natur – zu lesen. Der zweite Handlungsstrang, die Geschichte, die Bastian in dem Buch „Die unendliche Geschichte“ (das Buch im Buch) liest, berichtet von einem phantastischen Reich. Phantásien, so wird das Reich genannt, ist in Gefahr. Bastian verfolgt die Abenteuer Atréjus, einem jungen Bewohner des Graslandes, der ausgeschickt wurde, Phantásien zu retten.
In diesem ersten Teil des Buches wechseln sich Atréjus und Bastians Geschichte gegenseitig ab. An die gegenseitigen Durchbrechungen der Handlungsstränge ist ihre zunehmende inhaltliche Annäherung geknüpft. Es kommt zu begrenzten Wechselwirkungen zwischen den Handlungen der beiden Stränge, aber noch nicht zu einer Verschmelzung der Linien.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Sachanalyse: Dieses Kapitel bietet eine literaturwissenschaftliche Untersuchung des Romans, indem es ihn in den Kontext der fantastischen Literatur einordnet, die Romanstruktur analysiert und die zentralen Protagonisten sowie Konzepte wie Phantásien und die Wünsche beleuchtet.
2 Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht: Das Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts, definiert die Rolle der Lehrkraft und diskutiert die spezifische Bedeutung dieses Konzeptes für den Literaturunterricht.
3 Literatur: Dieses Kapitel listet die in der Arbeit verwendete Primär- und Sekundärliteratur auf.
Schlüsselwörter
Die unendliche Geschichte, Michael Ende, Phantásien, Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht, Literaturunterricht, Bastian Baltasar Bux, Atréju, fantastische Literatur, Erzählebenen, didaktische Möglichkeiten, Märchenroman, Schüleraktivierung, Handlungsprodukte, Identifikation, Literaturdidaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Hausarbeit?
Die Arbeit analysiert den Roman „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende aus einer literaturwissenschaftlichen Perspektive und erörtert, wie das Werk im Rahmen eines handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts eingesetzt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit gliedert sich in die literarische Sachanalyse des Romans (Struktur, Charaktere, Gattung) und die didaktische Einordnung in den handlungs- und produktionsorientierten Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, warum sich der Roman als Unterrichtsgegenstand eignet und welche vielfältigen Möglichkeiten bestehen, ihn aktiv und produktiv im Unterricht zu behandeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und -didaktik. Dabei werden Fachliteratur zur fantastischen Literatur und didaktische Modelle zum handlungsorientierten Unterricht herangezogen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine detaillierte Sachanalyse des Romans (u.a. Erzählebenen, Protagonisten) sowie die theoretische Herleitung des Unterrichtskonzepts und dessen Anwendung im Literaturunterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Die unendliche Geschichte“, „handlungs- und produktionsorientierter Unterricht“, „Literaturdidaktik“ und „fantastische Literatur“ charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Trennung der Erzählebenen für das Verständnis des Romans?
Die Trennung durch verschiedene Druckfarben (rotbraun für die reale Welt, grün für Phantásien) verdeutlicht die Struktur des „Buches im Buch“ und visualisiert die Interferenz der beiden Welten, die für die Entwicklung Bastians entscheidend ist.
Wie verändert sich die Rolle des Protagonisten Bastian im Laufe der Geschichte?
Bastian wandelt sich vom passiven, flüchtenden Außenseiter, der durch das Buch rezipiert, zum aktiven Produzenten und Akteur der Erzählung, nachdem er mit Phantásien verschmilzt.
- Citation du texte
- Kerstin Schmidt (Auteur), 2006, Der Einsatz der „Unendlichen Geschichte“ von Michael Ende im handlungs- und produktionsorientierten Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81283