Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - General and Theories of International Politics

"Identity Politics" und Islam - die Umma als translokale politische Identität von Muslimen in der westlichen Diaspora

Title: "Identity Politics" und Islam - die Umma als translokale politische Identität von Muslimen in der westlichen Diaspora

Term Paper , 2007 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jannis Bulian (Author)

Politics - General and Theories of International Politics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Hypothese, die ich in dieser Arbeit prüfen möchte, ist folgende: Es gibt eine islamische Identität, die viele Muslime in
westlichen Gesellschaften miteinander verbindet. Sie konstituiert sich über die Abgrenzung von einem westlichen Lebensstil und
westlichen Werten und möchte einen als "authentisch" verstandenen Islam gegen diese Einflüsse beschützen. Zentral für die
Herstellung dieser Idenitität ist die Gemeinschaftsideologie der "Umma". Muslime, die diese Identität teilen, sind deswegen
nicht zwangsläufig selber politisch aktiv. Islamisten finden in ihnen jedoch einen Resonanzboden für ihre Politik und
potentielle Ziele für ihre Rekrutierungsversuche.

In dieser Hausarbeit werde ich mich darum besonders mit der "Umma" als translokaler politischer Identität beschäftigen. Ich gehe davon aus, dass sie einen Bezugspunkt für Muslime in aller Welt darstellt und so eine imaginäre Gemeinschaft konstituiert. Islamisten begreifen sich dabei als politisch Handelnde im Sinne dieser Gemeinschaft.
Besonderes Augenmerk wird in dieser Arbeit auf die Beziehung islamischer Identität und den Bewegungen des politischen Islam gelegt werden, ohne dabei Phänomene auf den Islam als Religion zu reduzieren. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den islamisch-politischen Bewegungen in Europa und den USA, also in der westlichen Diaspora, und nicht auf muslimischen Gesellschaften.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Muslimische Identitäten

2.1 Politische Identität & „Politics of Identity“

2.2 Muslimische Identitäten & Islamische Identität

2.3 Die „Umma“ als globaler Bezugspunkt

3 Islamistische Identität

3.1 Islamistische Ideologie

3.2 Die Produktion islamistischer Identität

3.3 Ursprünge islamistischer Identität

4 Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion einer translokalen islamischen Identität von Muslimen in der westlichen Diaspora. Dabei geht der Autor der Forschungsfrage nach, inwiefern die Gemeinschaftsideologie der „Umma“ als Bezugspunkt für Muslime fungiert und inwieweit diese Identität als Resonanzboden für den politischen Islamismus dient.

  • Politische Identität und „Politics of Identity“ in der Moderne
  • Die „Umma“ als imaginierte, translokale Gemeinschaft
  • Abgrenzung islamischer Identität gegenüber westlichen Werten
  • Zusammenhang zwischen Identitätskrisen und islamistischer Ideologie
  • Rolle neuer Medien für die globale Vernetzung von Muslimen

Auszug aus dem Buch

3.1 Islamistische Ideologie

Bassam Tibi zufolge ist der Fundamentalismus ein Phänomen, dass in allen Religionen vorkommt und eine Reaktion auf die Moderne darstellt. Er fasst die Ergebnisse des „Fundamentalism Project“, einem groß angelegten Projekt zur Erforschung der Fundamentalismen, wie folgt zusammen: Fundamentalismus sei totalitär, weil seine Regeln in allen Lebensbereichen gelten sollen. Fundamentalisten seien politische Aktivisten, die sich selbst als religiös verstehen würden. Sie wären zwar schriftgläubig, würden aber willkürlich und selektiv auf die jeweiligen heiligen Texte zugreifen. In den Schlüsselpositionen würden nur Männer stehen, die als charismatische Führer eine wichtige Rolle übernehmen. Fundamentalisten bedienten sich zwar Errungenschaften der Moderne, allerdings ohne dabei den kulturellen Sinngehalt dieser zu übernehmen. Auch Stuart Hall sieht Fundamentalismus nicht als etwas, was sich auf den Islam beschränkt und interpretiert ihn - ähnlich wie Tibi - als ein Moment ungleichzeitiger Moderne aufgrund der Globalisierung.

Im Gegensatz zum politischen Antikolonialismus, der selbst westliche Ideen aufnahm, wende sich der religiöse Fundamentalismus gegen den Westen. Die islamische Prägung des Fundamentalismus, der Islamismus, lehne eine Trennung von Staat und Religion ab. Volkssouveränität und damit die Demokratie werde als Unglaube abgelehnt. Islamisten wären zuallererst politische Menschen, die als Gläubige die islamischen Begriffe neu besetzten. Ihr Ziel sei eine „Hakimiyyat Allah“, eine islamische Weltordnung. Aufgekommen sei der Islamismus, Olivier Roy zufolge, mit der Gründung der Muslimbruderschaft 1928 in Ägypten durch Hasan al-Banna. Die Islamisten hätten die Ideen der Salafistischen Theologie adaptiert. Wie auch Tibi geht er davon aus, dass es den Islamisten darum geht, jeden Bereich der Gesellschaft zu islamisieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Identitätspolitik im Kontext von Islam und Moderne sowie Darstellung der Hypothese über die translokale islamische Identität in der westlichen Diaspora.

2 Muslimische Identitäten: Theoretische Herleitung der modernen Identitätsbildung und die Rolle der „Umma“ als zentraler Bezugspunkt für Muslime außerhalb traditioneller Gesellschaften.

3 Islamistische Identität: Analyse der islamistischen Ideologie, ihrer Entstehung als Reaktion auf die Moderne und der Produktion von Identität durch Abgrenzung und Feindbilder.

4 Schlussfolgerung: Bejahung der Hypothese durch den Autor und Reflexion über die Bedeutung der islamischen Identität als potenziellen Resonanzboden für islamistische Bestrebungen.

Schlüsselwörter

Identität, Politik, Islamismus, Umma, Diaspora, Moderne, Identitätspolitik, Fundamentalismus, Gemeinschaft, Ideologie, Globalisierung, Translokalität, Integration, Assimilation, Religion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Herausbildung einer spezifisch islamischen Identität bei Muslimen in westlichen Gesellschaften und deren Bezug zum politischen Islam.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Identitätstheorien, das Konzept der „Umma“, die Herausforderungen der Moderne durch Migration sowie die ideologischen Grundlagen des Islamismus.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob eine translokale islamische Identität existiert, die Muslime in der westlichen Diaspora verbindet und welche Rolle diese für islamistische Rekrutierungsversuche spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse unter Einbeziehung politikwissenschaftlicher Diskurse zu Identität und Internationalen Beziehungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen politischer Identität, die Bedeutung der „Umma“ als imaginierte Gemeinschaft und die islamistische Ideologie als Reaktion auf westliche Einflüsse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Identitätspolitik, Islamismus, Umma, Diaspora und das Spannungsfeld zwischen Moderne und Religion charakterisiert.

Welche Rolle spielt die „Umma“ für Islamisten?

Islamisten nutzen die Idee der „Umma“ als Instrument, um eine globale Gemeinschaft zu konstruieren, die sich durch Abgrenzung vom Westen definiert und somit als identitätsstiftender Resonanzboden dient.

Wie unterscheiden die untersuchten Autoren „islamisch“ und „muslimisch“?

In Anlehnung an Olivier Roy wird „muslimisch“ als faktische kulturelle Herkunft definiert, während „islamisch“ eine bewusste ideologische Ausrichtung innerhalb eines konzeptuellen islamischen Rahmens beschreibt.

Excerpt out of 19 pages  - scroll top

Details

Title
"Identity Politics" und Islam - die Umma als translokale politische Identität von Muslimen in der westlichen Diaspora
College
University of Göttingen  (Seminar für Politikwissenschaft )
Course
Einführung in den politischen Islam und seine Weltanschauung
Grade
1,0
Author
Jannis Bulian (Author)
Publication Year
2007
Pages
19
Catalog Number
V81304
ISBN (eBook)
9783638858236
ISBN (Book)
9783638855679
Language
German
Tags
Identity Politics Islam Umma Identität Muslimen Diaspora Einführung Islam Weltanschauung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jannis Bulian (Author), 2007, "Identity Politics" und Islam - die Umma als translokale politische Identität von Muslimen in der westlichen Diaspora, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81304
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  19  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint