Gegenstand dieser Arbeit ist die Entwicklung des amerikanischen Films in den 70er Jahren, in einer Phase, die als ‚New Hollywood’ bezeichnet wird.
Nach einem geschichtlichen Abriss über die Entstehungsumstände, wird Martin Scorseses Film Taxi Driver von 1976 analytisch betrachtet, der gerade durch seine narrative und ästhetische Form als exemplarisches Beispiel für diese erneuerte Regisseur-Generation steht. Das New Hollywood (‚Hollywood-Renaissance’ oder auch ‚Neue amerikanische Welle’) führte in den 70er Jahren zur Neuinterpretation der bestehenden Genres und wurde durch gesellschaftliche Veränderungen, der Neuordnung der großen amerikanischen Filmfabriken (Major Companies) und vor allem auch die französische ‚Nouvelle Vague’ geprägt. (Taxi Driver ist dem Film Noir Genre zuzuordnen, worauf aber in der vorliegenden Hausarbeit nicht weiter eingegangen wird.)
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Wie es zur Neuordnung des bestehenden Systems kommen konnte.
3 Die späten 60er und 70 Jahre.
3.1 Old Hollywood, Nouvelle Vague und New Hollywood.
4 Martin Scorseses Taxi Driver (1976). Die Handlung.
4.1 „Ich bin Gottes einsamster Mann“
Isolation und Einsamkeit, der subjektive Blick des zornigen Mannes.
4.2 Der Höhepunkt der Gewalt, der Ausbruch der unterdrückten Aggressionen.
4.3 Die Intention der Bilder, narrative Kameraarbeit.
5 Fazit: Die Neuinterpretation der Genres und das Erbe von New Hollywood.
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung des amerikanischen Films in den 1970er Jahren anhand des Werks "Taxi Driver" von Martin Scorsese, um die ästhetischen und narrativen Innovationen des New Hollywood zu verdeutlichen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie der Film soziale Isolation, Wahnsinn und den Ausbruch unterdrückter Gewalt durch eine hochgradig stilisierte und subjektive Kameraführung visualisiert.
- Entstehung und Hintergründe des New Hollywood
- Einfluss der französischen Nouvelle Vague auf amerikanische Regisseure
- Analytische Betrachtung der narrativen Struktur von Taxi Driver
- Visuelle Inszenierung von Subjektivität und Wahnsinn
- Stilisierung von Gewalt als Ausdruck gesellschaftlicher Entfremdung
Auszug aus dem Buch
4.1 „Ich bin Gottes einsamster Mann.“
In den folgenden Abschnitten wird auf die wichtigen narrativen und formalen Aspekte des Films eingehen, die sich vor allem mit dem Stil des New Hollywood verbinden lassen und ihn bestimmen. Die Isolation des Travis Bickle, die ungewöhnliche visuelle Umsetzung und den Ausbruch der unterdrückten Gewalt am Ende des Films.
Isolation und Einsamkeit, der subjektive Blick des zornigen Mannes.
„Mein ganzes Leben war ich einsam, überall, in Kneipen, im Auto, auf der Straße, in Geschäften, überall. Es gibt kein Entrinnen vor der Einsamkeit. Ich bin Gottes einsamster Mann“.31 Travis Bickle ist ein „paralysiertes Wesen“, das in seiner eigenen irrealen, paranoiden Welt lebt und jeder seiner Versuche in der Gesellschaft Fuß zu fassen, aus seiner Isolation zu entkommen, schlägt fehl.32 33 Er ist frustrierter Einzelgänger, latent rassistisch, hasst die Stadt und das Gesindel, das dort (vor allem aber in seiner Welt im Kopf) lebt. Seine soziale Unfähigkeit manifestiert sich u.a. in dem Versuch Betsy auszuführen, er geht mit ihr, ohne etwas Unmoralisches darin zu sehen, in ein Pornokino. „Uns trennen Welten!“ beendet schließlich seinen zum Scheitern verurteilten Versuch einen Zugang zur normalen Gesellschaft zu finden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung definiert den Gegenstand der Arbeit als Untersuchung des amerikanischen Films der 70er Jahre, insbesondere anhand von Martin Scorseses "Taxi Driver" als exemplarisches Werk des New Hollywood.
2 Wie es zur Neuordnung des bestehenden Systems kommen konnte.: Dieses Kapitel analysiert die ökonomische und kreative Krise des Studiosystems in den USA vor den 70er Jahren, die durch sinkende Zuschauerzahlen und den Einfluss des Fernsehens ausgelöst wurde.
3 Die späten 60er und 70 Jahre.: Der Abschnitt beleuchtet die Entstehung einer neuen Generation von Filmemachern, die durch Low-Budget-Produktionen und den Erfolg von "Easy Rider" den Grundstein für das New Hollywood legten.
3.1 Old Hollywood, Nouvelle Vague und New Hollywood.: Hier werden die Unterschiede zwischen dem alten Studiosystem und dem neuen Autorenkino herausgearbeitet, wobei besonders der Einfluss der französischen Nouvelle Vague auf die US-Regisseure betont wird.
4 Martin Scorseses Taxi Driver (1976). Die Handlung.: Dieses Kapitel bietet eine detaillierte Inhaltsangabe und Einführung in die Figur des Vietnamveteranen Travis Bickle.
4.1 „Ich bin Gottes einsamster Mann“: Dieses Unterkapitel thematisiert die soziale Isolation und den subjektiven Blick des Protagonisten, der sich als Einzelgänger in einer entfremdeten Welt wahrnimmt.
4.2 Der Höhepunkt der Gewalt, der Ausbruch der unterdrückten Aggressionen.: Hier wird die finale Amoklauf-Sequenz analysiert, in der die stilisierte Gewalt als Kulminationspunkt der unterdrückten Aggressionen Travis Bickles dargestellt wird.
4.3 Die Intention der Bilder, narrative Kameraarbeit.: Der Abschnitt untersucht die spezifischen visuellen Stilmittel, insbesondere die subjektive und teils neurotische Kameraführung, die den inneren Zustand der Hauptfigur visualisieren.
5 Fazit: Die Neuinterpretation der Genres und das Erbe von New Hollywood.: Das Fazit resümiert den Einfluss von "Taxi Driver" auf die Kinogeschichte und ordnet die Darstellung des Anti-Helden in den Kontext des späteren Blockbuster-Kinos ein.
Schlüsselwörter
New Hollywood, Taxi Driver, Martin Scorsese, Travis Bickle, Subjektivität, Isolation, Gewalt, Nouvelle Vague, Autorenkino, Anti-Held, Film Noir, Kameraarbeit, USA, 1970er Jahre, Filmgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit?
Die Arbeit analysiert die Entwicklung des amerikanischen Films in den 1970er Jahren, bekannt als New Hollywood, am Beispiel von Martin Scorseses Film "Taxi Driver".
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die filmische Darstellung von Isolation, sozialer Entfremdung, Wahnsinn sowie die Rolle von Gewalt als Ausdrucksmittel eines Anti-Helden.
Welches Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch narrative und ästhetische Stilmittel eine subjektive Weltanschauung des Protagonisten auf die Leinwand übertragen wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine filmwissenschaftliche Analyse, die unter anderem auf einer Sequenzprotokollierung und der Untersuchung filmischer Stilmittel wie Kameraführung und Schnittfolgen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung des New Hollywood, eine Inhaltsanalyse von "Taxi Driver" und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der visuellen Umsetzung der inneren Zustände von Travis Bickle.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie New Hollywood, Subjektivität, Isolation, visuelle Ästhetik und das Konzept des Anti-Helden.
Inwieweit spielt die Nouvelle Vague eine Rolle für die Regisseure des New Hollywood?
Die Arbeit erläutert, dass europäische Filmemacher der Nouvelle Vague einen bedeutenden Einfluss auf das amerikanische Autorenkino hatten, indem sie das Interesse an kritischer Filmanalyse und selbstreflexivem Filmschaffen förderten.
Warum wird die finale Amoksequenz als zentral für die Analyse angesehen?
Die Sequenz gilt als formaler Kulminationspunkt des Films, in dem die zuvor angestaute Aggression und die subjektive Sichtweise des Protagonisten in einer extrem stilisierten Gewaltentladung gipfeln.
Wie trägt das Taxi zur Darstellung der Isolation von Travis Bickle bei?
Das Taxi fungiert als Sinnbild für die räumliche und soziale Isolation des Protagonisten; er durchquert die Stadt, bleibt jedoch für seine Umwelt eine unsichtbare Figur.
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- Bastian Bammert (Author), 2005, Der amerikanische Film in den 70er Jahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81377