Ein zentrales Thema der germanistischen Sprachwissenschaft ist die deutsche Wortbildung, das Teilgebiet der Lexikologie, welche sich mit den Regeln der Neubildung von Wörtern auseinandersetzt. Zum Verständnis dieser Thematik ist es nötig, dass die Terminologie und die Strukturen der deutschen Wortbildung auch innerhalb von Wörterbüchern erläutert und veranschaulicht werden. In den letzten Jahren wurden Wörterbücher jedoch einer rasanten Weiterentwicklung unterzogen. Das traditionelle gedruckte Nachschlagewerk weicht dabei immer mehr einem elektronischen Pendant, das den Benutzern vor allem innovative Recherchefunktionen bietet. Innerhalb des elektronischen Mediums mehren sich darüber hinaus vor allem in Spezialwörterbüchern zusätzliche Möglichkeiten, bestimmte Sachverhalte effektiv zu präsentieren und das Verständnis dadurch zu fördern. Diese Arbeit beschäftigt sich daher mit den Möglichkeiten der Veranschaulichung der Strukturen der deutschen Wortbildung in einem fachlichen Lern- und Konsultationswörterbuch wie Lexikologie.de, welches sich maßgeblich an Studierende richtet. Zu diesem Zweck werden im Verlauf dieser Arbeit Wege, Technologien und Strategien vorgestellt, die das Erlernen verschiedener Zusammenhänge der deutschen Wortbildung erleichtern und fördern sollen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 GEGENSTAND UND ZIELSETZUNG
1.2 AUFBAU
2 WORTBILDUNG
3 STRUKTUREN DER DEUTSCHEN WORTBILDUNG
3.1 GRUNDLAGEN
3.1.1 ANFORDERUNGEN
3.1.2 WORTBILDUNGSINVENTAR: MORPHEME
3.1.2.1 Funktion und Bedeutung von Morphemen
3.1.2.2 Grad der Selbstständigkeit
3.1.2.3 Stellung
3.1.2.4 Reproduzierbarkeit
3.1.3 SYNTAX VON WORTBILDUNGSKONSTRUKTIONEN
3.1.3.1 Morphemschreibung
3.1.3.2 Kategorienschreibung
3.1.3.3 Klammerschreibung
3.1.3.4 Morphologischer Head
3.1.4 SEMANTISCHE BESCHREIBUNG VON WORTBILDUNGSKONSTRUKTIONEN
3.1.4.1 Probleme der Wortbildung
3.1.4.2 Morphosemantische Motiviertheit
3.1.4.3 Paraphrasierung
3.1.4.4 Transformation
3.2 WORTBILDUNGSARTEN
3.2.1 KOMPOSITION
3.2.1.1 Determinativkomposita
3.2.1.2 Kopulativkomposita
3.2.1.3 Weitere Erscheinungsformen der Komposition
3.2.1.3.1 Reduplikation
3.2.1.3.2 Kontamination
3.2.1.3.3 Zusammenrückung
3.2.2 DERIVATION
3.2.2.1 Explizite Derivation
3.2.2.1.1 Präfigierung
3.2.2.1.2 Suffigierung
3.2.2.1.3 Kombinatorische Derivation
3.2.2.1.4 Affixoide
3.2.2.2 Implizite Derivation
3.2.3 KURZWORTBILDUNG
4 LEXIKOGRAFIE
4.1 GRUNDLEGENDES
4.2 VOM GLOSSAR ZUM ELEKTRONISCHEN WÖRTERBUCH
4.3 DIE BEDEUTUNG DES WÖRTERBUCHMEDIUMS
4.3.1 GEDRUCKTE WÖRTERBÜCHER
4.3.2 ELEKTRONISCHE WÖRTERBÜCHER
4.3.2.1 Spezifische Darstellungs- und Zugriffsmöglichkeiten in elektronischen Wörterbüchern
4.3.2.1.1 Informationsdarbietung und -umfang
4.3.2.1.2 Audio- ,Video- und Interaktionselemente
4.3.2.1.3 Suchfunktionen
4.3.2.1.4 Wörterbuchverknüpfungen
4.3.2.2 Verknüpfungen mit spezifischen Online-Angeboten in elektronischen Wörterbüchern
5 VERANSCHAULICHUNG VON WORTBILDUNGSSTRUKTUREN
5.1 INTERAKTIVE ÜBUNGSMODULE
5.1.1 MERKMALE VON ÜBUNGSMODULEN
5.1.1.1 Einführung zum Aufgabengegenstand
5.1.1.2 Chronologie
5.1.1.3 Lernstoffverknüpfungen
5.1.1.4 Hilfestellungen
5.1.1.5 Randomisierung
5.1.1.6 Leistungsbewertung
5.1.2 EINSATZ VON INTERNET-TECHNOLOGIEN
5.1.2.1 HTML, XHTML und CSS
5.1.2.2 JavaScript
5.1.2.3 AJAX
5.1.2.4 Java-Applets
5.1.2.5 PHP
5.1.2.6 Shockwave Flash
5.1.2.7 XML und SQL
5.2 VORSCHLÄGE FÜR INTERAKTIVE ÜBUNGSMODULE
5.2.1 EINORDNUNG UND BESTIMMUNG NACH TERMINOLOGISCHEN KRITERIEN
5.2.1.1 Grundlegende Ziele
5.2.1.2 Umsetzungsmöglichkeit
5.2.2 EINORDNUNG NACH WORTBILDUNGSARTEN
5.2.2.1 Ziele
5.2.2.2 Umsetzungsmöglichkeiten
5.2.3 ERSTELLUNG VON WORTSTRUKTURBESCHREIBUNGEN
5.2.3.1 Ziele
5.2.3.2 Umsetzungsmöglichkeiten
5.2.3.3 Ablauf eines Assistenten
5.3 AUTOMATISCHE PRÄSENTATIONEN UND ÜBERPRÜFUNGSHILFEN
6 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Strukturen der deutschen Wortbildung in elektronischen Fachwörterbüchern, insbesondere durch interaktive Übungsmodule, effektiv veranschaulicht werden können. Die zentrale Forschungsfrage ist dabei, wie aktuelle Internet-Technologien genutzt werden können, um Studierenden das Erlernen komplexer wortbildender Zusammenhänge durch interaktive und motivierende Systeme zu erleichtern.
- Strukturen der deutschen Wortbildung (Morpheme, Komposition, Derivation, Kurzwortbildung)
- Entwicklung und Funktionen elektronischer Wörterbücher im Vergleich zu gedruckten Werken
- Methoden zur Veranschaulichung von Wortbildungsstrukturen im elektronischen Medium
- Einsatz moderner Web-Technologien (HTML, CSS, JavaScript, AJAX, PHP, XML) in interaktiven Lernmodulen
- Konzeption von interaktiven Übungsassistenten und Überprüfungshilfen
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Wortbildungsinventar: Morpheme
Die Modelle und Muster der Wortbildung unterscheiden sich vorwiegend in der Art und Weise der Anordnung von Sprachbausteinen, den Morphemen, im Prozess der Bildung (Konstituierung) eines neuen Wortes. Morpheme sind die kleinsten nicht aufteilbaren Abfolgen von bedeutungsunterscheidenden lautlichen Zeichen (Phoneme). Ihnen ist entweder eine semantische Bedeutung oder eine nichtlautliche (grammatische) Eigenschaft zugeordnet, die sie eindeutig identifiziert. Durch die Kombination dieser Morpheme werden neue Wortformen und Wörter gebildet, wobei die Eigenschaften der Morpheme und die Art und Weise der Anordnung ausschlaggebend für das zugrunde liegende Wortbildungsmodell sind. Morpheme stellen damit die Konstituenten einer Wortbildungskonstruktion dar und unterscheiden sich in mehreren Gesichtspunkten. Nach ihrer Funktion und Bedeutung, nach dem Grad ihrer Selbstständigkeit, nach ihrer Stellung und nach ihrer Reproduzierbarkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Stellt das Thema der deutschen Wortbildung im Kontext von Wörterbüchern vor und erläutert das Ziel, durch den Einsatz interaktiver Übungsmodule in einem elektronischen Fachwörterbuch das Verständnis für Wortbildungsstrukturen zu fördern.
2 WORTBILDUNG: Gibt einen allgemeinen Überblick über die menschliche Fähigkeit, aus Phonemen Morpheme und daraus eine unbegrenzte Anzahl von Wörtern zu bilden, sowie die Bedeutung der Wortbildung als Teilgebiet der Lexikologie.
3 STRUKTUREN DER DEUTSCHEN WORTBILDUNG: Detaillierte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Inventar (Morpheme), der Syntax (Hierarchiebäume, Klammerschreibung) und der Semantik (Motiviertheit, Paraphrasierung) von Wortbildungskonstruktionen sowie den verschiedenen Wortbildungsarten.
4 LEXIKOGRAFIE: Beschreibt die historische Entwicklung der Lexikografie von frühen Glossaren bis hin zu modernen elektronischen Wörterbüchern und diskutiert die Vorteile sowie technischen Möglichkeiten der digitalen Informationsdarbietung.
5 VERANSCHAULICHUNG VON WORTBILDUNGSSTRUKTUREN: Erörtert die Konzeption interaktiver Übungsmodule auf Basis moderner Internet-Technologien, um den Lernprozess bei Wortbildungsstrukturen aktiv zu unterstützen.
6 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT: Fasst die gewonnenen Erkenntnisse über die Veranschaulichung von Wortbildung im elektronischen Medium zusammen und unterstreicht das Potenzial für die Integration interaktiver Lernansätze in fachlichen Wörterbüchern.
Schlüsselwörter
Wortbildung, deutsche Sprache, Lexikologie, Morpheme, Komposition, Derivation, Lexikografie, elektronisches Wörterbuch, E-Learning, interaktive Übungsmodule, Internet-Technologien, HTML, AJAX, PHP, Sprachwissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Veranschaulichung der Strukturen der deutschen Wortbildung in elektronischen Fach- und Konsultationswörterbüchern, um Lernenden das Verständnis für diese komplexen Zusammenhänge zu erleichtern.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themenfelder umfassen die linguistischen Grundlagen der deutschen Wortbildung, die Geschichte und Entwicklung der Lexikografie vom Druckmedium zum Internet sowie technische Realisierungsmöglichkeiten für interaktive Lernanwendungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, Wege, Technologien und Strategien zu entwickeln, die das interaktive Erlernen und Üben von Wortbildungsprozessen innerhalb eines elektronischen Wörterbuchs ermöglichen und fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt linguistische Analysemodelle (wie die Konstituentenanalyse) zur Strukturierung von Wörtern und kombiniert diese mit IT-Methoden (Web-Entwicklungstechnologien wie AJAX, XML, PHP), um Lerninhalte interaktiv und dynamisch aufzubereiten.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine linguistische Analyse der Wortbildungsstrukturen (Morpheme, Komposition, Derivation) und eine technische Evaluation von Internet-Technologien zur Gestaltung von Übungsmodulen, wie z.B. interaktive Strukturbäume und automatisierte Korrekturfunktionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Wortbildung, Lexikologie, elektronische Wörterbücher, interaktive Lernmodule und Web-Technologien wie AJAX und XML charakterisieren.
Warum ist die Unterscheidung zwischen expliziter und impliziter Derivation wichtig?
Diese Unterscheidung ist zentral, um zu verstehen, ob Wörter durch sichtbare Affixe gebildet werden oder durch Prozesse wie Nullsuffixe oder Stammwechsel, was für die korrekte kategoriale Einordnung und semantische Analyse im Wörterbuch entscheidend ist.
Welchen Mehrwert bieten die beschriebenen interaktiven Übungsmodule gegenüber statischen Inhalten?
Interaktive Module vermeiden passive Lesehaltungen, ermöglichen einen Dialog zwischen Nutzer und Wissensportal, bieten gezielte Hilfestellungen bei Fehlern und steigern durch Randomisierung und dynamische Einbindungen die Langzeitmotivation der Lernenden.
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- Steffen Kuegler (Author), 2007, Die Strukturen der deutschen Wortbildung und deren Veranschaulichung in einem elektronischen Wörterbuch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81392