In diesem Jahr jährt sich das Erscheinen des 1. Teils des Don Quijote de la Mancha zum 400. Mal. 1615 erschien der zweite Teil vom „Scharfsinnigen Edlen von la Mancha“ des Spaniers Miguel de Cervantes Saavedra. Sein weltbekanntes Werk wurde in viele Sprachen übersetzt, die jüngste Übersetzung stammt aus dem Jahre 1976 ins Baskische. Weiterhin hat der deutsche Buchmaler Reinhold Metz 1977 eine handgeschriebene Ausgabe veröffentlicht. Die beiden bekanntesten Übersetzungen ins Deutsche liefern wohl Ludwig Tieck (1799-1801 erschienen) und Ludwig Braunfels (aus dem Jahr 1848).
Sowohl im Spanischen als auch im Deutschen wurde der Don Quijote für ein bestimmtes Publikum bearbeitet, darunter auch für Kinder. Es handelt sich hierbei um eine vereinfachte und gekürzte Abfassung des Originals. Ziel meiner Arbeit ist einerseits, die Unterschiede zwischen einer Übersetzung und einer Bearbeitung aufzuzeigen und andererseits, den spanischen Originaltext des Don Quijote mit den beiden deutschen Übersetzungen von Ludwig Tieck und Ludwig Braunfels und mit je einer deutschen und einer spanischen Kinderbuchbearbeitung zu vergleichen, außerdem auf subjektive Art und Weise ausgewählte Textpassagen aufzuzeigen, zu kritisieren und zu beurteilen.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Biografie von Miguel de Cervantes Saavedra
2. Inhaltsangabe des Don Quijote
2.1 Teil I
2.2 Teil II
3. Struktur des Romans
3.1 Allgemeiner Aufbau
3.2 Erzähltechniken
3.3 Die Protagonisten
3.4 Die Sprache im Don Quijote
3.5 Die rhetorischen Mittel im Don Quijote
3.6 Der Autor und sein Werk
4. Übersetzungsbeispiele und Kritik
4.1 Textbeispiel 1:
4.2 Textbeispiel 2:
4.3 Textbeispiel 3:
5. Übersetzung und Bearbeitung
6. Anhang
6.1 Weltweite Bearbeitung und Rezeption des „Don Quijote“
6.1.1 Verfilmungen, Vertonungen, Medien
6.1.2 Frankreich und England
6.1.3 Deutschland
6.2 Zitate über Don Quijote
6.3 Rezension des „Don Quijote“
6.4 Abbildungen des Don Quijote
6.5 Abbildung der ersten Seite der Erstausgabe
6.6 Abbildung aus der spanischen Kinderbuchbearbeitung
6.7 Abbildungen von Miguel de Cervantes
6.8 Abbildung von Ludwig Tieck
6.9 Übersetzerbiografien
6.9.1 Ludwig Tieck
6.9.2 Ludwig Braunfels
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Übersetzung und Bearbeitung des „Don Quijote“ von Miguel de Cervantes Saavedra, mit besonderem Fokus auf Adaptionen für Kinder. Ziel ist es, die Unterschiede zwischen einer klassischen Übersetzung und einer inhaltlichen Bearbeitung aufzuzeigen sowie den spanischen Originaltext kritisch mit zwei historischen deutschen Übersetzungen (Ludwig Tieck und Ludwig Braunfels) und zwei Kinderbuchbearbeitungen zu vergleichen.
- Vergleich von Übersetzungsstrategien und Textauswahl
- Analyse der sprachlichen und rhetorischen Mittel
- Untersuchung der pädagogischen Intentionen bei Kinderbuchadaptionen
- Kritische Bewertung von Textpassagen hinsichtlich Idiomatik und Stil
- Biografische Einordnung der Übersetzer Tieck und Braunfels
Auszug aus dem Buch
4.1 Textbeispiel 1:
Don Quijote gelangt im 2. Kapitel bei seinem ersten Ausritt an eine Schenke, die er für eine Burg hält, den Wirt für den Burgherrn und die Dirnen davor für Jungfrauen.
„Luego“ (1) in der ersten Zeile übersetzt Braunfels mit „alsbald“ (3), Tieck mit „sogleich“ (4). „Alsbald“ wirkt antiquierter als „sogleich“. Und dies, obwohl die Übersetzung Braunfels´ später erschien. Beide Übersetzer wollten den Stil Cervantes´ beibehalten, um das Ganze authentischer zu gestalten. Meiner Ansicht nach ist aber „sogleich“ treffender.
Im folgenden Satzbeispiel haben sowohl Tieck als auch Braunfels den Satz des Verfassers auf eine andere Weise verstanden: „porque era la mejor pieza que comía pan en el mundo“ (1) hat Braunfels so übersetzt: „denn es sei das allerbeste Tier, das auf Erden sein Futter fresse“ (3), Tieck so: „denn es sei das schönste Tier auf der ganzen Welt, das Brot äße“ (4). Gut, es mag Tiere geben, die Brot essen, bei einem Pferd aber ist dies eher unangebracht zu sagen. „Futter“ ist wohl der geeignetere Ausdruck. Es bleibt die Frage, wie Cervantes dies hier meinte. Ist hier das schönste Tier auf der Welt gemeint, das überhaupt Brot ißt oder das schönste Tier, das auf Erden überhaupt frißt? Hier muss ich leider anmerken, dass beide Übersetzungen nicht gut gelungen sind. Würde man beide kombinieren, käme vielleicht heraus: „denn es sei das schönste Tier auf der ganzen Welt, das sein Futter fresse“. Bei der deutschen Kinderbuchbearbeitung von A. Uszkoreit ist zu finden: “denn es sei das schönste Tier, das auf der Welt sein Futter fresse“ (5). Meiner Ansicht nach ist auch dies leicht mißverständlich.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Vorstellung des Themas und Zielsetzung der Arbeit, den „Don Quijote“ im Kontext von Übersetzung und Bearbeitung für unterschiedliche Zielgruppen zu beleuchten.
1. Biografie von Miguel de Cervantes Saavedra: Übersicht über das Leben und die wichtigsten Lebensstationen des Autors sowie seine Werke.
2. Inhaltsangabe des Don Quijote: Zusammenfassende Darstellung der Handlung des ersten und zweiten Teils des Romans.
3. Struktur des Romans: Analyse der Erzählweise, des fiktiven Autors Cide Hamete Benengeli, der Protagonisten, der zeitgenössischen Sprache und der literarischen Rhetorik.
4. Übersetzungsbeispiele und Kritik: Detaillierter Vergleich der spanischen Originaltexte mit den deutschen Übersetzungen von Tieck und Braunfels sowie verschiedenen Kinderbuchbearbeitungen anhand konkreter Textbeispiele.
5. Übersetzung und Bearbeitung: Theoretische Abgrenzung der Begriffe „Übersetzung“ und „Bearbeitung“ basierend auf der Übersetzungswissenschaft (u.a. nach M. Schreiber und K. Reiß).
6. Anhang: Ergänzende Informationen zu Rezeption, Verfilmungen, Vertonungen sowie biografische Daten zu den Übersetzern und illustrierende Dokumente.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.
Schlüsselwörter
Don Quijote, Miguel de Cervantes, Literarische Übersetzung, Übersetzungskritik, Bearbeitung, Kinderliteratur, Ludwig Tieck, Ludwig Braunfels, Erzähltechnik, Antiheld, Spanische Literatur, Adaption, Textvergleich, Rezeption, Literaturwissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Formen der Übersetzung und inhaltlichen Bearbeitung des Weltklassikers „Don Quijote“ von Miguel de Cervantes, wobei der Schwerpunkt auf den Unterschieden zwischen Fachübersetzungen und pädagogisch motivierten Kinderbuchadaptionen liegt.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?
Die Arbeit betrachtet den historischen Kontext, die narrativen Strukturen des Romans, die Herausforderungen bei der Übersetzung altertümlicher spanischer Texte sowie die Anpassungsstrategien bei der Kürzung und Vereinfachung für junge Leser.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Übersetzer und Bearbeiter mit dem Originaltext umgehen, und anhand konkreter Beispiele eine subjektive qualitative Bewertung der jeweiligen Textpassagen vorzunehmen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es erfolgt eine deskriptiv-analytische Untersuchung, bei der Originaltexte mit deutschen Übersetzungen gegenübergestellt und nach kriteriengeleiteten, übersetzungstheoretischen Ansätzen (insbesondere von Michael Schreiber) bewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die strukturelle Analyse des Romans, eine kritische Auseinandersetzung mit Übersetzungsbeispielen und die theoretische Erörterung des Begriffs der Bearbeitung im Vergleich zur klassischen Übersetzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Don Quijote, literarische Übersetzung, Bearbeitung, Kinderliteratur, Adaption und Übersetzungskritik beschreiben.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Tieck und Braunfels eine so große Rolle?
Diese beiden Übersetzungen stammen aus unterschiedlichen Epochen und spiegeln verschiedene kulturelle und sprachliche Gepflogenheiten wider, was den Vergleich hinsichtlich Idiomatik und Originaltreue besonders aufschlussreich macht.
Wie bewertet der Autor die Kinderbuchbearbeitungen?
Die Bearbeitungen werden als pädagogisch wertvoll erachtet, um schwierige Literatur für junge Menschen zugänglich zu machen, wobei der Autor kritisch anmerkt, dass bei diesen Kürzungen oft stilistische Feinheiten verloren gehen und das angestrebte Sprachniveau teils ungleichmäßig ausfällt.
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- Marite Reiband (Author), 2005, Don Quijote - Übersetzung und Bearbeitung für Kinder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81408