Das Eventmarketing hat sich mittlerweile als ernst zu nehmendes Instrument einer integrierten Unternehmenskommunikation etabliert. Die psychologischen, technischen und kaufmännischen Aspekte wurden schon relativ ausführlich in der Fachliteratur behandelt, für eine dezidierte Betrachtung der juristischen Aspekte wurden bisher aber erst wenige Anstrengungen unternommen. Daher soll an dieser Stelle eine Annäherung an diesen Themenbereich unternommen werden.
An einem Marketingevent sind verschiedene Personengruppen beteiligt. Wird davon ausgegangen, dass eine Agentur mit der Durchführung beauftragt wird, sind dies im wesentlichen fünf Beteiligte bzw. beteiligte Personenkreise: 1. Der Auftraggeber, 2. die Agentur, 3. die Mitwirkenden (Künstler, Techniker etc.), 4. die Teilnehmer und 5. eventuelle Dritte (Anwohner etc.). Hinzu kommen öffentliche und private Stellen, die für Genehmigungen und Ähnliches zuständig sind.
Es ist leicht vorstellbar, dass sich zwischen den genannten Beteiligten vielfältige rechtliche Konstellationen herausbilden können, die im ungünstigsten Fall zu einer ebenso großen Anzahl von Problemen führen können. Diese Arbeit verfolgt daher das Ziel, die wesentlichen Fragen aus betriebswirtschaftlicher Sicht darzustellen und einen systematischen Überblick über die Thematik zu geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Annäherung an die Problematik und Zielstellung der Arbeit
1.2 Vorgehensweise und Definition
2. Vertragsarten und Allgemeine Geschäftsbedingungen
2.1. Der Vertrag
2.1.1. Wichtige Informationen zum Vertragsschluss
2.1.2. Ausgewählte Vertragsarten
2.2. Allgemeine Geschäftsbedingungen
3. Haftung und Versicherung
3.1. Ausgewählte Haftungsfragen
3.2. Risikobehandlung und Absicherungsmöglichkeiten
3.2.1. Risk Management
3.2.2. Relevante Versicherungen für Eventagenturen
4. Genehmigungen und Anmeldeverfahren
5. Problematik der Incentives und ausgewählte Steuerfragen
5.1. Die Incentive-Reise – Definition und steuerliche Behandlung
5.2. Steuerfragen
6. Fazit und kritische Anmerkungen
Anhang
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die wesentlichen juristischen Fragestellungen im Eventmarketing aus betriebswirtschaftlicher Sicht systematisch darzustellen, um einen Überblick über die bei der Durchführung von Marketingevents auftretenden rechtlichen Herausforderungen zu geben.
- Rechtliche Grundlagen und Vertragsgestaltung bei Marketingevents
- Haftungsfragen und Absicherungsstrategien für Eventagenturen
- Anforderungen an Genehmigungen und behördliche Anmeldeverfahren
- Steuerliche Behandlung von Incentive-Reisen und geschäftlichen Zuwendungen
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Wichtige Informationen zum Vertragsschluss
Die saubere und juristisch einwandfreie Gestaltung der Verträge hilft den Beteiligten, spätere Streitigkeiten zu verhindern. Dazu sind einige Grundvoraussetzungen sowie die Besonderheiten von, für den Veranstaltungsbereich relevanten,Vertragsarten zu beachten. Beschäftigt man sich mit dem Eventbereich, wird schnell offenkundig, dass wie auch in der Konzertbranche keine speziellen gesetzlichen Normen für diesen Bereich existieren, das BGB stellt lediglich eine allgemeine zivilrechtliche Grundlage dar. Im Streitfall wird daher im Allgemeinen nach dem „Gewohnheitsrecht“ der Branche entschieden.
Vertragsrechtliche Grundlagen wie der Vertragsschluss, Formvorschriften und dergleichen sollen in dieser Arbeit aus Platzgründen nicht behandelt werden, es sei auf die einschlägige Literatur verwiesen. Wegen der großen Bedeutung in der Praxis wird jedoch auf das Recht der Stellvertretung und der Leistungsstörungen im Folgenden eingegangen. Die Stellvertretung gehört im Eventbereich zum Tagesgeschäft: Die Agentur organisiert für Ihre Auftraggeber, Subunternehmer arbeiten für die Agentur, Künstler lassen sich durch ihren Agenten vertreten usw. Die relevanten Vorschriften zum Recht der sogenannte offenen, unmittelbaren Stellvertretung finden sich in den §§ 164 ff. BGB. Eine Stellvertretung erfolgt dann, wenn der Stellvertreter eine eigene Willenserklärung abgibt, im Namen des Vertretenen auftritt (§ 164 I BGB) sowie seine Vertretungsmacht nicht überschreitet gem. § 164 I S.1 BGB.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Vorstellung des Eventmarketings als Instrument der Unternehmenskommunikation und Definition der Zielsetzung sowie der Vorgehensweise der Arbeit.
2. Vertragsarten und Allgemeine Geschäftsbedingungen: Erörterung der vertraglichen Grundlagen und der Bedeutung von AGB zur Risikominimierung im Eventgeschäft.
3. Haftung und Versicherung: Analyse von Haftungsrisiken bei Veranstaltungen und Darstellung möglicher Versicherungsstrategien zur Absicherung des Veranstalters.
4. Genehmigungen und Anmeldeverfahren: Überblick über baurechtliche Voraussetzungen, Genehmigungspflichten für Veranstaltungsorte und notwendige behördliche Erlaubnisse.
5. Problematik der Incentives und ausgewählte Steuerfragen: Untersuchung der steuerlichen Behandlung von Incentive-Reisen sowie spezieller Steuerprobleme bei internationalen Dienstleistungen.
6. Fazit und kritische Anmerkungen: Zusammenfassende Bewertung der rechtlichen Komplexität und Hinweis auf bestehenden Reformbedarf.
Anhang: Beispiel für eine Veranstalter-Haftpflicht-Versicherung (Multi Cover Police).
Schlüsselwörter
Eventmarketing, Veranstaltungsrecht, Haftung, BGB, Vertragsarten, Stellvertretung, Allgemeine Geschäftsbedingungen, Risk Management, Versicherungsschutz, Genehmigungsverfahren, Baurecht, Incentive-Reisen, Steuerrecht, Umsatzsteuer, Veranstalterhaftung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die rechtlichen Herausforderungen, mit denen sich Eventagenturen bei der Planung und Durchführung von Marketingveranstaltungen auseinandersetzen müssen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder sind Vertragsrecht, Haftungsrecht, Versicherungen, behördliche Genehmigungen sowie steuerliche Aspekte bei Incentive-Reisen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen systematischen Überblick über die rechtliche Problematik bei Marketingevents aus betriebswirtschaftlicher Perspektive zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die grundlegende gesetzliche Bestimmungen auf die spezifischen Bedürfnisse der Eventbranche anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Vertragsgestaltung, Haftung und Versicherung, Genehmigungsverfahren sowie die steuerliche Behandlung von Anreizsystemen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Veranstalterhaftung, AGB, Risiko-Management, Incentive-Reisen und Eventrecht geprägt.
Warum sind AGB für Eventagenturen besonders wichtig?
AGB ermöglichen eine Flexibilisierung der Verträge, dienen der Risikoeingrenzung und können durch Festlegung von Leistungsverweigerungsrechten die Agentur bei säumigen Kunden schützen.
Welche steuerliche Besonderheit ergibt sich bei Incentive-Reisen im Ausland?
Aufgrund gesetzlicher Änderungen werden Verpflegungsleistungen im Ausland häufig nicht mehr der Margenbesteuerung unterworfen, was für deutsche Agenturen zu Wettbewerbsnachteilen führen kann.
- Quote paper
- Dipl.-Kaufmann Holger Löbel (Author), 2003, Rechtliche Fragen im Eventmarketing - Ein systematischer Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81450