Die Schule nimmt in der Sozialisation eines Menschen einen hohen Stellenwert ein. Sie ist eine wichtige Schnittstelle zwischen Kindheit und Erwachsenenleben und muss sich aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen, wie Globalisierung, zunehmender Multikulturalität, ethnischer Heterogenität aber auch hoher Arbeitslosigkeit ständig auf neue Bedürfnisse der Gesellschaft einstellen. Aufgrund der schlechten Ergebnisse in internationalen Vergleichsstudien wurde der Ruf nach Verbesserung des Schulsystems, der Schulstruktur, aber auch der fachlichen Qualifikation des Lehrpersonals laut.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit den aktuellen Defiziten der Lehrerausbildung in Deutschland. Nachdem die Ausgangslage kurz dargestellt wurde, werden die Defizite in Bezug auf Dauer, Umfang und Organisation des Studiums sowie die Defizite der an der Ausbildung beteiligten Institute erläutert und Möglichkeiten einer Verbesserung der Ausbildung aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Die aktuelle Situation in Deutschland
Defizite und Lösungswege
1. Vermittlungskompetenz
2. Fachbezug
3.. Praxisanteile
4. Berufsfeld- und Forschungsbezug
5. Kooperation von 1. und 2. Phase
6. Fort- und Weiterbildung
Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die strukturellen Defizite der Lehrerausbildung in Deutschland und erarbeitet Lösungsansätze, um die Ausbildung berufstauglicher zu gestalten und international konkurrenzfähig zu machen.
- Strukturelle Defizite in Dauer, Umfang und Organisation des Studiums
- Die mangelnde Verzahnung von Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Erziehungswissenschaften
- Optimierung der Praxisanteile und Kooperation zwischen den Ausbildungsphasen
- Notwendigkeit von Fort- und Weiterbildung für Lehrkräfte
Auszug aus dem Buch
Defizite und Lösungswege
Die Defizite der Lehrerausbildung umfassen verschiedene Bereiche, wie zum Beispiel den Fachbezug, die Praxisanteile oder die Kooperation der unterschiedlichen Phasen der Ausbildung.
Allgemein kann man sagen, dass die Lehrerausbildung wie sie aktuell praktiziert wird nur bedingt berufstauglich macht. Ein Grund dafür ist, dass Fachdidaktik, Erziehungswissenschaften und Fachwissenschaften nicht zusammen arbeiten. Die Integration dieser Fächer fällt vollkommen auf die Studierenden zurück. Das bedeutet nicht nur mehr Arbeit, sondern erfordert auch ein hohes Maß an Koordination an dem der ein oder andere scheitert, weil er mit der hohen Eigeninitiative überfordert ist. Eine Lösung für dieses Defizit wäre die Schaffung eines Ortes der Lehrerbildung, welcher die Funktion der Koordination von Fachwissenschaften, Fachdidaktik und Erziehungswissenschaften übernimmt. Es gibt schon vereinzelt Zentren für Lehrerbildung, doch sie haben noch zu wenig Mitspracherecht. Ein weiteres Problem zeigt sich im internationalen Vergleich auf. Mit einer Studiendauer von 6 bis 10 Jahren dauert die Ausbildung in Deutschland verhältnismäßig lange und das Alter der Absolventen ist sehr hoch.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung verortet den Stellenwert der Schule im gesellschaftlichen Wandel und definiert die Problemstellung der Lehrerausbildung in Deutschland.
Die aktuelle Situation in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die landesrechtlich geregelte Struktur der zweiphasigen Lehrerausbildung.
Defizite und Lösungswege: Eine Untersuchung der Schwachstellen im aktuellen Ausbildungssystem mit Vorschlägen zur besseren Koordination der Fachbereiche.
1. Vermittlungskompetenz: Analysiert den Ressourcenkonflikt zwischen Fachwissenschaften und Fachdidaktik sowie die Notwendigkeit einer Aufwertung der didaktischen Ausbildung.
2. Fachbezug: Kritisiert das fehlende Kerncurriculum und plädiert für eine stärkere Differenzierung der Studiengänge.
3.. Praxisanteile: Erörtert die Forderung nach einem früheren und intensiveren Praxisbezug innerhalb der universitären Ausbildung.
4. Berufsfeld- und Forschungsbezug: Beleuchtet das Defizit an schulbezogener Forschung und den Mangel an wissenschaftlichem Nachwuchs in der Didaktik.
5. Kooperation von 1. und 2. Phase: Kritisiert die institutionelle und personelle Entkoppelung von Hochschule und Studienseminar.
6. Fort- und Weiterbildung: Forderung nach obligatorischen Weiterbildungsangeboten zur Sicherung der Qualität im Lehrberuf.
Zusammenfassung: Fazit über die Notwendigkeit politischer Handlungsbereitschaft für langfristige Reformprojekte.
Schlüsselwörter
Lehrerausbildung, Deutschland, Fachdidaktik, Erziehungswissenschaften, Schulpraxis, Reform, Studium, Kooperation, Lehrerbildung, Studienreform, Vermittlungskompetenz, Schulsystem, Lehrerberuf, Curriculum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den aktuellen Status und die strukturellen Defizite der Lehrerausbildung in Deutschland und diskutiert Verbesserungsvorschläge.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Ausbildungsorganisation, den Praxisbezug, die fachdidaktische Integration sowie die notwendige Kooperation zwischen den Ausbildungsphasen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie die Lehrerausbildung berufstauglicher gestaltet und international wettbewerbsfähiger gemacht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Analyse bildungspolitischer Rahmenbedingungen sowie auf eine Auswertung von Diskussionen, die auf eigenen Erfahrungen an der Universität Potsdam basieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Defizite in der Vermittlungskompetenz, dem Fachbezug, den Praxisanteilen sowie der mangelnden Abstimmung zwischen Hochschule und Referendariat.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Lehrerausbildung, Fachdidaktik, Praxisbezug, Reform, Kooperation und Professionalisierung sind die zentralen Begriffe.
Warum wird die mangelnde Kooperation kritisiert?
Weil Hochschule und Studienseminar institutionell und inhaltlich unabhängig voneinander agieren, was zu ineffizienten Doppelungen und Verzögerungen in der Ausbildung führt.
Welcher Vorschlag wird bezüglich des Referendariats gemacht?
Es wird vorgeschlagen, das Referendariat zu verkürzen und stattdessen ein einsemestriges, stärker betreutes Schulpraktikum in die Masterphase zu integrieren.
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- Martina Hoffeins (Author), 2005, Die Reform der Lehrerausbildung - Defizite der Lehrerausbildung in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81460