Die Verschärfung des internationalen Wettbewerbs, vor allem hervorgerufen durch die Globalisierung der Märkte, zwingt Unternehmungen dazu ihre Managementkonzepte zu überdenken und nach adäquaten Alternativen zu suchen. Gerade im Umfeld von vorherrschenden Rezessionsängsten muß vor allem nach Einsparungspotenzialen gesucht werden, die der Unternehmung auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten den Fortbestand sichern. Alle Bereiche einer Unternehmung sollen kundenorientierter, kostengünstiger und schneller arbeiten . Von diesen Überlegungen sind im Bereich der Produktionsunternehmen auch jene betroffen, die sich hauptsächlich mit der Einzelfertigung befassen, da sie sich im höchsten Maße an den Bedürfnissen ihrer Kunden orientieren müssen. Im Rahmen der Kostensenkungsbemühungen innerhalb der Unternehmungen wird unweigerlich die Reduzierung der Fertigungstiefe ein zu überdenkendes Faktum. Dieser Bereich knüpft an die Frage nach Eigenerstellung oder Fremdbezug (make-or-buy) an. Welche Leistungen, Produkte oder Produktteile soll die Unternehmung demnach selbst erstellen und welche sollen von Dritten bezogen, also ausgelagert werden? Um eine spezifische Form der make-or-buy - Entscheidung handelt es sich bei dem in der vorliegenden Arbeit untersuchten Outsourcing .
Der hohe Wettbewerbsdruck gekoppelt mit dem globalen Verdrängungswettbewerb zwingt die Unternehmungen dazu, die Organisation zu verschlanken bzw. "schlanker" zu produzieren. Die Erkenntnis, dass eine schlanke Produktion (Lean Production) erhebliche Erfolgsfaktoren beinhaltet, fand spätestens Anfang der 1990´er Jahre branchenübergreifende Beachtung. Schon zu dieser Zeit war bekannt, dass die erfolgreichsten Unternehmen der Automobilindustrie lediglich 25% der Wertschöpfung am Endprodukt selber erbringen und somit 75% fremdbezogen werden. Die hieraus resultierende Popularität des Lean Production - Konzepts geht eng einher mit der Absicht der Unternehmungen sich auf das zu konzentrieren, was sie besonders gut bzw. besser als andere beherrschen . So ist auch das in der Literatur vielfach verwendete Motto "do what you can do best - outsource the rest" , als eine Konzentration auf die Kernkompetenzen mit einer gleichzeitigen Auslagerung aller Aufgaben die nicht zu den Kernaufgaben der Unternehmung gehören, zu verstehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Problemstellung
2. Begriffliche Annäherung und Abgrenzung
2.1 Einzelproduktion
2.2 Outsourcing
3. Outsourcingstrategien und –motive
4. Darstellung der Outsourcingmöglichkeiten in der Einzelproduktion entlang der Wertschöpfungskette
4.1 Bereiche der Wertschöpfungskette
4.2 Direkt am Produktionsprozeß beteiligte Bereiche
4.3 Indirekt am Produktionsprozeß beteiligte und unterstützende Bereiche
5. Betriebswirtschaftliche Beurteilung
5.1 Chancen
5.2 Risiken
6. Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und betriebswirtschaftlichen Auswirkungen von Outsourcing im spezifischen Kontext der Einzelfertigung, um Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Konzentration auf Kernkompetenzen zu steigern.
- Analyse der theoretischen Grundlagen von Einzelproduktion und Outsourcing
- Untersuchung von Outsourcingmotiven wie Kosten-, Leistungs- und Flexibilitätsorientierung
- Darstellung von Outsourcingpotenzialen entlang der Wertschöpfungskette
- Betriebswirtschaftliche Abwägung von Chancen und Risiken
- Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für Einzelfertiger
Auszug aus dem Buch
4.2 Direkt am Produktionsprozeß beteiligte Bereiche
Die direkt am Produktionsprozeß beteiligten Unternehmensfunktionen reichen von der Forschung und Entwicklung, also der Konzeption der zu erstellenden Leistung, über die Produktionsvorbereitung, bspw. in Form der Beschaffung und der logistischen Verteilung, bis hin zur Produktion und Fertigstellung der Leistung. Charakteristisch für die Einzelfertigung ist hierbei die nachhaltige gegenseitige Einflußnahme und Abhängigkeit der einzelnen Funktionsbereiche. Bei der Projektentstehung bzw. –anbahnung sind sowohl die Machbarkeit als auch die exakte Artikulation der Kundenwünsche in besonderem Maße zu berücksichtigen, da sie erheblichen Einfluß auf den Gesamterfolg haben.
Jegliche Änderungen im später laufenden Produktionsprozeß sind auf Unternehmensseite weitestgehend auszuschließen, da diese dem Kundeninteresse widersprechen. Die Forschung und Entwicklung ist strikt an den Kundenwünschen unter Berücksichtigung des Umsetzbaren auszurichten. Vorab ist zu klären ob es schon ähnliche Projekte, bspw. im Großmaschinenbau gab, an deren möglichen Lösungsansätzen und Erfahrungen partizipiert werden kann. Darauf aufbauend kann die Outsourcingentscheidung erfolgen. Mögliche Leistungen sind in der Ideenfindung, allgemeinen Entwicklungsleistungen, der Prototypenerstellung, der Simulation und dem Design zu sehen. Als mögliche Outsourcing-Partner sind z.B. Unternehmen mit Fokussierung auf Ingenieur- und Designdienstleistungen, wie auch Architekten und ggf. Statiker zu sehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Problemstellung: Diese Einleitung führt in die Notwendigkeit von Outsourcing aufgrund des internationalen Wettbewerbs und der Bedeutung von "Lean Production" ein.
2. Begriffliche Annäherung und Abgrenzung: Dieses Kapitel definiert die Einzelproduktion als Oberbegriff und klärt den Begriff Outsourcing als langfristige strategische Entscheidung.
3. Outsourcingstrategien und –motive: Es werden die drei zentralen Motivationen – Kostenorientierung, Leistungsorientierung und Flexibilitätsorientierung – detailliert analysiert.
4. Darstellung der Outsourcingmöglichkeiten in der Einzelproduktion entlang der Wertschöpfungskette: Dieses Kapitel untersucht die praktischen Auslagerungsmöglichkeiten in direkt und indirekt am Produktionsprozess beteiligten Unternehmensbereichen.
5. Betriebswirtschaftliche Beurteilung: Hier erfolgt eine kritische Gegenüberstellung der Chancen wie Kostensenkung und Flexibilisierung sowie der Risiken wie Know-how-Verlust und Abhängigkeiten.
6. Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit: Das Fazit unterstreicht die Notwendigkeit einer strategischen Herangehensweise und die Konzentration auf Kernkompetenzen zur Sicherung der Überlebensfähigkeit.
Schlüsselwörter
Einzelproduktion, Outsourcing, Wertschöpfungskette, Kernkompetenzen, Lean Production, Fremdbezug, make-or-buy, Kostenorientierung, Flexibilität, Prozessoptimierung, Unternehmensstrategie, Instandhaltung, Materialwirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung und betriebswirtschaftlichen Bewertung von Outsourcing-Möglichkeiten, speziell für Unternehmen, die in der Einzelfertigung tätig sind.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Betrachtung?
Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung von Produktions- und Outsourcing-Begriffen, die Analyse der Beweggründe für Auslagerungen sowie die Identifikation konkreter Funktionsbereiche entlang der Wertschöpfungskette, die für Outsourcing in Frage kommen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen der Einzelfertigung durch Outsourcing ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern können, ohne die notwendige Flexibilität und Kundennähe zu gefährden.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der systematischen Kategorisierung von Unternehmensfunktionen innerhalb einer Wertschöpfungskette, um Outsourcing-Entscheidungen betriebswirtschaftlich beurteilen zu können.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine strategische Motivationsanalyse und eine konkrete Unterteilung der Unternehmensbereiche in direkt und indirekt am Produktionsprozess beteiligte Funktionen, wobei deren Outsourcing-Potenziale jeweils einzeln geprüft werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind Einzelproduktion, Outsourcing, Kernkompetenzen, Flexibilitätsorientierung, make-or-buy-Entscheidungen und Prozessoptimierung.
Warum ist das Thema Outsourcing speziell für die Einzelfertigung kritisch?
Die Einzelfertigung erfordert eine hohe Flexibilität und eine starke Ausrichtung an individuellen Kundenwünschen. Ein fehlerhaftes Outsourcing könnte hier die für den Gesamterfolg entscheidende Reaktionsfähigkeit gefährden.
Welche Rolle spielt die Instandhaltung bei den Outsourcing-Überlegungen?
Die Arbeit differenziert zwischen produktionsnaher und sekundärer Instandhaltung. Während Letztere unkritisch auszulagern ist, stellt die produktionsnahe Instandhaltung aufgrund direkter Auswirkungen auf die Fertigung hohe Anforderungen an den externen Dienstleister.
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- Oliver Bartsch (Author), 2001, Darstellung und betriebswirtschaftliche Beurteilung der Outsourcingmöglichkeiten im Rahmen der Einzelproduktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8148