Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics

Die Notwendigkeit der Fehleranalyse beim Orthographieerwerb

Title: Die Notwendigkeit der Fehleranalyse beim Orthographieerwerb

Term Paper , 2007 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marcus Sommer (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Wochenlang wurde im Frühjahr 2006 in deutschen Tages- und Wochenzeitungen über die Frage debattiert: Wie frei dürfen Kinder schreiben? Oder anders formuliert: Welchen Wert hat die Fehleranalyse in den frühen Texten von Schreibanfängern?

Die renommierte Grundschulpädagogin Renate Valtin schlug Alarm, attackierte das beschriebene fehlerignorierende Vorgehen als "schädlich“ und versuchte sogar, dieses didaktische Prinzip zumindest an Berliner Grundschulen durch die Senatsverwaltung zu stoppen (vgl. Burchard 2006). Die Problematik beschäftigt auch die vorliegende Hausarbeit. Es gilt zu klären, inwieweit eine Fehleranalyse bei Schreibanfängern notwendig und wichtig ist. Müssen Schüler auf ihre orthographischen Fehlschreibungen hingewiesen werden oder überwiegen die Nachteile dieses Vorgehens? Inwiefern ist eine Fehleranalyse notwendig?

Die Hausarbeit versucht, diese Fragestellung argumentativ zu erörtern und mögliche Wege einer angemessenen Fehleranalyse aufzuzeigen. Dies wird exemplarisch an der Oldenburger Fehleranalyse durchgeführt, die ebenfalls kritisch betrachtet werden soll.

Zunächst soll aber in einem ersten Schritt versucht werden, den Begriff des (orthographischen) Fehlers zu definieren und zu erklären, unter welchen Gesichtspunkten ihn die heutige Pädagogik deutet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil

2.1 Der veränderte Blickwinkel: Die Bedeutung von Rechtschreibfehlern in der heutigen Didaktik

2.1.1 Das moderne Verständnis von Rechtschreibfehlern

2.1.2 Stadien des Schriftspracherwerbs

2.2. Die Notwendigkeit der Fehleranalyse

2.3 Möglichkeiten zur Diagnostizierung von Fehlerschwerpunkten: Das Fallbeispiel OLFA

2.3.1 Die Oldenburger Fehleranalyse als ein mögliches Instrument der Fehleranalyse

2.3.2 Kritische Anmerkungen zu OLFA

3. Synthese: Fehleranalyse als Hilfe zum kindgerechten Orthographieerwerb

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und den Stellenwert der Fehleranalyse im Schriftspracherwerb von Grundschulkindern. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern eine gezielte Fehlerdiagnose als pädagogisches Instrument zur individuellen Förderung dienen kann, ohne die Schreibfreude der Kinder zu hemmen.

  • Paradigmenwechsel im Verständnis von Rechtschreibfehlern
  • Entwicklungsstadien des Schriftspracherwerbs
  • Die Oldenburger Fehleranalyse (OLFA) als Diagnosewerkzeug
  • Qualitative Fehleranalyse vs. klassische Diktatkorrektur
  • Methoden der individuellen Lernförderung

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Die Oldenburger Fehleranalyse als ein mögliches Instrument der Fehleranalyse

Dabei stellt sich die Frage, ein Instrument zu finden, welches den hohen Ansprüchen der Fehleranalyse genügt, die vorgestellten modernen Vorstellungen von orthographischen Fehlern berücksichtigt, sich auf die etablierten Stufenmodelle zur Rechtschreibung bezieht und eine genaue qualitative Analyse vornimmt, aus der sich Rückschlüsse ziehen lassen. Im folgenden wird dabei ein mögliches Instrument vorgestellt, was sich als durchaus geeignet und effektiv bezeichnen lassen kann: Die Oldenburger Fehleranalyse, kurz OLFA (Thomé/Thomé 2004).

Die Diplompädagogin Dorothea Thomé und der Sprachwissenschaftler Günther Thomé entwickelten das Instrument „für die Rechtschreibdiagnose freier Schülertexte“, „das bei gravierenden orthographischen Schwierigkeiten ab Klasse drei zur Förderdiagnose eingesetzt werden kann“ (ebd, S. 4). Durch diesen Test sollen die Texte einer „qualitativen entwicklungs orientierten Fehleranalyse unterzogen werden“, die genaue Daten „über das individuelle orthographische Kompetenzniveau“ erbringen sollen (ebd.).

„Fehler sind nicht gleich Fehler“ (ebd, S. 7): Ausgehend von diesem Paradigma, versucht das vorliegende Instrument, die Art der gemachten Fehler genauer zu klassifizieren, um die entsprechenden Kompetenzniveaus der Schüler herauszufinden (vgl. ebd.). Das Ziel ist also „Auskunft über die Organisation der kognitiven Strukturen im Bereich der Rechtschreib kompetenz zu erhalten“ (ebd., S. 10).

Durch diese innovativen Ansätze soll ermöglicht werden, die Testpersonen mit ihrem individuellen Fehlerprofil „den einzelnen Phasen des Orthographie erwerbs zuzuordnen“ (ebd.). Durch die Einteilung der auftauchenden Fehler in insgesamt 37 Fehlerkategorien – die sich wiederum den drei grundlegenden Phasen des Orthographiererwerbs zuordnen lassen (siehe Phasenmodell von Frith) – kann eine genaue Analyse erfolgen, die sich über zwei zu berechnende Kompetenzwerte ermittel lässt: Kompetenzwert A und B.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert den historischen Wandel in der Bewertung von Rechtschreibfehlern, von der Bestrafung hin zu einem modernen, lernprozessorientierten Verständnis, und führt in die zentrale Fragestellung der Arbeit ein.

2 Hauptteil: Der Hauptteil erläutert den theoretischen Hintergrund des Schriftspracherwerbs, begründet die Notwendigkeit einer qualitativen Fehleranalyse und stellt die Oldenburger Fehleranalyse (OLFA) sowie deren kritische Würdigung detailliert dar.

3. Synthese: Fehleranalyse als Hilfe zum kindgerechten Orthographieerwerb: Dieses Kapitel verknüpft die gewonnenen Erkenntnisse und plädiert für einen ausgewogenen Unterricht, der Fehler als notwendige Schritte im Lernprozess begreift und zur individuellen Förderung nutzt.

Schlüsselwörter

Fehleranalyse, Schriftspracherwerb, Rechtschreibdiagnose, Grundschulpädagogik, OLFA, Oldenburger Fehleranalyse, Orthographieerwerb, Kompetenzwert, Rechtschreibförderung, Lernprozess, Schülertexte, Schreibdidaktik, Stufenmodell, Graphemfehler, Individualförderung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung von Rechtschreibfehlern im Schriftspracherwerb und der Frage, wie Lehrkräfte diese Fehler produktiv für die individuelle Förderung von Grundschülern nutzen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind der Wandel vom defizitorientierten zum prozessorientierten Fehlerverständnis, die entwicklungspsychologischen Stadien beim Schreibenlernen sowie die diagnostischen Möglichkeiten qualitativer Fehleranalyse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum eine qualitative Fehleranalyse notwendig ist, um Schülern den Erwerb korrekter Schreibweisen zu erleichtern, ohne dabei die Freude am freien Schreiben zu unterdrücken.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit der aktuellen fachdidaktischen Forschung sowie auf die exemplarische Vorstellung des diagnostischen Instruments OLFA (Oldenburger Fehleranalyse).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des modernen Fehlerverständnisses, die Erläuterung von Phasenmodellen des Schriftspracherwerbs sowie die detaillierte Beschreibung und kritische Reflexion des OLFA-Verfahrens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Fehleranalyse, Rechtschreibdiagnose, Schriftspracherwerb, OLFA und individuelle Lernförderung maßgeblich geprägt.

Wie unterscheidet sich die Oldenburger Fehleranalyse von klassischen Diktaten?

Im Gegensatz zu Diktaten, die oft Stress erzeugen und nur eine quantitative Fehlerzahl liefern, ermöglicht OLFA eine qualitative Analyse freier Schülertexte, um kognitive Strategien und den individuellen Entwicklungsstand des Kindes präzise abzubilden.

Welche Kritikpunkte werden gegenüber der OLFA geäußert?

Kritisiert wird unter anderem, dass das Verfahren grammatikalische Fehler nicht differenziert erfasst und die komplexe Auswertung der Kompetenzwerte für Schüler oft nicht transparent oder zugänglich ist.

Excerpt out of 19 pages  - scroll top

Details

Title
Die Notwendigkeit der Fehleranalyse beim Orthographieerwerb
College
Free University of Berlin  (Fachbereich für Erziehungswissenschaft und Psychologie)
Course
Schriftspracherwerb
Grade
1,0
Author
Marcus Sommer (Author)
Publication Year
2007
Pages
19
Catalog Number
V81553
ISBN (eBook)
9783638880268
ISBN (Book)
9783668383579
Language
German
Tags
Notwendigkeit Fehleranalyse Orthographieerwerb Schriftspracherwerb
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcus Sommer (Author), 2007, Die Notwendigkeit der Fehleranalyse beim Orthographieerwerb, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81553
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  19  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint