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Lebendige Arbeit im Verborgenen

Wunschproduktion und Phantasietätigkeit als Konstituenten des Realen nach Alexander Kluge

Title: Lebendige Arbeit im Verborgenen

Term Paper , 2005 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Philipp Schmidt (Author)

Communications - Movies and Television
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Diese verdrängten menschlichen Potentiale und komplexen Konstellationen auf der Ebene des von Kluge so bezeichneten subdominanten Bewusstseins, sollen innerhalb der vorliegenden Arbeit genauer analysiert und in ihren unterschiedlichen Ausdrucksformen beschrieben werden.
Zuvor werde ich jedoch in einem ersten Schritt auf Alexander Kluges Realismusbegriff und dessen Implikationen eingehen. Hierbei soll die Komplexität des Realzusammenhang anhand der Unterscheidung zwischen Realität als fiktiver Konstellation und sinnlich erfahrbarer Lebenswirklichkeit dargestellt werden. Des weiteren möchte ich in diesem Zusammenhang näher auf die gesellschaftlichen Produktionsbedingungen von Wirklichkeit eingehen, und mich dabei mit zentralen Aspekten einer Kapitalismusanalyse auseinandersetzen, wie sie meines Erachtens nach in Alexander Kluges Arbeiten implizit enthalten ist.
Der dritte Gliederungspunkt befasst sich daran anschließend mit den Verarbeitungsformen gesellschaftlicher Realität. In diesem Rahmen möchte ich genauer auf die Kategorie des subdominanten Bewusstseins, dessen Ausdrucksweisen und anti-realistischen Tendenzen eingehen. Wunschproduktion und Phantasietätigkeit stellen hierbei zentrale Bezugsgrößen dar, die maßgeblich an der Produktion von Wirklichkeit beteiligt sind und in ihren unterschiedlichen Formen eine lebendige Arbeit des Protests leisten. Die vielschichtigen Arbeiten Alexander Kluges zeichnen sich nicht zuletzt dadurch aus, dass Kluge beständig nach Bündnissen mit jenen Triebkräften und Ausdrucksformen sucht, die gemeinhin als irrational und unwirklich gelten, und doch von einem kritischen Standpunkt aus einen zentralen Bezugspunkt darstellen, denn: „Wahr ist nur was nicht in diese Welt passt.“ .

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE KATEGORIE DER REALITÄT ALS FIKTION UND BEZUGSPUNKT

2.1. SCHÄRFSTE IDEOLOGIE UND SINNLICHE KONKRETION: KOMPLEXITÄT DES ZUSAMMENHANGS

2.2. VERWUNSCHENE REALITÄT: TAUSCHABSTRAKTION UND WARENFETISCH

3. DIE VERARBEITUNGSWEISEN GESELLSCHAFTLICHER REALITÄT

3.1. REALITÄTSPRINZIP UND PHANTASIETÄTIGKEIT – DIE ARBEITSWEISEN DES BEWUSSTSEINS

3.2. DIE WÜSTE VOR DEN TOREN DER STADT

4. ABSCHLIEßENDE BEMERKUNGEN

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Realismusbegriff Alexander Kluges im Kontext einer kritischen Kapitalismusanalyse und erforscht, wie subjektive Verarbeitungsformen gesellschaftlicher Realität als widerständiges Potential fungieren. Die Forschungsfrage widmet sich dabei der Spannung zwischen fiktiven Realitätskonstellationen und der sinnlich erfahrbaren Lebenswirklichkeit.

  • Analyse von Alexander Kluges Realismusbegriff und dessen theoretischen Implikationen.
  • Untersuchung der gesellschaftlichen Produktionsbedingungen von Wirklichkeit durch Tauschabstraktion und Warenfetisch.
  • Darstellung des subdominanten Bewusstseins als Ort für Triebkräfte und widerständige Potentiale.
  • Bedeutung von Wunschproduktion und Phantasietätigkeit als „Protestarbeit“.
  • Reflexion über filmische Ausdrucksformen als materielle Organisationsform zur Artikulation unterdrückter Erfahrungen.

Auszug aus dem Buch

2.2. Verwunschene Realität: Tauschabstraktion und Warenfetisch

Wie bereits erwähnt, lässt sich Kluges Realismusbegriff allein sinnvoll begreifen, wenn dessen Grundlagen als innerhalb der gesellschaftlichen Verhältnisse bestehende verstanden werden. Da Wirklichkeit keine außerhalb menschlicher Praxis existierende Gegenständlichkeit besitzt, bestimmt sich ihr Gehalt wesentlich durch die Formen und Verhältnisse in denen sich menschliches Handeln vollzieht.

Die Verfasstheit von Gesellschaften, in denen die kapitalistische Produktionsweise historisch zur beherrschenden Form gesellschaftlichen Austauschs geworden ist, unterscheidet sich hierbei grundlegend von allen, jener Formation vorangegangenen, Formen der Organisation und Reproduktion gesellschaftlichen Lebens: „Von der Warte der kapitalistischen Gesellschaft aus ließen sich die Verhältnisse vorkapitalistischer Formationen als persönliche, manifest gesellschaftliche und qualitativ besondere Beziehungen, das heißt differenziert bezüglich der Zugehörigkeit zu gesellschaftlichen Gruppierungen, sozialem Status usw., beschreiben.“ Die Verkehrsformen in denen sich menschliches Handeln unter kapitalistischen Bedingungen vollzieht sind demgegenüber dadurch gekennzeichnet, dass die gesellschaftlichen Beziehungen der Menschen zueinander gerade nicht offen ersichtlich sind, ihnen ihr eigenes gesellschaftliches Handeln vielmehr als eine außerhalb ihrer Beziehungen bestehende gegenständliche Macht gegenübertritt: „Ihr eigenes Aufeinanderstoßen produziert eine über ihnen stehende, fremde gesellschaftliche Macht.“ Die Ursachen dieser spezifischen Verkehrung können im Rahmen der vorliegenden Arbeit lediglich angedeutet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Spannungsverhältnis von Alexander Kluges Realismusbegriff ein und skizziert die Notwendigkeit, eine Realität zu kritisieren, die als entfremdende Gewalt über dem Einzelnen steht.

2. DIE KATEGORIE DER REALITÄT ALS FIKTION UND BEZUGSPUNKT: Dieses Kapitel ergründet die theoretischen Grundlagen des Realen, wobei besonders das Wechselspiel zwischen fiktiven Konstellationen und konkreter gesellschaftlicher Praxis sowie die Auswirkungen der Tauschabstraktion untersucht werden.

3. DIE VERARBEITUNGSWEISEN GESELLSCHAFTLICHER REALITÄT: Der Hauptteil analysiert, wie das menschliche Bewusstsein – insbesondere durch die Kategorie des subdominanten Bewusstseins – auf den kapitalistischen Verwertungsdruck reagiert und welche Protestformen in Wunschproduktion und Phantasie liegen.

4. ABSCHLIEßENDE BEMERKUNGEN: Das Fazit fasst die Bedeutung des Anti-Realismus für eine kritische Theorie zusammen und hebt hervor, wie der Film als Medium dazu beitragen kann, unterdrückte Erfahrungsströme in den öffentlichen Raum zu heben.

Schlüsselwörter

Alexander Kluge, Realismusbegriff, Kapitalismusanalyse, Subdominantes Bewusstsein, Tauschabstraktion, Warenfetisch, Wunschproduktion, Phantasietätigkeit, Gesellschaftskritik, Entfremdung, Widersprüchlichkeit, Filmtheorie, Protestpotential, Wirklichkeitsproduktion, Gesellschaftsmaschine.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Auseinandersetzung über den Begriff des Realen im Kontext von Alexander Kluges Werk und untersucht, wie Menschen unter kapitalistischen Bedingungen Realität erfahren und verarbeiten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen zählen die Kritik an der warenproduzierenden Gesellschaft, die Analyse von Bewusstseinsstrukturen und das Verständnis von Film als Medium, das menschliche Erfahrungen jenseits rationalistischer Verwertungslogik artikulieren kann.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den „Realismus“ als komplexes Spannungsverhältnis aufzuzeigen und zu verstehen, wie das „subdominante Bewusstsein“ als Ort für Widerstand und subjektive Protestformen dient.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kritisch-theoretische Analyse, die insbesondere an die Ansätze von Alexander Kluge, Oskar Negt, Karl Marx sowie Gilles Deleuze und Felix Guattari anknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der ideologischen Konstruktion von Realität sowie die Analyse der Verarbeitungsweisen im Bewusstsein, insbesondere durch die Mechanismen der Wunschproduktion und Phantasietätigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Realismusbegriff, Warenfetisch, subdominantes Bewusstsein, Wunschökonomie und kritische Gesellschaftstheorie.

Wie unterscheidet Kluge zwischen domestiziertem und subdominantem Bewusstsein?

Das domestizierte Bewusstsein ordnet sich dem Realitätsprinzip unter und glättet Widersprüche, während das subdominante Bewusstsein assoziative, unbewusste Regungen enthält, die als Ausdruck der „lebendigen Art“ Widerstand gegen Verwertungsinteressen leisten.

Warum spielt der „Warenfetisch“ eine zentrale Rolle in der Argumentation?

Der Warenfetisch erklärt, warum soziale Beziehungen als „sachliche Verhältnisse“ erscheinen, was dazu führt, dass Menschen ihre eigenen gesellschaftlichen Produktionsbedingungen nicht mehr durchschauen und sich ihnen ohnmächtig gegenübersehen.

Welche Rolle nimmt der Film bei Kluge ein?

Film wird als materielle Organisationsform verstanden, die dem unbewussten Bilderstrom des Geistes gleicht und somit eine Allianz mit den unterdrückten Kräften des subdominanten Bewusstseins eingehen kann.

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Details

Title
Lebendige Arbeit im Verborgenen
Subtitle
Wunschproduktion und Phantasietätigkeit als Konstituenten des Realen nach Alexander Kluge
College
University of Marburg
Grade
1,0
Author
Philipp Schmidt (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V81587
ISBN (eBook)
9783638875806
ISBN (Book)
9783638875912
Language
German
Tags
Lebendige Arbeit Verborgenen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Schmidt (Author), 2005, Lebendige Arbeit im Verborgenen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81587
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