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Mittel der Krisenbewältigung - militärische Reformen: Die Reformen des Kaisers Gallienus (253-268) im 3. Jahrhundert nach Christus

Title: Mittel der Krisenbewältigung - militärische Reformen: Die Reformen des Kaisers Gallienus (253-268) im 3. Jahrhundert nach Christus

Term Paper , 2002 , 27 Pages , Grade: 1

Autor:in: Thorsten Hübner (Author)

World History - Early and Ancient History
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Kubakrise, Ölkrise und Asienkrise - für den Historiker gibt es anscheinend verschiedene Gründe, bestimmten Prozessen in der Geschichte, seien sie nah oder fern, eine besondere Aufmerksamkeit zu widmen und sie als "Krisen" zu bezeichnen. Das Konzept der Krise hat in der Geschichtswissenschaft Konjunktur. Neben den vielen kleinen Krisen, die in der Weltgeschichte auftraten, gibt es derer drei die einer Epoche ihren Namen gaben: die Krise des 3. Jahrhunderts, die Krise des Spätmittelalters (14.Jahrhundert) und die Krise des 17. Jahrhunderts. Wenn von der "Reichskrise des 3. Jahrhunderts" die Rede ist, wird darunter in der Regel die Epoche von 235-284 n.Chr. verstanden. Diese Epoche der römischen Geschichte scheint von einem beispiellosen Niedergang gekennzeichnet zu sein, so daß aus diesen Niedergang schließlich von Althistorikern eine "Weltkrise" oder eine "totale Systemkrise" des römischen Reiches gefolgert wurde, die alle Teile des antiken Lebens erfaßt hat. Es gibt aber eine Reihe von Forschern , die die Vorstellung von einer "Weltkrise" nicht teilen bzw. die Evidenz der Krise in Frage stellen und zugleich neue Perspektiven aufzeigen. Der Niedergang im 3. Jahrhundert stellt für sie einen allmählichen Transformationsprozeß bzw. einen beschleunigten Wandel dar, der räumlich und zeitlich stark differenziert werden muß. Sie gehen nicht von einem vereinfachenden Globalmodell einer "Weltkrise" aus.
Man begegnet in der Epoche der sogenannten "Reichskrise des 3. Jahrhundert" allerdings bestimmten Situationen, die das Krisenkonzept rechtfertigen. Damit ist die Periode von 250 bis 260 n.Chr. gemeint. In diesem Zeitraum wurde die Situation an den Reichsgrenzen des Imperium Romanum mehr als kritisch. Das Zusammentreffen von äußerer Bedrohung (Germanen und Neuperser) und innenpolitischer Instabilität führten zu einer allgemeinen Desorganisation, neben der Instabilität stellte sich eine 15 jährige Herrschaftskontinuität während der Regierungszeit des Kaisers Gallienus (253-268 n.Chr.) ein, die wohl längste in der Epoche der Krise bzw. der sogenannten "Soldatenkaiser" . Dies erscheint merkwürdig! Auf dem Höhepunkt der militärischen Krise des römischen Reiches hält sich ein Kaiser über 15 Jahre lang und trotzt jeglichen Usurpationsversuchen an denen viele seiner Vorgänger im Amt zugrunde gegangen wären.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Krisenbegriff in der Historiographie

1.1. Die Semantik des Begriffs Krise

1.2. Bedingungen und Merkmale historischer Krisen

1.2.1. Die Bedingungen

1.2.2. Die Merkmale

2. Die Regierung des Kaisers Valerian (253-260 (?) n.Chr.)

3. Die Regentschaft des Gallienus (253-268 n.Chr.)

3.1. Biographie

3.2. Die Germanenkriege Galliens und der Höhepunkt der militärischen Krise

3.3. Die militärischen und administrativen Reformen des Kaisers Gallienus als Mittel zur Bewältigung der Krise

3.3.1. Die militärischen Reformen

3.3.1.1. Die Heeresreform in den Quellen

3.3.1.2. Der Begriff vexillium und die althistorische Debatte um die Reiterreform Galliens

3.3.1.3. Die Equites Illyricorum

3.3.1.4. Die Equites singulares augusti und die Protectores divini lateris

3.3.1.5. Die Equites legionis

3.3.2. Die administrativen Reformen – Aurelius Victor zur Trennung von Militär- und Zivilgewalt

3.4. Die religionspolitischen Maßnahmen

3.5. Der Erfolg der Reformen

4. Die Reformen des Gallienus vor dem Hintergrund der Frage von Krise oder Wandel im 3. Jahrhundert nach Christus

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Regierungszeit und insbesondere die militärischen Reformen des römischen Kaisers Gallienus (253–268 n.Chr.) vor dem Hintergrund der sogenannten „Reichskrise des 3. Jahrhunderts“. Das Ziel ist es, zu analysieren, ob Gallienus durch gezielte strukturelle Veränderungen – etwa die Professionalisierung des Offizierskorps und die Aufstellung einer mobilen Reiterarmee – maßgeblich zur Stabilisierung des Reiches beitrug und ob seine Maßnahmen als notwendige Reaktion auf eine totale Systemkrise oder lediglich als pragmatische Sofortlösungen im Rahmen eines langfristigen Wandels zu werten sind.

  • Historische Begriffsbestimmung der „Krise“ in der Antike und Moderne.
  • Militärische Strategie und Heeresreformen zur Krisenbewältigung.
  • Administrative Neuordnung und Trennung von Militär- und Zivilgewalt.
  • Religionspolitische Maßnahmen und deren strategische Hintergründe.
  • Bewertung von Gallienus’ Herrschaft im Kontext der „Krise oder Wandel“-Debatte.

Auszug aus dem Buch

3.3.1. Die militärischen Reformen

Während seines Kommandos am Rhein, vielleicht um 255, schien in Gallienus die Idee zu reifen etwas an der Strategie der römischen Grenzverteidigung zu ändern. Die Barbareneinfälle zeigten, daß, wenn einmal die Grenzverteidigung der Römer überwunden wurde, es keinen Halt mehr für ihre berittenen germanischen Streitkräfte ab. Das römische Feldheer mit seiner Organisation in feststehenden Legionen und Auxiliarkräften war den mobilen Verbänden der Germanen oder Goten nicht gewachsen, es fehlte eine mobile Reserve. Die Gegner im Osten, vor allem die Neuperser, verfügten im Gegensatz zu den marodierenden Barbarenvölkern über eine schwer bewaffnete und gepanzerte Reiterei, die der römischen Reiterei überlegen war.

Das Problem der mobilen Reserve wurde mit der Kavalleriereform behoben. Drei Quellen künden von einem Reiterheer Galliens, die Leoquelle / Georgius Cedrenus, der Byzantiner Zosimos und aus der gleichen Grundquelle schöpfend Johannes Zonaras. In der Leoquelle heißt es: „Galenus aber nach ihm stellte als erster ein Kavalleriekorpse auf; die Soldaten der Römer waren nämlich zumeist Infanteristen.“ Bei Zonaras ist die Formulierung nicht so klar, denn er spricht vom Reiterobersten Aureolus: „Er war nämlich vorher ein Hirte gewesen, diente, da das Schicksal ihn zum Großen emporheben wollte, im Heer und weil er ein sehr fähiger Mann war, wurde er zum Führer der kaiserlichen Reiterei ernannt.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Problematik der „Reichskrise des 3. Jahrhunderts“ und Vorstellung der Forschungsdebatte um eine „Weltkrise“ versus einen graduellen „Wandel“.

1. Der Krisenbegriff in der Historiographie: Theoretische Grundlegung des Krisenbegriffs, ausgehend von antiken Wurzeln bei Thukydides bis hin zu modernen historisch-soziologischen Bedingungen und Merkmalen.

2. Die Regierung des Kaisers Valerian (253-260 (?) n.Chr.): Darstellung der Herrschaft des Vorgängers und Vaters von Gallienus, inklusive seiner dynastischen Politik und der fatalen Niederlage gegen die Perser.

3. Die Regentschaft des Gallienus (253-268 n.Chr.): Analyse der Biographie, der innenpolitischen Instabilität, der Germanenkriege und der detaillierten militärischen sowie administrativen Reformen des Kaisers.

4. Die Reformen des Gallienus vor dem Hintergrund der Frage von Krise oder Wandel im 3. Jahrhundert nach Christus: Synthese und Beantwortung der Ausgangsfrage, ob die Maßnahmen des Gallienus eine systematische Antwort auf eine totale Krise darstellen oder als Teil eines längerfristigen Transformationsprozesses zu verstehen sind.

Schlüsselwörter

Gallienus, Reichskrise des 3. Jahrhunderts, Militärreform, Heeresreform, Kavallerie, Protektoren, Aureolus, Valerian, Grenzverteidigung, Tiefenverteidigung, Römisches Reich, Usurpation, Soldatenkaiser, Militärgeschichte, Krisenbewältigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle des Kaisers Gallienus während der sogenannten Reichskrise des 3. Jahrhunderts und untersucht seine Reformen als Mittel der Krisenbewältigung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der militärischen Strategie (insbesondere der Reiterreform), der Umgestaltung des Offizierskorps durch Ausschluss von Senatoren und der administrativen Trennung von ziviler und militärischer Verwaltung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob die Maßnahmen des Gallienus den Untergang des Reiches abwendeten und ob diese Reformen als Reaktion auf eine akute „totale Systemkrise“ oder als Wandel innerhalb eines Transformationsprozesses zu interpretieren sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine althistorische Quellenanalyse durch, wobei er literarische Berichte (z.B. Aurelius Victor, Zosimos) mit numismatischen Belegen und moderner Sekundärliteratur zur römischen Militärgeschichte vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Regierung Valerians, eine detaillierte Aufarbeitung der militärischen und administrativen Reformen unter Gallienus sowie eine Untersuchung seiner religionspolitischen Maßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Gallienus, Militärreform, Kavallerie, Reichskrise des 3. Jahrhunderts, Krisenbewältigung und römische Heeresorganisation.

Warum schloss Gallienus Senatoren von militärischen Kommandos aus?

Dies diente der Professionalisierung der Heerführung, um die Legionen von fachkundigen Militärexperten statt von (oft unzureichend ausgebildeten) Senatoren leiten zu lassen und so die Abhängigkeit der Armee vom Kaiser zu stärken.

Welche Rolle spielt die mobile Reiterarmee in der Argumentation des Autors?

Die mobile Reiterarmee wird als entscheidende taktische Neuerung identifiziert, die es ermöglichte, flexibler auf die grenzüberschreitenden Plünderungszüge der Germanen und Goten zu reagieren, als es mit der traditionellen, stationären Legionen-Taktik möglich war.

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Details

Title
Mittel der Krisenbewältigung - militärische Reformen: Die Reformen des Kaisers Gallienus (253-268) im 3. Jahrhundert nach Christus
College
Ruhr-University of Bochum  (FB Geschichte)
Grade
1
Author
Thorsten Hübner (Author)
Publication Year
2002
Pages
27
Catalog Number
V8169
ISBN (eBook)
9783638152167
Language
German
Tags
Mittel Krisenbewältigung Reformen Kaisers Gallienus Jahrhundert Christus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thorsten Hübner (Author), 2002, Mittel der Krisenbewältigung - militärische Reformen: Die Reformen des Kaisers Gallienus (253-268) im 3. Jahrhundert nach Christus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8169
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