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Klettern mit blinden und sehbehinderten Menschen - Pädagogisch-didaktische Hintergründe und methodische Überlegungen

Title: Klettern mit blinden und sehbehinderten Menschen  -  Pädagogisch-didaktische Hintergründe und methodische Überlegungen

Term Paper , 2007 , 18 Pages

Autor:in: Lena Giller (Author)

Pedagogy - General
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Sportliche Aktivitäten für Sehgeschädigte verbinden viele Menschen mit unüberwindbaren Hindernissen und Schwierigkeiten oder empfinden es sogar als unvorstellbar. Vor diesem Hintergrund scheint Klettern unvereinbar mit einer Sehschädigung, da gerade diese Sportart mit Risiken verbunden ist und der kleinste Fehler zu schweren Verletzungen führen kann. Wie sollen Personen, die im Alltag größtenteils auf Hilfestellungen angewiesen sind, sich alleine an einer Kletterwand oder sogar an einem Bergfels orientieren? Wie sollen sie ohne vollständiges Augenlicht den Partner risikolos sichern können?
In dieser Arbeit möchte ich mit dem Vorurteil aufräumen, dass Klettern nur für Sehende möglich ist und zeigen, dass gerade diese Sportart für blinde oder sehbehinderte Menschen sehr geeignete ist. Genauso setzte ich mich aber auch mit den Schwierigkeiten und eventuellen Grenzen auseinander.
Einführend in die Thematik differenziere ich zwischen einer medizinisch orientierten Klassifikation und einer eher pädagogisch orientierten Definition. Unterschieden wird hierbei zwischen den Begriffen Sehbeeinträchtigung, Sehbehinderung, hochgradige Sehbehinderung und Blindheit. Diese Differenzierung empfinde ich als sehr wichtig, da eine Sehschädigung fälschlicher weise häufig gleichgesetzt wird mit einer völligen Blindheit. Hierbei wird völlig außer Acht gelassen, dass verschiedene Formen einer Sehschädigung auch unterschiedliche Anforderungen an die Pädagogik stellen.
Im Hauptteil meiner Arbeit befasse ich mich mit didaktisch-methodischen Aspekten des Kletterns bei blinden und sehgeschädigten Menschen. Hierbei ist die Vermittlung von Sicherungstechniken unerlässlich. Erst wenn diese Techniken problemlos beherrscht werden, sollten weitere Klettertechniken vermittelt werden. An einer Schule für Sehgeschädigte Kinder wurde die Unterrichtseinheit Klettern durchgeführt, bei der die Schüler an Kletterstationen unterschiedliche Bewegungsabläufe kennen lernen konnten. Ich habe diese Unterrichtseinheit für meine Arbeit genutzt, um beispielhaft darstellen zu können, welche methodischen Überlegungen beim Vermitteln des Kletterns sinnvoll sind.

Excerpt


Inhaltsübersicht

1. Einleitung

2. Begriffsklärung

2.1 Medizinisch orientierte Klassifikationen

2.2 Pädagogisch orientierte Klassifikationen

3. Klettern mit sehgeschädigten Menschen:

3.1 Vorteile des Kletterns

3.2 Grenzen beim Klettern mit blinden und sehbehinderten Menschen

4. Methodisch-didaktische Überlegungen des Vermittelns

4.1 Unterrichtseinheit Sicherungstechniken

4.1.1 Selbstsicherung

4.1.2 Partnersicherung

4.2 Unterrichtseinheit Klettern

5. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogisch-didaktischen Potenziale und methodischen Herausforderungen des Kletterns als Sportart für blinde und sehbehinderte Menschen. Dabei wird der Forschungsfrage nachgegangen, wie trotz fehlender Sehkraft ein risikoloser und motivierender Zugang zum Klettersport gestaltet werden kann, indem insbesondere explorative Lernformen und spezifische Sicherungstechniken in den Fokus rücken.

  • Differenzierung medizinischer und pädagogischer Klassifikationen von Sehschädigungen
  • Analyse der Vorteile des Kletterns für Selbstwirksamkeit und Selbstvertrauen
  • Didaktische Vermittlung von Sicherungstechniken (Selbst- und Partnersicherung)
  • Praktische Umsetzung von Kletterstationen an Schulen für Sehgeschädigte
  • Bedeutung explorativer Lernprozesse und taktiler Orientierung

Auszug aus der Seminararbeit

3.1 Vorteile des Kletterns

Die Vorstellung, dass Menschen mit einer Sehschädigung klettern, löst bei vielen sehenden Menschen Angst und Schrecken aus, da es für sie unvorstellbar ist, wie sich blinde oder sehbehinderte Menschen beim klettern orientieren können.

Doch die Autoren Giese und Bietz zeigen auf, dass gerade die Sportart Klettern für blinde und sehbehinderte Menschen sehr geeignet ist. „Spezifische Orientierungsprobleme, wie sie sich z.B. in der Leichtathletik oder beim Skifahren ergeben und durch zusätzliche materielle oder personelle Hilfen gelöst werden, existieren beim Toprope-Klettern nicht“ (Giese/Bietz 2005, S. 103). Der Seilverlauf bietet die notwendige Orientierungshilfe. Dadurch können blinde und sehbehinderte Menschen unter denselben Bedingungen eine Sportart ausüben, wie sehende Menschen. Dies spielt für das Erleben der eigenen Selbstwirksamkeit eine wichtige Rolle und wirkt sich positiv auf das Selbstvertrauen aus. Dieser Aspekt wird noch durch die Ernsthaftigkeit dieser Sportart verstärkt. Klettern und das gegenseitige absichern erfordert Mut und Vertrauen, denn eine Unaufmerksamkeit kann schwere Folgen nach sich ziehen. Dieser ernsthafte Charakter ist sonst in kaum einer anderen Sportart wieder zu finden und auch konstruierte erlebnispädagogische Arrangements können diesen Anspruch nicht erreichen. Im Alltag sind blinde und sehbehinderte Menschen häufig auf die Hilfe von anderen Personen angewiesen. Das Erlebnis beim Klettern unabhängig zu sein und selbstständig ohne fremde Hilfe diese Sportart ausüben zu können stärkt das Selbstvertrauen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ein, räumt mit Vorurteilen bezüglich der Eignung des Kletterns für Sehgeschädigte auf und erläutert den didaktischen Aufbau der Arbeit.

2. Begriffsklärung: Hier werden zentrale Definitionen von Sehschädigungen aus medizinischer und pädagogischer Perspektive dargelegt, um ein fachliches Grundverständnis zu schaffen.

3. Klettern mit sehgeschädigten Menschen:: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Vorteile des Kletterns für Betroffene sowie die Grenzen und Herausforderungen beim Bewegungslernen.

4. Methodisch-didaktische Überlegungen des Vermittelns: Der Hauptteil konzentriert sich auf die Vermittlung von Sicherungstechniken und die praktische Gestaltung von Unterrichtseinheiten durch explorative Ansätze.

5. Resümee: Das Resümee fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Bedeutung des Kletterns als sinnvolle Erweiterung des sportlichen Handlungsfeldes für blinde und sehbehinderte Schüler.

Schlüsselwörter

Klettern, Sehbehinderung, Blindheit, Blindenpädagogik, Toprope-Sicherung, Exploratives Lernen, Selbstwirksamkeit, Sicherungstechnik, Bewegungsabläufe, Körperwahrnehmung, Orientierung, Sportdidaktik, HMS-Knoten, Inklusion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die pädagogischen Hintergründe und methodischen Ansätze, wie man den Klettersport für blinde und sehbehinderte Menschen zugänglich und sicher gestalten kann.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Klassifikation von Sehschädigungen, der Nutzen des Kletterns für die Persönlichkeitsentwicklung sowie die didaktische Vermittlung von Sicherungstechniken und Kletterfertigkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Vorurteile abzubauen und zu zeigen, dass Klettern aufgrund des vorgegebenen Seilverlaufs eine hervorragende Sportart für Sehgeschädigte ist, um Selbstwirksamkeit und Vertrauen zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Reflexion einer praktischen Unterrichtseinheit an einer Schule für sehgeschädigte Kinder.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der methodisch-didaktischen Vermittlung von Sicherungstechniken wie der Selbst- und Partnersicherung sowie der praktischen Erprobung an Kletterstationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Klettern, Blindenpädagogik, exploratives Lernen, Selbstwirksamkeit und Sicherungstechniken charakterisiert.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen medizinischen und pädagogischen Klassifikationen eine Rolle?

Die Unterscheidung ist wichtig, da rein medizinische Messwerte der Sehschärfe oft zu kurz greifen, während pädagogische Definitionen besser berücksichtigen, wie die Betroffenen ihre Umwelt tatsächlich wahrnehmen.

Welche Rolle spielt das „explorative Lernen“ im Kontext des Kletterns?

Exploratives Lernen ermöglicht es den Schülern, durch eigenes Ausprobieren Lösungen für Bewegungsprobleme zu finden, wodurch die erlernten Techniken einen echten Sinn und Bezug zum eigenen Handeln erhalten.

Warum ist die „Partnersicherung“ beim Klettern mit Sehgeschädigten besonders relevant?

Sie ist zentral, da sie Vertrauen und Verantwortung in der Interaktion zwischen den Partnern stärkt und durch den Mechanismus der HMS-Sicherung ein gefahrloses Klettern erst ermöglicht.

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Details

Title
Klettern mit blinden und sehbehinderten Menschen - Pädagogisch-didaktische Hintergründe und methodische Überlegungen
College
Bielefeld University
Author
Lena Giller (Author)
Publication Year
2007
Pages
18
Catalog Number
V81762
ISBN (eBook)
9783638880671
Language
German
Tags
Klettern Menschen Pädagogisch-didaktische Hintergründe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lena Giller (Author), 2007, Klettern mit blinden und sehbehinderten Menschen - Pädagogisch-didaktische Hintergründe und methodische Überlegungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81762
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