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Die theologische Auseinandersetzung mit Hexenglaube und Verfolgungen - die Katholiken: Drei Theologen im Kampf gegen den Hexenwahn

Title: Die theologische Auseinandersetzung mit Hexenglaube und Verfolgungen - die Katholiken: Drei Theologen im Kampf gegen den Hexenwahn

Term Paper , 2002 , 41 Pages , Grade: 1

Autor:in: Thorsten Hübner (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Die Literatur über Hexen, Magier und Zauberer erlebt gerade in unserer heutigen Zeit einen enormen Aufschwung. Das neu erwachte Interesse am Hexenglauben, an schwarzer wie weißer Magie und rituellen Handlungen für eine bessere Lebensbewältigung begegnet uns heute im alltäglichen Leben. Besonderer Beliebtheit erfreut sich dabei die Hexenliteratur. Allein bei der Onlinebuchhandlung Amazon gibt es unter dem eingegebenen Stichwort "Hexen" immerhin 217 Bücher, die zum Teil die absurdesten Geschichten über Hexenverfolgung und Zauberkunst bis hin zu magischen Back- und Kochrezepten an den Mann (oder die Frau) bringen möchten. Auch das Medium Fernsehen beteiligt sich an dem "Hexenboom in Deutschland", so widmete das TV der Romanfigur des Zauberlehrlings Harry Potter eine "Discovery"-Dokumentation, unter dem Leitartikel: "Hokuspokus: Was steckt hinter Harry Potter?"
Was hinter dem "Zauber" wirklich steckt wird oft nur verzerrt in den gängigen Medien wiedergegeben. Monokausale Erklärungsmuster der Hexenprozesse - und Verfolgungen in der frühen Neuzeit sind in der heutigen Tagespresse (Spiegel u.ä.) recht häufig zu finden. Dabei scheint die Devise zu lauten, daß je spektakulärer und verdrehter die Behauptung der selbsternannten Hexen und Autoren sind, sie sich um so besser verkaufen lassen. Die Beteiligten und Schuldigen an der "Ausrottung der weisen Frauen" z.B. sind natürlich klar zu identifizieren, die Amtskirche. Bis heute hat sich die Meinung starr erhalten, daß die "Römische Papstkirche" die Alleinschuld für die Verfolgung der Hexen trage. Diese These ist mittlerweile widerlegt. Die Suche nach den Ursachen der Hexenprozesse- und Verfolgungen gestaltet sich allerdings schwierig, das Phänomen ist sehr komplex.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Argumente und Motive der Kritiker der Hexentheorie im 16. und 17. Jahrhundert

1.1. Die drei Hauptformen der Kritik an Hexenwahn- und Hexenverfolgung

1.1.1. Die theologische Kritik

1.1.2. Die juristische Kritik

1.1.3. Die empirisch-wissenschaftliche Kritik

1.2. Zusammenfassende Beurteilung der theologisch-juristisch und empirisch-wissenschaftlichen Kritik der Gegner der Hexentheorie

2. „Von der falschen Magie und Bekenntnis der Hexen“ -Die Diskussion zwischen Cornelius Loos und Peter Binsfeld

2.1. Cornelius Loos und Peter Binsfeld

2.2. Loos Ansichten über Magie und Dämonologie

2.2.1. Loos Schrift über die wahre und falsche Magie

2.2.2. Der Umgang mit der tradierten Dämonologie

2.3. Die literarische Auseinandersetzung zwischen Cornelius Loos und Peter Binsfeld

2.4. Radikaler Hexenprozeßgegner und Antiprotestant

3. „Brille gegen Monokel“ - Die Diskussion zwischen dem Landpastor Michael Stappert und dem Hexenrichter Heinrich von Schultheiß

3.1. Michael Stappert und Heinrich von Schultheiß

3.2. Die literarische Auseinandersetzung Michael Stapperts mit Heinrich von Schultheiß

4. Jesuiten und Hexenlehre - Die Diskussion zwischen Adam Tanner und Martin Del Rio

4.1. Martin Del Rio

4.2. Adam Tanner

4.3. ‚Theologia scholastica‘ und ‚Disquisitiones magicae‘ – Die literarische Auseinandersetzung zwischen Adam Tanners mit Martin Del Rio

4.4. Tanners wirkungsgeschichtlicher Einfluß

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Argumentationsmuster und Motive führender katholischer Kritiker der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung. Ziel ist es, die theologische, juristische und methodische Auseinandersetzung zwischen diesen Kritikern und den Befürwortern des Hexenwahns aufzuzeigen und die Komplexität des gesellschaftlichen Umfelds im Zeitalter der Konfessionalisierung zu beleuchten.

  • Analyse der theologischen Argumente gegen den Hexenglauben.
  • Untersuchung der Kritik an den juristischen Verfahren und der Folterpraxis.
  • Biografische und kontextuelle Betrachtung prominenter Hexenprozessgegner.
  • Gegenüberstellung von Hexenbefürwortern und deren theoretischen Konstrukten.
  • Aufzeigen des Wandels der Hexendiskussion zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert.

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Loos Schrift über die wahre und falsche Magie

Wie oben schon erwähnt, gelangte sein Buch „De vera et falsa (ficta) magia“ angeblich nie in die Öffentlichkeit, wurde es zuvor von den kölnischen Behörden aus dem Druck genommen. Es scheint paradox zu sein, daß ausgerechnet ein Hexenverfolger, der Jesuit Martin Del Rio, die Ansichten Loos‘ für die Geschichte weiter tradierte. Binsfeld wie auch Del Rio sahen sich durch die Looschen Thesen in ihrem Wirken bedroht. Del Rio ließ es sich nicht nehmen, vor den Ansichten des niederländischen Theologen zu warnen, und ging soweit, seine Thesen in seinen Büchern „Untersuchung über die Zauberschen in 6 Büchern“ niederzuschreiben.

Zu den wesentlichen Bestandteilen des Traktats gehört der schon im Titel angedeutete Unterschied zwischen den verschiedenen magischen Kategorien. Es gibt davon für Loos derer drei: die wahre Magie vera magia und die falsche Magie magia falsa oder auch fiktive Magie magia ficta. Die wahre Magie unterscheidet Loos noch in thurgische Magie magia thurgia und Naturmagie magia naturalis.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema des Hexenwahns und der Motivation der Arbeit, die Rolle der Kirchenkritiker zu beleuchten.

1. Argumente und Motive der Kritiker der Hexentheorie im 16. und 17. Jahrhundert: Darstellung der theologischen, juristischen und empirischen Ansätze der Hexenkritiker.

2. „Von der falschen Magie und Bekenntnis der Hexen“ -Die Diskussion zwischen Cornelius Loos und Peter Binsfeld: Analyse der Kontroverse zwischen Cornelius Loos und dem Trierer Weihbischof Peter Binsfeld über die Existenz von Hexen.

3. „Brille gegen Monokel“ - Die Diskussion zwischen dem Landpastor Michael Stappert und dem Hexenrichter Heinrich von Schultheiß: Untersuchung der Auseinandersetzung Stapperts mit der Hexeninstruktion von Schultheiß anhand der Brillenallegorie.

4. Jesuiten und Hexenlehre - Die Diskussion zwischen Adam Tanner und Martin Del Rio: Untersuchung der Positionen innerhalb des Jesuitenordens, insbesondere zwischen Del Rio und Tanner.

5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur Rolle der Hexengegner und zum Wandel der Hexendiskussion.

Schlüsselwörter

Hexenverfolgung, Hexenwahn, Cornelius Loos, Peter Binsfeld, Michael Stappert, Adam Tanner, Martin Del Rio, Hexenprozesse, Dämonologie, Tortur, Gegenreformation, Theologie, Rechtsgeschichte, Hexenhammer, Magia falsa.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theologische und methodische Auseinandersetzung führender katholischer Denker im 16. und 17. Jahrhundert mit der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Kritik am Hexenglauben, die Auseinandersetzung mit der Dämonologie sowie die Hinterfragung der juristischen Verfahren und der Folterpraxis in den Hexenprozessen.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Ziel ist es, den Beitrag der frühen Hexengegner zur Entlarvung des Hexenwahns aufzuzeigen und zu verstehen, warum diese Kritiker gegen die vorherrschende Lehre opponierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, basierend auf der Auswertung zeitgenössischer Traktate, Gutachten und biografischer Dokumente der behandelten Theologen und Juristen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei zentrale Diskussionsfelder: den Konflikt zwischen Loos und Binsfeld, die Auseinandersetzung zwischen Stappert und Schultheiß sowie den internen jesuitischen Diskurs zwischen Tanner und Del Rio.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Hexenprozessgegner, Dämonologie, Tortur-Kritik, Konfessionalisierung und das Spannungsfeld zwischen Glaube und Vernunft charakterisieren.

Welche Rolle spielt Cornelius Loos in der Hexendiskussion?

Loos gilt als ein radikaler Vorreiter, der als Erster die reale Existenz von Hexen und die Gültigkeit der traditionellen Dämonologie vehement in Frage stellte und damit in direkten Konflikt mit dem Trierer Weihbischof Binsfeld geriet.

Wie begründete Michael Stappert seine Abkehr vom Hexenwahn?

Stappert begründete seine Haltung durch persönliche Gespräche mit Inhaftierten, christliche Nächstenliebe und naturwissenschaftliche Skepsis, wobei er die Hexenprozesse als profitgierige Maschinerie demaskierte.

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Details

Title
Die theologische Auseinandersetzung mit Hexenglaube und Verfolgungen - die Katholiken: Drei Theologen im Kampf gegen den Hexenwahn
College
Ruhr-University of Bochum  (Theologie)
Grade
1
Author
Thorsten Hübner (Author)
Publication Year
2002
Pages
41
Catalog Number
V8195
ISBN (eBook)
9783638152365
Language
German
Tags
Auseinandersetzung Hexenglaube Verfolgungen Katholiken Drei Theologen Kampf Hexenwahn
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thorsten Hübner (Author), 2002, Die theologische Auseinandersetzung mit Hexenglaube und Verfolgungen - die Katholiken: Drei Theologen im Kampf gegen den Hexenwahn, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8195
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