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Lesen im Werther, Lesen des Werther

Zur Rolle der Lektüre in Goethes frühem Roman

Título: Lesen im Werther, Lesen des Werther

Trabajo Escrito , 2007 , 15 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Andrea Löhr (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Die erste Fassung von Goethes Werther erschien 1774. In dieser Zeit vollzog sich im Bürgertum ein Wandel in der Art des Lesens sowie der Art der Lektüre. Bis zur zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde ‚intensiv’ gelesen. Das heisst, es wurden hauptsächlich religiöse Texte wie die Bibel sowie erbauliche Literatur gelesen. Man beschränkte sich auf einen Kanon bestimmter Lektüre und gab diesen Kanon von Generation zu Generation weiter. Man las die Bücher nicht nur einmal, sondern immer wieder, sodass man Passagen daraus rezitieren konnte.
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begann sich das Leseverhalten zu ändern, es wurde ‚extensiv’ gelesen. Das heißt, der Kanon wurde erweitert, man las nicht mehr ausschließlich Erbauliches sondern auch „bildende und belletristische Aufklärungsliteratur.“ Das Leseverhalten änderte sich dahingehend, dass man nicht mehr wenige Bücher mehrmals las, sondern möglichst viele Bücher und diese nur einmalig, sodass man mehr Zeit hatte für die Neuerscheinungen.
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem Leseverhalten, welches die Figuren im Werther auf ihre Lektüre anwenden. Dabei werde ich im Besonderen auf die Klopstockstelle, sowie auf die Bedeutung des Homer und des Ossian für Werther eingehen.
Des Weiteren werde ich erläutern, in wieweit sich das Lektüremodell des Vorwortes sowie der Hauptfiguren Werther, Lotte und Albert unterscheiden und welche unterschiedlichen Funktionen die Literatur für diese Figuren hat.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung – intensives vs. extensives Lesen im 18. Jahrhundert

2. Lektüre im Werther

2.1 Klopstock

2.2 Homer und das Patriarchat

2.3 Ossian

3. Lektüremodelle im Werther

3.1. Lektüremodell im Vorwort

3.2. Lektüremodell des Werther

3.3 Lottes Lektüremodell

3.4 Alberts Leseverhalten

4. Schlusswort

5. Bibliographie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Leseverhalten der Figuren in Goethes Roman "Die Leiden des jungen Werther" vor dem Hintergrund des historischen Wandels vom intensiven zum extensiven Lesen im 18. Jahrhundert. Dabei wird analysiert, welche unterschiedlichen Funktionen die Literatur für die Hauptfiguren Werther, Lotte und Albert einnimmt und inwiefern diese Lektüremodelle ihre Identitätsbildung und ihre zwischenmenschlichen Beziehungen beeinflussen.

  • Historischer Kontext: Wandel des Leseverhaltens im 18. Jahrhundert
  • Die Rolle der Literatur als Identifikationsraum bei Werther
  • Vergleichende Analyse der Lektüremodelle von Werther, Lotte und Albert
  • Bedeutung der Rezeption von Klopstock, Homer und Ossian im Roman
  • Literatur als Mittel zur Flucht oder zur Lebensbewältigung

Auszug aus dem Buch

2.1 Klopstock

Friedrich Gottlieb Klopstock lebte von 1724 bis 1803. Er wurde bekannt durch sein Werk Der Messias, sowie durch Gedichte, Oden und Elegien. Es handelt sich somit um einen zeitgenössischen Autor Goethes, der im Jahre 1771 mit seinen Oden große Bekanntheit erlangte. Klopstock dichtete zu der Zeit, als sich gerade der Wandel im Leseverhalten der Bürger vollzog. Er war für diejenigen da, „die in ihrer individuellen oder sozialen Entwicklung am Übergang von der kirchlichen Erbauungslektüre zur Lektüre erbaulicher Dichtung standen“. Dazu gehörten vor allem Frauen, Kinder und Kaufleute, also ungelehrte Menschen.

Der Name des Dichters wird in Goethes Roman nur ein einziges Mal erwähnt, jedoch an einer sehr signifikanten Stelle, welche die sich anbahnende Beziehung zwischen Werther und Lotte betrifft. Die beiden sind auf dem Ball und haben sich gerade erst kennen gelernt. Es kommt ein Gewitter auf und Lotte hat ihre Angst vor dem Unwetter mit einem Spiel überwunden. Jetzt stehen beide am Fenster und beobachten den unbedrohlichen Rest des Gewitters:

Sie stand auf ihren Ellenbogen gestützt; ihr Blick durchdrang die Gegend, sie sah gen Himmel und auf mich, ich sah ihr Auge thränenvoll, sie legte ihre Hand auf die meinige, und sagte: - „Klopstock!“ – Ich erinnerte mich sogleich der herrlichen Ode, die ihr in Gedanken lag, und versank in dem Strome von Empfindungen, den sie in dieser Losung über mich ausgoß. […] Edler! Hättest du deine Vergötterung in diesem Blicke gesehen, und möchte ich nun deinen so oft entweihten Nahmen nie wieder nennen hören.

Für Werther bedeutet dieser Ausspruch ein völliges Verstehen der beiden, da er sofort weiß, auf welche Ode sie anspielt, nämlich die „Frühlingsfeier“. Der Name des Dichters bedeutet für ihn eine innere Verbindung zu Lotte, die ihr gegenseitiges Empfinden ausdrückt, da nur der Name reicht und kein Wort über den Inhalt verloren werden muss, um zu wissen, was der andere fühlt bzw. woran er gerade denkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung – intensives vs. extensives Lesen im 18. Jahrhundert: Dieses Kapitel skizziert den historischen Wandel des Leseverhaltens im 18. Jahrhundert vom intensiven, religiös geprägten Lesen hin zu einer extensiven, breiteren Rezeption von belletristischer Literatur.

2. Lektüre im Werther: Hier wird die Bedeutung spezifischer Autoren wie Klopstock, Homer und Ossian für die Hauptfigur Werther analysiert, wobei besonders auf die intertextuellen Bezüge und die persönliche Identifikation eingegangen wird.

3. Lektüremodelle im Werther: Dieses Kapitel differenziert zwischen dem Vorwort des Herausgebers und den individuellen Lektüremodellen von Werther, Lotte und Albert, um deren unterschiedliche Weltzugänge durch Literatur darzustellen.

4. Schlusswort: Das Schlusswort fasst zusammen, dass die Literatur im Roman eine essenzielle Rolle zur Charakterisierung der Figuren und zur Spiegelung der Empfindsamkeit der Zeit einnimmt.

5. Bibliographie: Das Verzeichnis enthält die in der Arbeit verwendete wissenschaftliche Literatur.

Schlüsselwörter

Goethe, Werther, Empfindsamkeit, Leseverhalten, intensives Lesen, extensives Lesen, Klopstock, Homer, Ossian, Lektüremodell, Identifikation, Subjektivität, Intertextualität, Literaturgeschichte, 18. Jahrhundert.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, welche Rolle das Lesen und der Umgang mit Literatur im Roman "Die Leiden des jungen Werther" spielen und wie sich das Leseverhalten der Figuren in die literarische Epoche des 18. Jahrhunderts einordnet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind der historische Übergang vom intensiven zum extensiven Lesen, die Wirkung bestimmter Autoren auf die Psyche der Protagonisten und die Funktion von Lektüre als Identifikationsraum oder Lebenshilfe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Lektüre das Handeln und die Wahrnehmung der Welt bei Werther, Lotte und Albert prägt und welche unterschiedlichen Funktionalisierungen von Literatur dabei erkennbar werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine textanalytische Herangehensweise, bei der Textstellen aus dem Roman in den Kontext der zeitgenössischen Literaturtheorie und -geschichte gestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung konkreter Dichter-Rezeptionen (Klopstock, Homer, Ossian) und eine vergleichende Betrachtung der individuellen Lektüremodelle der Hauptfiguren.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Empfindsamkeit, Identifikation, Subjektivität, literarische Vorbilder und das Spannungsfeld zwischen Fiktion und Realität.

Warum ist die "Klopstockstelle" für die Beziehung zwischen Werther und Lotte so bedeutend?

Die Nennung des Namens wirkt als ein "Schlüssel zum Herzen", der eine sofortige intuitive Verbindung und tiefes gegenseitiges Verständnis ohne Worte ermöglicht, was für den Romanstil der Zeit innovativ war.

Wie unterscheidet sich Alberts Lektüremodell von dem Werthers?

Während Werther Literatur als emotionalen Fluchtraum und Seelentröster nutzt, liest Albert vornehmlich aus praktischen Gründen; er zeigt einen Mangel an jener "Fühlbarkeit", die Werther in der Literatur sucht.

Warum fungiert Ossian für Werther eher als "Droge" im Vergleich zum "Arznei"-Charakter Homers?

Homer diente Werther zunächst zur Beruhigung, während die düstere Welt Ossians seine Todessehnsucht verstärkt und ihn in seiner Identifikation mit einem fatalistischen Schicksal bestätigt.

Inwiefern beeinflusst die Lektüre Lottes ihr Selbstbild?

Lotte nutzt Literatur zur Bestätigung ihres Lebensalltags und ihrer Realität, wobei sie im Gegensatz zu Werther stets eine Distanz wahrt, außer bei der gemeinsamen Ossian-Übersetzung, die ihre eigene verfahrene Situation widerspiegelt.

Final del extracto de 15 páginas  - subir

Detalles

Título
Lesen im Werther, Lesen des Werther
Subtítulo
Zur Rolle der Lektüre in Goethes frühem Roman
Universidad
University of Cologne  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Curso
Einführungsseminar NDL: Goethe
Calificación
1,7
Autor
Andrea Löhr (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
15
No. de catálogo
V81961
ISBN (Ebook)
9783638877596
Idioma
Alemán
Etiqueta
Lesen Werther Lesen Werther Einführungsseminar Goethe
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Andrea Löhr (Autor), 2007, Lesen im Werther, Lesen des Werther, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81961
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