Problemfall „Kindertaufe"- Zum Taufritus in seiner ursprünglichen Bedeutung und der Umsetzung in der heutigen Zeit


Hausarbeit, 2004

12 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bedeutung der Taufe

3. Der heutige Taufritus

4. Die liturgische Praxis der Taufe

5. Problemfeststellung und Alternativen

6. Schlussbetrachtung

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Sakrament der Taufe ist der erste Schritt eines jeden Christen auf dem Weg zur Eingliederung in die Kirche beziehungsweise in die christliche Gemeinde. Heutzutage sieht es jedoch so aus, dass an der eigentlichen Tauffeier oftmals nur ein sehr kleiner Teil der Gemeinde teilnimmt. Zudem sind die Eltern und Verwandten des Täuflings häufig selber nur sehr schlecht mit dem christlichen Glauben und somit mit der Bedeutung der Taufe vertraut.

Daraus resultierend soll in dieser Hausarbeit der „Problemfall Kindertaufe“ etwas näher betrachtet werden. Zunächst werde ich auf die Bedeutung der Taufe, sowie die wichtigsten Aspekte des heutigen Taufritus für die Kindertaufe eingehen. Anschließend wird ein Augenmerk auf die liturgische Praxis der Taufe geworfen, um eventuelle Unterschiede zum eigentlichen Taufritus herauszufinden. Danach werden dann noch Alternativvorschläge zur Vorbereitung und Durchführung der Kindertaufe kritisch begutachtet und bewertet werden.

2. Die Bedeutung der Taufe

Neben der Eingliederung in die Kirche dient das Sakrament der Taufe auch dazu, den Täufling von der Herrschaft des Bösen zu befreien. Von nun an gehört der Katechumene zu Gottes Volk beziehungsweise zu den Kindern Gottes, die alle gleichrangig sind und unter dem Schutze Gottes stehen. Der Täufling wird neu geschaffen aus dem Wasser und dem heiligen Geist, was zugleich den Nachlass seiner Schuld bedeutet. Ein ganz notwendiger Aspekt im Hinblick auf die „Vollendung“ der Taufe ist allerdings die spätere Unterweisung in den Glauben, so dass sich der Täufling demnächst den Glauben selber zu eigen machen kann, um ihn zu verstehen und dementsprechend handeln zu können.[1] Die Taufe erscheint daher als Tor zum Leben und zum Gottesreich. Somit ist die Taufe ein sakramentales Band, das alle Menschen zusammenhält, die dieses Zeichen empfangen haben.

3. Der heutige Taufritus

Der heutige Taufritus gliedert sich in vier Teile: Die Eröffnung der Feier, den Wortgottesdienst, die Spendung der Taufe und den Abschluss der Tauffeier. Im Vergleich zur „Collectio Rituum“ von 1950[2] haben sich bis zur heutigen Form der Kindertaufe von 1971 diverse Reformschritte ergeben. Bei der Eröffnung der Feier werden die Eltern und der Täufling beispielsweise nicht mehr schon vor der Kirche in Empfang genommen. Früher wollte man auf diese Art und Weise symbolisch darstellen, dass es sich bei der Aufnahme in die Kirche um einen Weg von „außen“ nach „innen“ handelt. Heutzutage hat man diese Fiktion, dass der Entwicklungs-prozess innerhalb jener Tauffeier stattfindet, jedoch aufgegeben. Vielmehr hat man sich bewusst gemacht, dass die Tauffeier lediglich den Anfang, das heisst das Hineinwachsen in den Glauben und in die Kirche bedeutet[3].

Der Einbezug der ganzen Gemeinde nimmt im heutigen Taufritus einen recht hohen Stellenwert ein. Dies wird schon allein dadurch deutlich, dass in allen vier Teilgebieten zur Durchführung der Taufe Akklamationen und Tauflieder postuliert werden.

Des Weiteren findet auch kein Wasserritus mehr ohne Hochgebet statt. Es wird also wieder in jeder Taufe das Taufwasserweihegebet gesprochen. (Allerdings wird leider auch heute noch in der Osterzeit, also von Ostern bis Pfingsten, das Wasser aus der Osternacht genutzt.) Hierbei beginnt man mit einer langen Anrufung Gottes zum Gedächtnis an die Heilstaten und endet mit der Epiklese, der Bitte um den heiligen Geist. Auch an dieser Stelle wird erneut durch den Ausspruch „Laßt uns beten [...]“[4] unterstrichen, dass es sich hierbei um ein Gebet der ganzen Versammlung handelt. Die Gemeinde erkennt dies dann wiederum öffentlich durch ihre Zustimmung mit dem Wort „Amen“[5] an.

[...]


[1] Vgl. Die Feier der Kindertaufe in den katholischen Bistümern des deutschen Sprachgebietes. Hrsg. im Auftrag der Bischofskonferenzen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz und der Bischöfe von Bozen- Brixen und des Bischofs von Luxemburg. Freiburg 1971. S. 9- 11. [ künftig zitiert als: Feier der Kindertaufe 1971]

[2] Collectio rituum ad instar appendicis ritualis Romani pro omnibus Germaniae dioecesibus a sancta sede approbata. Ratisbonae: Pustet. 1950.

[3] Vgl. Jilek, August. Eintauchen, Handauflegen, Brotbrechen. Eine Einführung in die Feier von Taufe, Firmung und Erstkommunion. (Kleine Liturgische Bibliothek 3). Regensburg 1996. S. 158. [ künftig zitiert als: Jilek, August. Eintauchen, Handauflegen, Brotbrechen. 1996. ]

[4] Vgl. Feier der Kindertaufe 1971. S. 36.

[5] Ebd. S. 35.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Problemfall „Kindertaufe"- Zum Taufritus in seiner ursprünglichen Bedeutung und der Umsetzung in der heutigen Zeit
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
1,7
Autor
Jahr
2004
Seiten
12
Katalognummer
V81981
ISBN (eBook)
9783638871006
ISBN (Buch)
9783638871761
Dateigröße
413 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Problemfall, Taufritus, Bedeutung, Umsetzung, Zeit
Arbeit zitieren
Stephanie Reuter (Autor), 2004, Problemfall „Kindertaufe"- Zum Taufritus in seiner ursprünglichen Bedeutung und der Umsetzung in der heutigen Zeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81981

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