Vertragsgestaltung am Beispiel des Liefervertrages


Hausarbeit, 2007
37 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen zu Lieferverträgen
2.1. Definition Liefervertrag
2.2. Bedeutung von Verträgen bzw. Vertragsgemeinschaften
2.3. Transaktionskostentheorie
2.3.1. Faktorspezifität/Transaktionsspezifische Investition
2.3.2. Unsicherheit
2.3.2.1. Umweltunsicherheit
2.3.2.2. Technologische Unsicherheit
2.3.3. Wechselseitige Abhängigkeit
2.3.4. Lernen in interorganisationalen Geschäftsbeziehungen

3. Bestandteile des Vertrags
3.1. Allgemein
3.2. Vertragsparteien
3.3. Liefergegenstand
3.4. Liefermenge
3.5.1. Festpreis inkl. Preisgleit-/Preisanpassungsklausel
3.5.2. Zahlungsvereinbarungen
3.6. Lieferungsbedingungen
3.6.1 Exkurs: Incoterms 2000
3.6.1.1. Einordnung/Systematik der Incoterms
3.6.1.1.1. E-Klausel
3.6.1.1.2. F-Klauseln
3.6.1.1.3. C-Klauseln
3.6.1.1.4. D-Klauseln
3.7. Eigentumsvorbehalt
3.8. Auflösung der Geschäftsbeziehung

4. Vertragsverletzungen
4.1. Leistungsstörungen
4.2. Vertragsstrafe

5. Kritische Würdigung / Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Regelwerk zu Beförderungskosten

Abbildung 2: Darstellung der Gefahr- und Kostentragung und der Versicherungspflicht nach den Incoterms 2000

Abbildung 3: Kurzübersicht Incoterms 2000

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Zahlungstermine

1. Einleitung

In Zeiten schnelllebigen Austausches und rasender Weiterentwicklung von Produkten, Innovationen und Dienstleistungen ist es selten noch möglich, einen Überblick über Transaktionen zu behalten.

Lagerreduzierungen und Erweiterungen des Just-in-time bzw. Just-in-sequence- Prinzips stellen einen sehr hohen Koordinations- und Kontrollaufwand dar. Auch der wirtschaftliche Wandel in die Globalisie-rung stellt keineswegs eine Vereinfachung der Lieferbeziehung dar, sondern erschwert diese durch internationale Rahmenbedingungen und wesentliche Kulturunterschiede. Aufgrund des zunehmenden Konkurrenzdruckes auf dem Weltmarkt und der schnell fortschreitenden technologischen Entwicklung rückt die Existenzsicherung von Unternehmen in den Vordergrund.

Diese Arbeit befasst sich mit der Frage, weshalb Verträge abge-schlossen werden und welche Faktoren dabei berücksichtigt werden sollten.

In theoretischen Ansätzen lassen sich dazu erste Hilfestellungen finden.

Weiterhin soll darauf eingegangen werden, wie diese in der Praxis umgesetzt werden und welche Rahmenbedingungen nötig sind, um eine reibungslos vertragliche Geschäftsbeziehung zu gestalten.

Dabei werden auch mögliche Störungen im Leistungsaustausch bedacht, so dass die erarbeiteten Ergebnisse abschließend einer kritischen Würdigung unterzogen werden.

Das erste Kapitel eröffnet mit der Definition von Lieferverträgen den Einstieg in die Bedeutung von vertraglich vereinbarten Geschäfts-beziehungen. Der Ursprung von vertraglich geregelten Geschäfts-beziehungen wird dabei aufgegriffen und von anderen Vertragsarten unterschieden.

Im nachfolgenden Kapitel werden diverse Gründe für Vertrags-abschlüsse genannt, die auf die Transaktionskostentheorie der Neuen Institutionellen Ökonomik zurückzuführen sind. Im ersten Teil dieses Kapitels wird Aufschluss über die Transaktionskostentheorie gegeben, die Unsicherheit, wechselseitige Abhängigkeit und das Lernen in interorganisationalen Geschäftsbeziehungen, für das Zustandekommen von Verträgen verantwortlich macht.

Als Kernstück dieser Arbeit folgt das Kapitel 3, das die Bestandteile eines Vertrages aufzeigt und verdeutlichen soll. Dabei ist zu beachten, dass die Vertragsinhalte keine Pflichtbestandteile darstellen, sondern lediglich als grundlegende Rahmenbedingungen zu behandeln sind, die nach Auffassung der Unternehmensphilosophie ein- oder auszubringen sind. Anschließend folgt im Kapitel 3.6.1. ein Exkurs zu den Incoterms 2000, die als Regelwerk von Lieferungen bei grenzüberschreitenden Geschäftsbeziehungen dienen. Unter dem Thema Leistungsstörungen wird das vierte Kapitel eröffnet, in dem vertragliche Pflichtverletzungen aufgeführt werden.

Im letzten Kapitel werden abschließend sämtliche Ergebnisse kritisch gewürdigt und zu einem Fazit zusammengefasst.

2. Theoretische Grundlagen zu Lieferverträgen

2.1. Definition Liefervertrag

Ein Liefervertrag ist ein rechtsgültiges Abkommen zwischen zwei oder mehreren Geschäftspartnern, in dem Regelungen der Lieferungsinhalte und -abwicklungen von einem oder mehreren vereinbarten Gut bzw. Gütern vereinbart werden. Der Liefervertrag „ist meist ein Kaufvertrag, bei dem die Lieferung des vereinbarten Gegenstandes oder der Ware nicht schon bei Vertragsabschluss, sondern erst später erfolgen soll.“[1] Wird ein Vertrag über einen fortlaufenden Leistungsaustausch geschlossen, so wird diese Art des Vertrages auch als Dauerlieferungsvertrag in der Literatur bezeichnet und wird nach den Gesetzen des Dauerschuldverhältnisses beurteilt.

Im Dauerlieferungsvertrag enthaltenen Rahmenvertrag werden grundsätzliche Bedingungen für die Zusammenarbeit vereinbart. Dazu wird beispielsweise bei Vertragsabschluss nicht die Gesamtmenge des Leistungsaustausches für den festgelegten Zeitraum festgehalten, sondern die Höhe des Leistungsaustausches wird bei der Bestellung jeweiliger Einzellieferungen bestimmt.[2] Die Marktstellung bzw. die Marktbeherrschung des Zulieferers entscheidet dabei über vorteilhafte Vereinbarungen gegenüber des Herstellers.[3]

Die Geschäftsbeziehung kann befristet oder unbefristet erfolgen, wobei eine unbefristete Vertragsgestaltung durch Kündigung bei eingehaltener Kündigungsfrist, beendet werden kann.

In den nun folgenden Kapiteln ist zu beachten, dass nicht speziell auf den „einfachen“ Liefervertrag oder auf den Dauerlieferungsvertrag eingegangen wird, sondern allgemeine Aspekte vertraglich geregelter Bindungen und Regelungen in den Vordergrund gestellt werden.

2.2. Bedeutung von Verträgen bzw. Vertragsgemeinschaften

Umfassende Verträge dienen einerseits dazu, bei zunehmender Komplexität die Zulieferer- Abnehmer- Beziehung weiterhin zu regeln. Andererseits beugen Sie unvorhergesehenen Risiken vor, auf die speziell in Kapitel 2.3. eingegangen wird.

Verträge sind Instrumente der Koordination und werden zur Regelung des gegenseitigen Verhaltens zwischen den Vertragspartnern verstanden. Sie werden auf freiwilliger Basis abgeschlossen und die Vertragspartner können frei über den Inhalt des Vertrages bestimmen. Lieferkontrakte können zwischen mindestens zwei Vertragspartnern mit übereinstimmender Willenserklärung abgeschlossen werden. Übereinstimmende Willenserklärung bedeutet, dass beide Parteien den Inhalt des Vertrages gleich verstehen und damit einverstanden sind. Dabei kann das Zustandekommen eines Vertrages mündlich oder schriftlich erfolgen.[4] Der Vertrag kann grundsätzlich formfrei geschlossen werden. Die schriftliche Ausarbeitung eines Vertrages ist allerdings bei jeglicher Art von Verträgen sinnvoller, da beide Vertragsteile ihre Rechte und Pflichten Schwarz auf Weiß vorliegen haben, auf die man sich bei Unstimmigkeiten jederzeit berufen kann. Ein weiterer Vorteil des schriftlichen Kontraktes ist die intensive Auseinandersetzung mit der gesamten Materie vor Beginn der Lieferbeziehung, bezüglich der in Kapitel 3 beschriebenen Vertragsinhalte.[5]

Die vertragliche Bindung zwischen Unternehmen setzt eine besondere Vertrauensbasis voraus, da bei einer zeitlich versetzten Leistungserfüllung, derjenige, der die Leistungserfüllung als Erster erbracht hat, auf den Gegenzug von dem Vertragspartner vertrauen muss. Doch eine enge Partnerschaft kann durch zu umfassende Vertragsregelungen gefährdet werden. Eigentlich dient die Kooperation als Versorgungssicherheit, die innerhalb dieser als kreativ und anpassungsfähig gilt und ein hohes Maß an Vertrauen schafft. Durch vertragliche Regelungen entsteht aber eine gewisse Starrheit, die das beiderseitige Bemühen beider Vertragspartner, die sich die Optimierung der Kooperation als Ziel gesetzt haben, unterbinden kann.[6]

2.3. Transaktionskostentheorie

Die Transaktionskostentheorie ist ein Element der Neuen Institutionenökonomik, die im Gegensatz zu der Neoklassischen Theorie, realistische Verhaltensannahmen von Institutionen, wie beispielsweise opportunistisches Verhalten oder begrenzte Information der Marktteilnehmer, zusätzlich einbezieht.[7] Im Jahre 1937 verfasste Ronald Coase in seinem Aufsatz „The Nature of the Firm“ erstmals den Grundgedanken der Transaktionskostentheorie, dessen Weiterentwicklung mit wesentlichem Anteil auf den Nobelpreisträger Douglass North und den Wirtschaftswissenschaftler Oliver E. Williamson zurückzuführen ist.[8]

Die Transaktionskostentheorie versucht die Effizienz von Transaktionen in unterschiedlichen institutionellen Arrangements zu erklären und zu beurteilen.[9] Dabei wird angenommen, dass zu jeder Transaktion Kosten entstehen, die auf die Suche passender Vertragspartner, die Einigung mit geeigneten Geschäftspartnern, sowie der Kontrolle und Anpassung des vertraglich festgelegten Leistungsaustausches, zurückzuführen sind.[10] Die Transaktionskostentheorie soll nicht genauer in der Entstehung der Transaktionskosten oder der Einteilung in Vertragskategorien erläutert werden, vielmehr von Interesse ist die Thematisierung der Gründe, warum überhaupt vertragliche Anbahnungen und Beschlüsse zustande kommen.

In Bezug auf Vertragsabschlüsse besagt die Theorie, dass es unmöglich ist, ausnahmslos alle Verhandlungstätigkeiten bei Transaktionen im Vorfeld abzuwickeln. Dementsprechend werden nach Vertragsabschluss weitere Verhandlungen zu der eigenen Vorteilsverbesserung jeweiliger Vertragsparteien geführt. Außergerichtliche Abkommen und der Vertrag als solches erhalten dadurch ökonomische Relevanz.[11] Diesem Verhalten liegt die Annahme der Transaktionskostentheorie zu Grunde, dass die Marktteilnehmer mit eingeschränkter Rationalität aufgrund von begrenzter Wahrnehmung und Information, aber auch bestehendem Opportunismus, der auf die Nutzenmaximierung durch List und Tücke der ökonomischen Akteure zurückzuführen ist, handeln.[12]

2.3.1. Faktorspezifität/Transaktionsspezifische Investition

Die Faktorspezifität stellt nach Williamson die wichtigste Dimension der Transaktionskostentheorie dar. Sie bezeichnet die Spezifität für die Herstellung eines Produktes, d. h. der Aufwand für die Herstellung eines Produktes wird an ihr charakterisiert. Je höher die Spezifität eines Produktes wird, desto kleiner wird der Anbieterkreis und desto teurer wird das Herstellungsverfahren. In Folge der zunehmenden Faktorspezifität wird die Abhängigkeit beider Vertragsparteien erhöht.[13]

Nach Williamson wird Faktorspezifität in drei Kategorien unterteilt:

- Lage
- Qualifikation
- Produktionsmittel

Unter der Kategorie der Lage ist zu verstehen, dass bei zu großer Entfernung zwischen Produktionsstätte und Unternehmen, hohe Transportkosten entstehen. Die Kategorien Qualifikation und Produktionsmittel geben an, dass zur Produktion des jeweiligen Gutes Fachpersonal, sowie eine technische, spezialisierte Ausstattung nötig sind, die allerdings weitere Transaktionskosten zur Folge haben.

[...]


[1] Vgl. http://www.handelswissen.de/data/handelslexikon/buchstabe_l/Liefervertrag.
php

[2] Vgl. http://www.rechtslexikon-online.de/Dauerlieferungsvertrag.html

[3] Vgl. Milling/Zäpfel (1993), S. 108

[4] Vgl. Möhlmeier/Wierichs/Wurm (2003), S.159 f.

[5] Vgl. Deil (2005), S. 200

[6] Vgl. Pampel (1993), S. 159 f.

[7] Vgl. Williamson (1990), S. 2 ff.

[8] Vgl. Gertenbach (2007), S. 3

[9] Vgl. http://www.manalex.de/d/transaktionskostentheorie/transaktionskostentheorie.
php

[10] Vgl. Gertenbach (2007), S. 5

[11] Vgl. Williamson (1990), S. 33

[12] Vgl. Williamson (1990), S. 49 ff.

[13] Vgl. Williamson (1990), S. 281

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten

Details

Titel
Vertragsgestaltung am Beispiel des Liefervertrages
Hochschule
Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven; Standort Emden
Veranstaltung
Modernes Einkaufs- und Beschaffungsmanagement
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
37
Katalognummer
V82036
ISBN (eBook)
9783638879965
ISBN (Buch)
9783638879989
Dateigröße
732 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vertragsgestaltung, Beispiel, Liefervertrages, Modernes, Einkaufs-, Beschaffungsmanagement
Arbeit zitieren
Harald Suer (Autor), 2007, Vertragsgestaltung am Beispiel des Liefervertrages, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82036

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