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Kanonbildung in der Kinder- und Jugendliteratur

Title: Kanonbildung in der Kinder- und Jugendliteratur

Term Paper , 2004 , 33 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Bettina Arzt (Author)

Literature - General
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Der folgenden Hausarbeit liegt eine Umfrage zu Grunde, in der 50 Studenten aus Deutschland, Spanien, Frankreich und Italien dazu befragt wurden, welche aus mehreren Jahrhunderten stammenden Kinderbücher sie in ihrer Kindheit selbst gelesen haben bzw. ihnen vorgelesen wurden. Die Befragten sollten des Weiteren angeben, welche der gelesenen Werke ihnen besonders, egal ob im positiven oder negativen Sinne, in Erinnerung geblieben und welche (Kinder)-Bücher ihnen durch andere Medien (Filme, Fernseh-Serien, Hörspielkassetten, Merchandising-Artikel etc.) bekannt sind. Die Auswahl der angegebenen Werke erfolgte spontan durch die Autorin, wobei versucht wurde, möglichst allgemein bekannte Kinderbuchtitel aus verschiedenen Ländern sowie kinderliterarische Adaptionen von Erwachsenenliteratur mit einzubeziehen. Mögliche Auslassungen von eventuell ebenfalls sehr wichtigen Kinder- und Jugendbüchern haben keinerlei Bedeutung. Dass sehr neue Werke der Kinder- und Jugendliteratur, wie beispielsweise Joanne K. Rowlings „Harry Potter“- Bände, auf Grund des Alters von bestimmten Befragten im Kindesalter nicht gelesen werden konnten, wurde dabei außer Acht gelassen, da es für die Erforschung literarischer Vorlieben von Kindern und deren Begründung, sowie des Prozesses der kinderliterarischen Kanonbildung nicht relevant ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1 Umfrage zum Thema „Kinderliteraturkanon“

2. Die Entwicklung von Kinder- bzw. Jugendliteratur und die Entstehung eines Kanons

3. Wer bestimmt den Kanon heute?

4. Was macht ein Kinderbuch zu einem Klassiker?

5. Kinder- und Jugendliteratur- Die „kleine Schwester“ der allgemeinen Literaturforschung?

6. Ist die Kanonisierung von Kinder- und Jugendliteratur überhaupt notwendig?

7. Bibliographie

8. Anhang : Umfragebogen, Ergebnisse der Umfrage

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess der Kanonbildung im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie internationale Klassiker entstehen, welche Rolle die Literaturforschung sowie erwachsene Vermittlerinstanzen spielen und ob ein Kanon in der heutigen, von modernen Medien geprägten Zeit noch relevant und notwendig ist.

  • Historische Entwicklung der Kinder- und Jugendliteratur und ihrer Kanonisierung.
  • Einfluss von Erwachsenen (Eltern, Pädagogen, Rezensenten) auf die kindliche Lektürewahl.
  • Kriterien für die Klassizität von Kinderbüchern und die Rolle intertextueller Bezüge.
  • Bedeutung moderner Medien für die Bekanntheit klassischer Kinderliteratur.
  • Emanzipation der Kinderliteratur als autonomes System innerhalb der Literaturforschung.

Auszug aus dem Buch

3. Wer bestimmt den Kanon heute?

Ein Basisproblem bei der Untersuchung von möglichen Kriterien für die Kanonisierung bestimmter kinderliterarischer Werke ist die Tatsache, dass Kinderliteratur zwar von hauptsächlich Kindern rezipiert wird, es jedoch in den meisten Fällen erwachsene Autoren sind, die aus ihren eigenen Erinnerungen und Vorstellungen Literatur für Kinder und Jugendliche verfassen. Dass Kinder für Kinder schreiben kommt nur äußerst selten vor. Zwar können die meist von Erwachsenen konstruierten Kindheitsvorstellungen der kindlichen Wirklichkeitswahrnehmung sehr nahe kommen, letztlich aber bleiben sie lediglich Annäherungen an infantile Sichtweisen, also Abbilder dessen, was sie tatsächlich darzustellen versuchen.

So trifft also der Autor, der dominierende Erwachsene, noch bevor sein Werk überhaupt entsteht, bereits eine Auswahl dessen, was dem kindlichen bzw. jugendlichen Leser überhaupt bei der Lektüre zur Verfügung gestellt wird, in dem sich der Autor für ein bestimmtes Thema, für den Inhalt, den Ort und die Charaktere seines Werkes entscheidet. Kinderliteratur ist also immer adressatenbezogen, sie ist von Erwachsenen auf die kindlichen Adressaten „zugeschnitten.“ Diese problematische Ambivalenz ist auch im Bezug auf die Rezension von Kinder- und Jugendliteratur zu beachten. Anders als in der allgemeinen Literaturkritik ist derjenige, der das Kinder- bzw. Jugendbuch bewertet, nicht auch gleichzeitig der Leser des beurteilten Werkes. Das Kind liest zwar die Bücher, ausgewählt und rezensiert werden diese jedoch von Erwachsenen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Es wird die Basis der Arbeit durch eine Umfrage unter 50 Studenten verschiedener Nationen zu ihren Kindheitslektüren vorgestellt.

2. Die Entwicklung von Kinder- bzw. Jugendliteratur und die Entstehung eines Kanons: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss von frühen Adaptionen der Erwachsenenliteratur bis hin zur Etablierung spezifischer Kinderliteratur durch die Aufklärung und die Romantik.

3. Wer bestimmt den Kanon heute?: Hier wird die Problematik der "Zweidimensionalität" thematisiert, da Erwachsene die Auswahl und Bewertung der Lektüre für Kinder dominieren.

4. Was macht ein Kinderbuch zu einem Klassiker?: Die Untersuchung identifiziert wiederkehrende Muster wie Trivialisierung von Handlungen, Serienstrukturen und den Widerspruch zwischen kindlichen Bedürfnissen und Erziehungszielen als Erfolgsfaktoren.

5. Kinder- und Jugendliteratur- Die „kleine Schwester“ der allgemeinen Literaturforschung?: Es wird erläutert, warum die Kinderliteratur lange Zeit marginalisiert wurde und erst spät als eigenständiges, ernsthaftes Forschungsobjekt Anerkennung fand.

6. Ist die Kanonisierung von Kinder- und Jugendliteratur überhaupt notwendig?: Abschließend wird diskutiert, dass trotz des Wandels durch moderne Medien ein flexibler Kanon weiterhin wichtig ist, um Orientierung zu bieten und zum Lesen zu motivieren.

Schlüsselwörter

Kinderliteratur, Jugendliteratur, Kanonbildung, Klassiker, Literaturforschung, Kindheitsmythos, Erziehung, Systemtheorie, Intertextualität, Rezeption, Medienadaption, Leseförderung, Literaturkritik, Adressatenbezug.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Mechanismen, durch die bestimmte Kinder- und Jugendbücher zu Klassikern werden und Teil eines literarischen Kanons gelangen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die historische Entwicklung der Kinderliteratur, die Rolle von Erwachsenen als Gatekeeper bei der Lektürewahl sowie die Kriterien, die ein Werk zeitlos erfolgreich machen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu ergründen, wie ein internationaler Kanon der Kinderliteratur entsteht, wer diesen Prozess steuert und ob dieses Konzept in der heutigen Medienlandschaft noch Relevanz besitzt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur sowie auf eine empirische Umfrage unter 50 Studierenden aus vier Ländern zu ihren persönlichen Leseerfahrungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Meilensteine, die Rolle der literarischen Systemtheorie und die spezifischen Merkmale (wie Erzählschemata und Kindheitsmythen), die Bücher wie "Pippi Langstrumpf" oder "Robinson Crusoe" zu Klassikern machen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Kanonbildung, Klassiker, Intertextualität, Literaturpädagogik und Kinder- und Jugendliteraturforschung charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Rezeption von Kinderliteratur von der Erwachsenenliteratur?

Der Hauptunterschied liegt in der Zweidimensionalität: Kinder sind die Leser, aber Erwachsene fungieren als Rezensenten, Käufer und Vermittler, die das Buch vorab auswählen und interpretieren.

Inwiefern beeinflussen moderne Medien die Klassizität von Werken?

Moderne Medien wie Filme oder Merchandising führen dazu, dass Figuren und Stoffe bekannt bleiben, während die ursprüngliche Lektüre der literarischen Vorlage oft in den Hintergrund tritt.

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Details

Title
Kanonbildung in der Kinder- und Jugendliteratur
College
University of Siegen
Course
Literarische Kanonbildung
Grade
1,0
Author
Bettina Arzt (Author)
Publication Year
2004
Pages
33
Catalog Number
V82165
ISBN (eBook)
9783638861250
ISBN (Book)
9783656680970
Language
German
Tags
Kanonbildung Kinder- Jugendliteratur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bettina Arzt (Author), 2004, Kanonbildung in der Kinder- und Jugendliteratur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82165
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