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Das Leapfrogging-Modell. Wachstum, technischer Fortschritt und Außenhandel

Title: Das Leapfrogging-Modell. Wachstum, technischer Fortschritt und Außenhandel

Seminar Paper , 2005 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Jasmina Djulic (Author)

Economics - Innovation economics
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Die Erklärung und Beschreibung langfristiger wirtschaftlicher Entwicklungen ist schon seit dem 18. Jahrhundert Versuch vieler moderner Wirtschaftswissenschaftler gewesen.
Ein wesentlicher Aspekt dabei war und ist die Frage nach den Ursachen für die unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklung von Ländern. Während einige Erklärungsmodelle ein Auseinanderdriften der Wohlstandsniveaus von Volkswirtschaften voraussagen, sind die ärmeren Länder nach Meinung anderer Autoren dabei, zu den reicheren Ländern aufzuschließen.

Vergleicht man die langfristige Entwicklung des realen Pro-Kopf-Bruttoinlandproduktes der Länder dieser
Welt, so lassen sich Beweise für beide Meinungen finden. Divergente Entwicklung ist beispielsweise zwischen den USA und den afrikanischen Entwicklungsländern zu beobachten. Das spektakuläre Wachstum der ostasiatischen „Tiger-Staaten“ Hongkong, Singapur, Südkorea und Taiwan liefert dagegen Beispiele für eine Konvergenz der Volkswirtschaften.

Neben den Diskussionen über Divergenz bzw. Konvergenz der Wachstumsentwicklung von Staaten zeigt die Geschichte mehrfach Fälle, wo die weltweit führende Industrienation
erst von einem anderen Land eingeholt und anschließend überholt wurde. So lösten die Niederlande im 17. Jahrhundert Italien als europäische Führungsmacht ab, England überholte die Niederlande im Zuge der Industriellen Revolution Mitte des 18. Jahrhunderts, um dann die Weltführung im 20. Jahrhundert an die Vereinigten Staaten abzugeben.

Neben politisch und militärisch bedingten Machtwechseln hat sich gezeigt, dass auch technologische Veränderungen für den Wechsel der Führungsposition eine wichtige Rolle gespielt haben. Im Folgenden soll ein Modell von Brezis/Krugman/Tsiddon (1993) beschrieben werden, das veranschaulicht, wie technologische „Durchbrüche“ zu einem Wechsel in der Führungsposition führen können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Leapfrogging-Modell

2.1 Die Idee

2.2 Das grundlegende Modell

2.3 Die Spezialisierungsmuster

2.4 Der Leapfrogging-Mechanismus

3. Zwei Aspekte

3.1 Das „Leapfrogging“ der Industrieökonomik

3.2 Leapfrogging von Nationen – Empirische Evidenz?

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ursachen für langfristige wirtschaftliche Entwicklungsunterschiede zwischen Nationen und analysiert mittels des Leapfrogging-Modells von Brezis, Krugman und Tsiddon, wie technologische Durchbrüche zu einem Wechsel der globalen Führungsposition führen können.

  • Grundlagen des Leapfrogging-Modells und Klassifikation von Innovationen
  • Analyse der Spezialisierungsmuster und Lerneffekte im internationalen Handel
  • Mechanismen des technologischen Führungswechsels zwischen Ländern
  • Industrieökonomische Praxisbeispiele für das Leapfrogging-Phänomen
  • Empirische Einordnung historischer Führungswechsel bei Nationen

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Idee

Die grundlegende Idee des Modells von Brezis/Krugman/Tsiddon (1993) besteht darin, dass eine neue Basistechnologie, auf Grund fehlender Erfahrungen und anfallender Umstellungskosten den Unternehmen eines Landes mit extensiver Erfahrung im Umgang mit der bisherigen Technologie, anfänglich inferior erscheint, so dass ein Wechsel unterbleibt. Auf Grund der geringeren Löhne und weniger Erfahrung in der „alten“ Technologie werden die wirtschaftlich schwächeren Ländern die neue Technologie adaptieren, eröffnet diese ihnen doch neue Chancen auf dem Markt. Ist mit der neuen Technologie dann eine effizientere Produktion möglich, werden die Folger den Führenden erst ein- und dann überholen.

Eine Besonderheit des Modells ist die Klassifikation des technischen Fortschritts nach seiner Intensität. Brezis/Krugman/Tsiddon (1993) unterscheiden hierbei zwischen inkrementalen und radikalen Innovationen. Durch die inkrementalen, „normalen“ Innovationen, die aus learning-by-doing-Prozessen entstehen, erfährt die Produktionstechnologie Verbesserungen, welche die Arbeitsproduktivität kontinuierlich steigert. Im Gegensatz dazu - das Kernelement des Modells - die radikale Innovation, ein technologischer Durchbruch, der das gesamte Vorwissen entwertet und von Ländern einen Neuanfang fordert.

Die zweite Besonderheit ist die Spezifizierung der Lerneffekte: Aus Sicht der einzelnen Unternehmen sollen die Lerneffekte extern sein, so dass diese intern mit konstanten Skalenerträgen kalkulieren. Mit der Begründung, dass persönlicher Kontakt bei der Diffusion von Wissen eine maßgebliche Rolle spielt, sollen Lerneffekte zudem länderspezifisch sein. Technisches Wissen ist demzufolge im Inland durch Nicht-Rivalität und Nicht-Ausschließbarkeit gekennzeichnet, nach außen und von außen soll es jedoch nicht ex- bzw. importiert werden können. Inländische Arbeitsproduktivität soll nur vom kumulierten inländischen Output abhängen, nicht vom ausländischen. Dass die geografische Konzentration von Wissen wohl eher regionaler, als nationaler Natur ist, wird vernachlässig, da hier die Homogenität der Länder in sich vom Modell gefordert wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die langfristigen Ursachen für Divergenz und Konvergenz von Volkswirtschaften und führt in das Brezis/Krugman/Tsiddon-Modell ein.

2. Das Leapfrogging-Modell: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Annahmen, die Modellierung von Lerneffekten sowie die Bedingungen für Spezialisierung und den Mechanismus hinter dem technologischen Überholprozess.

3. Zwei Aspekte: Hier werden industrieökonomische Beispiele sowie die historische Evidenz für den Führungswechsel zwischen Nationen, etwa von Holland über Großbritannien bis hin zu den USA, diskutiert.

4. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der notwendigen Bedingungen für ein Leapfrogging zwischen Nationen und zeigt Potenzial für künftige Modellerweiterungen auf.

Schlüsselwörter

Leapfrogging, technischer Fortschritt, Außenhandel, Basisinnovation, Arbeitsproduktivität, Lerneffekte, Spezialisierung, Weltführung, Wirtschaftswachstum, Innovationsökonomik, Konvergenz, Divergenz, Industrieökonomik, Produktionsfunktion, Technologieführerschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Hintergründe und Auswirkungen des sogenannten Leapfrogging-Modells, das erklärt, wie technologische Sprünge zu einem Wechsel der wirtschaftlichen Vormachtstellung zwischen Nationen führen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Konzepte des technischen Fortschritts (inkrementell vs. radikal), Lerneffekte, internationale Handelsmuster und die historische Entwicklung der wirtschaftlichen Führungsrollen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie technologische „Durchbrüche“ bei gegebenen Umstellungskosten und historisch gewachsenen Kompetenzen bewirken können, dass ein wirtschaftlich zurückliegendes Land das bisher führende Land überholt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf dem Modell von Brezis, Krugman und Tsiddon (1993) basiert und dieses durch wirtschaftshistorische Daten sowie industrieökonomische Beispiele (z.B. die US-Reifenindustrie) ergänzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die formale Herleitung des Modells, die Beschreibung der Spezialisierungsmuster und des Leapfrogging-Mechanismus sowie die Anwendung des Modells auf reale historische und industrielle Prozesse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Leapfrogging, Technologieführerschaft, radikale Innovation, Lerneffekte und komparative Kostenvorteile definiert.

Wie unterscheiden sich die im Modell verwendeten Innovationstypen?

Inkrementelle Innovationen basieren auf learning-by-doing und kontinuierlicher Verbesserung, während radikale Innovationen einen technischen Durchbruch darstellen, der vorhandenes Wissen entwertet und einen Neuanfang erfordert.

Warum zögerten US-Reifenhersteller beim Übergang zur Radialtechnologie?

Ursachen waren die Unsicherheit über die neue Technologie, hohe Umstellungskosten der Produktionsanlagen und die anfängliche Ablehnung durch Automobilhersteller, was den Eintritt ausländischer Konkurrenten begünstigte.

Welche Rolle spielt Holland im Kontext des Leapfrogging-Modells?

Holland dient als historisches Beispiel für eine ehemals weltweit führende Handels- und Kolonialmacht, die ihre Führungsposition durch den industriellen Aufstieg Großbritanniens verlor.

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Details

Title
Das Leapfrogging-Modell. Wachstum, technischer Fortschritt und Außenhandel
College
http://www.uni-jena.de/  (Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre/Makroökonomie)
Course
Seminar" Makroökonomische Innovationsökonomik"
Grade
2,0
Author
Jasmina Djulic (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V82166
ISBN (eBook)
9783638890762
ISBN (Book)
9783638890892
Language
German
Tags
Leapfrogging Seminar Makroökonomische Innovationsökonomik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jasmina Djulic (Author), 2005, Das Leapfrogging-Modell. Wachstum, technischer Fortschritt und Außenhandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82166
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