Die Autoren wollen in diesem Band erklären, warum bestimmte Koalitionen eingegangen werden und welche Koalitionsformen nach einer Wahl wahrscheinlich sind. Gleichzeitig erheben sie aber auch den Anspruch, unser Wissen der deutschen Innenpolitik zu bereichern und einen kritischen Beitrag zum Thema "Regieren" zu leisten.
Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden gehen Kropp und Sturm (K/S) deduktiv vor; sie gehen also zunächst auf einzelne Koalitionstheorien und dann exemplarisch auf die Besonderheiten der Bundesländer ein.
Dabei wird in dieser Rezension von Koalitionsvereinbarungen ausgegangen, wie sie in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle in Deutschland zustande kommen. Die unzähligen Ausnahmen die die Autoren nennen, werden hier außer acht gelassen, da auf sie einzugehen, den Umfang dieser Schrift aus dem Rahmen drängen würde.
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Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung
Rezension
Persönliche Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Rezension befasst sich mit dem Werk von Sabine Kropp und Roland Sturm zur Theorie, Analyse und Dokumentation von Koalitionen und Koalitionsvereinbarungen. Das Ziel ist es, die zentralen Thesen und theoretischen Ansätze des Buches kritisch zu beleuchten, insbesondere hinsichtlich der Koalitionsbildungsprozesse und der Funktion von Koalitionsverträgen in der deutschen Politik.
- Koalitionstheorien und deren Anwendung in der Praxis
- Die Funktion und Verbindlichkeit von Koalitionsvereinbarungen
- Vergleich der Koalitionsbildung auf Bundes- und Landesebene
- Die Rolle des Parteiensystems und deren Einfluss auf Regierungsbündnisse
- Analyse von Koalitionsausschüssen als Instrument der Konfliktschlichtung
Auszug aus dem Buch
Koalitionsregierungen
Koalitionsregierungen kann man unterscheiden in minimum winning coalitons und minimal winning coalitions. Erstere überschreiten die 50%-Marke an Mandaten nur knapp und verlieren durch Austritt des Koalitionspartners die parlamentarische Mehrheit, gelten aber am wahrscheinlichsten, da der Gewinn für die stärkeren Koalitionspartner am größten ist. Letztere überschreiten die 50%-Marke nicht knapp, würden aber bei Austritt des Koalitionspartners ebenfalls die parlamentarische Mehrheit verlieren. Daneben besteht noch die Möglichkeit der Bildung einer Minderheitsregierung (sie unterschreitet die 50%-Marke) oder einer surplus coaliton (starke Überschreitung der 50%-Marke) (17).
Erwähnt wird dann die Einflussmöglichkeit des Wählers auf die Koalitionsbildung bei der Bundestagswahl, bei der man eine kleinere potentielle Koalitionspartei durch das Stimmensplitting, also durch die Zweitstimme, unterstützen kann (18/19).
Koalitionsaussagen werden häufig vor den Wahlen getroffen. Eine wichtige erklärende Variable, welche hierbei die Koalitionsbildung beeinflusst, ist die gegenseitige Bekanntheit bzw. das wechselseitige Vertrauen der Parteiführungen (21).
Zusammenfassung der Kapitel
Vorbemerkung: Die Autoren verfolgen den Anspruch, durch eine deduktive Analyse von Koalitionstheorien und Länderbesonderheiten das Wissen über die deutsche Innenpolitik zu erweitern.
Rezension: Dieser Abschnitt analysiert die theoretischen Modelle zur Koalitionsbildung, wie das Office-Seeking- und Policy-Seeking-Modell, sowie deren praktische Anwendung und die Bedeutung der föderalen Struktur.
Persönliche Schlussbemerkung: Der Rezensent reflektiert kritisch über die methodische Darstellung des Verhandlungsspiels und die sprachliche Gestaltung des Werkes.
Schlüsselwörter
Koalitionen, Koalitionsvereinbarungen, Parteiensystem, Office-Seeking, Policy-Seeking, Bundesländer, Koalitionsausschuss, Regierungsbildung, Deutschland, Politikinhalte, Parteienwettbewerb, Koalitionsforschung, Minderheitsregierung, Parlamentsmehrheit, Politikwissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist eine Rezension des Fachbuches „Koalitionen und Koalitionsvereinbarungen: Theorie, Analyse und Dokumentation“ von Sabine Kropp und Roland Sturm.
Was sind die zentralen Themenfelder der analysierten Arbeit?
Im Fokus stehen die theoretische Einordnung von Koalitionsbildungen, die Bedeutung von Koalitionsverträgen, der Einfluss des Parteiensystems sowie die Besonderheiten der Koalitionspolitik in den Bundesländern.
Was ist das primäre Ziel der Buchanalyse?
Das Ziel ist die kritische Würdigung der von Kropp und Sturm aufgestellten Thesen hinsichtlich der Stabilität und Entstehung von Koalitionsbündnissen in Deutschland.
Welche wissenschaftliche Methode verwenden die Autoren des Buches?
Kropp und Sturm gehen deduktiv vor, indem sie zunächst Koalitionstheorien erläutern und diese anschließend exemplarisch auf die Gegebenheiten der Bundesländer anwenden.
Was wird im Hauptteil der Rezension behandelt?
Der Hauptteil widmet sich den theoretischen Koalitionsmodellen, der Funktion der Koalitionsausschüsse, der Verbindlichkeit von Verträgen sowie den Unterschieden zwischen Bundes- und Landespolitik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Koalitionsforschung, politische Strategien, Regierungsstabilität und die Analyse von Parteiensystemen definieren.
Wie bewertet der Rezensent den Begriff „Verhandlungsspiel“?
Der Rezensent empfindet die Bezeichnung des Koalitionsbildungsprozesses als „Verhandlungsspiel“ als wissenschaftlich wenig seriös und abwertend.
Welche Kritik äußert der Rezensent an der Struktur des Buches?
Kritisiert wird insbesondere das Fehlen einer prägnanten Gesamtdefinition von „Koalition“ sowie die mangelnde Zusammenfassung der einzelnen Kapitel, was die Lektüre zeitintensiv gestaltet.
- Quote paper
- Robert Conrad (Author), 2001, Rezension zu Kropp, Sabine und Roland Sturm 1998: Koalitionen und Koalitionsvereinbarungen: Theorie, Analyse und Dokumentation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8219