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Die Presse im Nationalsozialismus – Gleichschaltung ohne Gegenwehr?

Titre: Die Presse im Nationalsozialismus – Gleichschaltung ohne Gegenwehr?

Dossier / Travail , 2005 , 17 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Manuela Pelzl (Auteur)

Medias / Communication - Mass média
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Résumé Extrait Résumé des informations

Als Ziel der nationalsozialistischen Regierung im Dritten Reich galt die vollkommene Gleichschaltung, was von Beginn an rigoros verfolgt wurde. Die Pressefreiheit sollte vollkommen ausgeschaltet werden, das Pressewesen der totalen Kontrolle unterliegen. Auf den ersten Blick scheint dies gelungen zu sein, die Propagandamaschinerie lief ganz in Hitlers Sinne. Je mehr man jedoch sein Blicke schärft, desto klarer wird: Auch im Dritten Reich war nichts so eindeutig wie es scheint, die Wirksamkeit der Propaganda stieß an ihre Grenzen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Presse im Dritten Reich

2.1 Machtergreifung und medienpolitische Ziele der NSDAP

2.2 Presselenkung

2.2.1 Institutionelle Ebene

2.2.2 Rechtliche Ebene

2.2.3 Ökonomische Ebene

2.2.4 Inhaltliche Ebene

2.3 Aus- und Gleichschaltung

2.3.1 Die einzelnen Phasen

2.3.2 Der Verfall in Zahlen

2.4 Die nationalsozialistische Parteipresse

2.4.1 Der Völkische Beobachter

2.4.2 Die NS-Provinzpresse

2.5 Grenzen der Propaganda und Widerstand

3. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die systematische Gleichschaltung der deutschen Presse während des Nationalsozialismus sowie die damit verbundenen medienpolitischen Ziele der NSDAP. Dabei wird analysiert, inwieweit das Ziel einer vollkommenen Kontrolle erreicht wurde und welche Grenzen der Propagandamaschinerie sowie Formen des journalistischen Widerstands existierten.

  • Mechanismen der Presselenkung (institutionell, rechtlich, ökonomisch, inhaltlich)
  • Die Entwicklung und Rolle der parteieigenen Presse (NSDAP)
  • Phasen der Gleichschaltung und deren Auswirkungen auf die Medienlandschaft
  • Die Grenzen der nationalsozialistischen Propaganda
  • Möglichkeiten und Grenzen des journalistischen Widerstands im NS-Staat

Auszug aus dem Buch

2.2.4 Inhaltliche Ebene

Auf der inhaltlichen Ebene sind in erster Linie die Reichspressekonferenzen hervorzuheben, die täglich zur Mittagszeit stattfanden. Teilnehmen durften neben Vertretern der Regierung nur ausgewählte Journalisten, die nach Abgabe von Lebensläufen und Führungszeugnissen entsprechende Ausweise erhielten (vgl. Frei/Schmitz 1999: 30). Sie nahmen auf den Konferenzen eine Vielzahl von Anweisungen entgegen, die sich auf die Berichtserstattung von Themen jeglicher Art bezogen – wie die gleich folgenden Beispiele zeigen werden - und aufs Genaueste einzuhalten waren, wollte man nicht am Tag darauf unter Strafandrohung gerügt werden. Sogar die Sprache und der Umfang der Themenbehandlung wurden zum Teil detailliert geregelt, während andere Ereignisse wiederum mit keinem Wort veröffentlicht werden durften – wer seiner Geheimhaltungspflicht nicht nachkam, konnte aufgrund des Landesverrates schwer bestraft werden (vgl. Pürer 1996: 73f.).

Dank einiger Journalisten, die diese vertraulichen Texte nicht pflichtgemäß vernichteten, sondern aufbewahrten, sind einige der geschätzten 80.000 – 100.000 Anweisungen überliefert worden (vgl. Pürer 1996: 74; Frei/Schmitz 1999: 31). Ein Auszug:

Anweisung vom 26. Januar 1937: „Eine westdeutsche Zeitung hatte sich polemisch mit Thomas Mann befaßt. Dies wird als absolut unerwünscht bezeichnet. Thomas Mann soll ausgelöscht werden aus dem Gedächtnis aller Deutschen, da er nicht würdig ist, den Namen Deutscher zu tragen.“

Anweisung vom 20. November 1937: „Über Greta Garbo darf freundlich berichtet werden.“

Anweisung vom 28. Februar 1939: „Ein Mittagsblatt habe die Meldung ‚Gebt den Juden Madagaskar!’ mit der Unterüberschrift versehen: ‚Unser Standpunkt’. Wir hätten aber nur den Standpunkt, daß die Juden Deutschland verließen. Wohin sie gehen, sei uns verhältnismäßig gleichgültig.“

Anweisung vom 17. Januar 1940: „Der Minister kritisiert auf das Schärfste einen Artikel im Lokalteil der Börsenzeitung über Kälte.“

Anweisung vom 21. März 1941: „Die Vollkornbrot-Aktion soll in Zukunft wieder stärker gefördert werden.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Situation der Pressefreiheit in der Weimarer Republik und leitet zur radikalen Gleichschaltung im Dritten Reich über, die das zentrale Thema der Arbeit bildet.

2. Die Presse im Dritten Reich: Dieses Kapitel analysiert detailliert die vier Säulen der Presselenkung (institutionell, rechtlich, ökonomisch, inhaltlich), die Phasen der Gleichschaltung, die Rolle der Parteipresse sowie die Grenzen der NS-Propaganda.

3. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die NS-Presse zwar weitgehend unter die Kontrolle des Regimes geriet, die Propagandamaschinerie jedoch an systemimmanente Grenzen stieß und Widerstand in subtilen Formen möglich war.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Pressefreiheit, Gleichschaltung, NS-Propaganda, Presselenkung, Reichspressekammer, Schriftleitergesetz, NSDAP, Völkischer Beobachter, Eher-Verlag, Journalismus, Medienkontrolle, Widerstand, Dritter Reich, Massenmedien

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die medienpolitische Strategie der NSDAP zur Kontrolle und Gleichschaltung der deutschen Presse während der Zeit des Nationalsozialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die methodische Lenkung des Pressewesens, die Rolle der nationalsozialistischen Parteipresse sowie das Spannungsfeld zwischen Propaganda und individuellem Widerstand.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu ergründen, ob die Gleichschaltung der Presse tatsächlich ohne Gegenwehr erfolgte und wo die Grenzen der nationalsozialistischen Propagandawirkung lagen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturgestützte Analyse, um die verschiedenen Ebenen der Presselenkung anhand historischer Fakten und Quellen darzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die institutionellen, rechtlichen, ökonomischen und inhaltlichen Maßnahmen der Presselenkung sowie die Entwicklung der Parteipresse und die Widerstandsmöglichkeiten von Journalisten erläutert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Gleichschaltung, Presselenkung, NS-Propaganda, Schriftleitergesetz und den totalitären Anspruch des NS-Regimes auf die öffentliche Meinung geprägt.

Welche Funktion hatten die Reichspressekonferenzen für das Regime?

Sie dienten als zentrales Steuerungsinstrument, um Journalisten täglich verbindliche inhaltliche Anweisungen und Parolen zu übermitteln, deren Einhaltung strikt überwacht wurde.

Wie wirkten sich die sogenannten "Amann-Anordnungen" auf die Zeitungslandschaft aus?

Sie schufen die Grundlage für die Zwangsschließung von Zeitungen und deren Übernahme durch NS-nahe Verlage, um die Konkurrenz zu minimieren und eine monopolartige Kontrolle durch den Eher-Verlag zu etablieren.

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Résumé des informations

Titre
Die Presse im Nationalsozialismus – Gleichschaltung ohne Gegenwehr?
Université
LMU Munich
Note
1,7
Auteur
Manuela Pelzl (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
17
N° de catalogue
V82222
ISBN (ebook)
9783638861625
ISBN (Livre)
9783638861687
Langue
allemand
mots-clé
Presse Nationalsozialismus Gleichschaltung Gegenwehr
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Manuela Pelzl (Auteur), 2005, Die Presse im Nationalsozialismus – Gleichschaltung ohne Gegenwehr?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82222
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Extrait de  17  pages
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