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Varietäten und Sprach(en)politik im niederdeutschen Sprachraum zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert

Title: Varietäten und Sprach(en)politik im niederdeutschen Sprachraum zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 29 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Corinna Roth (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den sprachlichen Verhältnissen im niederdeutschen Sprachraum zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert vor dem Hintergrund der Entstehung, der Blütezeit und des Niedergangs der Hanse. Es wird u. a. untersucht, weshalb und wie es bei mehreren gleichzeitig existierenden Varietäten im niederdeutschen Sprachareal zur Durchsetzung der mittelniederdeutschen Sprache kam, ob Mittelniederdeutsch als eigene Sprache betrachtet werden muss, welche Faktoren den Untergang des Mittelniederdeutschen begünstigten, und ob es sich hinsichtlich des Übergangs von der niederdeutschen zur hochdeutschen Schriftsprache um Sprachen- oder Sprachpolitik handelt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Fragestellung und Vorgehen

2. Varietäten – Eine Definition

2.1 Die sprachlichen Verhältnisse im niederdeutschen Raum zur Zeit der Hanse und die Durchsetzung des Mittelniederdeutschen

3. Sprachen- und Sprachpolitik – Eine Definition

3.1 Sprach(en)politik im niederdeutschen Raum im 16. Jahrhundert

4. Transkription aus dem Kapitel 65 der Regula Benedicti (deutsch): Der Prior des Klosters

4.1 Sprachliche Analyse

5. Zusammenfassung

6. Bibliografie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den sprachlichen Wandel im niederdeutschen Raum zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert, wobei der Fokus auf dem Einfluss von Wirtschaft und Gesellschaft auf die Sprachpolitik liegt. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich mit den Ursachen für die Durchsetzung mittelniederdeutscher Varietäten sowie der Frage, ob der Übergang zur hochdeutschen Schriftsprache als Sprachwandel oder als politisch gesteuerter Sprachenwechsel zu bewerten ist.

  • Entwicklung und Etablierung mittelniederdeutscher Varietäten im hansischen Raum.
  • Sozioökonomische Faktoren als Triebkräfte sprachlicher Normierungsprozesse.
  • Theoretische Abgrenzung von Sprachenpolitik und Sprachpolitik in der Forschung.
  • Analyse der Rolle von Kanzleien, Kirche und Schule beim Sprachenwechsel zum Hochdeutschen.
  • Transkription und philologische Untersuchung eines historischen Textbeispiels aus der Regula Benedicti.

Auszug aus dem Buch

2. Varietäten – Eine Definition

Stickel (1997, 1) definiert den Fachbegriff Varietät als „eine Vielfalt miteinander verschränkter regionaler, sozialer, funktionaler und situativer Ausprägungen des Deutschen.“ Zu den Varietäten zählen Fachsprachen, Gruppensprachen sowie Dialekte (vgl. ebd., 1). Nabrings (1981, 19) erweitert die Definition noch entscheidend, indem sie die Ursache „für die Existenz von sprachlichen Varietäten, von verschiedenen ‚Sprachen’ in einer Sprache“, im „Verhältnis von ‚Sprache und Gesellschaft’“ sieht, wobei „die Anzahl und die jeweilige Ausprägung der Varietäten von den spezifischen Voraussetzungen abhängig sind.“

Die Konsequenz der sich in einer Sprachgemeinschaft sozial sowie „sprachlich gegeneinander abgrenzenden“ Gruppen ist die Herausbildung spezifischer sprachlicher Varietäten, die den jeweiligen Kommunikationsbedürfnissen entsprechen (ebd., 19). Nabrings (ebd., 19) unterteilt die sich gegenüberstehenden, „mehr oder weniger ausgeprägte[n, C. R.] ‚Subsysteme’ einer Sprache“ einerseits in „gruppenspezifische“, andererseits in „situationsspezifische“ Sprechweisen. Damit ist „die innere Differenzierung der Sprache [...] als Folge und Ausdruck der jeweiligen Sozialstruktur einer Gesellschaft“ zu verstehen. Das heißt, dass die „differenzierten sprachlichen Gegebenheiten [...] in ein Verhältnis zu dem komplexen Sozialsystem zu setzen und auf dieses jeweils konkret abzubilden“ sind (ebd., 19). Aus dieser allgemeinen Definition folgt, dass „die konkrete Ausprägung der innersprachlichen Heterogenität von der jeweiligen Differenziertheit und Komplexität einen Sozialsystems abhängt“ (ebd., 22).

Je komplexer und komplizierter ein Sozialsystem also ist, umso größer ist auch die Anzahl von Varietäten innerhalb des Systems. Am Beispiel des niederdeutschen Sprachgebietes ist ersichtlich, dass Nabrings’ Erkenntnis diesbezüglich richtig ist. Aufgrund der sich verändernden politischen und ökonomischen Situation gehört der niederdeutsche Sprachraum im 13. Jahrhundert zu den Gesellschaften mit der höchsten Sprachvielfalt (vgl. ebd., 23). Im folgenden Abschnitt möchte ich zeigen, dass sich Nabrings’ Definition hinsichtlich des Verhältnisses von Sprache und Gesellschaft auf Lübeck anwenden lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Fragestellung und Vorgehen: Das Kapitel führt in die Problematik der Sprachgeschichte im niederdeutschen Raum ein und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Arbeit.

2. Varietäten – Eine Definition: Hier werden theoretische Grundlagen zu sprachlichen Varietäten dargelegt und deren Abhängigkeit von sozioökonomischen Strukturen anhand des historischen Lübecks verdeutlicht.

2.1 Die sprachlichen Verhältnisse im niederdeutschen Raum zur Zeit der Hanse und die Durchsetzung des Mittelniederdeutschen: Dieser Abschnitt analysiert die Entstehung des mittelniederdeutschen Sprachraums und die Rolle der hansischen Handelsbeziehungen bei der Ausbildung einer städtischen Schriftsprache.

3. Sprachen- und Sprachpolitik – Eine Definition: Es erfolgt eine begriffliche Differenzierung von Sprachen- und Sprachpolitik, die als theoretisches Raster für die Untersuchung des Übergangs zum Hochdeutschen dient.

3.1 Sprach(en)politik im niederdeutschen Raum im 16. Jahrhundert: Dieses Kapitel beleuchtet den Sprachenwechsel vom Niederdeutschen zum Hochdeutschen im 16. Jahrhundert unter dem Aspekt politischer Steuerung und gesellschaftlicher Machtverhältnisse.

4. Transkription aus dem Kapitel 65 der Regula Benedicti (deutsch): Der Prior des Klosters: Eine wissenschaftliche Transkription eines historischen Textabschnitts dient als Fallbeispiel für die sprachliche Analyse.

4.1 Sprachliche Analyse: Die Analyse untersucht die dialektalen Merkmale und Inkonsequenzen in der Transkription, um eine räumliche Einordnung des Textes vorzunehmen.

5. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse über den Einfluss von Wirtschaft und Gesellschaft auf den sprachlichen Wandel zusammen.

6. Bibliografie: Dieses Verzeichnis enthält die zitierte wissenschaftliche Literatur.

Schlüsselwörter

Niederdeutsch, Mittelniederdeutsch, Sprachwandel, Sprachenwechsel, Hanse, Lübeck, Sprachpolitik, Sprachenpolitik, Regula Benedicti, Schriftsprache, Soziolinguistik, Dialekt, Sprachausgleich, Wirtschaftsgeschichte, Historische Linguistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die sprachliche Entwicklung im norddeutschen Raum zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert, insbesondere den Übergang von niederdeutschen Varietäten zur hochdeutschen Schriftsprache.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Analyse?

Im Mittelpunkt stehen die gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen gesellschaftlich-ökonomischen Entwicklungen, wie dem Aufstieg der Hanse, und den damit einhergehenden sprachlichen Normierungs- und Verdrängungsprozessen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der Untergang des Niederdeutschen nicht nur ein natürlicher Sprachwandel war, sondern maßgeblich durch zielgerichtete sprachpolitische Eingriffe von weltlichen und kirchlichen Institutionen beeinflusst wurde.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit kombiniert soziolinguistische Theorien mit der Analyse historischer Schriftsprachbelege und einer philologischen Detailuntersuchung eines Manuskripts der Regula Benedicti.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition der Sprachpolitik, eine Untersuchung der historischen Sprachverhältnisse im hansischen Kontext und eine Analyse des Prozesses, der zum Sprachenwechsel vom Niederdeutschen zum Hochdeutschen führte.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sprachwandel, Hanse, Mittelniederdeutsch, Sprachenpolitik, historische Linguistik und sozioökonomische Faktoren beschreiben.

Warum wird Lübeck als Fallbeispiel herangezogen?

Lübeck fungierte als wirtschaftliches Zentrum der Hanse und als Ausgangspunkt für eine „lübische Norm“, was es zu einem idealen Beispiel macht, um die Etablierung und spätere Verdrängung einer regionalen Schriftsprache zu studieren.

Welche Bedeutung hat das transkribierte Kapitel der Regula Benedicti für die Gesamtarbeit?

Die Transkription dient als empirisches Fallbeispiel, das linguistische Merkmale und Inkonsequenzen aufzeigt, die stellvertretend für die Dynamik und Übergangsphasen sprachlicher Entwicklungen im Spätmittelalter stehen.

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Details

Title
Varietäten und Sprach(en)politik im niederdeutschen Sprachraum zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert
College
Technical University of Chemnitz
Course
Hauptseminar: Regula Benedicti (deutsch)
Grade
1,0
Author
Corinna Roth (Author)
Publication Year
2007
Pages
29
Catalog Number
V82249
ISBN (eBook)
9783638869560
ISBN (Book)
9783638870030
Language
German
Tags
Varietäten Sprach(en)politik Sprachraum Jahrhundert Hauptseminar Regula Benedicti
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Corinna Roth (Author), 2007, Varietäten und Sprach(en)politik im niederdeutschen Sprachraum zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82249
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