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Liquiditätsfalle und Geldpolitik in Japan

Aktuelle Fragen der Geld- und Währungspolitik

Title: Liquiditätsfalle  und Geldpolitik in Japan

Seminar Paper , 2007 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: André Göring (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Japan gehört zu den G8 Staaten, dem Verbund der 8 wichtigsten Industrienationen weltweit. Seine wirtschaftliche Entwicklung ist über die Grenzen des Landes hinaus sehr bedeutend [vgl. DEUTSCHE BUNDESBANK 2007, S.76, S.143].
Die Geldpolitik Japans kann in drei verschiedene politische Perioden unterteilt werden. Die erste „kontrollierte Periode“ begann 1955. Der Finanzmarkt war reglementiert und wurde von der bürokratischen Führung kontrolliert [vgl. RHODES, YOSHINO 2004, S.2]. In dieser Zeit wuchs die japanische Wirtschaft kontinuierlich und gehörte zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Unterstützt wurde dies durch den Schutz der eigenen Wirtschaft sowie investitions- und exportfördernden Maßnahmen. Damit beeindruckte Japan die Welt und galt oft als Wirtschaftswunder. [vgl. BIGSTEN 2005, S. 596]
Erst externe Schocks wie die Auflösung des Systems fester Wechselkurse von Bretton Woods 1971-1973 und die zwei Ölkrisen (1973/74 und 1979/80) unterbrachen diese Entwicklung. Das rohstoffarme Japan stürzte in eine Rezession. Der daraufhin einsetzende Wandel weg von energieintensiven Industrien hin zu „wissensintensiven“ Zweigen ermöglichte die Wiederaufnahme des Wachstums. Ein weiteres bedeutendes Ereignis war 1985 das Plaza Abkommen und der damit einhergehende Einbruch der Exporte. [vgl. BOSSE 1997]
Daher wandelte sich die Geldpolitik ab 1971 durch eine allmähliche Öffnung der Wirt-schaft und den Umbau des Finanzsystems in eine „finanziell liberalisierende Periode“, in der Japan zeitweise als führende Wirtschaftsnation galt [vgl. RHODES, YOSHINO 2004, S.2-3]. Deswegen konnte Japan von 1973 bis 1990 weiterhin sehr stark wachsen und lag damit immer noch über dem Durchschnittswachstum der meisten OECD Staaten [vgl. BIGSTEN 2005, S. 596].

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorie der Liquiditätsfalle

2.1. Klassische Liquiditätsfalle

2.2. Überlegungen von Krugman

3. Japans makroökonomische Entwicklung ab den Neunziger Jahren

3.1. Spekulationsblase

3.2. Bankenkrise

3.3. Geldpolitik der Bank of Japan

4. Svensson’s Weg aus der Liquiditätsfalle heraus

4.1. “foolproof way”

4.2. Kritische Betrachtung des Foolproof Way

5. Aktueller Stand in Japan

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die japanische Wirtschaftsgeschichte ab den 1990er Jahren mit einem besonderen Fokus auf das Phänomen der Liquiditätsfalle. Dabei wird untersucht, inwieweit die Geldpolitik der Bank of Japan auf diese Krise reagierte und welche alternativen Lösungsansätze, insbesondere der „foolproof way“ nach Svensson, in der wissenschaftlichen Debatte diskutiert wurden.

  • Entwicklung und Platzen der Spekulationsblase in Japan
  • Analyse der japanischen Bankenkrise und ihrer Auswirkungen
  • Theoretische Grundlagen der Liquiditätsfalle
  • Diskussion des „foolproof way“ als geldpolitisches Instrument
  • Bewertung der geldpolitischen Maßnahmen der Bank of Japan

Auszug aus dem Buch

2.2. Überlegungen von Krugman

Paul Krugman’s Veröffentlichung „Japan’s Trap“ von 1998 sorgte mit der These, dass sich Japans Volkswirtschaft in einer Liquiditätsfalle befinde, für großes Aufsehen sowohl in Japan als auch weltweit. Dabei stellt die Glaubwürdigkeit der Notenbankpolitik seiner Meinung nach ein zentrales Element dar. Der Nominalzins war 1999 nahe null Prozent, die Produktionskapazitäten nicht ausgelastet, die Binnennachfrage gering und durch den hohen Yen die Exporte schwach. Ein rezessives Umfeld und Deflation waren Wirklichkeit. Die BOJ versuchte mit einer monetär expansiven Politik die Wirtschaft anzukurbeln. Doch in einer Liquiditätsfalle zeigte dies keine Wirkung mehr. Die Wirtschaftssubjekte gingen davon aus, dass die Ausweitung des Geldangebotes nur vorübergehend war und die BOJ in Wirklichkeit eine Politik der Preisstabilität verfolgt. Das eigentliche Ziel, dadurch die Nachfrage und damit die Wirtschaft zu stimulieren, zeigte nicht die gewünschte Wirkung.

Um in einer Liquiditätsfalle mit einem nominalen Zins nahe null Prozent die Wirtschaft anzuregen bräuchte man einen negativen Realzins. Diesen könnte man entweder durch das Absinken des Nominalzinses unter null Prozent oder durch das Brechen der Deflationserwartungen der Bevölkerung erzeugen. Da die nominalen Zinsen aber nicht negativ werden können, braucht man demzufolge Inflationserwartungen.

Somit schlug Krugman vor, die BOJ müsse den nachhaltigen öffentlichen Willen bekunden, die Geldangebotsausweitung permanent durchzuführen und ein höheres Preisniveau zuzulassen. Die glaubwürdige Umsetzung dieser Geldpolitik würde die Erwartungshaltung der Wirtschaftssubjekte ändern. Genauer gesagt gäbe es dadurch eine Inflationserwartung für die Zukunft. Damit könnte die Volkswirtschaft aus der Liquiditätsfalle entkommen und die Geldpolitik Ihre effektive Kraft zurück erlangen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die drei geldpolitischen Phasen Japans und leitet in die Problematik der wirtschaftlichen Stagnation ab den 1990er Jahren ein.

2. Theorie der Liquiditätsfalle: Hier werden die klassischen ökonomischen Definitionen der Liquiditätsfalle sowie die spezifischen theoretischen Ansätze von Paul Krugman erläutert.

3. Japans makroökonomische Entwicklung ab den Neunziger Jahren: Das Kapitel beleuchtet das Entstehen der Spekulationsblase, die anschließende Bankenkrise und die geldpolitischen Reaktionen der Bank of Japan.

4. Svensson’s Weg aus der Liquiditätsfalle heraus: Dieser Teil stellt den von Lars E.O. Svensson entwickelten „foolproof way“ vor und diskutiert kritisch die Umsetzbarkeit und mögliche negative Begleiterscheinungen.

5. Aktueller Stand in Japan: Abschließend wird die wirtschaftliche Lage in Japan zum Zeitpunkt der Erstellung der Arbeit reflektiert und die bisherige Geldpolitik der Notenbank einer kritischen Prüfung unterzogen.

Schlüsselwörter

Liquiditätsfalle, Geldpolitik, Bank of Japan, Deflation, Spekulationsblase, Zinssatz, quantitative Lockerung, Japan, Konjunktur, Bankenkrise, Preisstabilität, Wirtschaftswachstum, Inflationserwartungen, Foolproof way, Nullzinspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die wirtschaftliche Stagnation Japans ab den 1990er Jahren und analysiert die Herausforderungen, die sich durch den Eintritt in eine Liquiditätsfalle für die Geldpolitik ergaben.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die Theorie der Liquiditätsfalle, die japanische Spekulationsblase, die Bankenkrise sowie geldpolitische Lösungsstrategien wie die quantitative Lockerung.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, wie Japan aus der Liquiditätsfalle entkommen kann und bewertet dabei insbesondere den „foolproof way“ als Lösungsansatz im Vergleich zur tatsächlichen Politik der Bank of Japan.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die theoretische ökonomische Modelle (wie das IS-LM-Modell) auf die reale makroökonomische Entwicklung Japans anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine detaillierte Aufarbeitung der japanischen Krise ab 1990 und eine kritische Diskussion neuer geldpolitischer Ansätze.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die wesentlichen Begriffe sind Liquiditätsfalle, Deflation, Geldpolitik, Bank of Japan und makroökonomische Stagnation.

Wie definiert der Autor die Spekulationsblase?

Der Autor beschreibt die Spekulationsblase als eine Phase von 1985 bis 1990, geprägt durch extrem steigende Immobilien- und Aktienpreise sowie ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum, das durch eine lockere Geldpolitik begünstigt wurde.

Warum stand die Bank of Japan in der Kritik?

Die Bank of Japan wurde dafür kritisiert, dass sie zu spät auf die überhitzte Konjunktur reagierte und in der nachfolgenden Krisenzeit keine ausreichende Aggressivität bei der Ausweitung der Geldmenge zeigte.

Was ist das Ziel des „foolproof way“ nach Svensson?

Das Ziel ist der Ausstieg aus der Liquiditätsfalle durch eine glaubwürdige Ankündigung einer Währungsabwertung und eines Preisniveauziels, um Inflationserwartungen zu erzeugen und die Wirtschaft nachhaltig zu stimulieren.

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Details

Title
Liquiditätsfalle und Geldpolitik in Japan
Subtitle
Aktuelle Fragen der Geld- und Währungspolitik
College
University of Dortmund
Grade
1,3
Author
André Göring (Author)
Publication Year
2007
Pages
28
Catalog Number
V82260
ISBN (eBook)
9783638869379
Language
German
Tags
Liquiditätsfalle Geldpolitik Japan
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
André Göring (Author), 2007, Liquiditätsfalle und Geldpolitik in Japan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82260
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