Heinz Günter Holtappels
Wieviel Schule brauchen wir?
1 Mehr oder weniger Schule?
Zur Neubestimmung der Funktionen der Schule
1.1 Argumente zur Verschulungskritik
Bezogen auf herkömmliche Stundenschulen, aber auch auf einige der bestehenden Ganztagsschulen, lassen sich folgende Verschulungskriterien festhalten:
[...]
Inhaltsverzeichnis
1 Mehr oder weniger Schule?
Zur Neubestimmung der Funktion der Schule
2 Ein scheinbares Paradoxon: Ganztagsschule als Antwort auf die Entschulungsdebatte
3 Ganztagsschule durch Öffnung von Schule
4 Fazit
5 Thesen und Fragen
6 Literatur
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Ganztagsschule im Kontext der aktuellen Bildungsdebatte. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern die Ganztagsschule als Antwort auf die Kritik an traditionellen Stundenschulen fungieren kann und welche pädagogischen sowie sozialen Potenziale in einer Öffnung der Schule liegen.
- Kritische Analyse traditioneller Verschulungskriterien
- Bildungs- und sozialisationstheoretische Aspekte der Ganztagsschule
- Neue Anforderungen an Lernorganisation und Zeitstrukturen
- Die Rolle der Schule als sozialpädagogischer Lern- und Lebensraum
- Potenziale der Öffnung von Schule für außerschulische Akteure
Auszug aus dem Buch
2.1 Ganztagsschule als Schule mit erneuertem Bildungsverständnis
Aufgrund der Zunahme von zu vermittelndem Wissen müssen neue Lernverfahren angewandt werden. Lernen braucht Zeit (353). Zu dem erneuerten Bildungsverständnis zählen: erweiterte Allgemeinbildung und wissenschaftsorientiertes Lernen. Schülerorientierung und Lebensweltbezug über offene Lernformen. Da jeder Schüler auf unterschiedliche Weise lernt, sollen abwechslungsreiche Vermittlungsweisen gewählt werden (Audiovisuell: Tafel, Film, Vortrag, Referat). Dazu gehören auch unterschiedliche Lernorte (Klassenzimmer, Filmsaal, Wiese). Auf diese Weise sollen Interesse und Motivation der Schüler erhöht werden.
Das didaktische Prinzip der Schülerorientierung und des Lebensweltbezugs beinhaltet die Erschließung alternativer Lernorte und Lerngelegenheiten, praktisch-eigentätige Lernprozesse, die Authentizität von Erfahrungen und die Anschaulichkeit von Lernprozessen. Der Realitäts- und Praxisbezug in Form von Zusammenhängen zwischen Lerninhalten und ihrer aktuellen oder zukünftigen Verwertbarkeit sowie die Offenheit des Lernprozesses durch Einbezug der Kreativität der Lernenden, ihrer lebensweltlichen Erfahrung und Zusammenhänge als produktive Faktoren sind hierbei essenziell. Projektorientiertes und praktisches Lernen erhält eine höhere Bedeutung und fächerübergreifendes Lernen kann optimale Bedingungen für ganzheitliche Vermittlungsformen, vernetztes Denken und analytisches Herstellen von Zusammenhängen entfalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Mehr oder weniger Schule?: Dieses Kapitel analysiert Verschulungskriterien wie starre Zeitrhythmen und Leistungsdruck und stellt ihnen bildungstheoretische sowie sozial-integrative Aspekte gegenüber.
2 Ein scheinbares Paradoxon: Ganztagsschule als Antwort auf die Entschulungsdebatte: Hier wird diskutiert, wie die Ganztagsschule trotz institutioneller Ausweitung als Antwort auf Entschulungstendenzen dienen kann, indem sie neue Lehrkonzepte und Lernverfahren integriert.
3 Ganztagsschule durch Öffnung von Schule: Dieser Abschnitt thematisiert die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern und die Einbindung der Schule in den sozialen Nahraum.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Ganztagsschule weit mehr als eine reine Wissensvermittlungsinstanz sein muss, um eine harmonische Lernumwelt zu schaffen.
5 Thesen und Fragen: Dieses Kapitel wirft kritische Fragen zur Lehrerrolle, zum Mehraufwand und zur Perspektive der Schüler auf.
6 Literatur: Das Kapitel bietet ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und weiterführender Literatur.
Schlüsselwörter
Ganztagsschule, Verschulung, Entschulung, Schulpädagogik, Bildungsdebatte, Sozialisation, Lernorganisation, Projektorientiertes Lernen, Schlüsselqualifikationen, Schulentwicklung, Lebensweltbezug, Lehrerrolle, Erziehungsaufgabe, Schulsozialarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie die Ganztagsschule als moderner Lernort den traditionellen Stundenschulbetrieb ergänzen oder ablösen kann und welche pädagogischen Chancen sich daraus ergeben.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Kritik an herkömmlicher Verschulung, die sozialpädagogische Funktion der Schule sowie die notwendige Transformation von Lernstrukturen und Lehrrollen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Ganztagsschule nicht nur als zeitliche Ausweitung der Schulzeit zu verstehen, sondern als Instrument für ganzheitliche Bildung und soziale Integration.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoriegeleitete Aufarbeitung soziologischer und pädagogischer Literatur, insbesondere unter Bezugnahme auf H. G. Holtappels.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Verschulungskriterien, die Ausarbeitung eines erneuerten Bildungsverständnisses sowie die Organisation der Ganztagsschule als Teamschule.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Ganztagsschule, soziale Integration, schülerorientiertes Lernen und die Öffnung von Schule für außerschulische Akteure.
Welche Rolle spielen außerschulische Partner im Konzept der Ganztagsschule?
Sie dienen der Bereicherung des Unterrichts, stellen einen direkten Bezug zur Lebensrealität her und fördern den Kulturaustausch zwischen Schule und Nachbarschaft.
Wie definiert die Arbeit das Verhältnis von Erziehung und Unterricht?
Die Arbeit plädiert dafür, die starre Trennung von Unterricht und Erziehung zu überwinden, um die Schule zu einem sozialen Lern- und Erfahrungsraum weiterzuentwickeln.
- Citation du texte
- Robert Conrad (Auteur), 2001, Die Ganztagsschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8227