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Die ursprünglichen Gesten

Title: Die ursprünglichen Gesten

Seminar Paper , 2001 , 12 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Robert Conrad (Author)

Sociology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Die folgende Ausarbeitung des Referats "Die ursprünglichen Gesten" beschäftigt sich mit dem ersten der fünf Abschnitte des ersten Teils (Der Tanz mit den Dingen) des Buches "Mit Leib und Seele: Theorie der Haushaltstätigkeit" von Jean-Claude Kaufmann.

Warum beschäftigen wir uns in der Soziologie überhaupt mit Haushaltstätigkeiten und der Rolle von Gesten? Gibt es nicht dringlichere Fragen derer sich die Soziologie annehmen sollte? Kaufmann widerspricht dem entschieden. Diese Frage zu beantworten wird Ziel des vorliegenden Textes sein, in dem zunächst auf die Bedeutung, Vermittlung und den Umgang mit Gesten eingegangen wird, bevor sich dann ein notwendigerweise umfangreiches Fazit anschließt.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung

1. Welche Bedeutung haben Gesten und Ordnung?

2. Woher weiß man, wie der Haushalt zu verrichten ist?

Fazit

Diskussionseinleitung

Verwendete Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit analysiert den ersten Abschnitt des Werkes „Mit Leib und Seele: Theorie der Haushaltstätigkeit“ von Jean-Claude Kaufmann, um die soziologische Relevanz alltäglicher Haushaltstätigkeiten und deren Bedeutung für das Individuum und die Gesellschaft zu erörtern.

  • Die soziologische Untersuchung von Haushaltstätigkeiten und Gesten
  • Die Funktion von Gesten als Grundlage für Ordnung und Zivilisation
  • Der Wandel von Traditionen durch Wissensvermittlung und Bildung
  • Die Interaktion und Identifikation zwischen Mensch und Gegenstand
  • Der Einfluss von Gesellschaft und Medien auf das individuelle Verhalten

Auszug aus dem Buch

1. Welche Bedeutung haben Gesten und Ordnung?

Eine Geste ist laut Definition eine „Bewegung der Hände, des Körpers, die etw. aussagen soll“. Kaufmann versteht unter Gesten jene Bewegungsabläufe von Haushaltstätigkeiten, dessen der Mensch sich nicht bewusst ist; die er quasi automatisiert hat (20). (Z.B. Kehren. Der Mensch macht sich beim Kehren nicht jeden einzelnen Handgriff seiner Handlung bewusst. Vielmehr greift er einfach zum Besen, wenn er Krümel oder Schmutz auf dem Boden sieht. Er verschwendet dabei also keinerlei Gedanken an die Bewegungsabläufe, die zur Beseitigung des Schmutzes notwendig sind, da sein „Körpergedächtnis“ die Gedankengänge zur Ausführung der Geste schon vorselektiert hat (20).)

Gesten sind jedoch widerstandsfähig, das heißt, sie verschwinden nicht einfach; werden nicht so leicht durch andere Gesten verdrängt, sondern gegebenenfalls mit der Zeit neu definiert (22). Die Krümel die man vor einiger Zeit noch aufkehren musste, kann man heute bequem mit dem Staubsauger aufsaugen. Die Durchführung der Geste hat sich also verändert, aber die Geste, nämlich das Saubermachen, ist die gleiche geblieben. In einer Metapher nennt Kaufmann die Ausführung der Gesten „den Tanz mit den [...] Dingen“, dessen Choreographie durch neue Ideen und Erfindungen, wie bereits erwähnt, verändert wird (24/25).

Zusammenfassung der Kapitel

Vorbemerkung: Die Einleitung erläutert den Fokus auf den ersten Teil des Buches von Jean-Claude Kaufmann und begründet die soziologische Relevanz des Themas.

1. Welche Bedeutung haben Gesten und Ordnung?: Dieses Kapitel definiert Gesten als automatisierte Bewegungsabläufe und verknüpft sie als ordnungsstiftendes Element mit der Entwicklung von Zivilisation.

2. Woher weiß man, wie der Haushalt zu verrichten ist?: Der Abschnitt untersucht den Wandel der Wissensvermittlung von traditionellen, durch die Familie geprägten Mustern hin zur schulischen und medialen Einflussnahme.

Fazit: Die Zusammenfassung führt die Ergebnisse mit der soziologischen Handlungsdefinition nach Max Weber zusammen und betont die Bedeutung der Mensch-Ding-Interaktion.

Diskussionseinleitung: Der Autor hinterfragt kritisch die europäische Zentrierung der Theorie sowie die zunehmende Automatisierung durch Technik.

Verwendete Literatur: Auflistung der im Text referenzierten wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Gesten, Haushaltstätigkeit, Jean-Claude Kaufmann, Soziologie, Ordnung, Zivilisation, Körpergedächtnis, Ancien Regime der Gesten, Handlungsspielraum, Normalität, Sozialisierung, Mensch-Ding-Interaktion, Gewohnheiten, Alltag, Identifikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Bedeutung von alltäglichen Handlungen im Haushalt, den sogenannten „Gesten“, basierend auf der Theorie von Jean-Claude Kaufmann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Definition von Gesten, den Wandel von Traditionen im Haushalt, die Bedeutung von Ordnung für die Zivilisation sowie die gesellschaftliche Kontrolle über individuelles Verhalten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Relevanz scheinbar banaler Haushaltstätigkeiten für die soziologische Forschung aufzuzeigen und zu begründen, warum das Handeln mit Gegenständen eine Form sozialen Handelns darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und Interpretation soziologischer Fachliteratur, ergänzt durch kritische Reflexionen und eigene Diskussionspunkte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Ordnung durch Gesten, den historischen Wandel der Vermittlung häuslicher Tätigkeiten und die Spannung zwischen individuellem Handlungsspielraum und gesellschaftlicher Normalitätsvorgabe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe sind Gesten, Haushaltstätigkeit, Ordnung, Zivilisation, soziale Kontrolle und Mensch-Ding-Interaktion.

Wie unterscheidet sich das „Ancien Regime der Gesten“ vom heutigen Verständnis?

Das „Ancien Regime“ war durch eine starke, traditionelle Weitergabe von Wissen innerhalb der Familie geprägt, während heutige Gesten durch Schule, Medien und gesellschaftliche Vielfalt stärker pluralisiert und modifiziert werden.

Inwieweit beeinflussen Gegenstände laut Kaufmann die menschliche Identität?

Kaufmann argumentiert, dass Menschen sich mit und über Gegenstände identifizieren können, wodurch eine Interaktion zwischen Mensch und Ding entsteht, die für die Soziologie von zentralem Interesse ist.

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Details

Title
Die ursprünglichen Gesten
College
University of Tubingen  (Institut für Soziologie)
Course
Einführung in die Freizeit- und Lebensstilforschung
Grade
1.7
Author
Robert Conrad (Author)
Publication Year
2001
Pages
12
Catalog Number
V8228
ISBN (eBook)
9783638152587
Language
German
Tags
Gesten Geschlecht Freizeit Lebensstil
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Conrad (Author), 2001, Die ursprünglichen Gesten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8228
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