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Welche Werte bekämpft Friedrich Nietzsche in ´Also sprach Zarathustra´ ? - Was sind die Grundaussagen und welche politischen Implikationen entwirft er?

Title: Welche Werte bekämpft Friedrich Nietzsche  in ´Also sprach Zarathustra´ ? -  Was sind die Grundaussagen und welche politischen Implikationen entwirft er?

Seminar Paper , 1998 , 19 Pages

Autor:in: Florian Schoemer (Author)

Philosophy - Philosophy of the 19th Century
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Friedrich Nietzsche gilt als einer der dunklen, aber neuzeitlich-fortschrittlichen Philosophen. Er stich durch seine poetische Sprachkraft hervor und beeindruckt durch die Macht seiner Paradoxien. Seine Arbeit ist aufklärerisch, positivistisch und vor allem psychologisch.
Trotzdem stellt sich auch heute noch vielen Nietzsche-Interpreten und Kritikern die Frage, ,, ist Nietzsche ein großer Denker oder nur ein verhinderter Dichter ? Und wenn er ein großer Denker ist, worin besteht die Eigentümlichkeit dieser Größe ? Ist er überhaupt in ein bestimmbares Verhältnis zu traditionellen Formen des philosophischen Denkens zu setzen, und wenn nicht, worin besteht dann die < neue > Art seines Denkens gegenüber der überlieferten Philosophie ?"1
Als sprachschöpferischer Künstler ist er in eine Reihe mit Luther, Dostojewskij und Goethe gestellt worden. Seine anti-metaphysische Deutung des Seins als Werden, eine perspektivistische Erkenntnistheorie und eine vielen Menschen zu aristokratische und individualistische Ethik machen ihn suspekt: ,, das ergibt keine systematische Philosophie - eher ein oszillierendes Fraktal und ein Gewitter an Einblicken."2
Nichts desto trotz, wie Martin Heidegger es einst formulierte, denkt jeder heutzutage in Nietzsches Licht und Schatten, unabhängig davon ob man seine Einsichten und Entwürfe teilt oder nicht.
Für Heidegger galt Friedrich Nietzsche als Metaphysiker. Nach dem explosionsartigen Interesse an seinen Werken nach 1890 beeinflußte er den französischen Existentialismus unter Sartre und Camus, als auch die postmoderne pluralistische Strömung mit Foucault und Deleuze. Für Jaspers war Nietzsche ein Existenzphilosoph, andere, wie Habermas kritisieren sein mystisch anmutendes Vorgehen mittels Intuition als Irrationalismus.
Am treffendsten wäre er wohl mit der Bezeichnung Experimental-Philosoph zu charakterisieren.
Dieses sein < Experiment >, nämlich die bissige und radikale Absage an die teleologische Geschichtsschreibung, Religion und Moral, die Opposition zu den vorherrschenden geistigen Strömungen seiner Zeit, die er in den höchsten Zustand, die Überwindung des Nihilismus führen will, ist Nietzsches desillusionierte Weltanschauung: ,,dionysisch zum Dasein stehen - : meine Formel dafür ist amor fati."3
In der vorliegenden Arbeit versuche ich nun die Werte, die von Nietzsches Denken durch sein Sprachrohr Zarathustra angegriffen werden, herauszustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Die Analyse Zarathustras

2. a.) Die Zarathustra - Theoreme

3. Der Nihilismus als Vorspiel einer Philosophie der Zukunft

3. a) Wie ist die Sinnkrise des Nihilismus überwindbar ?

4. Nietzsche und der Zugang zur Politik

4. a) Die politischen Implikationen

5. Schlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, die von Friedrich Nietzsche in "Also sprach Zarathustra" angegriffenen Werte herauszuarbeiten, den spezifischen Wahrheitsbegriff Nietzsches zu beleuchten und daraus resultierende politische Implikationen im Kontext einer Verinnerlichung der Menschheit zu diskutieren.

  • Analyse der philosophischen Kernmotive in "Also sprach Zarathustra"
  • Die Überwindung des Nihilismus als notwendige Voraussetzung für eine neue Philosophie
  • Untersuchung des Verhältnisses von Kultur, Kunst und staatlicher Ordnung
  • Kritische Auseinandersetzung mit Nietzsches politischem Instinkt und dem Ideal des Übermenschen

Auszug aus dem Buch

2. Die Analyse Zarathustras

Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen. Das Werk des freien Philosophen Nietzsche fällt bereits durch seine poetische Sprache, seine Symbolik, die den Bildern und Gefühlen, die er entwirft Ausdruck verleihen will, aus dem Rahmen herkömmlicher Philosophie. „ Dieses Buch scheint daher dem Bereich der archaischen Ausdrucksformen zu entstammen, und es läßt sich nur schwer als philosophisches Werk bezeichnen. [...] Es ist müßig , in diesem Buch nach der Grundlage einer „Theorie“ des Übermenschen, der ewigen Wiederkunft oder des Willens zur Macht zu suchen, erstens schon deshalb, weil es keine Theorie gibt, die völlig auf eine deduktive Rechtfertigung – die hier völlig fehlt – verzichten könnte, und zweitens, weil in diesem Werk im Grunde nur das Detail zählt [...], die einzelne Vision oder sogar das, was nicht geschrieben ist – das Tempo, die musikalische Färbung, dieses oder jenes Cantabile, Smorzando, Crescendo oder Teneramente – gelten mehr als der dahinterstehende Gedanke.“

Dieser einer systematischen Konstruktion einer Theorie im Zarathustra bestätigt für mich jedoch nur Nietzsches Verständnis von Wahrheit: der Charakter der Welt ist und bleibt das Chaos. Es ist die Mitteilung des dionysischen Prinzips, die auf die apollinische Vision, einen gesetzten, illusorischen Wert des Menschen trifft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einleitung in Nietzsches philosophisches Wirken und Einordnung des Autors als „Experimental-Philosoph“ zwischen den Strömungen seiner Zeit.

2. Die Analyse Zarathustras: Untersuchung des Werkes als poetisch-philosophisches Experiment, das bewusst auf deduktive Theorien verzichtet und den Übermenschen als Sinn der Erde einführt.

2. a.) Die Zarathustra - Theoreme: Analyse der drei Verwandlungen des Geistes als psychologische Stadien sowie die Einführung der zentralen Konzepte Wille zur Macht und ewige Wiederkehr.

3. Der Nihilismus als Vorspiel einer Philosophie der Zukunft: Betrachtung des Nihilismus als pathologische Übergangsphase, die aus dem Zusammenbruch christlich-metaphysischer Werte resultiert.

3. a) Wie ist die Sinnkrise des Nihilismus überwindbar ?: Erörterung der Überwindung durch die dionysische Bejahung des Lebens und das Streben nach einer asketischen Selbstdisziplinierung.

4. Nietzsche und der Zugang zur Politik: Reflexion über die Anforderungen an Kultur und Kunst, basierend auf dem Vorbild der alten Griechen als Abgrenzung zur modernen Politik.

4. a) Die politischen Implikationen: Diskussion über das Spannungsfeld zwischen Staat und Individuum sowie die Kritik an der Ökonomisierung kultureller Werte.

5. Schlußbetrachtung: Zusammenfassende Würdigung Nietzsches als schwer fassbares Phänomen, dessen sprachliche Kohäsion und philosophische Leidenschaft inspirieren.

Schlüsselwörter

Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra, Nihilismus, Übermensch, Wille zur Macht, ewige Wiederkehr, dionysisch, apollinisch, Kulturkritik, politische Philosophie, Metaphysik, Amor fati, Selbstüberwindung, Geist der Schwere, Erkenntnistheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die philosophischen Grundpositionen Friedrich Nietzsches in "Also sprach Zarathustra" und untersucht deren Bedeutung für das Verständnis von Nihilismus, Kultur und Politik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Umwertung der Werte, die Rolle des Übermenschen, die Destruktion metaphysischer Sinngebungen und die Verknüpfung von Kunst und politischem Instinkt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Nietzsches Ablehnung traditioneller Moralvorstellungen darzulegen und zu prüfen, welche politischen Implikationen aus seiner Philosophie der Zukunft abgeleitet werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einer textnahen, interpretativen Analyse, die Nietzsches Thesen anhand seiner Primärliteratur und ergänzender philosophischer Forschungsliteratur expliziert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Zarathustra-Theoreme, die Auseinandersetzung mit dem Nihilismus sowie die Untersuchung des antiken griechischen Staates im Vergleich zur Moderne.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Übermensch, Wille zur Macht, Nihilismus, dionysisches Prinzip, ewige Wiederkehr und Kulturkritik.

Wie unterscheidet der Autor zwischen der griechischen und modernen Auffassung von Politik?

Der Autor zeigt auf, dass für Nietzsche die griechische Kultur den "Pessimismus der Stärke" kultivierte, während die moderne Politik durch Ökonomisierung und den Verlust echter kultureller Größe geprägt ist.

Welche Rolle spielt die Kunst im Verständnis von Nietzsches Politik?

Kunst wird als ein Medium verstanden, das es dem Menschen ermöglicht, den tragischen Charakter der Existenz zu bejahen und sich von der rein zweckorientierten Ökonomie zu befreien.

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Details

Title
Welche Werte bekämpft Friedrich Nietzsche in ´Also sprach Zarathustra´ ? - Was sind die Grundaussagen und welche politischen Implikationen entwirft er?
College
LMU Munich  (Fachbereich Philosophie)
Course
Proseminar Nietzsche und die Grundfragen der Metaphysik
Author
Florian Schoemer (Author)
Publication Year
1998
Pages
19
Catalog Number
V822
ISBN (eBook)
9783638105279
ISBN (Book)
9783638745482
Language
German
Tags
Werte Friedrich Nietzsche Zarathustra´ Grundaussagen Implikationen Proseminar Grundfragen Metaphysik Gut Böse Jenseits Philosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Schoemer (Author), 1998, Welche Werte bekämpft Friedrich Nietzsche in ´Also sprach Zarathustra´ ? - Was sind die Grundaussagen und welche politischen Implikationen entwirft er?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/822
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