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Die Folgen des Reichspressegesetzes für die Pressepolitik Otto von Bismarcks und die Auswirkungen bis in die heutige Zeit

Title: Die Folgen des Reichspressegesetzes für die Pressepolitik Otto von Bismarcks und die Auswirkungen bis in die heutige Zeit

Term Paper , 2007 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katharina Bockelmann (Author)

Politics - History of Political Systems
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Der Name Otto von Bismarck steht sowohl in der deutschen Geschichtsschreibung als auch in der Vorstellung des Großteils der Bevölkerung in erster Linie mit der deutschen Reichsgründung und der Einführung der Sozialversicherung in Verbindung. Die Pressepo-litik Otto von Bismarcks dagegen ist der Öffentlichkeit kaum bekannt und auch unter Historikern scheint sie nicht auf besonderes Interesse zu stoßen. Insgesamt sind die sechziger und siebziger Jahre als die „Hochzeit“ der Forschung zur Pressepolitik Otto von Bismarcks zu sehen, da in dieser Zeit mehrere Teilbereiche des Themas unter anderem durch namhafte Historiker wie Eberhard Naujoks aufgearbeitet wurden. Nach dieser Zeit entstanden jedoch kaum noch Publikationen zu diesem Thema an sich, die Pressepolitik Bismarcks wurde vielmehr in allgemeine Darstellungen zur Person des berühmten Reichskanzlers oder zur historischen Entwicklung der Presse integriert.
Von dieser Ausgangslage aus gesehen, scheint die Pressepolitik Otto von Bis-marcks kein wichtiger Bereich der deutschen Geschichte zu sein. Doch dieser erste Eindruck täuscht. Nicht nur im Bereich des Sozialversicherungssystems, sondern auch auf dem Gebiet der Presse brach Otto von Bismarck mit alten Traditionen und setzte eine Politik durch, deren Spuren bis in die heutige Zeit hinein reichen.
Auch wenn die Bismarck-Forschung die Pressepolitik des ehemaligen Reichskanzlers bislang eher stiefmütterlich behandelte, soll sie in dieser Arbeit Thema sein.
Da die Auswirkungen geschichtlicher Vorgänge auf die heutige Zeit in der Politikwissenschaft immer einen breiten Raum einnehmen, soll auch an dieser Stelle ein solcher zeitlicher Bogen geschlagen werden. Aus diesem Grund soll in dieser Arbeit die Frage im Mittelpunkt stehen, welche Folgen das Reichspressegesetz von 1874 auf die Pressepolitik Otto von Bismarcks hatte und welche Auswirkungen sich daraus für die Presspolitik bis die heutige Zeit ergeben haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Pressepolitik Otto von Bismarcks – Ein Stiefkind der Bismarck- Forschung?

2. Zum Verständnis des Begriffs „Pressepolitik“ und der Situation der Presse

2.1 Grundsätzliches zum Begriff der Pressepolitik

2.2 Die Situation der Presse des ausgehenden 19. Jahrhunderts

3. Die Pressepolitik Otto von Bismarcks

3.1 Die Pressepolitik Otto von Bismarcks bis zum Erlass des Reichspressegesetzes

3.1.1 Die Anfänge der Pressepolitik Otto von Bismarcks

3.1.2 Mittel und Methoden Bismarckscher Pressepolitik

3.1.3 Die Krise der Pressepolitik Otto von Bismarcks

3.2 Ein Überblick über die wesentlichen Bestimmungen des Reichspressegesetz von 1874

3.3 Der Wandel in der Pressepolitik Otto von Bismarcks

3.3.1 Die Wiederentdeckung der Korrespondenzen des Literarischen Büros

3.3.2 Die Beeinflussung von Journalisten und ihre Auswirkung auf die Außenpolitik Otto von Bismarcks

3.3.3 Der Erfolg des neuen Umgangs mit der Presse

4. Die Pressepolitik Otto von Bismarcks nach 1874 im Vergleich mit der Pressepolitik des 21. Jahrhunderts

4.1 Die Interdependenz zwischen Politik und Medien

4.2 Der Einfluss von Pressemitteilungen und „embedded journalism“ auf die Berichterstattung

4.3 Die rechtliche Situation der Presse

5. Otto von Bismarck – Begründer eines modernen Umgangs mit der Presse?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Pressepolitik Otto von Bismarcks, insbesondere die Auswirkungen des Reichspressegesetzes von 1874, und analysiert, inwiefern seine Methoden als Grundlagen moderner politischer Pressearbeit gelten können und welche Kontinuitäten bis heute bestehen.

  • Wandel von repressiver zu aktiver, indirekter Pressebeeinflussung
  • Analyse der Wirkung des Reichspressegesetzes von 1874
  • Vergleich der bismarckschen Pressepolitik mit modernen Instrumenten der Pressearbeit
  • Interdependenz zwischen politischer Macht und medialer Berichterstattung
  • Stellenwert der Pressefreiheit im historischen und gegenwärtigen Kontext

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Mittel und Methoden der Pressepolitik Otto von Bismarcks und ihre Wirksamkeit

Zur Unterdrückung der kritischen Äußerungen der Presse über seine Person und Politik bediente sich Otto von Bismarck verschiedener Mittel. Bereits kurz nach seinem Amtsantritt setzte der preußische Ministerpräsident durch, dass die oppositionellen Redaktionen einem ministeriellen Berichtigungssystem unterworfen wurden und ihnen der gewinnbringende Absatz ihrer Zeitungen per Versand an Abonnenten verboten wurde. In Verbindung mit der bereits seit 1852 bestehenden Extrasteuer auf Zeitungen sollten so kritische Blätter der entschiedenen Gegner Otto von Bismarcks, den sozialdemokratischen, zentrumsnahen und linksliberalen Zeitungen, ruiniert werden. Als Berichtigungsorgan diente dabei das bereits bestehende Literarische Büro, dessen Mitarbeitern nun ein umfangreiches Aufgabenfeld zukam.

Neben der Beobachtung der Presse in In- und Ausland und dem Verfassen von Gegendarstellungen, waren die Beschäftigten des Literarischen Büros zudem für die Vergabe von Subventionen an regierungsnahe Blätter zuständig. Die Folge der Subventionierung war zumeist, dass die begünstigten Zeitungen vom Wohlwollen der Regierung abhängig wurden und aus diesem Grund nur noch in ihrem Sinne schrieben, um sich die weitere staatliche Förderung zu sichern. Des Weiteren kam den Mitarbeitern die Herausgabe verschiedener Korrespondenzen, die eine Art Amtsblatt darstellten, zu. Auf diesem Wege wurden insgesamt im täglichen Pressegeschäft ganz offiziell die regierungsfreundlichen Blätter bevorzugt und gefördert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Pressepolitik Otto von Bismarcks – Ein Stiefkind der Bismarck- Forschung?: Dieses Kapitel beleuchtet die vernachlässigte Forschungsgeschichte zur Pressepolitik Bismarcks und definiert das Ziel, die Auswirkungen des Reichspressegesetzes auf die moderne Pressearbeit zu untersuchen.

2. Zum Verständnis des Begriffs „Pressepolitik“ und der Situation der Presse: Es werden grundlegende Definitionen von „Pressepolitik“ (repressiv vs. positiv) erarbeitet und die mediale Ausgangslage im 19. Jahrhundert skizziert.

3. Die Pressepolitik Otto von Bismarcks: Dieser Hauptteil analysiert die Entwicklung von Bismarcks frühen repressiven Maßnahmen, die Bestimmungen des Reichspressegesetzes von 1874 sowie den daraus resultierenden Wandel hin zu indirekten Beeinflussungsmethoden.

4. Die Pressepolitik Otto von Bismarcks nach 1874 im Vergleich mit der Pressepolitik des 21. Jahrhunderts: Es wird die historische Praxis mit heutigen Phänomenen wie Interdependenz, Pressemitteilungen und „embedded journalism“ kontrastiert.

5. Otto von Bismarck – Begründer eines modernen Umgangs mit der Presse?: Das Fazit bewertet Bismarck als Wegbereiter indirekter Steuerungsmethoden, betont jedoch sein fehlendes Bekenntnis zu einer freien Presse als unabhängigem Akteur.

Schlüsselwörter

Pressepolitik, Otto von Bismarck, Reichspressegesetz 1874, Medienbeeinflussung, Literarisches Büro, Reptilienfonds, Pressefreiheit, indirekte Lenkung, Regierungspresse, politische Kommunikation, Journalismus, Interdependenz, Historische Presseforschung, Öffentlichkeitsarbeit, Embedded Journalism.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die spezifische Pressepolitik Otto von Bismarcks im 19. Jahrhundert, den historischen Wandel nach dem Reichspressegesetz von 1874 und zieht Parallelen zur heutigen Pressearbeit der Politik.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu untersuchen, welche Folgen das Reichspressegesetz für die bismarcksche Pressepolitik hatte und ob Bismarck als Begründer moderner Formen der indirekten Pressebeeinflussung gelten kann.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die repressive Anfangsphase, die Etablierung des Reichspressegesetzes, die indirekte Steuerung durch Korrespondenzen und der Vergleich mit zeitgenössischen Instrumenten wie dem „embedded journalism“.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, indem sie die Entwicklung von Pressepolitik in der Ära Bismarck anhand zeitgenössischer Quellen und historischer Fachliteratur rekonstruiert und in Bezug zu modernen medienpolitischen Strukturen setzt.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil der Ausarbeitung im Fokus?

Der Hauptteil behandelt die Transformation von Bismarcks Methoden: von direkter Unterdrückung hin zur indirekten Beeinflussung von Journalisten und Inhalten, um die öffentliche Meinung zu steuern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Kernbegriffe sind Pressepolitik, indirekte Lenkung, Reichspressegesetz, politische Kommunikation und die Interdependenz zwischen staatlichen Akteuren und den Medien.

Wie unterschied sich Bismarcks Umgang mit der Presse vor und nach 1874?

Vor 1874 dominierte eine repressive Politik mit Zeitungsverboten und Zensur. Nach dem Inkrafttreten des Reichspressegesetzes war Bismarck zu einem Wandel gezwungen, der zu indirekteren, subtileren Beeinflussungsformen wie der gezielten Kooperation mit ausgewählten Journalisten führte.

Warum wird im Text der Vergleich mit dem „embedded journalism“ gezogen?

Der Autor vergleicht die damalige Praxis, ausgewählte Journalisten an sich zu binden (etwa durch Einladungen), mit modernen Formen des „embedded journalism“, um zu zeigen, dass die Absicht der gezielten Steuerung der Berichterstattung durch den Akteur über die Zeit gleich geblieben ist.

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Details

Title
Die Folgen des Reichspressegesetzes für die Pressepolitik Otto von Bismarcks und die Auswirkungen bis in die heutige Zeit
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
1,3
Author
Katharina Bockelmann (Author)
Publication Year
2007
Pages
21
Catalog Number
V82345
ISBN (eBook)
9783638869980
Language
German
Tags
Folgen Reichspressegesetzes Pressepolitik Otto Bismarcks Auswirkungen Zeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Bockelmann (Author), 2007, Die Folgen des Reichspressegesetzes für die Pressepolitik Otto von Bismarcks und die Auswirkungen bis in die heutige Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82345
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