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Persönlichkeitsstörungen und Delinquenz

Titel: Persönlichkeitsstörungen und Delinquenz

Seminararbeit , 2007 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Katharina Kurzmann (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Psychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Innerhalb dieser Arbeit, die wir im Zuge des Mittelseminars „Frühe Objektbeziehungen und Persönlichkeitsstörungen“ verfasst haben, beschäftigen wir uns mit dem Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsstörungen und Delinquenz. Dabei lag unser Fokus darauf, dass fast jeder Täter auch einmal Opfer war oder immer noch ist. Diese Tatsache wird in der Gesellschaft oft verkannt, was auch dazu führt, dass das Resozialisierungs¬ziel meist nicht unter dem Gesichtspunkt der Prävention gesehen wird.
Das Ziel unserer Ausführungen ist es, den Weg von der Traumatisierung über eine Persönlichkeitsstörung bis hin zur Delinquenz aufzuzeigen. Zu Beginn haben wir die wichtigsten Begriffe, wie „Persönlichkeit“ und „Persönlichkeitsstörung“ sowie die häufigsten Persönlichkeitsstörungen bei Delinquenten (Antisoziale, Borderline und Narzisstische Persönlichkeitsstörung), definiert, um in die Thematik einzuführen und eine Grundlage für die gesamte Arbeit zu schaffen.
(…)
Der Umgang mit persönlichkeitsgestörten Delinquenten wird im folgenden Kapi¬tel genauer beleuchtet. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf dem psychiatrischen Gutachten und der darauf basierenden Unterbringung. Der Maßregelvollzug stellt dabei die wichtigste Form der Unterbringung für persönlichkeitsgestörte Straftäter dar und soll so auch ausführlicher behandelt werden. Innerhalb dieser Unterbringungsform wird versucht die vorgestellten Therapien anzuwenden. Die Besonderheiten und die Proble¬matik bei diesen therapeutischen Interventionen sollen aufgezeigt werden, um die Son¬derstellung der Forensik aufzuzeigen. Dass die Stellung der Forensik immer mehr in das Interesse der Gesellschaft rückt, zeigt sich in verschiedenen Gesetzesänderungen und in den Entscheidungen der Richter. Dieser Ausblick soll abschließend kurz erörtert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen

2.1 Persönlichkeit

2.2 Persönlichkeitsstörung

3. Häufige Persönlichkeitsstörungen bei Delinquenten

3.1 Antisoziale Persönlichkeitsstörung

3.2 Borderline Persönlichkeitsstörung

3.3 Narzisstische Persönlichkeitsstörung

4. Zum Umgang mit persönlichkeitsgestörten Delinquenten

4.1 Das psychiatrische Gutachten gemäß § 67 Abs. 2

4.2 Unterbringung und Betreuung psychisch kranker Delinquenten

4.2.1 Maßregelvollzug gemäß § 63 StGB

5. Zur Besonderheit therapeutischer Interventionen im Strafvollzug

6. Neue Überlegungen in der Forensik

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, den Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsstörungen und Delinquenz aufzuzeigen und dabei den Weg von der frühen Traumatisierung über die Persönlichkeitsstörung bis hin zum delinquenten Verhalten nachzuzeichnen. Dabei wird insbesondere der Umgang mit persönlichkeitsgestörten Straftätern im deutschen forensischen System beleuchtet, wobei ein besonderer Fokus auf der Rolle der psychiatrischen Gutachten, der Unterbringung im Maßregelvollzug sowie den spezifischen Herausforderungen therapeutischer Interventionen im Strafvollzug liegt.

  • Definition grundlegender psychologischer Begriffe wie Persönlichkeit und Persönlichkeitsstörung.
  • Analyse häufiger Persönlichkeitsstörungen bei Delinquenten (Antisoziale, Borderline, Narzisstische Persönlichkeitsstörung).
  • Untersuchung des psychiatrischen Gutachtens als Entscheidungsgrundlage für die forensische Praxis.
  • Diskussion der Unterbringung und Betreuung im Maßregelvollzug gemäß § 63 StGB.
  • Betrachtung der Besonderheiten und Problemstellungen bei der therapeutischen Arbeit im Strafvollzug.
  • Ausblick auf aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen in der Forensik.

Auszug aus dem Buch

Zur Besonderheit therapeutischer Interventionen im Strafvollzug

Eine Therapie in der forensischen Psychiatrie ist zwar durch die notwendigen Sicherungsmaßnahmen und die langen Verweildauern geprägt, aber grundsätzlich steht einer Therapie im Strafvollzug nichts entgegen. Allerdings gibt es in der Behandlung von straffällig gewordenen psychisch Kranken einige Besonderheiten, auf die im Folgenden eingegangen werden soll. So darf z.B. die Situation des Zwangs nicht außer Acht gelassen werden. Denn die Therapiemotivation bei forensischen Patienten ist oft nicht vorhanden oder wird nur dadurch genährt, dass sie die sonst folgenden Strafen vermeiden wollen. Allerdings kann eine Kopplung von therapeutischen Fortschritten und Lockerungsmaßnahmen auch den Zugang zum Patienten erleichtern (vgl. RAHN/MAHNKOPF 2005, S.689). Schwierigkeiten bereitet auch die „Schwerfälligkeit der Justizbehörden“ (FOERSTER 2005, S.371). Sicherheitsbedenken und finanzielle Gründe werden angeführt, ohne Therapien unter dem Gesichtspunkt der Prävention zu betrachten (vgl. ebd.).

Die Einschätzung, inwieweit Straftaten bei psychisch Kranken häufiger sind, kommt auf den jeweiligen Maßstab und die Methode an, womit die psychische Erkrankung und die Straffälligkeit definiert werden. Laut Steinert ist z.B. die Gewaltbereitschaft bei Schizophrenen um das dreifache erhöht, was nicht bedeutet, dass es deshalb zwangsläufig zu einer entsprechend höheren Anzahl von Straftaten im engeren Sinn kommen muss (vgl. RAHN/MAHNKOPF 2005, S.682). Da die meisten Gewalttätigkeiten im Kontext mit psychiatrischen Behandlungen stehen, hängt es vor allem „vom Verhalten des psychiatrisch Tätigen ab, ob Gewalttätigkeiten eine juristische Relevanz bekommen oder nicht“ (ebd.).

Wichtig sind vor allem langfristige und konsequent ausgeführte Therapiepläne und abgestufte Rehabilitationsmaßnahmen. Denn viele Untersuchungen zeigen, dass der Therapieerfolg, gerade für Patienten mit einer Borderline-, Antisozialen- oder Narzisstischen Persönlichkeitsstörung, egal ob delinquent oder nicht, davon abhängt, ob es gelingt, die begonnene Therapie auch zu beenden (vgl. LACKINGER/DAMMANN 2005, S.103). Dies ist natürlich innerhalb des geschlossenen Vollzugs einfacher als im „freien“ Leben. Doch es besteht auch die Gefahr, dass sich die Straftäter anpassen, „um den Therapeuten zufriedenzustellen, Gratifikationen zu erhalten oder auch nur, um Ruhe vor den belastenden Therapien zu haben“ (FOERSTER 2005, S.372). Die Besonderheiten bestehen anfangs schon darin, dass „das Versäumen von Therapiesitzungen, das Agieren außerhalb der Therapie, das Trivialisieren und die Thematisierung des Deliktes als vertragsrelevante Themen besprochen werden“ (LACKINGER/DAMMANN 2005, S.103)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsstörungen und Delinquenz und beleuchtet den Weg von Traumatisierung bis hin zur Straftat.

2. Definitionen: Es werden die zentralen psychologischen Begriffe Persönlichkeit und Persönlichkeitsstörung zur theoretischen Fundierung der weiteren Ausführungen erläutert.

3. Häufige Persönlichkeitsstörungen bei Delinquenten: Dieses Kapitel beschreibt spezifische Persönlichkeitsstörungen (Antisoziale, Borderline, Narzisstische Störung), die bei straffälligen Personen besonders häufig auftreten.

4. Zum Umgang mit persönlichkeitsgestörten Delinquenten: Hier wird die forensische Praxis beleuchtet, insbesondere die Bedeutung psychiatrischer Gutachten und die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Unterbringung.

5. Zur Besonderheit therapeutischer Interventionen im Strafvollzug: Dieses Kapitel widmet sich den speziellen Herausforderungen bei der therapeutischen Behandlung von Delinquenten innerhalb des Justizvollzugs.

6. Neue Überlegungen in der Forensik: Abschließend werden aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen sowie deren Auswirkungen auf die forensische Praxis und Unterbringung diskutiert.

Schlüsselwörter

Persönlichkeitsstörung, Delinquenz, Forensik, Maßregelvollzug, Strafvollzug, psychiatrisches Gutachten, Borderline, Antisoziale Persönlichkeitsstörung, Narzisstische Persönlichkeitsstörung, Traumatisierung, Resozialisierung, Schuldfähigkeit, Therapie, Sicherungsverwahrung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Verbindung zwischen Persönlichkeitsstörungen und kriminellem Verhalten (Delinquenz) und analysiert, wie das deutsche Justiz- und Psychiatriesystem damit umgeht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die theoretischen Grundlagen zu Persönlichkeitsstörungen, deren Relevanz bei Straftätern, die Rolle forensischer Psychiatrie und Gutachten sowie die speziellen Bedingungen therapeutischer Arbeit im Maßregelvollzug.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den biografischen und psychologischen Weg von der Traumatisierung zur Delinquenz aufzuzeigen und die Herausforderungen bei der Behandlung persönlichkeitsgestörter Täter im Kontext des Sicherheits- und Präventionsauftrags zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Standards, Lehrbücher und psychiatrischer Klassifikationssysteme (DSM-IV), um den aktuellen Wissensstand in der forensischen Psychiatrie abzubilden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der relevanten Störungsbilder, die Erläuterung forensischer Begutachtungspraxen und die differenzierte Darstellung der Therapiebedingungen für Straftäter mit Persönlichkeitsstörungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Forensik, Maßregelvollzug, Persönlichkeitsstörung, Delinquenz, Therapie im Strafvollzug und Resozialisierung.

Welche Rolle spielt das psychiatrische Gutachten für die Unterbringung?

Das Gutachten fungiert als essenzielle Entscheidungshilfe für das Gericht, um die Schuldfähigkeit sowie die Rückfall- und Behandlungsprognose zu beurteilen, was als Grundlage für die Anordnung des Maßregelvollzugs dient.

Warum ist die Behandlung persönlichkeitsgestörter Delinquenten therapeutisch so schwierig?

Die Schwierigkeit liegt in der sogenannten „Doppelrolle“ der Therapeuten, die sowohl behandeln als auch Sicherungsaufträge erfüllen müssen, gepaart mit oft mangelnder Therapiemotivation der Täter und dem Druck durch sicherheitsrelevante Vorgaben.

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Details

Titel
Persönlichkeitsstörungen und Delinquenz
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Pädagogisches Institut)
Veranstaltung
Sozialisationstheorien II
Note
1,0
Autor
Katharina Kurzmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
17
Katalognummer
V82401
ISBN (eBook)
9783638887793
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Persönlichkeitsstörungen Delinquenz Sozialisationstheorien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Kurzmann (Autor:in), 2007, Persönlichkeitsstörungen und Delinquenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82401
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Leseprobe aus  17  Seiten
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