Die Flimmerkiste im Kinderzimmer ist längst keine Ausnahme mehr. Zunehmend haben selbst Kleinkinder die Wahl zwischen verschiedenen Bildschirmmedien wie Fernseher, Computer oder auch dem Handy.
Viele Eltern haben immer weniger Zeit, sich direkt mit ihren Kindern zu beschäftigen, und nutzen den Fernseher als praktischen „Babysitter“, der die Kinder beschäftigt und unterhält.
Auch das Internet gewinnt zunehmend an Bedeutung auch schon bei Kindern; die Medienkompetenz steigt. Oft wissen die Kleinen besser Bescheid als die Großen.
Verschiedene Stimmen fordern Computererziehung schon im Kindergarten, um die zukünftige Generation auf ein Leben zwischen den Bildschirmen vorzubereiten und ihr möglichst hohe Chancen im Berufsleben zu gewähren.
Die Medien haben also einen immer höheren Einfluss auf die junge Generation. Ein hoher Prozentsatz dessen, was Kinder in Gesprächen mit Freunden interessiert, wird von den Medien mitbestimmt, bei manchen Kindern gibt es kaum noch andere Freizeitbeschäftigungen. Kritiker warnen vor Sucht, sozialer Vereinsamung und Flucht in die Cyberwelt.
Die Frage ist, welche Auswirkungen der zunehmende Fernsehkonsum auf die Kinder und somit auch auf unsere Gesellschaft hat. Stellen die neuen Medien wirklich solch eine Gefahr dar, wie oft zu lesen und zu hören ist? Diesen Fragestellungen soll im Folgenden nachgegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Fernsehen als Sozialisationsagent
2.1. Sozialisation von Kleinkindern durch den Fernseher
2.2. Beeinflussung bei älteren Kindern
3. Sehdauer
4. Grundlagen der Fernsehwirkung
4.1. Wahrnehmung
4.2. Verständnis und Lernen
5. Gefahren und Risiken beim Fernseh- und Computergebrauch
5.1. Gefahren für Kreativität und intellektuelle Entwicklung
5.1.1. Auswirkungen auf die Lernleistung
5.2. Gefahren für die emotionale und soziale Entwicklung
5.2.1. Führen TV und Computer (-spiele) zu sozialer Vereinsamung?
5.2.2. Verdrängen TV und PC andere Freizeitbeschäftigungen?
5.3. Gefährdung der körperlichen Gesundheit
5.3.1. Schädigung des Bewegungsapparats
5.3.2. Augenprobleme
5.3.3. Bewegungsmangel
5.3.4. Schlafmangel
5.4. Das Verschwinden der Kindheit – Neil Postman
6. Das Handy als weiteres Bildschirm-Medium
6.1. Risiko Schuldenfalle
6.2. Risiko Strahlung
7. Gewalt in Fernsehen und Computerspielen
8. Fazit
9. Statistiken
10. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht kritisch die Auswirkungen audiovisueller Medien wie Fernsehen, Computer und Mobiltelefone auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und inwiefern der zunehmende Medienkonsum eine tatsächliche Gefahr für die geistige, soziale und körperliche Entwicklung darstellt und welche Rolle ein kontrollierter Medienumgang einnimmt.
- Psychologische Auswirkungen und Gefahren für die kindliche Kreativität und Entwicklung
- Einfluss von Medienkonsum auf Lernleistung und kognitive Fähigkeiten
- Soziale Dimensionen: Vereinsamung versus medienvermittelte Kommunikation
- Körperliche Gesundheitsrisiken durch Mediennutzung
- Theoretische Perspektiven auf Kindheit im Zeitalter der Massenmedien (z.B. Neil Postman)
Auszug aus dem Buch
5.1. Gefahren für Kreativität und intellektuelle Entwicklung
Durch die „Dauerberieselung“ müssen Kinder nicht mehr selbst nachdenken. Sie „bekommen Antworten auf Fragen, die sie nie gestellt haben“ (Postman), Lösungen werden bereits angeboten, weil die Fernsehbilder sich meist von selbst erklären.
Dies hemmt die Kinder in ihrer geistigen Entwicklung.
Des Weiteren besteht eine Gefahr für die natürliche Kreativität der Kinder. Die eigenen geistigen Leistungen werden nicht mehr gefordert; je früher kleine Kinder an den passiven Fernsehkonsum gewöhnt sind, desto eher verlieren sie ihre Phantasie und können sich ihre Zeit nicht mehr aktiv selbst vertreiben. Sie lernen von klein an, auf Knopfdruck unterhalten zu werden, ohne dabei selbst tätig werden zu müssen. Die Möglichkeit, durch die Programme zu zappen, unterstützt dieses Verhalten immens.
Die Bildungspsychologin Jane Healy äußert sich hierzu: „Lehrer machen die Feststellung, dass die heutigen, von Videos überfluteten Kinder in ihrem Inneren keine originalen Bilder formen oder bildhafte Vorstellungen entwickeln können.“ ( Cordes / Miller, 54)
Je länger die Kinder vor der Flimmerkiste sitzen, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit für eine Verkümmerung der motorischen Fähigkeiten. Ein Kind, das mehr vor dem Fernseher sitzt als auf dem Spielplatz herumzutoben oder mit Bausteinen Burgen zu bauen, kann seine motorischen Fertigkeiten nicht ausbauen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwart von Bildschirmmedien im Kinderzimmer und skizziert die kontroverse Diskussion über die Auswirkungen auf die Entwicklung und das Sozialverhalten.
2. Fernsehen als Sozialisationsagent: Dieses Kapitel erläutert die indirekte Sozialisationsfunktion des Fernsehens und analysiert dessen Einfluss auf die moralische und wertorientierte Entwicklung bei Kleinkindern und älteren Kindern.
3. Sehdauer: Es werden statistische Daten zum täglichen Fernsehkonsum sowie zur Bedeutung anderer Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche präsentiert.
4. Grundlagen der Fernsehwirkung: Das Kapitel befasst sich mit den kognitiven Prozessen der Wahrnehmung und des Verständnisses bei Kindern beim Konsum von Fernsehinhalten.
5. Gefahren und Risiken beim Fernseh- und Computergebrauch: Hier werden umfassend Risiken für die Kreativität, die Lernleistung, die soziale Entwicklung sowie die körperliche Gesundheit durch den Medienkonsum erörtert.
6. Das Handy als weiteres Bildschirm-Medium: Der Fokus liegt auf den spezifischen Risiken von Mobiltelefonen, insbesondere im Hinblick auf Kostenfallen und gesundheitliche Bedenken durch Strahlung.
7. Gewalt in Fernsehen und Computerspielen: Das Kapitel diskutiert den Einfluss von Mediengewalt auf die Aggressionsbereitschaft und das Verhalten von Kindern.
8. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, die die Notwendigkeit elterlicher Erziehung und eines kontrollierten, bewussten Medienumgangs betont.
Schlüsselwörter
Medienkonsum, Fernsehen, Computer, Kindheit, Sozialisation, Medienkompetenz, Jugendentwicklung, Kreativitätsverlust, Bildschirmmedien, Mediengewalt, Handy, Gesundheit, Lernleistung, Pädagogik, Medienwirkung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit?
Die Arbeit analysiert kritisch die Auswirkungen audiovisueller Medien, wie Fernseher, Computer und Mobiltelefone, auf die Entwicklung, Gesundheit und das Sozialverhalten von Kindern und Jugendlichen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themen umfassen die Rolle des Fernsehens als Sozialisationsagent, die Auswirkungen auf die geistige und körperliche Gesundheit, das Phänomen der Mediengewalt sowie den Umgang mit neuen Medien wie dem Handy.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu hinterfragen, ob moderne Bildschirmmedien die Kindheit negativ beeinflussen und welche Rolle der elterliche Umgang sowie bewusste Erziehung spielen, um Medienkompetenz zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse sowie die Auswertung relevanter Studien und statistischer Daten zur Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen.
Welche Inhalte werden schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Mechanismen der Fernsehwirkung, die Risiken für die kognitive und emotionale Entwicklung, körperliche Folgeerscheinungen durch Bewegungsmangel sowie die Debatte über den Einfluss von Mediengewalt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Medienkonsum, Sozialisation, Kindheit, Medienkompetenz, Bildschirmmedien und Gesundheitsrisiken.
Was ist die zentrale Erkenntnis bezüglich der körperlichen Entwicklung?
Die Autorin hebt hervor, dass exzessiver Medienkonsum nicht nur zu Bewegungsmangel und Fettleibigkeit führt, sondern auch die motorische Entwicklung hemmt und durch Bildschirmnutzung Schlafstörungen verursachen kann.
Wie bewertet die Arbeit die Gefahr der sozialen Isolation durch Computer?
Die Arbeit stellt klar, dass Computerspiele nicht pauschal zur Isolation führen, da sie oft in sozialen Kontexten mit Freunden stattfinden, weist aber dennoch auf die Gefahr der Flucht in unkritische virtuelle Welten bei fehlender realer Zuwendung hin.
Welche Rolle spielt Neil Postmans Theorie in der Untersuchung?
Postman dient als theoretischer Rahmen, um die These zu stützen, dass durch die mediale "totale Enthüllung" von Erwachseneninhalten die Geheimnisse der Kindheit verloren gehen, was die frühzeitige Reifung und den Verlust der kindlichen Neugier fördert.
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- Eva Nitschke (Author), 2005, Screen-Kids - Kinder zwischen den Bildschirmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82413