Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)

Über die Fadheit - zum Konzept der chinesischen Ästhetik bei Francois Jullien

Title: Über die Fadheit - zum Konzept der chinesischen Ästhetik bei Francois Jullien

Seminar Paper , 2001 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Sven Stemmer (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

François Jullien versucht dem Leser im Rahmen seines philosophischen Gesamtprojektes einige Grundlagen des chinesischen Denkens und Bewusstseins zu vermitteln. Befasst man sich mit seinen Texten wird schnell deutlich, wie sehr man diesem Autor in Bezug auf das sinologische Fachwissen ausgeliefert ist, soweit man nicht selber Sinologe ist.
Der Großteil der Leser dürfte nur entfernt in Kontakt mit chinesischer ‚Philosophie’, bei Jullien ‚Weisheit’ gennant, oder asiatischer Kunst gekommen sein. In der Mehrzahl liegen vermutlich populärwissenschaftlich geprägte Vorurteile und wenig Faktenwissen vor. Bei diesem Wissensfeld, das sich so sehr dem in den Grundzügen doch noch erhaltenen, europäischen Wissenskanon entzieht, ist man also gezwungen Jullien zu glauben.
Dies ist insofern erschwert, als daß die jullienschen Essays nur schwer oder gar nicht mit den o.ä. Vorurteilen in Einklang zu bringen sind. Aufgrund meines geringen Vorwissens über die chinesische Kultur erscheinen mir die Ausführungen Julliens daher in manchen Punkten unvollständig.
Insofern man diese Essays aber nicht als Quelle zur chinesischen Geistesgeschichte (usw.) benutzt, sondern um die dort beschriebenen Ansätze mit den europäischen zu kontrastieren und so zu einer neuen Perspektive auf uns selber und einer neuen Spannung im eigenen Denken zu kommen, kann auf diese Klarheit auch verzichtet werden.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Julliens Ansätzen und untersucht, in wie weit das letztgenannte Ziel in Bezug auf die Ästhetik erreicht wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.[Bedenken zur Einleitung]

2. [François Jullien und der Standortwechsel des Denkens]

2.1 [Der Autor]

2.2 [Ein Standortwechsel des Denkens – das Projekt]

2.3 [Schwierigkeiten der Produktion und Rezeption]

2.4 [Ein Denken ohne Begriffe]

3. [Das prozessuale Konzept der Fadheit]

3.1 [Was ist die Fadheit]

3.2 [Für und Wider der Fadheit]

3.3 [Infragestellung]

4.[Die Fadheit als Ausweg für den Westen]

4.1 [‚Fade’, westliche Ansätze]

4.2 [Das ‚Andere’ der westlichen Fadheit]

4.3 [Ausweg aus der Sackgasse]

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das ästhetische Konzept der Fadheit bei François Jullien mit dem Ziel, dessen Potenzial für eine neue Perspektive und theoretische Reibung im westlichen Denken und der zeitgenössischen Kunstproduktion auszuloten.

  • Grundlagen des chinesischen Denkens im Vergleich zur westlichen Tradition
  • Die Herausforderung des "begriffslosen Denkens"
  • Fadheit als neutraler Urgrund und Potenzialität
  • Die Fadheit als Gegenentwurf zur westlichen Kunst-Sackgasse (Konsum/Reizüberflutung)

Auszug aus dem Buch

3.1 [Was ist die Fadheit]

In diesem schrägen Diskurs durchstreift Jullien Bereiche wie Strategie, Politik, Moral usw. und entwickelt dabei Konzepte des Allusiven, des Prozesses, der Neigung usw. Auf diesem Wege der aufeinander bezogenen, aufbauenden Einzelschritte, die er stets mit westlichem Denken kontrastiert, nimmt er sich im Bereich der Ästhetik des Konzeptes der Fadheit an.

Der Gegenstand der Fadheit lässt sich schwer eingrenzen, da sie „der Wert des Neutralen [ist], der allen Möglichkeiten voraus geht und sie miteinander verbindet. [...] Nach Art des faden Geschmacks, dessen Vorzug es ist nicht genauer bestimmt werden zu können und somit immer wandlungsfähig zu bleiben, erneuert sich in der chinesischen Kultur das Motiv der Fadheit, ohne sich auf einen Bereich einschränken zu lassen.“

Da die Fadheit als einzige Eigenschaft aufweist sich keine Eigenschaften zuschreiben zu lassen, ist aus ihr kein Gegenstand des reinen Wissens zu machen, eine theoretische Annäherung somit erschwert. Die Fadheit führt uns an die Grenze des Sinnlichen, wo es sich verwischt und ausgleicht. Sie ist die Einfachheit und „gerade die Einfachheit der Dinge ist am schwersten zu sagen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1.[Bedenken zur Einleitung]: Der Autor reflektiert seine Abhängigkeit von Julliens sinologischem Fachwissen und hinterfragt die subjektive Darstellung der chinesischen Geisteswelt.

2. [François Jullien und der Standortwechsel des Denkens]: Das Kapitel beleuchtet den Lebensweg Julliens sowie sein Bestreben, westliche philosophische Vorentscheidungen durch ein Denkmilieu ohne Begriffe zu überwinden.

3. [Das prozessuale Konzept der Fadheit]: Hier wird die Fadheit als neutraler Urgrund und Potenzialität definiert und in ihrer Bedeutung für Charakterbildung und Ästhetik kritisch hinterfragt.

4.[Die Fadheit als Ausweg für den Westen]: Die Arbeit analysiert, wie ein bewusster Kunstverzicht (Kunstdiät) als "fade" Produktionsform aus der Sackgasse der westlichen Reizüberflutung führen kann.

Schlüsselwörter

Fadheit, François Jullien, Chinesische Ästhetik, Tao, Prozess, Begriffsloses Denken, Transzendenz, Immanenz, Kunstverzicht, Westliche Tradition, Reizarmut, Neutralität, Minimal Art, Kreativität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen und ästhetischen Konzeptualisierung der "Fadheit" im Werk des französischen Philosophen François Jullien.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen der Vergleich zwischen chinesischem und abendländischem Denken, die Überwindung westlicher Begrifflichkeiten und die Analyse ästhetischer Strategien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, inwieweit Julliens Ansätze der Fadheit als wirksame Methode dienen können, um eingefahrene westliche Denkmuster zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine kontrastive Analyse, indem er Julliens Thesen zur chinesischen Weisheit den europäischen philosophischen Traditionen und der Kunstgeschichte gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Annäherung an Julliens Denken, die Herleitung des Begriffs der Fadheit als Prozess und die Anwendung dieses Konzepts auf die moderne Kunstpraxis.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Fadheit, Urgrund, Prozess, Begrifflosigkeit und Kunstverzicht.

Was meint Jullien mit dem "schrägen" Vorgehen im Diskurs?

Jullien meint damit eine Methode, die das Ziel nicht explizit und direkt einkreist, sondern den Gegenstand umspielt, um eine "Offenheit" zu bewahren, die durch starre Definitionen verloren ginge.

Inwiefern kann Fadheit ein Ausweg aus einer "Sackgasse" sein?

Die Arbeit argumentiert, dass eine "Kunstdiät" oder bewusste Reduktion (Fadheit) die durch ständige Reizüberflutung und Konsumzwang blockierte künstlerische Kreativität neu beleben könnte.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Über die Fadheit - zum Konzept der chinesischen Ästhetik bei Francois Jullien
College
Bielefeld University  (Fakultät für Geschichtwissenschaft und Philosophie)
Course
Seminar
Grade
1,0
Author
M.A. Sven Stemmer (Author)
Publication Year
2001
Pages
18
Catalog Number
V82483
ISBN (eBook)
9783638898058
ISBN (Book)
9783638904513
Language
German
Tags
Fadheit Konzept Francois Jullien Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Sven Stemmer (Author), 2001, Über die Fadheit - zum Konzept der chinesischen Ästhetik bei Francois Jullien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82483
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint