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"Der Ring" - Ein Fastnachtsspiel?

Title: "Der Ring" - Ein Fastnachtsspiel?

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 27 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Beate Kienast (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit Heinrich Wittenwilers Werk „Der Ring“. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob sich Komplexität und Heterogenität des Stückes mit der Interpretation als Fastnachtsspiel erklären lassen.
Zunächst soll an Hand des Textes dargestellt werden, inwieweit sich Elemente aus der Fastnachtstradition im Stück befinden. Es soll hier deutlich werden, warum eine "Fastnachtskonzeption" des Stückes angenommen wird. Daran schließen sich die Argumente gegen diese Deutungsweise an.
Der dargestellte Interpretationsansatz soll an dieser Stelle kritisch betrachtet und mögliche Schwachstellen sollen herausgearbeitet werden. Eine alternative Erklärung für die fastnächtlichen Elemente steht am Ende dieser Betrachtungen, um zu zeigen, dass sie sich nicht zwingend auf eine Fastnachtskonzeption zurückführen lassen.
Weil für die Interpretation des ‛Ring’ als Fastnachtsspiel die Bestimmung des Verhältnisses von Lehre und Handlung eine bedeutende Rolle spielt, bildet das Verständnis von Lehre als Anweisung, „die ex negativo in der Handlung selbst dargeboten wird“ , für den nächsten Punkt den zentralen Aspekt. Es soll geklärt werden, wie Lehre präsentiert wird, welche Funktion sie hat und wie sie in die Handlung eingebunden wird. In einem weiteren Schritt wird dann der Frage nachgegangen, ob es sinnvoll ist, den ‛Ring’ in die Gattung der Fastnachtsspiele einzuordnen. Greift diese Interpretation möglicherweise zu kurz und glättet Widersprüche auf unzulässige Art und Weise, um dem Stück mit seiner Komplexität und ihren Widersprüchen einen Sinn zu unterstellen?
Nach der detaillierten Darstellung des sehr spezifischen Interpretationsansatzes folgt ein kleiner Ausblick: Alternative Deutungen werden vorgestellt, um her-vorzuheben, dass der ‛Ring’ auch gänzlich anders interpretiert werden kann. Beispielsweise könnte er dazu dienen, den Mechanismus der Verkehrung von Lehre und ihren Folgen zu demonstrieren. Oder liegt eine „radikale Dekonstruktion“ aller zu dieser Zeit gültigen Denk-, Handlungs- und sogar Sprachhandlungsmodelle vor? Möglich ist auch, dass der ‛Ring’ Ausdruck veränderter Rahmenbedingungen ist, die sich im Text durch „kunstvolle Kollage unterschiedlichster Schreibweisen oder Diskurse“ zeigen.
Zum Abschluss werden die wichtigen Aussagen noch einmal zusammengefasst und es wird ein eigener Interpretationsversuch vorgestellt, der die erarbeiteten Ergebnisse miteinbezieht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Fastnachtskonzeption als zu Grunde liegendes Modell

2.1 Elemente der Fastnachtstradition als Indizien für die zu Grunde liegende Fastnachtskonzeption

2.1.1 Definiton des Bauern als Narr durch den Autor selbst

2.1.2 Die zeitliche Struktur der Handlung als Rahmen einer Fastnacht

2.1.3 Die Einbindung von Fastnachtsfiguren in die Ring-Handlung

2.1.4 Beschreibung und Handlungsweise der Figuren als Bestandteile der Fastnacht

2.1.5 Ein direkter Hinweis auf die Fastnachtszeit?

2.1.6 Parallelen zu Vorlagen der späteren Fastnachtsspiele

3. Einwände gegen das Vorliegen einer Fastnachtskonzeption

3.1 Direkte Hinweise auf die Zeitstruktur der Fastnacht

3.2 Die Definition des gpaur (V. 43) explizit als Fastnachtsnarr?

3.3 Weitere Deutungsmöglichkeit für die Präsentation fastnächtlicher Tradition

4. Das Verhältnis von Lehre und Handlung: Kurt Ruhs Interpretation des Werkes als „Laiendoktrinal in Unterhaltung verpackt“

4.1 Lehre als Exemplum Contrarium

4.2 Kurt Ruhs Deutung der Lehre: Sinnvoller Interpretationsansatz oder unzulässige Glättung?

5. Alternative Deutungsmöglichkeiten

6. Zusammenfassung und eigener Deutungsversuch

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Heinrich Wittenwilers Werk „Der Ring“ mit dem zentralen Ziel zu klären, ob sich die komplexe und heterogene Struktur des Stückes schlüssig durch eine Interpretation als Fastnachtsspiel erklären lässt oder ob diese Deutung zu kurz greift.

  • Analyse von Elementen der Fastnachtstradition in Wittenwilers Werk
  • Kritische Auseinandersetzung mit der These einer „Fastnachtskonzeption“ als Interpretationsschlüssel
  • Untersuchung des Verhältnisses von Lehre und Handlung sowie der Bedeutung von didaktischen Inhalten
  • Bewertung von Alternativdeutungen zur Einordnung des Stückes in den literarhistorischen Kontext

Auszug aus dem Buch

2.1 Elemente der Fastnachtstradition als Indizien für die zu Grunde liegende Fastnachtskonzeption

Für die Annahme, der ‛Ring’ sei als Fastnachtsspiel zu lesen, lassen sich im Text verschiedene Anhaltspunkte finden. Hier sollen im Wesentlichen die Aufsätze von Ruth Schmidt-Wiegand und Kurt Ruh herangezogen werden, um die Bezüge zur Fastnachtstradition zu verdeutlichen.

Heinrich Wittenwiler selbst definiert in seinem Prolog den Bauern als Narren: Er ist ein gpaur in meinem muot,/ der unrecht lept und läppisch tut (VV. 43f.). Damit ist es der Autor selbst, der den Begriff des Narren für das Verständnis seines Textes einführt, denn läppisch bedeutet närrisch. Lappenhausen ist damit charakterisiert als das Dorf, in dem die Narren wohnen. Dadurch wird der Bauer aus seinem Stand herausgehoben. Er steht nicht länger für ihn und verkörpert stattdessen menschliche Torheit.

Der Begriff des Narren kann zu dieser Zeit aber bereits auch den Fastnachtsnarren umfassen. „Schon in flämischen, flandrischen und französischen, aber auch in deutschen Städten hatte man, seit 1330 nachweisbar, an Fastnacht zeitliche Reiche mit eigener Hierarchie errichtet […]“, so ist beispielsweise für Doornik ein eben solches Reich für das Jahr 1330 bezeugt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage vor, ob Wittenwilers „Der Ring“ als Fastnachtsspiel interpretierbar ist, und skizziert den Aufbau der argumentativen Untersuchung.

2. Die Fastnachtskonzeption als zu Grunde liegendes Modell: Dieses Kapitel arbeitet die Argumente für die Interpretation des Stückes als Fastnachtsspiel heraus, insbesondere durch Indizien wie zeitliche Struktur, Figuren und Paralleltexte.

3. Einwände gegen das Vorliegen einer Fastnachtskonzeption: Hier werden Gegenargumente zur Fastnachtsthese angeführt, wobei insbesondere die mangelnde Konsistenz der Fastnachtszeitstruktur hinterfragt wird.

4. Das Verhältnis von Lehre und Handlung: Kurt Ruhs Interpretation des Werkes als „Laiendoktrinal in Unterhaltung verpackt“: Das Kapitel befasst sich mit Kurt Ruhs These, dass das Werk Lehre „ex negativo“ durch Verkehrung in der Handlung präsentiert, und prüft diese kritisch.

5. Alternative Deutungsmöglichkeiten: Dieser Abschnitt bietet einen Ausblick auf abweichende Interpretationsansätze, etwa als Parodie oder als Ausdruck eines neuen, avantgardistischen Selbstverständnisses.

6. Zusammenfassung und eigener Deutungsversuch: Die Ergebnisse werden gebündelt und der Autor der Arbeit argumentiert für eine Betrachtung des „Ring“ als Zeugnis einer Umbruchszeit, das sich einer simplifizierenden Einordnung entzieht.

Schlüsselwörter

Heinrich Wittenwiler, Der Ring, Fastnachtsspiel, Fastnachtskonzeption, Laiendoktrinal, exemplum contrarium, Mittelalter, Literaturkritik, Didaktik, Narrenliteratur, Spätmittelalter, Literaturgeschichte, Interpretationsansatz, Reformationsvorboten, Literarische Form

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die wissenschaftliche Debatte um das Werk „Der Ring“ von Heinrich Wittenwiler und hinterfragt, ob es sich dabei sinnvoll um ein Fastnachtsspiel handelt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen die Interpretation des „Ring“ als Fastnachtsspiel, das Verhältnis von Lehre und Handlung sowie die Frage nach der literarischen Einordnung des Werkes im Spätmittelalter.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die „Fastnachtskonzeption“ als Interpretationsmodell kritisch zu prüfen und aufzuzeigen, ob diese Deutung der komplexen Struktur des Stückes gerecht wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär auf der Textinterpretation basiert und sich auf relevante Forschungsliteratur, insbesondere von Kurt Ruh und Ruth Schmidt-Wiegand, stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der Indizien für die Fastnachtsthese, eine kritische Hinterfragung dieser Thesen sowie eine Analyse von Kurt Ruhs „Laiendoktrinal“-Interpretation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind „Der Ring“, Fastnachtskonzeption, Laiendoktrinal, Exemplum contrarium, Didaktik und die kritische Auseinandersetzung mit literarhistorischen Deutungsmodellen.

Warum bezweifelt die Autorin die Fastnachtskonzeption als alleinigen Interpretationsschlüssel?

Die Autorin weist darauf hin, dass es innerhalb des umfangreichen Textes kaum eindeutige Hinweise auf die Fastnachtszeit gibt und die gewalttätigen Exzesse gegen Ende des Stückes über einen Fastnachtsrahmen weit hinausgehen.

Wie bewertet die Arbeit die farblichen Markierungen im „Ring“?

Die Arbeit kritisiert die Deutung von Kurt Ruh, der rote und grüne Markierungen starr in „unentbehrliche“ und „unerhebliche“ Lehre trennt, und plädiert stattdessen für eine differenziertere Sichtweise, die auch die Absicht des Lesers miteinbezieht.

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Details

Title
"Der Ring" - Ein Fastnachtsspiel?
College
University of Göttingen  (Seminar für Deutsche Philologie)
Course
Heinrich Wittenwiler, Der Ring
Grade
1,5
Author
Beate Kienast (Author)
Publication Year
2005
Pages
27
Catalog Number
V82524
ISBN (eBook)
9783638887922
Language
German
Tags
Ring Fastnachtsspiel Heinrich Wittenwiler Ring
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Beate Kienast (Author), 2005, "Der Ring" - Ein Fastnachtsspiel? , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82524
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