Eine Entwicklung hin zu vermehrten Fernreisen im weltweiten Tourismus ist deutlich zu erkennen. Viele aufstrebende Märkte weisen in den letzten Jahrzehnten ein rapides Wachstum an internationalen Reisen auf. Vor allem die in dieser Arbeit exemplarisch betrachtete Nation China entwickelt sich stetig zu einem bedeutenden Herkunftsmarkt im internationalen Tourismus. Um von den neuen Märkten profitieren zu können, ist es notwendig, dass traditionelle Tourismusländer, wie Österreich, die Bedürfnisse ihrer internationalen Gäste kennen und sich gegebenenfalls den Erwartungen anpassen. Die Sehnsucht nach authentischen Reiseerlebnissen ist zwar einerseits eines der machtvollsten Urlaubsmotive, andererseits ist eine gewisse Anpassung, notwendig um die Bedürfnisse der neuen Touristen aus den Fernmärkten zu befriedigen.
Das Ziel dieser Arbeit ist es darzustellen, wo das Gleichgewicht zwischen der Anpassung an die Bedürfnisse der neuen Touristen aus den Hoffnungsmärkten Österreichs einerseits und die Erhaltung der Authentizität im österreichischen Tourismus andererseits liegt, sodass die Touristen aus den neuen Quellmärkten zufrieden sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 PROBLEMSTELLUNG
1.2 ZIELSETZUNG
1.3 AUFBAU
2 Fernreisen im Tourismus
2.1 BEGRIFFSBESTIMMUNG
2.1.1 Entwicklung der Fernreisen
2.1.2 Gründe für den Anstieg von Fernreisen
2.2 CHINA ALS QUELLMARKT FÜR FERNREISEN
2.2.1 Die Volksrepublik China
2.2.2 Wirtschaftswachstum in China
2.2.3 Tourismusentwicklung China
2.2.4 Domestic Tourismus
2.2.5 Inbound Tourismus
2.2.6 Outbound Tourismus
2.2.7 Reiseverhalten der Chinesen
2.3 ÖSTERREICH ALS REISEZIEL CHINESISCHER TOURISTEN
2.3.1 Struktur des österreichischen Tourismus
2.3.2 Inbound Tourismus Österreich
2.3.3 Chinesische Touristen in Österreich
2.3.3.1 Entwicklung von Ankünften und Nächtigungen
2.3.3.2 Saisonverteilung
2.3.3.3 Reisezielwahl in Österreich
2.3.3.4 Unterkunftswahl in Österreich
2.3.3.5 Marketingaktivitäten der ÖW zur Erreichung chinesischer Touristen
2.4 ZWISCHENFAZIT
3 Kultur
3.1 DER KULTURBEGRIFF
3.1.1 Verschiedene Sichtweisen der Kulturforschung
3.2 KULTURELLE UNTERSCHIEDE
3.2.1 Kulturdistanz
3.2.2 Die touristische Begegnung von Kulturen
3.2.3 Kulturschock
3.2.4 Kulturelle Unterschiede bei Dienstleistungen
3.2.5 Authentizität als Reisemotiv zum Kennenlernen andersartiger Kulturen
3.3 KULTURMODELLE
3.3.1 Interaktionsmodell nach Erving Goffman
3.3.2 Vier Kulturen Modell nach Marion Thiem
3.4 KULTURVERGLEICHENDE MANAGEMENTSTUDIEN – KULTURDIMENSIONEN
3.4.1 Kulturdimensionen nach Trompenaars
3.4.2 Kulturdimensionen nach Hall
3.4.3 Kulturdimensionen nach Hofstede
3.4.3.1 Machtdistanz (MDI) Power Distance (PDI):
3.4.3.2 Unsicherheitsvermeidung (UVI) Uncertainty Avoidance (UAI):
3.4.3.3 Individualismus (IDV) Individualism/Collectivism (IDC):
3.4.3.4 Maskulinität (MAS) Masculinity/Femininity (MAS):
3.4.3.5 Langzeitorientierung (LZO) Long Term/Short Term Orientation (LTO):
3.5 ASPEKTE DER CHINESISCHEN KULTUR
3.5.1 Der Konfuzianismus
3.5.2 Der Taoismus
3.5.3 Buddhismus
3.5.4 Mianzi
3.5.5 Guanxi
3.5.6 Do`s and Dont`s im Umgang mit den chinesischen Gästen
3.6 ZWISCHENFAZIT
4 Dienstleistungsqualität im Tourismus
4.1 DIENSTLEISTUNG
4.2 QUALITÄT
4.3 DIENSTLEISTUNGSQUALITÄT IM TOURISMUS
4.4 KUNDENZUFRIEDENHEIT
4.5 MODELLE ZUR ERFASSUNG VON DIENSTLEISTUNGSQUALITÄT
4.5.1 Modell von Donebian
4.5.2 Modell von Grönroos
4.5.3 Modell von Meyer, Mattmüller
4.5.4 Gap Modell von Parasuraman, Zeithaml, Berry
4.6 MODELLE ZUR MESSUNG VON DIENSTLEISTUNGSQUALITÄT
5 Empirische Untersuchung
5.1 KONZIPIERUNG UND ZIELSETZUNG DER STUDIE
5.2 ENTWICKLUNG UND GESTALTUNG DES FRAGEBOGENS
5.3 STICHPROBENPLANUNG UND REPRÄSENTATIVITÄT
5.4 ERGEBNISTEIL
5.4.1 Demographische Charakteristik der Probanden
5.4.2 Befragungsergebnisse
5.4.3 Unterschiede und Interpretation
5.4.4 Überblick und Interpretation der Ergebnisse
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Gleichgewicht zwischen der notwendigen Anpassung österreichischer Hotelstrukturen an die Erwartungen chinesischer Gäste und der gleichzeitigen Wahrung der Authentizität des österreichischen Tourismusprodukts, wobei die forschungsleitende Frage lautet: In welchen Bereichen der österreichischen Hotellerie ist eine auf die chinesische Kultur gerichtete Anpassung notwendig?
- Weltweite Trends im Ferntourismus mit Fokus auf den chinesischen Quellmarkt
- Theoretische Grundlagen zu Kulturmodellen und kulturellen Unterschieden
- Konzepte und Messmethoden der Dienstleistungsqualität
- Analyse des Reiseverhaltens und der Erwartungshaltung chinesischer Touristen
- Empirische Überprüfung von Hypothesen zur Gästezufriedenheit in österreichischen 4/5-Sterne-Hotels
Auszug aus dem Buch
3.5.6 Do`s and Dont`s im Umgang mit den chinesischen Gästen
Viele Touristiker haben bereits festgestellt, dass Chinesen keine einfachen Gäste sind. Wie alle Kulturen haben auch sie ihre Gewohnheiten, welche sie bei Auslandsreisen nicht einfach ausschalten werden. Oft prallen Welten aufeinander, doch es gilt sich auf die neuen Gäste und deren Gewohnheiten einzustellen. Nachstehend werden einige Beispiele und Tipps für Dienstleister im Umgang mit den chinesischen Gästen aufgezeigt:
Bestimmte Gewohnheiten, wie Rülpsen und Spucken sind in China normal und werden auch bei Auslandsreisen nicht „auf Knopfdruck“ abgestellt.
Zurechtweisungen und Besserwisserei können zu Gesichtsverlust führen und sollten daher vermieden werden.
Bei Konflikten mit chinesischen Gästen sollte man nicht laut werden und mit höflicher Bestimmtheit reagieren.
Chinesen bevorzugen natürliches, freundliches Verhalten. Vor allem Lächeln gilt als besonders höflich.
Chinesen sind an fremden, ursprünglichen Traditionen interessiert (Trachten, Volksmusik, Tanzen, etc.) und begeistern sich für Klischees und „authentischen Kitsch“.
Chinesen planen gerne kurzfristig um, daher sind Flexibilität und schnelles Service wichtig.
Chinesen reisen meist in Gruppen. Es wird großer Wert auf die Zusammengehörigkeit und das Gesamtwohl der Gruppe gelegt.
Chinesen wollen mit Respekt behandelt werden. Sie sind stolz auf ihre Staatsangehörigkeit, sowie auf den wirtschaftlichen und politischen Erfolg Chinas.
Chinesen verstehen meist nur wenig Englisch, Deutsch oder Französisch und sind daher auf Beschriftungen in chinesischer Sprache angewiesen. Auch das Bereitstellen einer Informationsmappe über das Hotel, Sehenswürdigkeiten, etc. in chinesischer Sprache ist sehr hilfreich.
Chinesen haben hohe Erwartungen an die Dienstleistungsqualität. Eine bestmögliche Erfüllung dieser, ist von großer Bedeutung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung thematisiert den globalen Trend zu Fernreisen und die wachsende Bedeutung asiatischer Märkte, insbesondere Chinas, für den österreichischen Tourismus.
2 Fernreisen im Tourismus: Dieses Kapitel definiert Fernreisen und analysiert die wirtschaftliche Entwicklung sowie das Reiseverhalten der chinesischen Gäste im Kontext österreichischer Tourismusstrategien.
3 Kultur: Das Kapitel erläutert den Kulturbegriff sowie verschiedene Kulturmodelle, um kulturelle Unterschiede und deren Einfluss auf die touristische Dienstleistungsqualität zu analysieren.
4 Dienstleistungsqualität im Tourismus: Hier werden zentrale Begriffe der Dienstleistungsqualität sowie relevante Messmodelle wie das Gap-Modell und SERVQUAL für die Anwendung im Hotellerie-Kontext vorgestellt.
5 Empirische Untersuchung: Dieser Teil beschreibt die Konzeption und Durchführung einer quantitativen Befragung von chinesischen und deutschsprachigen Gästen, um Hypothesen zur Gästezufriedenheit zu verifizieren oder zu falsifizieren.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt Handlungsempfehlungen für österreichische Hotelbetriebe zur erfolgreichen Marktbearbeitung des chinesischen Quellmarktes.
Schlüsselwörter
Tourismus, China, Österreich, Fernreisen, Kulturunterschiede, Dienstleistungsqualität, Kundenzufriedenheit, Hofstede, SERVQUAL, Mianzi, Guanxi, Authentizität, Empirische Untersuchung, Hotelmanagement, Zielgruppenanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie österreichische Hotels ihre Dienstleistungen an die kulturellen Besonderheiten chinesischer Gäste anpassen können, ohne dabei ihre eigene Authentizität zu verlieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf dem globalen Ferntourismus, der chinesischen Kultur, Modellen der Dienstleistungsqualität und deren empirischer Anwendung auf die österreichische Hotellerie.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, das Gleichgewicht zwischen der Anpassung an die Bedürfnisse chinesischer Gäste und der Erhaltung der österreichischen Authentizität zu identifizieren, um die Zufriedenheit dieser neuen Zielgruppe zu steigern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet einen theoretischen Analyserahmen basierend auf Kulturdimensionen nach Hofstede und SERVQUAL-Modellen, kombiniert mit einer quantitativen Befragung von chinesischen und deutschsprachigen Touristen in ausgewählten österreichischen Stadthotels.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Analyse von Kulturmodellen (u.a. Machtdistanz, Kollektivismus) und deren Relevanz für touristische Interaktionen, gefolgt von einer detaillierten Auswertung der Gästebefragung zu verschiedenen Servicedimensionen.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Tourismus, China, Dienstleistungsqualität, Kulturunterschiede, Kundenzufriedenheit und SERVQUAL-Modell treffend charakterisieren.
Was besagt die Hypothese zum Sicherheitsempfinden chinesischer Touristen?
Die Arbeit zeigt, dass chinesische Touristen ein signifikant höheres Sicherheitsgefühl in österreichischen Hotels äußern als deutschsprachige Gäste, was die Hypothese bestätigt, dass dieses Thema für chinesische Gäste eine hohe Relevanz hat.
Warum ist das "Gesichtskonzept" (Mianzi) für österreichische Hoteliers wichtig?
Mianzi ist ein zentraler Aspekt der chinesischen Kultur, der Respekt und Harmonie beinhaltet. Da Konflikte oder Kritik zu Gesichtsverlust führen können, ist ein diplomatischer und respektvoller Umgang des Personals essentiell für die Zufriedenheit chinesischer Gäste.
- Quote paper
- Karin Poringer (Author), 2007, Kulturelle Unterschiede im Tourismus - Das Gleichgewicht zwischen Anpassung und Authentizität in der österreichischen Hotellerie am Beispiel des Hoffnungsmarktes China, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82531