Wir befinden uns im 21. Jahrhundert. Im Zeitalter der Informatik wird uns mit immer
neuen, sich immer schneller weiterentwickelnden Innovationen viel möglich gemacht. Wir
sind überall und jederzeit erreichbar und können jegliche benötigte Information beispielsweise
über das WorldWideWeb einholen. Weiter ist es möglich, Informationen und
Wissen problemlos digital zu speichern und zwar in unendlich großem Umfang. Diese
Entwicklung wurde so nicht geplant oder beabsichtigt, Technik und Informatik werden
unter Mitwirkung vieler Menschen weiterentwickelt.
Mittlerweile herrscht in unserer Welt ein unheimlich großer Informationsbedarf. Sowohl
der Staat als auch die Wirtschaft sammeln, verarbeiten und analysieren Unmengen von
Daten. Die Nutzung der technischen Innovationen macht diesen Umgang mit Informationen
und Daten überhaupt erst möglich.
Im Bereich des Datenschutzes ist gerade die problemlose Speicherung von aufgezeichneten
Daten eine Gefahr. Mit Hilfe von vielfältigen Hardware- und Softwarelösungen
werden Bild- und Tonsequenzen aufgezeichnet. Die Überwachung gefährdeter Plätze ist
so möglich, doch auch umfangreiche Analysen dieser Daten sind durch die modernen
Mittel der Informatik leicht machbar.
Mit immer neuen Techniken und Innovationen nimmt die Informatik immer mehr Einfluss
auf die Gesellschaft. Technische Möglichkeiten wollen genutzt werden, zum Beispiel
zur Verbrechensbekämpfung oder zur Vereinfachung der Grenzkontrollen.
Im Bereich der Videoüberwachung beispielsweise ist der Weg vom ”Überwachen“ zum ”Speichern“ sehr kurz und damit der Schutz der Privatsphäre in Gefahr.
Die Videoüberwachung und der biometrische Reisepass (ePass) sind zwei ”Instrumente“, die aufgrund ihrer technischen Grundlagen leicht missbraucht werden können.
In dieser Arbeit möchte ich sie genauer betrachten und aufzeigen, wie sie eingesetzt werden und
wie ihr Einsatz bewertet wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Videouberwachung
2.1 Zweck der Videouberwachung
2.2 Geschichtliche Entwicklung
2.3 Die zwei Einsatzbereiche der Videouberwachung
2.4 Rechtliche Hintergrunde
2.5 Folgen der Videouberwachung
2.6 Big brother is watching you - Beispiele
2.7 Effekte der Videouberwachung
2.8 Kritik
3 Der biometrische Reisepass - ePass
3.1 Allgemeines
3.2 Das Neue am ePass
3.3 Technische Grundlagen
3.3.1 RFID
3.3.2 Biometrie
3.4 Rechtliche Hintergrunde
3.5 Wie funktioniert das Auslesen?
3.6 Aktueller Stand der Entwicklung
3.7 Kritik
4 Resumee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die technischen Grundlagen sowie die gesellschaftlichen und rechtlichen Implikationen von Videouberwachung und dem biometrischen Reisepass, um zu bewerten, wie diese Instrumente eingesetzt werden und welche Risiken für die Privatsphäre bestehen.
- Analyse der Einsatzbereiche und Auswirkungen von Videouberwachung im öffentlichen Raum.
- Untersuchung der technischen Funktionalität von RFID und biometrischer Authentisierung im ePass.
- Kritische Beleuchtung der rechtlichen Rahmenbedingungen und des Datenschutzes.
- Evaluation von Sicherheitsvorteilen gegenüber möglichen Missbrauchsgefahren.
- Diskussion der Notwendigkeit einer gesellschaftspolitischen Debatte über Sicherheit und Freiheit.
Auszug aus dem Buch
3.3.1 RFID
RFID ist ein Verfahren zur automatischen Identifizierung von Objekten über Funk. Ein RFID- System besteht im Wesentlichen aus zwei Komponenten - dem Transponder und dem Lesegerät [Fin02, S. 7]. Der Transponder ist der eigentliche Datenträger, auf dessen Mikrochip man die Daten speichert. Dieser Transponder kommuniziert mit der Außenwelt über sein Koppelelement (Spule oder Antenne).
In RFID-Systemen werden entweder passive (ohne eigene Stromversorgung) oder aktive (mit eigener Stromversorgung) Transponder verwendet, was auch grundsätzlich das Hauptunterscheidungsmerkmal der Transponder darstellt. Transponder werden im Sprachgebrauch häufig einfach als „Tag“ bezeichnet.
Beim ePass ist der Transponder (der RFID-Chip) im Passdeckel eingearbeitet und enthält unsere persönlichen Daten. Der im Chip integrierte Mikroprozessor hat die Funktion die Sicherheit beim Auslesen zu gewährleisten. Für den ePass werden Chips der Halbleiterhersteller Infineon und Philipps mit 64 kB bzw. 72 kB verwendet. Die Mikroprozessoren plus einem kryptographischen Koprozessor gelten als hochsicher. Die RFID-Chips im Reisepass arbeiten mit einer Frequenz von 13,56 MHz. [ICA04a, S. 12]
Der Vorteil von RFID Chips gegenüber anderen Chiptechniken liegt unter anderem in der Möglichkeit des kontaktlosen Auslesens, der Benutzerfreundlichkeit, der Datenkapazität und der Beständigkeit gegen Nässe und Schmutz [ICA04b, S. 35].
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert den technologischen Fortschritt im 21. Jahrhundert, der zu einem hohen Informationsbedarf führt, und führt in die zwei Hauptinstrumente der Arbeit ein: Videouberwachung und den biometrischen Reisepass.
2 Videouberwachung: Dieses Kapitel erläutert die Ziele, die rechtlichen Grundlagen und die gesellschaftlichen Folgen von Videouberwachung unter Betrachtung verschiedener Fallbeispiele und kritischer Aspekte.
3 Der biometrische Reisepass - ePass: Hier werden die technischen Grundlagen wie RFID und Biometrie sowie die Funktionsweise des ePass, die rechtliche Situation und aktuelle Bedenken detailliert behandelt.
4 Resumee: Das abschließende Kapitel fasst die technologische Verknüpfung von Überwachung und Datenerfassung zusammen und betont die Notwendigkeit, den Datenschutz gegenüber dem Sicherheitsbedürfnis zu stärken.
Schlüsselwörter
Videouberwachung, biometrischer Reisepass, ePass, RFID, Biometrie, Datenschutz, Sicherheit, Privatsphäre, Bundesdatenschutzgesetz, Identifikation, Verifikation, Überwachungsstaat, Datenspeicherung, Identitätsdiebstahl
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch zwei Instrumente moderner Informatik, die in den Alltag eingreifen: Videouberwachung und den biometrischen Reisepass (ePass), und beleuchtet deren Chancen und Risiken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die technischen Grundlagen (RFID, Biometrie), rechtliche Rahmenbedingungen (BDSG), datenschutzrechtliche Bedenken und die Auswirkungen auf die Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie diese Technologien eingesetzt werden, und zu bewerten, inwieweit ihr Einsatz das Gleichgewicht zwischen Sicherheit und persönlichen Freiheitsrechten beeinträchtigt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Dokumentenanalyse, die Gesetze, Berichte von Datenschutzbeauftragten und technische Spezifikationen kritisch auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die Zweckmäßigkeit und Folgen der Videouberwachung als auch die technischen Funktionalitäten, Auslesemethoden (Basic Access Control) und Sicherheitsrisiken des biometrischen Reisepasses detailliert dargelegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Datenschutz, Videouberwachung, Biometrie, RFID, ePass, Sicherheit, Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung.
Wie funktioniert der Zugriffsschutz beim ePass?
Es wird das Verfahren „Basic Access Control“ eingesetzt, welches sicherstellt, dass der Chip erst ausgelesen werden kann, nachdem die optisch lesbaren Informationen des Passes (wie Geburtsdatum und Passnummer) vom Lesegerät erfasst wurden.
Warum ist die Kombination von Videouberwachung und Biometrie problematisch?
Es besteht die Sorge, dass durch die Verknüpfung dieser Technologien umfassende Bewegungsprofile von Personen erstellt werden könnten, was das Recht auf informationelle Selbstbestimmung stark gefährdet.
- Citation du texte
- Karin Schäuble (Auteur), 2007, Videoüberwachung und der biometrische Reisepass, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82535