Auf dem globalen Markt haben Immobilien sowohl langfristig gegenüber den Aktien als auch
mittel- und kurzfristig gegenüber den Anleihenscheinen in den letzten Jahren eine bessere
Performance aufgezeigt, wobei die kurz- bis langfristigen Investitionen mit wenigen Risiken
verbunden sind. 1 Die Investitionen in Immobilien können durch direkte oder indirekte
Finanzierungsformen erfolgen, wobei der Trend in Richtung indirekte Investitionen weist.2
Grundsätzlich lassen sich zwei Typen von Treibern des globalen Immobilienmarktes
differenzieren: REIT und Non-REIT. Von Dez. 1992 bis Apr. 2003 haben die REITs eine
Wertsteigerung von 237% erfahren, was im Vergleich zu den Non-REIT (56%) eine weit
attraktivere Dividende darstellt.3 Auch die drei größten Länder Europas, nämlich Deutschland,
Frankreich und Großbritannien, haben diese fruchtbringenden Umstände begriffen und ihre
eigenen passenden gesellschaftlichen Formen entwickelt. Nachdem die REIT-Regimes in
diesem Jahr in UK und Deutschland eingeführt sind, scheint es sinnvoll ihre unterschiedlichen
Formen zu vergleichen.
In dieser Arbeit werden die REITs in Hinblick auf ihre Entstehung, Struktur und Besteuerung in
den drei Ländern verglichen, Da der US-REIT als Vorbild hier in dieser Arbeit betrachtet wird,
wird er auch beim Vergleich mit einbezogen. Zuerst wird die Begrifflichkeit REIT und ihre
Besonderheit als Finanzierungsform mit Hilfe des Prinzipal-Agenten-Problems erläutert, die
fundamental für eine weitere Gegenüberstellung der verschiedenen REITs ist. Dann werden
die jeweiligen REITs in den vier Ländern, USA, Frankreich, Großbritannien und Deutschland
hinsichtlich ihrer Geschichte, Struktur und steuerlichen Aspekte dargestellt. Zum Schluss
werden die dargestellten REITs verglichen und analysiert und die Vorteile und Nachteile
jeweiliger REITs verdeutlicht.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. Grundlage der REITs
2.1 Begrifflichkeit
2.2 Das P-A-Modell bei REITs
2.3 REITs in den USA
2.3.1 Entstehung
2.3.2 Kurzdarstellung der Struktur der US-REITs
2.3.2.1 Gesellschaftsrechtliche Rahmenbedingungen
2.3.2.2 Steuerrechtliche Rahmenbedienungen
2.3.2.3 Regelungen bei Verlust des REIT- Status
2.3.3 Zusammenfassung
3. REITs in Frankreich, Großbritannien und Deutschland
3.1 Französische REITs
3.1.1 Entstehungsgeschichte
3.1.2 Struktur der SIICs
3.1.2.1 Gesellschaftsrechtliche Rahmenbedingungen
3.1.2.2 Steuerrechtliche Rahmenbedingungen
3.1.2.3 Regelung bei Verlust des SIIC- Status
3.1.3 Zusammenfassung
3.2 REITs in Großbritannien
3.2.1 Entstehungsgeschichte
3.2.2 Struktur der UK- REITs
3.2.2.1 Gesellschaftsrechtliche Rahmenbedingungen
3.2.2.2 Steuerliche Rahmenbedingungen
3.2.2.3 Regelung bei Verlust des REIT- Status
3.2.3 Zusammenfassung
3.3 G- REITs
3.3.1 Einführung der G- REITs
3.3.2 Struktur der G-REITs
3.3.2.1 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
3.3.2.2 Steuerliche Rahmenbedingungen
3.3.2.3 Regelung bei Verstoß gegen REIT- Status
3.3.3 Zusammenfassung
4. REITs-Vergleich
4.1 Vergleich der geschäftsrechtlichen Rahmenbedingungen
4.2 Vergleich der Besteuerung
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht und vergleicht die Einführung sowie die strukturellen und steuerlichen Rahmenbedingungen von Real Estate Investment Trusts (REITs) in den USA, Frankreich, Großbritannien und Deutschland, um deren Erfolgspotenzial und die Eignung als Finanzierungsvehikel zu bewerten.
- Historische Entwicklung und Grundlagen von REITs als Immobilienanlageprodukt.
- Analyse der gesetzlichen Anforderungen an Rechtsform, Eigentümerstruktur und Börsennotierung.
- Vergleich der steuerlichen Rahmenbedingungen und der steuerlichen Transparenz.
- Untersuchung des Handlungsspielraums des REIT-Managements und dessen Auswirkung auf die Performance.
- Bewertung der Marktchancen und Herausforderungen der REIT-Einführung in den betrachteten europäischen Ländern.
Auszug aus dem Buch
2.1 Begrifflichkeit
Erstmalig in Erscheinung trat der Begriff „REIT“, als Kurzform des Begriffes Real Estate Investment Trust, in dem US-Steuerrecht. Obwohl international betrachtet REITs in unterschiedlichen Rechtsformen auftreten, beruhen diese doch auf einer einheitlichen Grundkonzeption. So lässt sich ein REIT allgemein als ein passives geschlossenes börsennotierbares Investitionsvehikel verstehen, welches eine steuertransparente Struktur aufweist und dessen Einkünfte nahezu 100%-ig an die Investoren ausgeschüttet werden.
REITs müssen den größten Teil ihrer Einkünfte aus Immobilientätigkeiten beziehen und auch ihr Vermögen sollte zum überwiegenden Teil aus Immobilien bestehen. Zudem wird es ihnen ermöglicht, unter bestimmten, von Land zu Land verschiedenen, Umständen eine Besteuerung auf Gesellschaftsebene zu vermeiden. Dafür muss der Gewinn zu einem Großteil (üblicherweise 80% bis 100%) an die Anteilseigner ausgeschüttet werden. Unter diesen Voraussetzungen kann die Steuerbefreiung erfolgen. Bei REITs handelt es sich deswegen um eine steuerlich transparente Anlageform.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung motiviert die Wahl des Themas durch die überlegene Performance von Immobilieninvestitionen und führt in den Vergleich der REIT-Regimes in den USA, Frankreich, Großbritannien und Deutschland ein.
2. Grundlage der REITs: Dieses Kapitel definiert REITs als steuertransparente Anlagevehikel und erläutert die Eignung als Finanzierungsinstrument anhand des Prinzipal-Agenten-Modells.
3. REITs in Frankreich, Großbritannien und Deutschland: Hier werden detailliert die Entstehung, die spezifischen rechtlichen und steuerlichen Strukturen sowie die Regelungen bei Statusverlust für die drei europäischen Länder analysiert.
4. REITs-Vergleich: Dieses Kapitel führt eine vergleichende Analyse der gesellschaftsrechtlichen Rahmenbedingungen sowie der steuerlichen Aspekte in den vier betrachteten Ländern durch.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der unterschiedlichen nationalen Ansätze und diskutiert die Perspektiven für eine europäische Harmonisierung.
Schlüsselwörter
REITs, Immobilienanlageprodukte, Immobilienmarkt, steuerliche Transparenz, Prinzipal-Agent-Problem, SIIC, G-REIT, UK-REIT, US-REIT, Kapitalmarkteffizienz, Anlagerestriktionen, Ausschüttungsquote, Immobilienfinanzierung, Immobilienaktien, Steuerrecht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert die Einführung von REITs in Frankreich, Großbritannien und Deutschland im Vergleich zum US-amerikanischen Vorbild.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung abgedeckt?
Zentrale Themen sind die historische Entstehung, die gesellschaftsrechtlichen Rahmenbedingungen, steuerliche Aspekte und die Auswirkungen auf die Performance der Immobilienmärkte.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die REIT-Strukturen der genannten Länder zu vergleichen, um ihre Eignung als Immobilienanlageinstrument und ihr Erfolgspotenzial zu bewerten.
Welche theoretische Methode wird zur Analyse verwendet?
Zur Erklärung der Eignung als Anlageprodukt wird die Finanzierungstheorie des Prinzipal-Agenten-Modells herangezogen.
Welche Inhalte werden schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der REITs in den USA als Vorbild sowie die detaillierte Analyse der Ausgestaltungen in Frankreich, Großbritannien und Deutschland.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind REITs, Immobilienanlageprodukte, steuerliche Transparenz, Kapitalmarkteffizienz und die spezifischen nationalen Regimes wie SIIC und G-REIT.
Warum wird das Prinzipal-Agent-Modell explizit erwähnt?
Es dient dazu, den Handlungsspielraum des Managements zu analysieren und zu begründen, warum REITs ein effizientes Finanzierungsinstrument für Immobilien darstellen.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Eintrittssteuer (Entry Charge) in Großbritannien?
Die Arbeit bewertet die Eintrittssteuer kritisch, da sie die Attraktivität der UK-REITs für große Kapitalvolumen mindern kann.
- Quote paper
- MSC Chenhui Xia (Author), 2007, REITs in Europa: Vergleich der Einführung von REITs in GB, Frankreich und Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82660